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EHC - Krefelder Pinguine 4:5 n.P.

Kein Glück...und dann kommt auch noch Duba dazu
 
Auch im vierten Spiel nacheinander kann der EHC keinen Sieg einfahren. Dabei hatte es zunächst nach einem erfolgreichen Nachmittag für die Grizzlies ausgesehen. 
Nachdem die Gastgeber per Powerplay gut in die Partie gefunden hatten, mussten sie erst einmal drei Überzahlspiele der Gäste überstehen (4., 6., 12.). Besonders ärgerlich dabei Wolfsburgs erste Strafe, die Nick Schaus wegen eines Faustschlags gegen einen Pinguin kassiert hatte. Dass der Krefelder zuvor eben jenen Schaus vorsätzlich in den eigenen Torhüter gecheckt hatte, blieb hingegen ungeahndet. Wenn Wolfsburg dann aber mal komplett war, strahlte das Team von Pavel Gross auch prompt Torgefahr aus, scheiterte dabei aber im Minutentakt am Goalie der Gäste. Im dritten Anlauf waren die Gäste zu allem Überfluss dann auch im Powerplay erfolgreich: Direkt vom gewonnenen Anspiel im Drittel der Grizzlies ging der Puck an die blaue Linie und dann aufs Tor, den Abpraller verwertete Daniel Pietta trocken zum 0:1 nach rund 12 gespielten Minuten. Doch der Frust sollte noch keine Chance bekommen, nur 30 Sekunden später schlug es dann auch bei den Gästen zum ersten Mal ein. Wurms Schlenzer von der Blauen fälschte Furchner unhaltbar zum mehr als gerechten 1:1 ab. Das Spiel begann wieder von vorn – ohne sein Gesicht deutlich zu verändern.
Wolfburg lies das Gestänge des Gästetors klingeln, die Gäste setzten hin und wieder zum Konter an. Erst als der KEV sich in den Schlussminuten in doppelte Unterzahl brachte, konnte erneut Sebastian Furchner einen Schuss zum 2:1 abfälschen. Drei Sekunden vor der ersten Pause lag somit das Momentan deutlich auf Seiten der Gastgeber, das Spiel schien sich endlich wie gewünscht zu entwickeln. 
Doch weit gefehlt. Zwar wanderten gleich dreimal hintereinander Krefelder Spieler auf die Strafbank, doch die Grizzlies bissen sich weiter die Zähne an Gästekeeper Duba aus, der mit Armen, Beinen und sogar zweimal mit dem Helm gegen die einschussbereiten Gastgeber retten konnte. Damit nicht genug! Der EHC genehmigte sich nach erfolgloser Überzahlarbeit eine mentale Pause – und wurde knallhart bestraft. Bina mit einem seiner extrem seltenen Patzer beim Klärungsversuch leitete den ersten Treffer der Gäste ein (Driendl, 33.), Furchner tat selbiges mit einem ebenso überflüssigen wie leichtfertigen Puckverlust nur eine Zeigerumdrehung später. Schymainski schloss den folgenden Gegenangriff der Gäste, unter erschreckend wenig Störung durch die Gastgeber, zum 2:3 ab. Das saß. 
Doch Wolfsburg gab weiter Vollgas, schoss aus allen Rohren, traf zweimal den Pfosten des Gästetors...und brauchte doch wieder ein Powerplay, um erneut wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff zum Torerfolg zu kommen. Norm Milley stocherte den hinter Duba liegenden Puck zum 3:3 über die Linie und entließ die rund 2150 anwesenden Fans erneut mit der Hoffung auf Besserung in die Unterbrechung.
Weiter ging das seltsame Spielchen Grizzlies gegen Duba. Und wieder war es der KEV, der mit einer seiner wenigen Chancen den nächsten Torerfolg feiern konnte. Fast schon absurd wirkte das Ergebnis von 3:4 nach Kyle Sonnenburgs Sonntagsschuss durch Freund und Feind in die Maschen des Grizzlygehäuses (50.).
Der EHC machte im Anschluss das, was er auch schon zuvor gemacht hatte: Den Puck an den Pfosten donnern, an Duba scheitern und auf eine Überzahlgelegenheit warten. Die kam in der 55.Spielminute dann auch dank einer Nachlässigkeit durch Oliver Mebus, der den Puck im eigenen Drittel ohne Berührung der Bande über das Plexiglas gejagt hatte. Das folgende Powerplay nutzten die Grizzlies zum erneuten Ausgleich: Voakes hatte einen genialen Querpass von Robbie Bina per one-timer versenkt und Duba dabei keine Chance für eine seine genialen Reaktionen gelassen.
Es ging in die Verlängerung.
Die Grizzlies blieben auch in der Overtime das spielbestimmende Team – mehr nicht. Ein weiteres Tor sollte trotz einiger guter Einschussgelegenheiten nicht mehr fallen, die einzige Krefelder Chance machte Wolfsburgs Goalie Sebastian Vogl zunichte.
Das abschließende Penaltyschießen geriet dann ebenso desaströs wie zuletzt gegen Schwenningen. Keiner der drei Wolfsburger Akteure (Rosa, Voakes, Aubin) bot dabei einen technisch ansprechenden Versuch, wobei sich Voakes Schuss durch die Beine mit aller Mühe doch noch über die Linie quälte. Auf Krefelder Seite konnten sich Long und Hauner relativ unbehelligt gegen den schwach im 1 gegen 1 agierenden Wolfsburger Goalie durchsetzen – der zweite Punkt ging somit ebenfalls in die Seidenstadt. Das insgesamt dominierende Team blieb mit lediglich einem, äußerst enttäuschenden, Punkt zurück.
 
 
Teamcheck
 
Tor
Sebastian Vogl hatte nicht wirklich einen Glanztag erwischt, konnte letztlich keinen wirklich überraschenden Save bieten und die Effizienz der Gäste damit empfindlich stören. Benutzte im Penaltyschießen gegen lange verzögernde Gegner nicht ein einziges Mal die Kelle und ließ im Spielverlauf zudem viel zu viel prallen. Machte die Arbeit seiner ohnehin derangierten Vorderleute nicht unbedingt leichter.
Wäre Brückmann nicht verletzt, wäre wohl ein Torhüterwechsel vor, während oder nach diesem Spiel angesagt gewesen.  
 
Verteidigung
Schaus und Keller gingen eigentlich gar nicht. Zu unkoordiniert, zu schwach im Zweikampf, stellten die Passwege häufig nicht vernünftig zu. Vor allem Schaus kann mich in keiner Weise bisher überzeugen, braucht aber wie einst Robbie Bina vielleicht noch ein paar Wochen oder Monate, um sich an die Gangart der Liga zu gewöhnen.
Ansonsten bildete dieser Mannschaftsteil, ungewohnterweise, die Achillesferse der Wolfsburger Mannschaft. Selbst Mr. Zuverlässig, Robbie Bina, „glänzte“ neben Wurm mit ungewohnten Aussetzern. Meirandres in seinen Wechseln ebenfalls mit einigen Kopfschüttlern, wie dem Ziehen vors eigene Tor – unter Bedrängnis durch die Krefelder Angriffsabteilung...
Hoffentlich nur ein Aussetzer, diese Leistung nahezu aller Defensivkünstler in Reihen der Grizzlies.
 
Sturm
Viel verkehrt haben unsere Angreifer nicht gemacht. Wer derartig viel Pech hat, darf auch einfach mal nichts verändern und auf Besserung durch Weiterkämpfen hoffen.
Auch wenn die, selbst für einen Nichtkontingentspieler, unterirdischen Vorstellungen des Diesels mich weiter in den Wahnsinn treiben: Auch bei ihm meine ich einen Aufwärtstrend auf niedrigem Niveau ausgemacht zu haben. Vom Prinzip her müsste er bei Wiedergenesung unseres Kapitäns mit Schaus Strohhalme ziehen, wer denn nun auf die Tribüne darf. Aber auch der sonst so überzeugende Marco Rosa zeigte sich von seiner fast vergessenen dunklen Seite und glänzte durch viel unproduktives und langsames Spiel. 
Sinnbildlich für diesen mühseligen Versuch einer Trendwende: Selbst der Beste der Wolfsburger Stürmer, Sebastian Furchner, hatte neben zwei Toren und einem Assist auch einen Assist für den Gegner vorzuweisen. Irgendwie war der Wurm drin (nicht der Armin). mb