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EHC - Iserlohn Roosters 3:2

So weit die Kufen tragen
 
Nach dem etwas glücklichen, aber überzeugenden Auftritt der Wolfsburger Rumpftruppe in Straubing galt es nun gegen den Tabellennachbarn aus Iserlohn die kleine Serie zu verteidigen.
Durch die Ausfälle von gleich vier Stürmern war Wolfsburg dabei nun schon im dritten Spiel nacheinander auf lediglich drei Sturmreihen angewiesen. Allen Beteuerungen bezüglich der hervorragenden Kondition des Teams zum Trotz, verdichteten sich erste Anzeichen, dass dieser Kraftakt vermutlich nur noch eine begrenzte Zeit lang gut gehen könnte...
Auftakt und erstes Spieldrittel sollten dabei zunächst ein erfreulich überlegenes Grizzlyteam zeigen, das mit seinen zahlreichen Chancen leider zum wiederholten Male sehr großzügig umging. Erst in der 12.Spielminute gelang es den deutlich überlegenen Hausherren die bis dahin längst überfällige 1:0 Führung zu erzielen. Mulocks sehenswerter Rückhandschlenzer ans Lattenkreuz war dabei nur eine von vielen Gelegenheiten gewesen, die Wolfsburg ungenutzt vorüberziehen ließ, bis endlich der Diesel seine aufsteigende Form erneut unter Beweis stellen konnte. Auch nach einem doppelten Überzahlspiel gegen Ende des ersten Spielabschnitts blieb dessen Direktabnahme der einzige Treffer für den überzeugend aufspielenden EHC.
Dass sich diese Großzügigkeit zunächst nicht rächte, war vor allem der verbesserten Abwehrarbeit der Grizzlies zu verdanken, die in der 24.Minute sogar noch das 2:0 nachschieben konnten. Christoph Höhenleitner hatte auf dem Rückweg von einem erfolglosen Angriffsspielzug einfach mal den Puck geklaut und seinen völlig freistehenden Kollegen Polaczek im Rücken der Abwehr aufgelegt. Völlig tiefenentspannt schob Polo dem Gästegoalie das Spielgerät nach einem kleinen Move durch die Hosenträger – der Jubel im Anschluss war dafür umso größer.
Die Gäste antworteten mit wütenden Angriffen ihrerseits, erzielten fast postwendend ihren – vermeintlich – ersten Treffer, dem nach Videobeweis allerdings wegen Torraumabseits die Anerkennung verwehrt wurde. Doch die Roosters hielten das Tempo nun beständig hoch, wollten gegen immer sparsamer agierenden Hausherren nun deutlich sichtbar den ersten Torerfolg erzwingen. Zur allgemeinen Erleichterung sollte die Defensive der Grizzlies diesen stetigen Angriffswellen der Gäste, auch in zwei Unterzahlspielen, bis zur nächsten Pause standhalten. 
Was zum Anpfiff des letzten Spielabschnitts folgte, sollte nicht nur auf den Statistikbögen als spielentscheidend vermerkt werden. Ganze 14 Sekunden waren gespielt, da hatte Jeff Likens in bester Torjägermanier den ersten Angriff des EHC bereits zum 3:0 abgeschlossen – die Messe schien gelesen.
Wolfsburg nahm nun erneut einen Gang raus, offenbar um Kräfte für die kommenden fünf Spiele bis zur Länderspielpause zu schonen. Es spielte, bis auf wenige kurze Momente, eigentlich nur noch der Gast aus dem Sauerland. Wirkliches Leben hauchte den Bemühungen der Gäste dann leider eine Kappe des Wolfsburger Goalies ein. Connollys listigen Schuss von der Grundlinie lenkte der Goalie der Grizzlies mit dem Schlittschuh ins eigene Tor (50.), die Bemühungen der Roosters wirkten plötzlich wie entfesselt. Als fünf Minuten später Colton Teubert einen Blueliner krachend hinter Vogl zum 3:2 versenken konnte, brannte der Baum in Wolfsburgs Drittel praktisch bis zum Schlusspfiff. Diese eigentlich deutlich verlaufene Partie war den Hausherren auf den letzten Metern doch noch aus dem Ruder gelaufen! 
Mit einer ordentlichen Portion Glück und unter Mobilisierung der sichtbar letzten Kräfte retteten die Grizzlies schließlich den knappen Vorsprung ins Ziel und konnten sich somit über den vierten Erfolg in Serie freuen.
 
 
Teamcheck
 
Tor
Sebastian Vogl mit einigen wirklich starken Saves, zeigte sich beim 3:1 der Gäste allerdings im Sekundenschlaf und konnte den Trick des Iserlohner Stürmers so nicht antizipieren.
Insgesamt wieder etwas besser und mit weniger Rebounds als zuletzt gesehen.
 
Verteidigung
Keine Ausreißer und daher mit insgesamt sehr guter Vorstellung. 
Hambly und Likens könnten mit etwas Übung tatsächlich ein echtes Nr.1 Verteidigerpaar werden...
Bina und Wurm sehr solide, Meirandres und Lindlbauer mit akzeptablen Auftritten.
Schaus weiterhin nicht kontingentwürdig, aber leicht verbessert, Keller fällt leider momentan etwas ab.
 
Sturm
Rosa, Aubin und Mulock machten richtig Spaß. Besonders Mulock und Aubin hatten bei ihren wenigen, aber hochkarätigen Abschlüssen leider etwas Pech.
Das kann man vom Diesel mittlerweile nicht mehr sagen. Das kleine Quäntchen Glück, dass jeder Stürmer braucht, scheint beim schwer in die Saison gestarteten Toptorjäger zurückgekehrt zu sein. Das zweite Spiel in Folge mit Torerfolg und sein deutlich erkennbarer Biss machen endlich wieder Lust auf mehr!
Milley und Voakes (bis auf seine Riesendummheit vor dem nicht anerkannten Treffer der Gäste) beide im grünen Bereich.
Besonders erfreulich: Die dritte Reihe um Fauser, Höhenleitner und Polo funktioniert beachtlich! Das Tor war da nur die logische Folge des unablässigen Einsatzes unserer Arbeitsbienen, die sich für weitere Einsätze in dieser Konstellation empfahlen – selbst, wenn der Kader wieder voller sein sollte.
Bleibt abzuwarten, ob den Grizzlies in den kommenden – vom Papier her sehr schweren – Begegnungen weitere Punktgewinne glücken. Besonders im Schlussabschnitt war doch ein deutlicher Kräfteverschleiß zu beobachten. Da stellen die vorgezogenen Spiele unter der Woche wie zuletzt gegen Düsseldorf und nun gegen Ingolstadt natürlich nicht gerade eine Hilfe dar... mb