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EHC - Düsseldorfer EG 7:0

Mit Vollgas in die neue Saison
 
Gleich mit der ersten Begegnung der neuen Spielzeit setzten die Grizzlies ein dickes Ausrufezeichen und eroberten die Pole-Position in der Tabelle.
Die mit runderneuertem Kader und frischen Finanzmitteln ausgestatteten Gäste aus Düsseldorf konnten einem fast schon leid tun, während der Grizzly-Express drei Drittel lang über sie hinwegfegte.
Schon nach sage und schreibe 28 Sekunden eröffnete Wolfsburgs Marco Rosa mit einem präzisen Schlenzer von der blauen Linie den munteren Torreigen. Lediglich von einer Bankstrafe wegen zu vieler Spieler unterbrochen (2.) dominierte der EHC im Anschluss das komplette erste Drittel und schenkte den völlig überfordert wirkenden Gästen gleich noch zweimal nach. Beim 2:0 durch Sebastian Furchner hatte dessen Reihe die Düsseldorfer Hintermannschaft geradezu schwindelig gespielt (8.), Aubins Powerplayabstauber in der 11.Minute demonstrierte vor allem die katastrophale Arbeit der Gäste vor dem eigenen Tor.
Und es sollte aus Sicht der DEG keinesfalls besser werden: Vor allem die erfolgsverwöhnten Neuzugänge vom Meister aus Ingolstadt taten sich nun immer häufiger durch übermäßige Härte und Frustabbau hervor, so dass die Grizzlies reichlich Gelegenheit bekamen ihr Überzahlspiel zu testen.
Zwar glichen die Hausherren durch einige weniger intelligente Aktionen im Mitteldrittel die Strafzeitenbilanz wieder aus, die weiteren Tore fielen trotzdem zu ihren Gunsten.
Haskins 4:0 in der 34.Minute ließ Milley nur zwei Minuten später seinen persönlichen Premierentreffer für die laufende Saison folgen. Bobby Goepfert im Tor der DEG, bis dahin fehlerlos und zweifelsfrei die ärmste Sau auf dem Eis, sah bei diesem Treffer das erste Mal etwas unglücklich aus, als er einen Querpass von Milley direkt vor dessen Kelle abwehrte. Trotzdem blieb der Goalie der Gäste neben dem gewohnt krawallig aufgelegten Conboy der beste Akteur auf Seiten der DEG.
Auch der Schlussabschnitt dürfte nicht zu irgendeiner Form von „Aha-Effekt“ auf Seiten des Gästetrainers geführt haben. Düsseldorfs Schadensbegrenzung gegen nun etwas entspannter auftretende Grizzlies funktionierte jedenfalls nicht sonderlich überzeugend...
Zwar profitierte das frisch gekürte Schlusslicht von der reduzierten Schlagzahl der Grizzlies in Form von vermehrten Torschüssen – der Torjubel blieb ihnen allerdings weiterhin verwehrt.
Jubeln durften hingegen weiterhin die Fans der Grizzlies, die zwei weitere Powerplaytreffer der überragenden Formation um Kapitän Tyler Haskins bewundern durften.
Zunächst hatte der Leader der Bären dabei mit einem genialen No-look-Pass vor dem gegnerischen Tor die Massen in Verzückung gebracht – Marco Rosa schloss den sehenswerten Angriff prompt mit dem 6:0 ab (46.), im nächsten Überzahlspiel vollendete Haskins dann schließlich selbst zum 7:0 Endstand (49.)
Und die Gäste waren sogar noch gut bedient, hatte Wolfsburg im Laufe der Partie doch eine ganze Reihe von weiteren Chancen ungenutzt gelassen, darunter ein ausgesprochen schwach ausgeführter Penalty durch Neuzugang Voakes kurz vor der zweiten Drittelpause.
So startete die neue Saison folglich auch mit der ersten „Raupe“ des Jahres – eine Wolfsburger „Disziplin“, die die Neuzugänge in Reihen der Grizzlies offenbar sogleich ins Herz geschlossen hatten!
 
Teamcheck
 
Tor
Vogl fehlerlos, schnell und eiskalt. Trotz streckenweise nachlassender Konzentration seiner Vorderleute blieb der Wolfsburger Schlussmann stets Sieger gegen die nicht immer überzeugenden Versuche der Gäste. Gut fürs Selbstbewusstsein war das Ganze allemal.
 
Verteidigung
Mit nur drei Ausländern gestartet, Nick Schaus musste als überzähliger Kontingentspieler auf die Tribüne, machte die Defensive der Grizzlies einen bombensicheren Eindruck. Kaum Unaufmerksamkeiten trotz hoher Führung – da darf man vor jedem einzelnen den Hut ziehen. Wenn ein Akteur besonders herausstach, dann war es wohl Top-Verteidiger Jeff Likens, der bei 6 der 7 Wolfsburger Treffer auf dem Eis stand und auch ansonsten mit den beiden Youngstern Keller und Meirandres an seiner Seite eine überragende Vorstellung ablieferte.
Gegen die Kölner Haie folgt nun besonders für die Verteidigung der Grizzlies die erste wirkliche Standortbestimmung der Saison.
 
Sturm
Das Powerplay mit Haskins, Rosa, Aubin und Voakes war mit drei Treffern nicht umsonst so effektiv. Auch bei 5 gegen 5 überzeugten eben jene Akteure in den ausgeglichen gestalteten Reihen der Grizzlies. Selbst in Reihe vier wusste Voakes als Center besonders zu gefallen, so dass den Gästen praktisch zu keinem Zeitpunkt ein optischer oder gar zählbarer Vorteil auf dem Eis entstehen konnte. Sehr spannender Ansatz bei dem Pavel Gross immer zwei erfahrenen Top-Akteuren in den ersten beiden Reihen einen aufstrebenden jungen Spieler (Mayer und Stas) an die Seite stellte. Erst die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Taktik von drei spielerisch gleich starken Reihen plus einer hart arbeitenden vierten Reihe aufgehen kann. Zunächst sieht es erst mal gut für unsere Grizzlies aus! mb