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Saison 2014/2015

HF4 EHC - Mannheimer Adler 3:5

  • Geschrieben von Martin
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Großer Sport und schwache Schiris

Dass es am Ende so schwer fällt, der überlegenen Mannschaft zum Gewinn der Serie zu gratulieren, ist kein Verschulden der Adler. Das muss einmal festgehalten werden, auch, wenn dem Ligakrösus immer ein wenig der Verdacht des Sonderstatus anhaftet. Vielmehr scheint das Schiedsrichterwesen hierzulande ein Problem mit der konsistenten Anwendung der Eishockeyregeln auf das qualitativ hochwertige und sehr intensive Spiel der Mannheimer zu haben. Mal sind Torraumabseits und Checks mit Anlauf (charging) ohne erkennbare Linie in der Verlosung, dann sind es Aussetzer wie im letzten Drittel in Spiel 4 dieser Serie, die einem letztlich den Spaß am schnellsten Mannschaftssport der Welt zu vergällen drohen. Warum das bis dahin absolut im Normbereich agierende Profiduo Brüggemann/Piechaczek in besagtem letzten Drittel von seiner Linie abging und komplett die Sanktionierung der Mannheimer Mannschaft einstellte, bleibt indes ein Rätsel. Erklärungsversuche laufen letztlich auf das in der Liga verbreitete „Ausgleichen“ der vergebenen Strafen und das Unterbinden der CHL Teilnahme der ungeliebten und wenig zuschauerträchtigen Grizzlies hinaus. Sportlich betrachtet wären die Gäste mit mindestens zwei zusätzlichen Strafen noch mehr als gut bedient, die Grizzlies allerdings weiter im Spiel gewesen.
Zum Auftakt der Begegnung bot sich ein fast schon aus der Serie gewohntes Bild: Wolfsburg startete munter ins Geschehen, Mannheim wirkte eher abwartend und kam durch Konter zu guten Gelegenheiten.
So auch gleich im ersten Überzahlspiel der Partie (1.), als Mauer ein Break gegen den erneut glänzend aufgelegten Brückmann nicht verwandeln konnte. Der Weckruf hatte wohl gesessen, denn mit Ausnahme des völlig derangiert wirkenden Björn Krupp steigerten die Hausherren ihre Konzentration nun deutlich sichtbar. Nur einen bekamen sie nie in den Griff: Kai Hospelt, Ex-Grizzly und Nationalstürmer, hielt mit seinen Laufwegen und Abschlüssen den Wolfsburger Anhang konsequent in Atem. Sein Pfostenknaller kurz vor der ersten Pausensirene schickte die Partie schließlich mit 0:0 leistungsgerecht in die erste Unterbrechung. Leistungsgerecht deshalb, da Wolfsburg zwar nicht die wirklich besseren oder zahlreicheren Torchancen verbucht hatte, aber gegen einen geradezu hampelig verstört wirkenden Endras nur mit viel Pech kein eigenes Tor markieren konnte.
Und wieder nahm die bereits bekannte Dramaturgie Fahrt auf. Ausgerechnet Matt Diesel sollte dabei zunächst eine der Hauptrollen übernehmen. Der Kanadier, dessen Vertrag in Wolfsburg offenbar nicht verlängert werden soll, zeigte erst einmal, warum sein Abgang vermutlich kein tränenreicher auf Seiten der Grizzlies wird. Gleich zwei Überzahlspiele „sabotierte“ der Diesel in seiner gewohnt dusseligen Art durch unnötige Strafen und verwandelte sie in 4 gegen 4 bzw. Unterzahlsituationen. Wobei der zweite Pfiff wegen Behinderung (29.) schon leichten Slapstick-Charakter gehabt hatte. Wie zum Trotz zeichnete sich der Diesel mit seinem Treffer zum 1:0 (31.) und seiner Vorlage zu Milleys Powerplaytor (33.) für die stärkste Phase der Grizzlies verantwortlich und schickte die Fans in orange damit auf die nächste Achterbahnfahrt dieser Serie. Und es sollte noch besser kommen: Nicht wenige in der Halle hatten sich, mit einem Augenzwinkern natürlich, wohl die Aberkennung des 3:0 gewünscht (39.) - doch Furchners satter Schuss in den Winkel fand in der Videoanalyse zurecht keine Beanstandung. Erleichtert durch Mannheimer Disziplinlosigkeiten hatten die Grizzlies ihre Überzahlgelegenheiten ordentlich nutzen können, Furchner hatte dabei eine Sekunde nach Ablauf einer Strafe noch rechtzeitig zugeschlagen. Erfreut und doch etwas skeptisch ging es mit diesem bekannten Vorsprung und fast zwei Minuten Restüberzahl in die zweite Unterbrechung.
Eine Strafe wegen Beinstellens gegen Wagner (42.) sollte allerdings den Schlusspunkt unter dieses Kapitel in der Geschichte des Spiels setzen.
Nachdem Wolfsburg schon in diesem Überzahlspiel nicht mehr sinnvoll ins Drittel der Gäste eingedrungen war, sollten sie bis zum Schlusspfiff auch kaum noch Gelegenheit dazu bekommen. Erst wanderten Likens und Rosa in kurzem Abstand auf die Strafbank (45.) – das 3:1 durch Plachta ließ im hervorragenden doppelten Überzahlspiel der Gäste nur 11 Sekunden auf sich warten. Dann verabschiedete sich Norm Milley für stolze 16 Sekunden auf die Strafbank (49.) – 3:2 durch Routinier Hecht im einfachen Powerplay, wieder am langen Pfosten freistehend eingelocht. Als schließlich die nächste Strafe gegen die Grizzlies (52.) gerade abgelaufen war, vollstreckte Mannheims Foster mit einer Kopie des dritten Wolfsburger Treffers aus dem hohen Slot zum Ausgleich (54.). Der Wahnsinn nahm, unter etwas geänderten Umständen, seinen bekannten Lauf. Geänderte Umstände daher, dass teils klarsten Mannheimer Regelverstößen (Haken und Beinstellen direkt vor den Augen der HSR) in schöner Regelmäßigkeit der Pfiff gegen die Heimmannschaft folgte. Kein Wunder, dass den Grizzlies auf den Rängen kollektiv der Hals platzte, größere Ausschreitungen aber wohl aufgrund des hoffnungslosen Stands der Serie ausblieben. Ein derart tendenziöses Auslegen der Regeln in einem Spiel 7 hätte wohl auch im eher friedlichen Wolfsburg für weitaus unschönere Szenen gesorgt. Unnötig und sehr schlecht geleitet von zwei angeblichen Profis unter den deutschen Schiedsrichtern, die im ersten Spielabschnitt in Sachen „Wir wissen, wie Torraumabseits geht“ den Schiedsrichterbeobachtern eine fast schon komödiantische Aufführung geboten hatten.
Zwar blieben im Anschluss an das 3:3 die Arme der Schiedsrichter endlich auch wieder auf Seiten der Grizzlies unten, das Spiel indes schien gelaufen. Die besseren Chancen waren nun endgültig nur noch auf Seiten der Gäste, die nun mit entkräftet und mittlerweile auch demoralisiert wirkenden Grizzlies leichtes Spiel hatten.
Der groß aufspielende Ex-Kollege Hospelt schenkte seinen ehemaligen Wegbegleitern nach einem unaufmerksamen Wechsel schließlich das 3:4 ein, die verbleibenden 32 Sekunden nutzte Joudrey schließlich noch zum Schuss ins leere Tor.
Sichtbar entkräftet und reichlich fassungslos quittierten Spieler und Fans den vierten Sieg der Adler. Spiel 3 ausgeklammert hätte Wolfsburg mit etwas glücklicheren (auch regelkonform genannten) Entscheidungen wohl zumindest ein Spiel, wenn nicht sogar mehr in dieser packenden Serie gewinnen können. Vor allem die beiden Wolfsburger Heimspiele hinterließen insgesamt einen schalen Nachgeschmack und verhinderten somit die ein oder andere in Eishockeyfankreisen durchaus übliche versöhnliche gemeinsame Nachbetrachtung. Immer schade, wenn das Besondere am Eishockey nicht zum Tragen kommt und stattdessen Aggression und Enttäuschung die Oberhand gewinnen.


Teamcheck / Perspektiven

Tor
Felix Brückmann avancierte zum Ende der Hauptrunde und in den gesamten Play-offs zur unumstrittenen Nr.1 im Tor der Grizzlies. Eine Entwicklung, die offenbar nur durch seine zwischenzeitliche Verletzung etwas aufgehalten wurde. Dabei gewann er neben den Duellen mit Duba und Hardy vor allem den direkten Vergleich mit Nationalgoalie und Ex-Kollege Dennis Endras, der gegen Wolfsburg gleich reihenweise Kappen und Unsicherheiten präsentierte und vor allem Spiel 2 fast im Alleingang unterhaltsam gestaltete.
Mit Sebastian Vogl steht der „Katze“ auch in der nächsten Saison ein starker Konkurrent zur Seite, der in der abgelaufenen Runde allerdings nicht an die Konstanz vergangener Tage anknüpfen konnte.
Fazit: Auf der Torhüterposition sind die Grizzlies auch 15/16 bestens aufgestellt!

Verteidigung
Lange Zeit das Sorgenkind im Kader der Grizzlies, hatte sich die Defensivabteilung gegen Ende der Saison deutlich stabilisiert. Vor allem Nick Schaus und Kilian Keller machten, spät aber nicht zu spät, den wichtigen nächsten Schritt in ihrer Entwicklung und zeigten beide deutlich verbesserte Leistungen. Was mit dem sonst absolut solide auftretenden Björn Krupp an diesem Abend los war, bleibt zu klären. Mit einem halben Dutzend gefährlicher Fehlpässe im eigenen Drittel und einer Körpersprache nahe am Burn-out, kann eigentlich nur von gesundheitlichen Problemen ausgegangen werden. Vielleicht hatte er ja auch vor der Partie erfahren, dass er zurück nach Köln muss ;) Die kommenden Wochen werden wohl schnell Aufschluss darüber geben.
Klarer Kandidat für einen Abgang ist dagegen Tim Hambly, dessen Formkurve in den letzten Woche steil bergab ging. Der als Stabilisator geholte Routinier wirkte als genaues Gegenteil sowohl im Powerplay als auch bei 5 gegen 5.
Fazit: Mit Likens, Bina und Wurm haben genau die richtigen Akteure weiter Vertrag bei den Grizzlies. Kilian Keller sollte auf jeden Fall gehalten und weiter aufgebaut werden. Am Ende der Saison zählte der Youngster zu den besten und zuverlässigsten Akteuren im Team der Grizzlies und hat in den Play-offs seine Feuertaufe mehr als nur bestanden!
Die kolportierten Neuzugänge Seifert und Reis lassen allerdings zusammen mit der noch möglichen Verlängerungen von Schaus bisher keinen qualitativen Fortschritt in diesem Mannschaftsteil erahnen. Dazu müssten vermutlich zwei echte Kracher auf den Ausländerpositionen dazukommen. Finanziell erscheint dies eher unwahrscheinlich – leider.

Sturm
Auch hier haben mit Haskins, Furchner, Höhenleitner, Mulock, Voakes, Fauser, Mayer, Aubin und Rosa die Spieler einen weiterhin gültigen Vertrag, die die insgesamt überzeugendsten Leistungen abgerufen haben. Lediglich Aubin fand nach seiner Verletzung nicht wieder zu alter Stärke, Mark Voakes verpasste die zweite Saisonhälfte verletzt und wurde vor allem in Überzahl schmerzlichst vermisst. Vinzenz Mayer konnte ebenfalls wegen einer langwierigen Verletzungen an einem Großteil der Saison nicht teilnehmen, überzeugte aber bis zu seinem erneuten Ausfall gegen die Adler.
In diesem Mannschaftsteil konnte sich mit Sergej Stas nur ein Akteur für eine Vertragsverlängerung empfehlen. Erst auf der Zielgeraden der Saison zeigte der Wolfsburger Neuzugang das Potential, welches die Verantwortlichen der Grizzlies bei ihm erkannt haben wollen. Sicherlich neben Keller 2015 die zweite positive Überraschung bei den Grizzlies.
Der immer langsamer werdende Norm Milley und Matt „Dumme Strafzeit bei eigener Überzahl“ Diesel werden die Grizzlies zur nächsten Spielzeit verlassen. Nach vielen schönen Jahren fällt der Abschied zwar schwer, doch der Zeitpunkt scheint aus sportlicher Sicht weise gewählt.
Eine Verlängerung mit dem solide agierenden Christian Neuert könnte z.B. als 13.Stürmer durchaus Sinn machen, sportlich blieb der große Schritt aus der 3.Liga bis zum Schluss deutlich sichtbar. Mit etwas mehr Selbstvertrauen könnte da sogar noch deutlich mehr drin sein.
Mit Polo verlässt den EHC eine echte Kampfsau. Nie der große Scorer, aber immer eine Pest für den Gegner. Ihn zusammen mit Wietfeld und Regan in einer Reihe - die Gegner hätten reihenweise Schaum vorm Mund gehabt. Mach’s gut Polo! Auch wenn einige es nicht wahr haben wollen: Du wirst uns und dem Team fehlen!
Eine Verlängerung mit Tyler Scofield verbietet sich eigentlich von selbst. Jemand, der mangels Körpermasse seine Ausrüstung fast in Juniorgrößen kaufen kann, hat langfristig in der DEL nichts verloren.
Fazit: Mit Voakes, Haskins, Rosa und Fauser ist man auf der Centerposition außergewöhnlich gut aufgestellt. Betrachtet man sich die übrigen Winger (5) plus Stas als optionale Verlängerung, dann fehlen den Grizzlies zur neuen Saison 2-3 Neuzugänge im Offensivbereich. Ein Qualitätssprung im engeren Sinne ist meiner Meinung nach nicht unbedingt erforderlich. Was den Grizzlies tatsächlich fehlt, ist Körperspiel vor dem gegnerischen Tor und insgesamt etwas mehr Physis in ihren Reihen. Zwei echte Power Forwards würden unser Team gut abrunden und auch Serien gegen Gegner wie Mannheim oder Hamburg aussichtsreicher gestalten. Das ohnehin schon gute Überzahlspiel würde von einem Klotz vor dem gegnerischen Goalie zusätzlich profitieren. Leider ist dieser körperlich robuste Spielertyp meistens nur in der etwas zu langsamen Ausgabe bezahlbar...

Man sieht: Ein wenig Spannung in Sachen Kaderzusammenstellung wird in den kommenden Wochen und Monaten noch geboten. Jedoch steht das Team im Tor und im offensiven Bereich in weiten Teilen bereits fest. Mein persönlicher Eindruck ist, dass die Verpflichtungen in der Defensive über Verbesserung oder Verschlechterung zu dieser letztlich guten Saison entscheiden werden. Diese Veränderungen werden sich vermutlich (aus finanziellen Gründen) aber nur in einem relativ kleinen Maßstab bemerkbar machen. Ich lasse mich, wie so oft bei unseren Verantwortlichen, aber gerne wieder positiv überraschen! In diesem Sinne:

Bis zur nächsten Saison. mb

 

HF2 EHC - Mannheimer Adler 3:5

  • Geschrieben von Martin
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Am Anfang war der 3-Tore Vorsprung...
 
Das war fast eine Kopie des ersten Aufeinandertreffens, was Mannheimer und Wolfsburger da „aufs Eis zauberten“. Nur schien dieses Mal alles im Zeitraffer abzulaufen und sich auf das erste Drittel der Partie zu komprimieren. 
Vom Anpfiff weg ging es von beiden Teams mit Vollgas zur Sache, wobei die Gäste die ersten Ausrufezeichen vor Wolfsburgs Tor setzen konnten. Nachdem ein frühes Überzahltor der Adler (3.) wegen Torraumabseits keine Anerkennung gefunden hatte, kamen auch schon die verrückten drei Minuten der Grizzlies. Einem nicht verwandelten Penaltyshot von Wolfsburgs Diesel folgte auch schon Aubins Lattenknaller und wenig später das 1:0 durch Tyler Scofield. Alles binnen einer knappen Minute (5.) und bei eigener Überzahl.
Doch es sollte noch besser kommen: 2:0 durch Rosas schönen Deke, der den Puck locker zum quer mitgelaufenen Stas hinüberrutschen ließ (8.), 3:0 durch Likens Fernschuss-Schlenzer von der blauen Linie (8.). Dennis Endras, schon in Mannheim völlig neben der Kappe, sah bei allen Treffern nicht wirklich glücklich aus und stand wohl kurz vor der erneuten Auswechslung. Dass es nicht soweit kam, lag an zwei Faktoren. Zunächst nahm Gästecoach Ward die überfällige Auszeit, um sein Team neu zu sortieren. Dann kassierten die Grizzlies obendrei zwei mehr (Open Ice Hit als „Bandencheck“) oder weniger umstrittene Strafen hintereinander und das Spiel nahm eine ähnliche Wendung wie schon die erste Begegnung.
Einem schön herausgespielten Treffer durch Joudrey bei doppelter Überzahl (10.) ließen die Adler noch vor der ersten Pause ein weiteres Tor durch Frank Mauer (17.) zum 3:2 folgen. Kurz zuvor war auf Mannheimer Seite ein eindeutiges Charging gegen Brent Aubin nicht geahndet worden, wenig später kehrte der Puck nicht nur ins Drittel, sondern auch ins Tor der Grizzlies zurück. 
Das Mittel- und Schlussdrittel bildeten am ersten Spiel gemessen die verlängerte Schlussphase der Begegnung. Die Grizzlies wirkten nun weniger zwingend am Gesamtgeschehen mit, doch auch Mannheim schien den Bogen erst einmal nicht überspannen zu wollen und ging das Ganze etwas kontrollierter an.
Gerade im Mitteldrittel sollte sich dabei das Fehlen von Kapitän Haskins (verletzt) besonders schmerzhaft bemerkbar machen. Auch wenn die Referees bis dahin auf dem Mannheimer Auge eher blind aufgetreten waren, so gewährten sie den Gastgebern nun endlich das eine oder andere Überzahlspiel – ohne nennenswerten Erfolg. Die Powerplayformationen der Grizzlies schienen nach dem Ausfall von Voakes und nun auch Haskins zu wenig sortiert und konnten die Adler-Defensive nur wenig in Bedrängnis bringen. Zum Ausklang des Mittelabschnitts gingen die beiden Hauptschiedsrichter wieder zu ihrem gewohnten Stil über und schickten gleich zwei Wolfsburger in die Kühlbox. Im folgenden Adler-Powerplay fälschte Wolfsburgs Hambly den Puck dann zu allem Überfluss in die eigenen Maschen ab (39.) und das Spiel war drei Sekunden vor der zweiten Pause wieder dort, wo es gestartet war.
Der Schlussabschnitt sah dann, sehr zum Leidwesen der Grizzlyfans, eine überlegene Gästemannschaft, die sich den späten Treffer in der 58.Minute durchaus zu erkämpfen wusste. Vorausgegangen war erneut eine kleinliche, aber korrekte Schiedsrichterentscheidung gegen den EHC, der nach dem späten 3:4 auch noch den Schuss ins leere Tor (59.) quittieren musste.
Nicht unverdient, aber in der Art und Weise etwas befremdlich (hoher Kredit bei den Referees), gewannen die Adler somit auch das zweite Spiel der Serie und können sich nun im dritten Spiel die gewünschten Matchpucks sichern.
 
Teamcheck
 
Tor
Brückmann weiter mit einer hervorragenden Leistung gegen seinen Ex-Club. Musste diesmal nicht so viele Schüsse wie in Spiel 1 abwehren; hätte sich bei den meisten Gegentoren schon durch seinen Torraum beamen müssen, um die Tore noch zu verhindern. 
 
Verteidigung
Hambly weiter schwach, der Rest in vorzeigbarer Play-off Form. Jeff Likens’ Chaosanteile nahmen allerdings wieder zu, folglich auch die Anzahl seiner haarsträubenden Risikopässe quer durch das eigene Drittel. In einem Fall führte dies sogar direkt zum Gegentreffer. Ansonsten auf Seiten der Grizzlies der Akteur mit dem meisten Biss in der Verteidigung des eigenen Torraums / Drittels.
Keller überzeugt auch weiterhin in den Play-offs und bewirbt sich damit eindrucksvoll um eine Vertragsverlängerung beim EHC.
 
Sturm
Während Spieler wie Stas, Höhenleitner und zuvor auch Fauser (gegen München) mit überraschend starken Auftritten glänzen, tauchen Wolfsburgs Ausländer immer wieder ab.
Lediglich Marco Rosa und mit Abstrichen Tyler Scofield wussten in diesem Spiel zu überzeugen. Brent Aubin und die als Abgänge feststehenden Milley und Diesel enttäuschten hingegen wieder einmal. Zu wenig, um das beeindruckend ausgeglichen und stark besetzte Team der Adler in Schach zu halten. 
Die Ausfälle von Voakes und Haskins sind gerade unter dem Aspekt der körperlichen Überlegenheit der Mannheimer ausgesprochen gravierend. Sollten die „betreuenden“ Schiedsrichter die Regelauslegung weiterhin derart einseitig vornehmen, hat Wolfsburg wohl kaum eine Chance auch nur eine Begegnung zu gewinnen. mb

VF4 EHC - Red Bull München 4:3

  • Geschrieben von Martin
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The big orange machine
 
Wie eine gut geölte Maschine marschierten die Grizzlies auch durch die vierte Begegnung mit dem „Angstgegner“ der abgelaufenen Hauptrunde. Am Ende hatte das von Pavel Gross perfekt eingestellte Team den vier Saisonniederlagen gegen München den vierten Sieg in den Play-offs entgegenzusetzen. Man gewinnt halt nur die wichtigen Spiele – die dann aber ohne Ausnahme.
Dass es diese Ausnahme auch im letzten Aufeinandertreffen nicht gab, war allerdings zunächst nicht wirklich deutlich geworden. Ungewohnt abwartend starteten die Hausherren in diese Entscheidungspartie und wurden auch bald Opfer dieser „Wir schauen mal, wie sie heute reagieren“ Einstellung. Selbst der sonst so konzentriert agierende Goalie der Niedersachsen erlaubte sich bereits in der Anfangsminute eine Fehlkalkulation beim Hinauslaufen und schlug mit seiner Kelle prompt über den Puck. Zwar ging diese Szene noch glimpflich für Wolfsburg aus, doch einige mehr oder weniger gute Chancen später war es dann so weit: Gleich in der ersten Überzahl der Begegnung (6.) war Jeremy Dehner für die Gäste erfolgreich. Die erste Führung in einem Spiel dieser Serie schien den Bayern endlich das lange gewünschte Selbstvertrauen zu geben, die Aktionen der Gäste wurden folglich von Minute zu Minute sicherer und zwingender. Es hätte wohl der erste Sieg für die roten Bullen werden können, doch einer ihrer Besten wollte offenbar frühzeitig in den Urlaub.
Nachdem mit Kettemer bereits ein Bulle auf der Strafbank Platz genommen hatte (14.), gesellte sich nicht einmal eine Minute später ein weiterer Kollege zu ihm – und das gleich für stolze fünf Minuten. Ein Mitspieler musste die Spieldauerstrafe wegen eines Kniechecks der übelsten Sorte absitzen, während das eigentliche Rindvieh (R. Regehr) den Spielbereich bereits Richtung Kabine verlassen hatte. Es sollte die entscheidende Phase der Begegnung werden. 
Nach einer weniger überzeugenden 5 gegen 3 Phase legte das gefürchtete Überzahlspiel der Gastgeber bei 5 gegen 4 endlich richtig los. Erst traf der Diesel auf Zuspiel seines Kapitäns Tyler Haskins (no-look backhander!) und Mitspieler Furchner (17.), dann vollstreckte eben jener Furchi auf Zuspiel seines Kapitäns (19.). München bekam die Reihe um die genannten drei Akteure plus Mulock und Hambly einfach nicht in den Griff, ließ immer wieder unnötige Nachschüsse zu und bezahlte den Preis. Dieses Schauspiel sollte sich in fast jeder folgenden Überzahl der Grizzlies wiederholen!
Als in der 29.Minute erneut diese Formation eine Überzahl eiskalt vollstreckte, schien die Partie sogar endgültig eine Vorentscheidung zu finden. Der Diesel hatte seelenruhig am langen Pfosten auf das präzise Anspiel von (na wem wohl?) Tyler Haskins warten dürfen und völlig unbedrängt eingelocht.
Dass es doch noch spannend weiterging, war letztlich dem abgefälschten Treffer vom besten Akteur auf Gästeseite zu verdanken. Nach knapp 35 gespielten Minuten hatte Daniel Sparre eine Druckphase seines Teams zum 3:2 vergolden können, mit einer laufenden Strafe gegen Wolfsburg und der nun knappen Führung ging es zum zweiten Mal in die Kabinen.
Und die Partie hielt noch einiges für das begeistert mitgehende Publikum bereit – viel Gutes für die Gäste war zur allgemeinen Freude allerdings nicht dabei!
Der erste Jubel gehörte zwar München, nur blieb der ohne Auswirkung für das Scoreboard: Einem Schlittschuhtreffer durch Seidenberg blieb zurecht die Anerkennung nach Videobeweis verwehrt (45.). Wenig später (47.) bekamen die Bullen in Unterzahl, ebenso zurecht, einen Penalty zugesprochen. Jeff Likens hatte den Puck an der blauen Linie verdaddelt und seinen enteilenden Gegenspieler per Notbremse gelegt. Doch nicht nur die Ausführung durch David Meckler blieb wenig überzeugend – kaum war der erste Schock auf Seiten der Wolfsburger verdaut, legte die gefürchtete Powerplayformation im Fortgang der Überzahl noch einmal nach. Furchners zweiter Treffer (49.) enttarnte diesmal als dritter Nachschuss endgültig die Hilflosigkeit der Gäste gegenüber diesem genialen Überzahlblock. 
München schaltete nun endgültig in den Schlussspurt-Modus. Selbst eine noch folgende Überzahl nutzen die Grizzlies im allgemein wachsenden Druck der Gäste, entgegen ihren Gewohnheiten, eher zum Verschnaufen, denn zur Erhöhung der Führung.
Und es sollte tatsächlich noch einmal richtig eng werden! Kaum hatte München seinen Torhüter vom Eis genommen, übertrieb es Wolfsburgs Kapitän mit dem Stock- und Körpereinsatz und bekam im dritten oder vierten Anlauf die fällige Strafe wegen übertriebener Härte zugeteilt. Und wie schon im ersten Heimspiel sollte dieses extreme numerische Ungleichgewicht nicht ungestraft bleiben. 20 Sekunden vor dem Ende gelang Michael Wolf doch noch der 4:3 Anschlusstreffer für seine Farben. Zu spät, wie sich herausstellen sollte!
Wenig später lagen sich die Grizzlies auf dem Eis und den Tribünen bereits in den Armen und feierten, immer noch etwas fassungslos, den Sweep gegen den haushohen Favoriten. 
Eine Wahnsinnsleistung der auf den Punkt fitt wirkenden Grizzlies hatte am Ende ihren verdienten Lohn erhalten – das Halbfinale findet wieder einmal mit Wolfsburgs EHC statt!
Dass der Gegner vermutlich Mannheim heißen und noch eine Spur übermächtiger erscheint, macht die Sache sicherlich nicht weniger reizvoll...
 
 
Teamcheck

Tor
Bis auf eine Unsicherheit zu Beginn alles bestens bei Wolfsburgs großem Rückhalt.
Einer DER entscheidenden Faktoren zum Gewinn dieser Serie, gab nicht einen einfachen Treffer im Verlauf der Serie her und blieb in München zweimal unbezwungen. 
Spitzenleistung.
 
Verteidigung
Alle gut drauf. Sogar Hambly steigerte sich endlich wieder in Richtung gewohnte Stabilität.
Höhenleitner kann angesichts seiner Leistungen eigentlich nicht mehr als Aushilfsverteidiger bezeichnet werden – vielleicht wächst da ein spätberufener Defensivkünstler heran ;)
Besonders gut gefällt mir Kilian Keller, der in den Play-offs das Gefühl für die nächste Stufe seiner Entwicklung zu finden scheint. Spitzenmäßig, wie der junge Verteidiger die Gegner reihenweise an der Bande abblockt, seinen Körper dazwischenbringt und den Puck sinnvoll herausbringt. 
 
Sturm
Das Gleichgewicht in den Reihen scheint momentan gut getroffen zu sein. Tore fielen in diesem Spiel allerdings nur im Powerplay durch die Hammerreihe um Kapitän Haskins. Das Zusammenspiel zwischen ihm und seinen Nebenleuten (Furchner, Diesel, Mulock und Hambly) war die reine Freude für alle Wolfsburger Fans. 
Aber auch die Kampfsäue Polo und Mayer machten wieder reichlich Spaß – eine Spielweise, mit der man seine Fans deutlich spürbar hinter sich bringt! 
Die beste Stimmung, die man seit langem in einem Dienstagsspiel erleben durfte, gab’s zur Belohnung von den Rängen bzw. aus der klasse mitgehenden Kurve als Dank zurück.
Die Freude auf die nächste Runde wächst (zumindest bei mir) nun stündlich...am 27.03. geht’s dann endlich weiter! mb     

VF2 EHC - Red Bull München 3:2

  • Geschrieben von Martin
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Verkehrte Welt  in den Play-offs
 
Gleich zum Start der regulären Play-offs zeigt sich wieder, was die Fans so an dieser „Jahreszeit“ lieben: Alles, was während der Saison einmal war, ist nun Vergangenheit. Niemand darf sich seiner Sache zu irgendeinem Zeitpunkt sicher sein. Diese Lektion durften die Gäste aus München auch im zweiten Aufeinandertreffer mit ihrem vermeintlichen Lieblingsgegner aus Wolfsburg noch einmal ausgiebig verinnerlichen. Der Ligakrösus aus dem Hause Red Bull hatte in der Hauptrunde gleich alle vier Partien gegen Wolfsburg gewinnen können und die Grizzlies dabei vor eigener Kulisse gleich zweimal mit 1:6 und 0:5 demütigen können. Die Rollen schienen, nicht zuletzt auch aufgrund der finanziellen Möglichkeiten der Münchner, klar verteilt. Doch die Grizzlies zeigten sich nicht nur im ersten Spiel als das Team mit der höheren Bereitschaft, auch die zweite Partie gehörte zunächst dem Gastgeber aus der Volkswagenstadt.
Dabei ließen sich die Niedersachsen auch von einer frühen Strafe gegen Matt Diesel (0:16) nicht aus dem Play-off Modus bringen, legten gleich nach Ablauf der zweiminütigen Unterzahl los wie die vielzitierte Feuerwehr.
Mit einer schier brutalen Laufleistung jedes einzelnen Akteurs setzte das Wolfsburger Forechecking den Gast derart unter Druck, dass Abspielfehler und Fouls der roten Bullen nur eine Frage der Zeit waren. Gleich den ersten Versuch im Powerplay nutzten die Grizzlies dann auch zu einem, zugegeben etwas untypischen, Überzahltreffer. Verteidiger(!) Schaus hatte an der gegnerischen blauen Linie auf ein Anspiel aus dem eigenen Drittel gelauert, während die Münchner Penalty-Killing Einheit das Unterzahlspiel irgendwie etwas zu offensiv ausgelegt hatte. Aubins langen Pass konnte Schaus zwar annehmen, stolperte allerdings beim Antritt und konnte nur im Fallen an die Schoner des Münchner Goalies abschließen. Den Rebound versenkte zur allgemeinen Freude sein Kollege Rosa aus dem Hintergrund (4.) – Wolfsburg war voll im Geschäft!
Unterbrochen von einer weiteren Unterzahlsituation dominierte der heimische EHC das Geschehen auf dem Eis weiter bis zur ersten Drittelpause. Dabei ernteten Wolfsburgs Cracks ein ums andere Mal sogar Szenenapplaus, als sie ihre Gegenspieler mit wuchtigem Körperspiel in die Banden beförderten – alles im Rahmen des Erlaubten natürlich.
Auch im Mitteldrittel sollte sich das Geschehen auf dem Eis nicht grundlegend ändern. Wieder war es das Wolfsburger Forechecking, das den nächsten Torerfolg der Grizzlies nach sich zog. Und wieder beteiligt: Wolfsburgs Aubin, der seinem Gegenspieler Sparre den Puck neben dem eigenen Gehäuse abnehmen konnte. Aubins direkt folgenden Abschluss konnte Florian Hardy zwar noch parieren, den Nachschuss jedoch drückte der aufgerückte Mulock (29.) eiskalt zum 2:0 über die Linie.
Wenig später trübte sich die ausbrechende Partylaune leider etwas ein: Rund zwei Minuten nach Mulocks Treffer übertrieb es Wolfsburgs Nick Schaus, wie schon in Spiel 1, mit der dargebotenen Härte und kassierte somit die zweite 2+10 Strafe wegen Checks gegen den Kopf. Nicht nur, dass München die folgende Überzahl zum 2:1 Anschluss durch Daniel Sparre (32.)nutzen konnte, Verteidiger Schaus handelte sich außerdem mit der zweiten Disziplinarstrafe eine automatische Sperre für das dritte Spiel der Serie ein. 
Das Spiel wurde nun zusehends offener, München schien langsam in den Play-offs anzukommen... und kassierte die nächsten Strafen. Die erste dieser Strafen ging im direkten Anschluss an das 2:1 noch relativ glimpflich für die Gäste aus, doch gegen Ende des Drittels wurde es für München richtig eng. Gleich zwei Akteure der Gäste nahmen in der 38. und 39. Minute auf der Strafbank Platz und Wolfsburg zog sein gefürchtetes Powerplay auf. Doch bis zur Sirene schien es wie verhext: Spielzüge und Struktur passten, doch der Abschluss wollte einfach nicht gelingen! Lediglich 37 Sekunden Reststrafe und die Frage, ob sich diese Nachlässigkeit rächen würde, begleiteten die Gastgeber schließlich in die Kabinen.
Sie sollte sich nicht rächen. Nach exakt 38 Sekunden nutze Wolfsburgs Tim Hambly die letzte sich bietende Gelegenheit und feuerte den Puck aus der Powerplayformation von der blauen Linie aus in die Maschen. Dieser verdeckte Schuss zum 3:1 hätte nun eigentlich die Schlussoffensive der Gäste frühzeitig einläuten sollen. Aber München blieb auch im letzten Drittel eher durch Konter gefährlich und berannte den Wolfsburger Kasten erst in den Schlussminuten mit der lange vermissten Intensität. Zusätzlich gut aus Wolfsburger Sicht: Einmal mehr sollte „Felix the Cat“ Brückmann den Sieg für die Grizzlies festhalten. Sämtliche Konter und unübersichtlichen Situationen vor seinem Kasten bereinigte der Wolfsburger Goalie mehr als souverän und gab seinen Vorderleuten dabei zur jeder Zeit die benötige Ruhe. Lediglich in den bereits erwähnten Schlussminuten musste er einen krachenden Schlagschuss von Münchens „Sniper“ Richie Regehr passieren lassen (59.). Zu diesem Zeitpunkt hatten sich allerdings bereits zwei Wolfsburger durch eher dumme Regelwidrigkeiten auf die Strafbank verabschiedet und Münchens Goalie hatte ebenfalls das Eis verlassen. Auch wenn Münchens Trainer Don Jackson in der Nachbetrachtung diese Schlussphase als einen Weg in die Serie bewertet sehen wollte: Wenn München erst den Goalie vom Eis nehmen und mit 6 gegen 3 spielen muss, um wirklich intensiv ins Geschehen einzugreifen, dürften noch einige interessante Spielverläufe auf uns zukommen. Bei 5 gegen 5 blieben derartige Tendenzen bis dahin nämlich Mangelware auf Seiten der hochbezahlten Prominenz aus dem Süden. Zum Abschluss dieser spannenden Endphase baten die Herren Smaby und Krupp einander noch zum Tanz, wobei aber nicht abschließend geklärt werden konnte, wer nun die Führung übernehmen durfte. Je einen „Niederwurf“ später ging es für beide frühzeitig zum Duschen, sechs Sekunden später durften sie auch schon zurück zu ihren Kollegen. 
Gut gelaunt, aber keinesfalls zu euphorisch verabschiedeten sich die Cracks von der Aller bei ihren ausgelassen feiernden Fans und dürften sich mittlerweile bereits auf dem Weg gen Süden befinden. Auf dem Weg zur nächsten Überraschung?
 
Teamcheck
 
Tor
Die Katze macht erneut ihrem Namen alle Ehre. Geschmeidige Beinarbeit, reaktionsschnelle Fanghand und hin und wieder auch das nötige Glück – das hatte schon etwas Katzenhaftes!
Gerade die entschärften Münchner Alleingänge – einziges Mittel der Gäste an diesem Abend – entschieden die Partie zugunsten der Grizzlies. Starker Rückhalt und ganz wichtiger Faktor für die bisher so positiv verlaufenden Play-offs!
 
 
Verteidigung
Sieht in einem insgesamt hart und schnell auf den Mann spielenden Team immer recht gut aus. Trotzdem sind die Leistungssteigerungen der deutschen Akteure ungemein erfreulich. Besonders ein Wurm nahe Bestform und ein Keller auf völlig neuem Niveau machen Riesenspaß!
Einziger Wermutstropfen: Tim Hambly, Gamewinner hin oder her, spielt seit Wochen weit unter seinen defensiven Möglichkeiten. Auch in dieser Partie mit haarsträubenden Aussetzern – nicht nur beim ersten Treffer der Gäste. Immer wieder landet der Puck auch unbedrängt beim Gegner, immer wieder gerät der Wolfsburger Aufbau durch Ungenauigkeiten ins Stocken. Hoffentlich findet der sonst so sichere Defensivkünstler bald zurück zur gewohnten Stabilität. Der Ausfall des gesperrten Schaus macht dies mehr denn je erforderlich!
 
Sturm
Während die aktuelle Paradereihe um Kapitän Haskins ihre zahlreichen Chancen reihenweise über den Kasten jagte bzw. Haskins selber nicht einen Puck aufs Tor brachte (Stichwort: „Torumrundung“), hatten Wolfsburgs Reihen Nr.2 und 3 offenbar mehr Zielwasser getrunken. Vor allem Brent Aubin zeigte seinem ehemaligen Arbeitgeber im zweiten Anlauf, was ihm verlorengegangen ist. Vielleicht gelingt ihm im dritten Anlauf sogar der erste Treffer dieser Serie – rein statistisch ist der nämlich längst überfällig...
Aber auch die vierte Reihe, geführt vom immer besser in Schwung kommenden Vinzenz Mayer, ließ nichts anbrennen. Im Gegenteil: Gerade Mayer setzte im Laufe des ersten Drittels die eine oder andere „Duftmarke“, erntete dabei sogar Szenenapplaus als er seinen Münchner Gegenspieler in die Bande krachen ließ.
Insgesamt die Art von Hockey, die wir lange in dieser Saison vermissen mussten. Bitte noch viel, viel mehr davon! mb

PP3 EHC - Krefeld Pinguine 3:2

  • Geschrieben von Martin
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Phoenix aus der Asche
 
Selten hat man eine Wolfsburger Mannschaft gesehen, die so wenig an zusammenhängenden Spielzügen und entsprechender Dominanz auf eigenem Eis ausstrahlt, wie in der laufenden Saison. Auch die Spiele gegen den KEV sollten zwar leider keine Ausnahme darstellen, förderten aber im Schlussakkord andere Qualitäten bei den Gastgebern zutage. Die rund 800 mitgereisten Anhänger der Krefelder Pinguine verwandelten dabei die in Wolfsburg gewohnt schlecht besuchte Pre-Playoff Begegnung über weite Strecken in ein Heimspiel in der Fremde. 
So gelang den Gästen auch im vierten Aufeinandertreffen binnen Wochenfrist zunächst der Führungstreffer gegen leicht verschlafen wirkende Bären – diesmal bereits nach 92 Sekunden! Mieszkowskis früher Treffer zum 0:1 stellte natürlich Wasser auf die Mühlen der ohnehin euphorisierten Gästefans dar, das erste Drittel geriet zum Höllentrip für die heimischen Grizzlies!
Angriffswelle um Angriffswelle rollte auf das Tor der „Katze“ zu, der in gewohnt abgeklärter Manier seine Farben im Spiel hielt. Lediglich eine Strafe gegen Krefelds Meyers brachte kurzfristig die dringend benötigte Entlastung für den EHC (6.), direkt im Anschluss führten die Gäste ihren Sturmlauf ungebrochen fort. Allein Mieszkowski hätte der Partie im ersten Spielabschnitt mit seinen Möglichkeiten eine erste Vorentscheidung bringen können, scheiterte aber immer wieder am bestens aufgelegten Brückmann im Tor der Grizzlies
Schwer erleichtert ging es für alle orange Gekleideten in die Kabinen bzw. an die diversen Bierstände. Das 0:1 wirkte zur ersten Pause fast wie ein kleiner Sieg gegen die klar überlegen aufspielenden Pinguine.
Und siehe da: Der Patient EHC hatte offenbar endlich das Bewusstsein wiedererlangt!
Wolfsburg trat, wie bisher in der gesamten Serie kaum gesehen, auf einmal im Stile einer Heimmannschaft an, entwickelte plötzlich Zug zum Tor und wusste die extrem offensive Spielanlage der Krefelder endlich gegen diese zu verwenden. 
Nach einigen eher mittelmäßigen Chancen zum Auftakt begann schließlich die ganz heiße, wenn auch kurze, Phase der Gastgeber. Ergebnis waren zwei 1 auf 0 Gelegenheiten für den wie besessen aufspielenden Kapitän Tyler Haskins und seinen Assistenten Sebastian Furchner (shorthanded) innerhalb kürzester Zeit (24./25.). Beide wurden dabei regelwidrig durch den jeweils letzten Mann der Krefelder beim Torschuss behindert und durften als logische Folge zum Penaltyschuss gegen Tomas Duba antreten. Während Haskins seinen Versuch sehenswert mit der Rückhand zum 1:1 verwandelte, fand Teamkollege Furchner wenig später keinen Weg an Krefelds Goalie vorbei. Ein offener Schlagabtausch entwickelte sich in den folgenden Minuten, in dessen Verlauf wiederum nur die Grizzlies den Puck im Netz des Gegners versenken konnten. Nachdem er die erste Partie der Serie noch gesperrt verpasst hatte und im zweiten Aufeinandertreffen einer der besten Krefelder gewesen war, versenkte der Diesel (37.) endlich wieder einen Puck in den Maschen des Gegners. Haskins hatte zuvor den Puck akrobatisch aus vollem Lauf und mit einer Hand an sich vorbeigezogen und ansatzlos quer auf seinen mitgelaufenen Flügelstürmer abgelegt: Tosender Jubel brandete beim verzückten Anhang der Grizzlies auf – Wolfsburg hatte die Partie tatsächlich gedreht!
Doch der KEV präsentierte sich alles andere als geschockt, zog bis zum Drittelende die Daumenschrauben seiner Offensivbemühungen noch einmal eine Umdrehung an und spielte sich schließlich komplett im Verteidigungsdrittel der Gastgeber fest. 
Man konnte in den beiden Schlussminuten förmlich dabei zusehen, wie den Akteuren der Grizzlies die Beine zu Blei wurden, als es Krefelds Offensive gelang jeden Wechsel der Gastgeber mit Dauerdruck zu unterbinden. Bei Piettas Schuss zum 2:2 Ausgleich (40.) hatte die völlig übermüdete Grizzlyformation schließlich fast nur noch Beobachterstatus – erst der Gegentreffer erlöste sie schließlich von ihrer Qual.
Mit diesem aus Grizzlysicht immer noch äußerst glücklichen Unentschieden ging es zum zweiten Mal in die Kabinen – die Spannung wuchs von Minute zu Minute.
Weiter ging die wilde Fahrt. Und es wurde noch intensiver: Beide Teams versuchten zum Auftakt des Schlussabschnitts das Geschehen an sich zu reißen, was Krefeld schließlich auch gelang. Zwei kurz aufeinander folgende Strafen gegen Wolfsburgs Mulock und Scofield bescherten den wild anrennenden Gäste in der 47.Minute sogar für weit über eine Minute doppelte Überzahl – die Entscheidung zugunsten des KEV lag in der Luft, das große Zittern in orange begann. Was die Unterzahlformationen und hinter ihnen Felix Brückmann aber dann ablieferten, sollte die Serie letztlich in genau die entgegengesetzte Richtung lenken. Mit unglaublichem Willen und eiserner Disziplin hielten die Grizzlies ihre Positionen, blockten was zu blocken war und hielten gemeinsam mit ihrem Goalie den Kasten tatsächlich über die volle Distanz der Strafen sauber. Wie, um den unermüdlichen Bemühungen der Pinguine die Narrenkappe aufzusetzen, schaffte es in der 55.Minute mit Tyler Haskins wieder der Wolfsburger Leader den Puck an Tomas Duba vorbeizuarbeiten. Furchner war zuvor unsanft Richtung Pinguingehäuse gecheckt worden und hatte die Gunst der Stunde genutzt, um den Puck im Liegen ein Stück mitzunehmen, sein Kapitän schob das Spielgerät schließlich die entscheidenden Zentimeter weiter ins Tor der Gäste.
Dank Videobeweis durften die Hausherren sogar zweimal jubeln, wobei die Bilder tatsächlich jegliche Bedenken bezüglich Torraumabseits zerstreuen konnten. 
Die insgesamt hervorragend leitenden Referees Brüggemann und Rohatsch lagen auch in dieser Situation, wie stets zuvor auch, goldrichtig und führten die Partie bis zur spannenden Schlussoffensive souverän zuende. 
Denn Krefeld gab sich natürlich noch längst nicht geschlagen, belebte den Angriffswirbel der Anfangsminuten dieser Begegnung auf ein Neues... und scheiterte ein ums andere Mal am überragenden Goalie der Wolfsburger. Beste Chancen machte „The Cat“ zunichte, trieb die Stürmer der Gäste dabei gleich reihenweise zur Verzweiflung.
Als schließlich auch das letzte Aufbäumen der Pinguine, nun ohne Torhüter und mit sechs Feldspielern unterwegs, ohne zählbares Ergebnis blieb, startete die orange Party, die den ungeschriebenen Play-off Regeln folgend seitens der Mannschaft entsprechend kurz ausfiel.
 
 
Teamcheck
 
Tor
Brückmann ist in der gesamten Serie ein überragender Rückhalt gewesen. Ohne seine stets hochkonzentrierten und durch überragende Beweglichkeit und Reflexe ausgezeichneten Leistungen, hätte es auch reichlich bitter gegen die angriffslustigen Frackträger ausgehen können. 
Großer Faktor bei diesem schon fast seltsamen Ausgang der Serie zu unseren Gunsten!
 
Verteidigung
Wenn man Tim Hambly (ungewohnt defensivschwach) mal ausklammert, hat die Abwehr einen stabilen Job abgeliefert. Keller zeigte zudem endlich Ansätze, den nächsten Schritt zu gehen! Die Härte und Schnelligkeit (München!) der Play-offs sind zudem eine exzellente Gelegenheit, um den Youngster einer abschließenden Prüfung zu unterziehen. Ebenso stark verbessert präsentierte sich Armin Wurm, der zum Saisonende wieder in Richtung Normalform tendiert.       
Ebenfalls positiv: Jeff Likens trägt das „A“ nicht umsonst auf der Brust. Während es aus Grizzlyperspektive offenbar für „Aggressiv“ zu stehen scheint, dürfte beim Gegner ein anderes Wort mit „A“ die Runde machen. Gut so!
 
Sturm
Ziemlich dünn, was die Cracks der Abteilung Attacke in den drei Begegnungen ablieferten. Das Fehlen von Voakes und Milley scheint kaum kompensierbar. Kreativität, Spielfluss und –kontrolle waren beim Gegner deutlich ausgeprägter. So blieb den Grizzlies nur der pure Wille den Puck irgendwie aus dem eigenen Tor und in das gegnerische Tor zu arbeiten. Während die Defensivbemühungen der Stürmer fast ausnahmslos in Ordnung gingen, konnten vor dem gegnerischen Tor in dieser Serie lediglich Haskins und Furchner wirklich überzeugen. Wolfsburgs zweiter Treffer durch den Diesel (endlich wieder ein Spiel FÜR die Grizzlies – „welcome back!“) wirkte als herausgespielte Torchance fast schon wie ein Fremdkörper im Spiel der Grizzlies. Vor allem die Reihe um Rosa und Aubin blieb fast alles in Sachen zwingende Aktionen im gegnerischen Drittel schuldig. Scofields Engagement bleibt weiter rätselhaft. Die Wolfsburger Nachverpflichtung wirkt gelegentlich wie ein Jugendspieler, der bei den Großen mal reinschnuppern darf. Körperlich hoffnungslos unterlegen, wissen die Mitspieler seine Schnelligkeit immer noch nicht einzusetzen. Insgesamt ist das kampfbetonte, wenig strukturierte Angriffsspiel der Grizzlies pures Gift für den kleinen Flügelstürmer...mb   

EHC -Mannheimer Adler 2:0

  • Geschrieben von Martin
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Adler ohne Krallen 
 
Nur im ersten Spielabschnitt setzten die Gäste aus Mannheim gelegentlich zum Griff nach der Beute an, dann begnügte sich der Tabellenerste mit besserem Sommerhockey. 
Doch schon diese kleine Demonstration in den ersten zwanzig Minuten reichte, um deutlich zu machen: Mit dieser Leistung werden die Grizzlies in den Play-offs nicht viel zu melden haben. Mit ganz schwachem Zweikampfverhalten und erstaunlich wenig Tempo liefen die Hausherren zunächst ständig hinterher. Sogar während seiner eigenen Überzahlspiele drohte der EHC eher in Rückstand zu geraten, als selber einen Treffer markieren zu können. So musste der bestens aufgelegte Felix Brückmann seine Farben erst einmal im Spiel halten, bis die Gäste die Lust auf Vollgas verloren hatten. 
Bis dahin hatten die Adler zumindest angedeutet, wie das Kräfteverhältnis – bekannt aus den letzten Partien gegen die Kurpfälzer – aussehen könnte.
Was ab dem Mitteldrittel folgte, war von Seiten der Gäste schon etwas dreist. Während Wolfsburg nur wenig zuzulegen hatte, ließen die Adler jegliche Intensität und Härte in der Kabine und schienen nur noch auf Vermeidung von Verletzungen zu spekulieren. So bekam Wolfsburg, nach überstandener Unterzahl zum Auftakt, die  Partie doch noch einmal für einen längeren Zeitraum unter Kontrolle und erzielte gleich zwei Treffer der Marke „Wo kam das denn jetzt her?“.
Furchners Treffer aus dem Rückraum (27.) zum schmeichelhaften 1:0 folgte in der 33.Minute sogar das 2:0 durch Nick Schaus, der seinerseits in Überzahl erfolgreich abschließen konnte. Gegen Ende des Drittels leistete schließlich Ex-Grizzly Christopher Fischer seinem neuen Team einen Bärendienst und holte sich bei angezeigter Strafe gegen sich selbst sogar noch einen Nachschlag wegen übertriebener Härte. So geriet der Start ins Schlussdrittel ebenfalls recht geschmeidig für die Hausherren, die sich, kaum waren die vier Minuten von der Uhr, erneut in der Defensive wiederfanden. Mannheim bemühte sich nun wieder etwas erkennbarer um ein eigenes Erfolgserlebnis, blieb aber im Duell mit Felix Brückmann in schöner Regelmäßigkeit zweiter Sieger.
So rettete der EHC aus dieser eigentlich eher einseitigen (20 zu 38 Torschüsse!) Partie stolze drei Punkte und konnte sich sowohl beim eigenen Goalie, als auch beim fehlenden Willen der Gäste bedanken. 
Was blieb, war ein eher wenig unterhaltsamer Abend  - wenn man von den erstklassigen Saves des Wolfsburger Goalies absieht. Stimmung und Intensität auf dem Eis waren letztlich keine Hilfe, um sich auf Sonderzug oder gar Play-off-Härte einzustimmen. Schade.
 
Teamcheck
 
Tor 
Sollte Felix Brückmann in Krefeld keinen größeren Bock schießen (so er denn im Tor steht), dann dürfte der Ex-Mannheimer im Tor der Grizzlies gesetzt sein. Sehr, sehr abgeklärte und sichere Leistung!
 
Verteidigung
Schaus steigert sich immer weiter, ist momentan tatsächlich bester Verteidiger der Grizzlies. Was das bedeutet, darf sich nun jeder selber zusammenreimen. Die Geschwindigkeitsdefizite bei Armin Wurm und Tim Hambly machen mir jedenfalls größte Sorgen.
 
Sturm
Weitestgehend Fehlanzeige. Ganz überschaubare Leistung der Wolfsburger Angriffsformationen. Einzig Furchner und Aubin zeigten annähernd die Play-off Härte, die jetzt gefordert ist. Der Rest spielte unauffällig (Haskins, Stas, Mayer, Polo) oder sogar ausgesprochen soft (Diesel, Rosa, Mulock). Was soll das?
Insgesamt lässt der Auftritt der Grizzlies große Zweifel für die Erfolgsaussichten der nächsten Wochen aufkommen. Hoffen wir, dass der Play-off Modus zum Start selbiger doch noch gefunden wird! mb

EHC - T. Sabo Ice Tigers 1:2

  • Geschrieben von Martin
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Lauftraining ohne Durchschlagskraft
 
Wieder eines dieser Spiele, die es in dieser Saison einfach schon zu oft gegeben hat.
Ohne die letzte Kompromisslosigkeit im gegnerischen Drittel und hin und wieder auch mit Schwächen im Spielaufbau versägten die Grizzlies die ersten beiden Drittel dieser Begegnung - mit teils schon frustrierend harmlosen Phasen des „Umherlaufens“.
Besonders ärgerlich gestaltete sich dabei die Anfangsphase, die mit zwei dicht hintereinander ausgesprochenen Strafen (6. + 9.) gegen Vinzenz Mayer alles andere als optimal lief. Trotz einer ordentlichen Vorstellung der Wolfsburger Penaltykilling-Formationen war es den Gästen nämlich gelungen, durch einen Schlagschuss von Kyle Klubertanz (8.) in Führung zu gehen und dieses 0:1 bis in die Pause zu retten. Die beste Gelegenheit auf Seiten der Gastgeber hatte dabei Matt Diesel, der einen Abpraller aus Nahdistanz nicht über Reimers Schoner bugsieren konnte. Ansonsten taten sich die Hausherren, nicht zuletzt wegen einer weiteren Strafe gegen sich äußerst schwer in die Partie zu finden.
Mit etwas offenerem Visier ging es in den, mittlerweile so gefürchteten, zweiten Spielabschnitt. Und tatsächlich die Grizzlies schienen etwas mehr Kontrolle über das Spielgeschehen zu bekommen. Da die Referees im Verlauf des Drittels gleich drei Strafen gegen die nun deutlich mehr geforderten Gäste aus Franken verhängten, schien alles in Richtung Ausgleich zu laufen... doch im Drittel der Ice Tigers ging für Wolfsburg weiter fast nichts zusammen. Die wenigen klaren Chancen vergaben die Hausherren eher kläglich, liefen dabei sogar Gefahr in Überzahl einen weiteren Gegentreffer zu kassieren. Den zweiten Konter dieser Art vollstreckten die Gäste in der 34.Minute schließlich zum 0:2, bei dem sich fast sämtliche auf dem Eis befindlichen Grizzlies alles andere als mit Ruhm bekleckerten. Allen voraus Scofield und Likens, die mit einem geradezu lächerlichen Verhalten an der Bande das Unglück im Drittel der Nürnberger eingeleitet hatten. Bei fünf gegen fünf sah es in der zweiten Hälfte des Drittels noch schlimmer aus, so dass die Gäste trotz der drei Strafen gegen sich mit der Mehrzahl an Chancen auf ihrer Seite in die Kabinen gehen konnten. Das 0:2 ging zu diesem Zeitpunkt also mehr als nur in Ordnung – es war angesichts der Schwächen im Wolfsburger Aufbauspiel sogar mehr als glücklich.
Dass es dann doch noch einmal spannend wurde, verdankten die Wolfsburger Fans schließlich Alex „Polo“ Polaczek, der gleich zum Auftakt des Schlussdrittels (43.) seine bemerkenswert bissige Vorstellung mit einem Überzahltreffer krönen konnte. Das 1:2 setzte spürbar zusätzliche Kräfte auf Seiten der reichlich gefrusteten Grizzlies frei, ein weiteres Powerplay sowie eine ganze Handvoll weitere Einschussmöglichkeiten blieben aber leider ungenutzt. Die Partie endete schließlich, wie sie für Wolfsburg begonnen hatte: Mit zwei dummen Strafzeiten, diesmal für Tyler Haskins (55.) und Matt Diesel (58.), die ihrer Mannschaft damit praktisch jede Chance auf eine stürmische Schlussphase nahmen. Den Gästen aus Nürnberg war’s recht, dankbar nahmen die Ice Tigers und ihre rund 500 ausgelassen feiernden Fans die Punkte mit auf die Heimreise. 
Wolfsburg bleibt für den Großteil der Ligakonkurrenz auch weiter eine Reise wert.
 
Teamcheck
 
Tor
Das beste vorneweg. Felix Brückmann mit einer bockstarken Partie. Keine Fehler und einige wirklich sehenswerte Reaktionen. Nachdem Vogl seine guten Ansätze erneut nicht konservieren konnte (Düsseldorf), hat nun die „Katze“ die Nase um den Startplatz in den Play-offs vorn.
 
Verteidigung
Insgesamt gute Vorstellung der Defensivabteilung. Likens mit dem Negativ-Highlight beim Shorthander der Gäste, lässt sich fast ohne Gegenwehr überlaufen. Nick Schaus dagegen kommt mittlerweile ernsthaft für eine Vertragsverlängerung in Frage – wer hätte das bis vor Kurzem noch gedacht? 
 
Sturm
Polo und Furchner mit viel Power unterwegs, Haskins und Aubin mit Abstrichen in Sachen Durchsetzungskraft noch gerade okay. Der Rest wirkte größtenteils blass und ohne den nötigen Punch. Der Diesel machte zwar viel, aber leider auch viel Mist. Traf zum Teil schlechte Entscheidungen, als er u.a. den einschussbereiten Furchner ignorierte und stattdessen lieber ein Loch in den gegnerischen Goalie schießen wollte.
Scofield mit gleich mehreren leichten Puckverlusten in der neutralen Zone und dem laschen Verhalten an der Bande beim Konter zum 1:2 lieferte ein echtes Kackspiel ab, lässt die Argumente für seine Verpflichtung weiter verblassen. Schönwetterspieler haben wir leider bei unseren Ausländer schon genug...und körperliche Präsenz ist nun auch nicht wirklich die Domäne des 1,73 großen Kanadiers. mb

EHC - Straubing Tigers 4:2

  • Geschrieben von Martin
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Durch die Kurve auf die Zielgerade
 
Mit dem eigenen Fanblock im Rücken starteten die Grizzlies zum Endspurt in die laufende Saison. Für den ersten von zwei Probedurchgängen (2. Test am kommenden Dienstag) waren fast sämtliche Fans von der Gegengeraden hinter das von Sebastian Vogl gehütete Tor gezogen. Straubings übersichtlicher Anhang fand im alten Gästeblock auf Höhe der Torlinie seinen Platz.
Und der Testlauf schien Fans und Mannschaft durchaus zu beflügeln: 
Extrem schnell und giftig starteten die um die Rekonvaleszenten Mayer. Wurm und Aubin ergänzten Gastgeber in die Partie. Fans und Mannschaft pushten sich somit in ein herrlich dominant geführtes erstes Drittel, das die Grizzlies am Ende mit 2:0 völlig verdient für sich entscheiden konnten. Dass beide Treffer dabei in Überzahl fielen, war indes ebenfalls kein Zufall. Wolfsburg hielt Geschwindigkeit und Intensität in beiden Powerplaysituationen des 1. Drittels hoch genug, um sich die benötigten Räume zu verschaffen. Besonders deutlich zu beobachten beim zweiten Treffer des Abends (12.) durch Sebastian Furchner, der völlig blank aus dem hohen Slot abziehen konnte. Eher kurios gestaltete sich hingegen der frühe Führungstreffer der Gastgeber (6.): Likens’ Hammer von der blauen Linie traf Mannschaftskollege Bina an der Hand, von dort segelte der Puck als Bogenlampe über Dustin Strahlmeier ins Gehäuse der Gäste.
Wie schon im ersten Spielabschnitt hielten die Gäste aus Straubing auch im Mitteldrittel mit viel Intensität und der nötigen Härte dagegen, machten die Partie damit zu einem enorm unterhaltsamen Eishockeyfight. Doch die Lehren aus den beiden Unterzahltreffern hatten sie offenbar immer noch nicht gezogen. Während Wolfsburg die eigenen Unterzahlspiele bis dahin souverän über die Runden gebracht hatte, schien Straubing mit dem Powerplay der Gastgeber etwas überfordert zu sein...und geriet zum dritten Mal in Unterzahl (30.).
Kaum hatten sie diese glimpflich überstanden, wanderte der nächste Tiger auf die Strafbank. Doch diesmal feilten die Grizzlies, sehr zum Leidwesen der Gäste aus Bayern, erneut an ihrer überragenden Quote: Marco Rosa netzte diagonal zum, scheinbar vorentscheidenden, 3:0 ein (34.) und stellte die Ausbeute damit auf sagenhafte 75 Prozent!
Doch die mittlerweile für ihre außergewöhnliche Einstellung bekannten Tigers steckten noch lange nicht auf, forcierten ihre Bemühungen nun ein weiteres Mal anstatt den Dingen ihren Lauf zu lassen. Nicht einmal zwei Minuten später sollte dies bei angezeigter Strafe gegen Wolfsburg zum 3:1 durch Canzanello führen, dessen Schuss erst wenige Zentimeter hinter der Linie von Wolfsburg Fauser retourniert werden konnte. Nach Videobeweis zählte der Straubinger Treffer und die Gäste schnupperten spür- und sichtbar Morgenluft.
Nach Wolfsburgs drittem Treffer hatte Gästecoach zudem ein weiteres Signal gesetzt und Newcomer Strahlmeier im Kasten der Tigers gegen Routinier Bacashihua, kurz „Cash“ genannt, ausgetauscht. Das Team zeigte die gewünschte Reaktion!
So gestaltete sich auch der Schlussabschnitt keineswegs langweilig: Wolfsburg ließ nun in Sachen Intensität (bis auf wenige Ausnahmen) deutlich nach, Straubing riss im Gegenzug somit weitere Spielanteile an sich und machte sogar Zählbares daraus!
Schon nach vier Minuten hieß es folglich nur noch 3:2 aus Grizzlysicht, denn Ondruschkas Blueliner hatte den Weg ins Netz der Grizzlies gefunden. Wolfsburgs Goalie hatte in dieser 4 gegen 4 Situation beim Schuss des Youngsters nicht die beste Figur gemacht, zeigte sich in der Folgezeit aber gänzlich unbeeindruckt.
Straubing drückte weiter, Wolfsburg hielt mit Mühe und Not der letztlich selbst verschuldeten Situation stand. Als die Grizzlies dann doch wieder einen Gang hochschalten konnten, öffnete sich das Spiel zusehends. Beide Teams suchten nun die Entscheidung, das Spiel ging coast to coast auf die Zielgerade – mit dem besseren Ende für die Hausherren. 
In einer dieser von schnellen Kontern geprägten Situationen war es schließlich Sebastian Furchner, der mit seinem trockenen Handgelenksschuss ins lange Eck die Partie zugunsten seiner (ungewohnten) Farben entscheiden konnte (56.). 
Das 4:2 durch Wolfsburgs pfeilschnellen Torjäger konnten letztlich auch die mental so robust auftretenden Tigers nicht spurlos quittieren, so dass die Schlussphase eher einem Warten auf das empty net goal glich, als das die Bemühungen der Gäste irgendwen noch nervös gemacht hätten.
Der Abschluss dieses mitreißenden Abends gelang dann schließlich in Form der von Keeper Vogl angestimmten „Humba“ mit dem neuformierten Fanblock in der Kurve. Auch wenn der nächste Anlauf am ungeliebten Dienstag wohl etwas schwieriger aussehen dürfte – blieb der Eindruck eines insgesamt gelungenen Experiments, das durchaus zur Dauerlösung werden könnte. 
 
 
Teamcheck
 
Tor
Bis auf Gegentor Nr.2 in keiner Situation auch nur ein Hauch von Unsicherheit zu erkennen. Als starker Rückhalt und spürbar motiviert aus der Pause gekommen, macht Vogl Hoffung auf die aus der Vorsaison bekannten Leistungen. Im Blick auf die anstehenden Spiele (inkl. Play-offs) eine äußerst wichtige Entwicklung.  
 
Verteidigung
Rückkehrer Wurm zeigte sich verbessert, Nick Schaus spielt erneut auf gutem Niveau!
Auch Hambly scheint weiter in Richtung alte Form unterwegs zu sein, die Pause hat also allen Sorgenkindern nach zuletzt ansteigender Form noch einmal zusätzlich gut getan. Hoffentlich.
In den kommenden Partien gilt es nun diese Tendenz weiter zu bestätigen.
Besonders Schaus’ Entwicklung und die Rückkehr seines Kollegen Aubin heizen somit den Kampf um die Kontingentstellen ordentlich an. Aus Trainersicht geradezu ideal!
 
Sturm
Brent Aubin ist wieder da – und mit ihm kehren Überzahlspiel und vor allem Marco Rosa in den Mittelpunkt des Geschehens zurück! Wolfsburgs Torjäger zeigte sich dabei natürlich noch nicht wieder in Topform, doch allein seine Anwesenheit scheint den Grizzlies die kleine Portion Extragalle zu verpassen, die in den vergangenen Wochen so oft gefehlt hat. Aber auch Rückkehrer Mayer glänzte durch Härte und Willen und verlieh dem Team somit den nötigen Biss. Apropos Galle: Besonders die deutschen Stürmer in Reihen der Grizzlies zeigten in den ersten 40 Minuten eine unglaublich griffige Vorstellung und gaben den als kampfstark bekannten Tigers damit ihre eigene Medizin zu schmecken. Gerrit Fauser hielt die Gangart als einer der Wenigen sogar bis ins Schlussdrittel durch und geriet immer wieder mit Gästespielern aneinander. Wichtigste Erkenntnis aus diesem Spiel dürfte die Effizienz der Grizzlies sein, die immer dann anspringt, wenn die Intensität stimmt. Stichwort Powerplay: Wenn Wolfsburg sich bei Überzahl eben so schnell wie bei 5 gegen 5 bewegt, dann sind sie kaum zu stoppen. Hoffentlich ist die Zeit der Leistungslöcher nun überwunden, obwohl: Das letzte Drittel... man könnte schon wieder ins Grübeln geraten. 
Besonders schön: Auch Streichkandidat Milley, der nur aus dem Spielereingang zusehen durfte, wurde der Abend noch ein wenig versüßt. Vom Fanblock mit Gesängen bedacht, durfte Wolfsburgs Dauerbrenner schon während des Spiels ein wenig feiern und klatschte im Graben mit der ersten Reihe des Fanblocks sichtlich gerührt ab. Vielleicht darf er ja schon am Dienstag wieder ran. mb

EHC - Eisbären Berlin 4:2

  • Geschrieben von Martin
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Mit Aufwärtstrend in die Pause

Nach den akzeptablen Auftritten in Köln und München gelang den Grizzlies nun doch noch das gewünschte Ausrufezeichen vor der, mittlerweile herbeigesehnten, Länderspielpause. Vor rund 4200 Zuschauern, darunter weit über 1000 mitgereiste Fans aus Berlin, brauchte Wolfsburg allerdings über ein Drittel, um wirklich ins Spiel zu finden. Da sich aber auch der Gast aus der Hauptstadt nicht unbedingt als Offensivungeheuer präsentierte, genügte dem EHC bis dahin ein genialer Moment durch Matt Diesel, um sich erfolgreich im Spiel zu halten.
Im Auftaktdrittel hatte sich folglich eine eher zerfahrene, von vielen Fehlpässen und gelungenen Abwehraktionen geprägte Begegnung entwickelt. Berlin überzeugte dabei durch engagiertes Forechecking und vorbildliches Penaltykilling und ließ Wolfsburg in zwei Powerplayanläufen kaum einmal gefährlich werden.
Im Gegenzug machte Wolfsburgs Defensive die Mitte im eigenen Drittel dicht, Berlins Schüsse blieben für Sebastian Vogl weitestgehend gut kontrollierbar. Kurz vor der ersten Sirene nahm die Partie dann endlich nicht nur auf den Rängen richtig Fahrt auf. Zunächst glänzte Wolfsburgs Diesel durch bereits erwähnten genialen Moment, als er Hamblys Schlenzer Richtung Eisbärengehäuse im „Vorbeifahren“ unhaltbar zum 1:0 abfälschen konnte (19.). Doch schon 25 Sekunden später wartete das Spiel mit der nächsten überraschenden, diesmal eher unangenehmen, Wendung auf: Alex Polaczek hatte Gegenspieler Borer unglücklich mit dem Stock im Gesicht getroffen, Borer verließ angeschlagen den Innenraum, die Referees entschieden folgerichtig auf 5 + Spieldauerstrafe. Fast wäre diese prekäre Situation sogar schadlos an den Grizzlies vorbei gegangen – vor und nach der Drittelpause verteidigten die Gastgeber ihre knappe Führung äußerst geschickt. Als dann mit Casey Borer ausgerechnet der zuvor Gefoulte auf die Strafbank musste (21.), schien sich die Situation endgültig für die Grizzlies zum Guten zu wenden. Doch eine Zeigerumdrehung später machte Wolfsburg Diesel mit einem dummen Foul der 4 gegen 4 Kräftegleichheit ein erneutes Ende – mit fatalen Folgen. Berlin nutzte die 4 gegen 3 Überzahl prompt zum Ausgleich durch Frank Hördler (23.). Nach Ablauf sämtlicher Strafen erarbeiteten sich die Gastgeber endlich wieder ihrerseits gute Chancen, doch außer einem Schuss ans Gestänge durch Jeff Likens kam zunächst nichts Zählbares zustande. Im Gegenteil: Ab der 26.Minute wiederholte sich das Drama der ersten Minuten dieses Drittels fast auf die Sekunde. Erst geht mit Sharrow ein Eisbär in die Kühlbox, eine Minute später geht der Diesel – wieder völlig sinnfrei – hinterher. Kaum ist Berlin komplett, schon fällt durch Busch der nächste Treffer (29.) in Überzahl. Es war zum Haareraufen.
Doch die Grizzlies zeigten sich, entgegen ihren Gewohnheiten, im Mittelabschnitt schließlich von ihrer kämpferischen, und vor allem effizienten Seite. Wer die Heimspiele in der Eisarena regelmäßig verfolgen konnte (oder musste), rieb sich vermutlich verwundert die Augen. Wolfsburg drehte jetzt mächtig an der Geschwindigkeitsschraube, konterte die Gäste ein ums andere Mal aus und kam bereits in der 33.Spielminute schließlich durch Neuzugang Tyler Scofield zum verdienten Ausgleich. Der hatte einen klasse Rückpass von Namensvetter Haskins sehenswert in den Giebel gefeuert und ließ sich erst einmal ausgiebig von seinen neuen Teamkameraden feiern. Doch damit nicht genug. Dank einer feinen Einzelaktion von Hitzkopf Matt Diesel (38.) gingen die Grizzlies sogar mit einer Führung in die zweite Unterbrechung – ein ungewohntes Gefühl...
Wolfsburgs Torjäger war unwiderstehlich zur Mitte gezogen und hatte durch Freund und Feind hindurch eiskalt abgedrückt . Die Arena stand Kopf und hätte kurz vor dem Pausenpfiff fast noch einmal Grund zum Jubel bekommen. Der wie entfesselt aufspielende Kapitän der Grizzlies war wenige Sekunden vor der Sirene entschlossen quer vor das von Vehanen gehütete Tor der Eisbären gezogen und hatte dem Goalie der Gäste den Puck bereits durch die Schoner gestopft. Leider blieb das Spielgerät wenige Zentimeter vor der Linie liegen, so dass es unverändert mit 3:2 in die Pause ging.
Was folgte war ein Sturmlauf der Gäste, der immer wieder von hochkarätigen Chancen der Hausherren unterbrochen wurde. Doch selbst, als Berlin einen durchaus strittigen Penaltyschuss (49.) zugesprochen bekam, blieben die Grizzlies wie so oft in Person von Sebastian Vogl Sieger.
Ein ums andere Mal entschärfte der Wolfsburger Goalie die Chancen der Hauptstädter, behielt wenig später auch im direkten Duell mit dem enteilten Pohl grandios die Oberhand.
Zur allgemeinen Erleichterung der in orange Gekleideten, versauten sich die Gäste ihre Schlussoffensive schließlich selber. Nach einem absoluten Monsterhit durch Tim Hambly hatte sich Eisbärenverteidiger Hördler nicht im Griff (58.)und checkte den Wolfsburger noch am Boden liegend, was natürlich als (regelwidrige) Revanche bzw. Stock-Check gewertet wurde. Die Grizzlies nahmen dieses Geschenk dankend an, spielten die Überzahl überlegt herunter und schlugen vier Sekunden vor Hördlers Rückkehr eiskalt ein weiteres Mal zu. Besonders erfreulich: Mit Tyler Haskins konnte sich Wolfsburgs Leader nach Wochen der Torlosigkeit endlich wieder in die Liste der Torschützen eintragen. Entsprechend euphorisch eskalierte der Kapitän der Grizzlies im Anschluss an seinen Treffer und schickte gleichzeitig den Wolfsburger Anhang mit einem dicken Grinsen in die Länderspielpause.
Besagte Schlussoffensive der Berliner entfiel also, die Wolfsburger Fans feierten ihre Helden – trotz aller Störungsversuche des Eisbärenanhangs – ausgelassen und natürlich angesichts der Tabellensituation auch etwas erleichtert.
Die Hoffnung, dass das Team von der Aller nach der Pause endlich aus dem Leistungstief kommen wird, erhielt in der laufenden Woche zumindest neue Nahrung.

Teamcheck

Tor
Sebastian Vogl mit einer seiner besten Leistungen im Dress der Grizzlies. Fast sämtliche Abpraller lenkte er vorbildlich zur Seite, im 1 gegen 1 blieb er unüberwindlich. Ganz feine Vorstellung und hoffentlich ein Fingerzeig in Richtung Play-offs. Ein Vogl in letztjähriger Bestform ist genau das, was wir in den kommenden Monaten brauchen!

Verteidigung
Solide Vorstellung, wie schon in fast allen Spielen der letzten Wochen. Darüber hinaus ist vor allem bei Hambly und Schaus (sic) eine deutliche Leistungssteigerung zu beobachten. Hambly ist mittlerweile fast wieder dort, wo er vor seiner Verletzung war, Schaus hingegen erklimmt mittlerweile nicht geahnte Leistungshöhen.
Vor allem sein abgezockter Move an der gegnerischen Blauen, der zu Haskins alles entscheidendem Treffer führte, wird mit wohl noch eine ganze Weile in Erinnerung bleiben – vor allem, wenn nicht noch mehr solche Szenen folgen ;)

Sturm
Der Diesel überstrahlt alles. Im positiven wie auch im negativen Sinn. Selbst die beeindruckende Energieleistung und das erlösende Tor durch Kapitän Haskins verblassen hinter dem irren Auftritt des streckenweise verhinderten Wolfsburger Torjäger. Während seine ständig wiederkehrenden Fouls bei eigener Überzahl die Fans schier in den Wahnsinn treiben (zuletzt auch in München) und vor allem auch zu Gegentoren führen (dieses Mal gleich zwei an der Zahl), macht der Diesel mit zwei genialen Treffern seinerseits die Achterbahnfahrt komplett. Man durfte wohl nicht ganz zu unrecht spekulieren, ob die Partie ohne Wolfsburgs Ausnahmespieler bis kurz vor Schluss 0:0 gestanden hätte.
Da auch Neuzugang Scofield sich mit seinem ersten Treffer gut vor heimischer Kulisse einführte, darf man endlich wieder gespannt sein, was die Grizzlies wohl in der entscheidenden Phase der Saison auf die Beine gestellt bekommen.
Der Murmeltiertag scheint endgültig vorbei zu sein... hoffentlich. mb

 

EHC - Düsseldorfer EG 1:2

  • Geschrieben von Martin
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Der etwas andere Spielbericht
 
Da sich bei mir mittlerweile eine gewisse Abnutzungserscheinung bezüglich der Berichterstattung breitgemacht hat, werde ich den heutigen Artikel in stark verkürzter und subjektiver Schreibweise gestalten. Die Geschehnisse auf dem heimischen Eis, die stark an den Film rund um das täglich grüßende Murmeltier erinnern, haben bei mir ein wenig den Zweifel am Sinn der sich ebenfalls stetig repetierenden Berichterstattung darüber genährt.
Einem akzeptablen ersten Drittel mit Schwung und vorzeigbaren Spielzügen folgen, wie in besagtem Film, in sich stetig wiederholender Chronologie des Versagens zwei wenig erbauliche Drittel ohne Struktur und hin und wieder auch ohne letzten Willen.
Mal reicht das zu dem einen oder anderen Punkt, mal nicht. Gestern Abend nicht. 
Mit einer völlig blassen Vorstellung (bis auf wenige Ausnahmen s.u.) sind die Grizzlies dabei nicht im Stande, einen extrem mäßig agierenden Gegner auf heimischem Eis zu besiegen bzw. ihm einen Punkt abzunehmen, oder ansehnlich zu spielen, oder wenigstens mehr als ein mickriges Tor zu erzielen. Gegen eine DEG, die mit zwei Nachwuchsspielern in der Abwehr angetreten war, und auch ansonsten spielerisch nicht viel zu bieten hatte, eine einzige Schande! 
Natürlich fallen mit Aubin und Voakes zwei absolute Leistungsträger auf Seiten der Grizzlies aus und auch der grippegeschwächte Diesel (sonst auch weit von seiner Bestform entfernt) mag noch als zusätzliche Erklärung herhalten – doch was der Rest der Kontingentspieler im Sturm abliefert, bleibt neben anderen negativen Erscheinungen eine einzige Frechheit.
Interessanterweise waren mit Polo und Furchner die beiden besten Akteure (neben DEG-Goalie Beskorowany) auf Wolfsburger Seite zu finden. Da sich außer Gerrit Fauser allerdings niemand in Normal- oder Bestform zu ihnen gesellte, blieb der Wolfsburger Sturm ein lauer Furz, der selbst von Düsseldorfs Aushilfsdefensive locker aus der Halle zu wedeln war.
Während die Defensivakteure eine brauchbare, wenn auch nicht überragende Leistung ablieferten, konnte man dem Sturm der Grizzlies teilweise sogar den letzten Willen bzw. Glauben an sich selbst absprechen. Und das vor ausverkauftem Haus. Na, Danke.
Ohne einen wirklich blendend aufgelegten Brückmann im Tor wäre die Partie darüber hinaus schon nach dem zweiten Spielabschnitt entschieden gewesen, sprich: Düsseldorf hätte bereits dort das zweite Tor erzielt und der EHC wäre dem Rückstand dann eben zwanzig Minuten länger erfolglos hinterher gerannt. Es ist schon seltsam, wie die Akteure auf dem Eis spätestens ab der 25.Spielminute die Laufwege ihrer Mitspieler und wenig später dann auch ihre Entschlossenheit vergessen. Es riecht schon förmlich nach Ärger, wenn man in so einem Spiel lediglich drei Strafen kassiert und einfach nicht glaubhaft machen kann, dass einem die Werbung für die eigene Sache vor 4500 Zuschauern wichtig ist. Ich bin seit der Saison 07/08, in der wir gleich ein ganzes Rudel Flitzpiepen verpflichtet hatten, jedenfalls nicht mehr so sauer auf ein Grizzlyteam gewesen. Nach dem sich nun immer deutlicher abzeichnenden Debakel gegen die Eisbären, ist dann zum Glück erst Mal Pause. Vielleicht, so meine letzte verbliebene Hoffnung, kehren dann nicht nur verletzte Spieler, sondern auch Kondition und Wille zurück ins Team der Grizzlies. Den einen oder anderen möchte ich allerdings selbst dann nicht mehr in unseren Farben sehen. mb

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