header
Log in
A+ A A-

EHC - Red Bull München 1:5

Unterhaltsam wie eine Darmspiegelung
 
An diesem Sonntagnachmittag beging das Team der Grizzlies die einzige Todsünde, die sogar das Wolfsburger Eishockeypublikum kaum verzeihen kann: Kein Einsatz.
Wer sich an die vorletzte Saison erinnern mag, der wird schnell verstehen, was mit „sogar“ gemeint ist: Selbst monatelanges Verharren auf den beiden letzten Tabellenplätzen veranlasste die Fans der Grizzlies nicht zu Pfiffen oder anderen Unmutsbekundungen, tapfer wurde das Team schließlich bis zum erlösenden Sprung auf Platz 10 am letzten Spieltag unterstützt. Diese Unterstützung hätte es mit Vorstellungen der nun gesehenen Sorte keine drei Spieltage, geschweige denn über Monate hinweg, gegeben. So viel steht schon mal fest.
Selten war die Geschichte eines Spiels so schnell erzählt. Das Spiel begann, die Grizzlies waren nicht bereit und kassierten gegen blitzschnell aus den Kabinen startende Gäste binnen 13 Minuten vier Gegentreffer…und das völlig zu Recht.
Zunächst versenkte Brückner einen Abpraller von der Hintertorbande hinter dem mäßig reagierenden Vogl (3.), dann legte nach überflüssiger Strafe gegen Wurm dessen Kollege Voakes den Gästen zum 0:2 auf (5.). Gross’ Auszeit bewirkte rein gar nichts, die Grizzlies schlichen weiter kraft- und saftlos übers Eis und fingen sich den nächsten Doppelpack der Bullen ein. Dem nächsten Gegentor in Unterzahl (11.), ließen die Gäste zwei Minuten später das locker herausgespielte 0:4 durch Thomas Holzmann folgen. Die Partie war de facto entschieden. 
München schaltete in den folgenden 47 Minuten einen Gang nach dem nächsten herunter, wunderte sich wohl gelegentlich, wie wenig notwendig war, um den Sieg entspannt über die Runden zu bringen. Nicht einmal zu etwas Frusthärte konnte sich der EHC aufraffen, so dass es nichts, aber auch gar nichts Interessantes aus Sicht der Heimfans zu begutachten gab. Unterhaltungswert = Null.
Voakes „Ehrentreffer“ in der 49.Minute belohnte das wenig verwöhnte Publikum sogar noch mit so etwas wie aufkeimender Hoffnung und Anfeuerung, doch die Gäste aus Bayern erhöhten kurzerhand die Schlagzahl wieder und verabschiedeten sich schließlich mit Kettemers 1:5 ins leere Netz der überforderten Gastgeber (58.) fröhlich vom mitgereisten Anhang. Der eine oder andere Anhänger in orange hatte da bereits die Halle verlassen, um das Verkehrschaos der beiden gleichzeitig stattfindenden Veranstaltungen bei VfL und EHC zum umgehen…
 
 
Teamcheck
 
Tor
Vogl wirkt, zumindest in den Heimspielen, unsicher und leicht angeschlagen. Kaum überragende Reaktionen, wenig Instinkt für die Situation. Spätestens nach dem 0:4 hätte man die Abwehr zudem mit einer Einwechslung von Hertel wecken dürfen – zu gewinnen gab’s da nämlich schon lange nichts mehr.
 
Verteidigung
Tja. Bitter. Totalausfall der kompletten Besetzung. Ob es das richtige Signal ist, zweitklassige Ausländer wie Schaus einem Keller vorzuziehen, bleibt natürlich diskutabel – bei der momentanen Verfassung unserer Verteidigung macht es zumindest keinen Unterschied. 
Selbst die beiden als überaus solide bekannten Bina und Hambly bekommen momentan nichts auf die Kette und reihen sich in die Ausfallerscheinungen ihrer Kollegen nahtlos ein. Bleiben die Fragen: Haben wir tatsächlich insgesamt zu wenig Qualität in der Abwehr? Und: Kann dieser Mangel durch geschlossene Arbeit des gesamten Teams (Backchecking/Spielsystem) aufgefangen werden?
Ich würde beide Fragen mal spontan mit „Ja“ beantworten.
 
Sturm
Läuferisch und kämpferisch gab es bis auf Furchner, Polo und Höhenleitner wenig Positives zu vermelden. Allesamt zu langsam und ohne erkennbaren Willen unterwegs, waren sich scheinbar zu fein vor einer Kulisse von 1700 Leuten ins Schwitzen zu kommen. Man hat ja seine Standards…
Matt Diesel immerhin mittlerweile auf dem Niveau eines guten deutschen Spielers angekommen, immer noch meilenweit von seiner Normalform entfernt und leider mit reichlich Schusspech gestraft. Alle anderen Kontingentspieler einfach nur indiskutabel schwach, langsam und schlapp.
Bleibt zu hoffen, dass es die kommende Woche tüchtig in der Kabine kracht. Sollten wir faule Früchte an Bord haben, sollte man umgehend mit der Entsorgung beginnen, bevor wir uns mit weiteren Vorstellungen dieser Art die komplette Saison verbauen. mb

Besucherzähler

Besucher gesamt: 4.557.169
Besucher heute: 251
Besucher gestern: 676
Max. Besucher pro Tag: 7.174
gerade online: 3
max. online: 95
Seitenaufrufe gesamt: 8.726.633
Seitenaufrufe diese Seite: 388
counter   Statistiken

DEL-News