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EHC - Kölner Haie 3:0

Alle Fische beißen...
 
Mit den Haien aus Köln gastierte vor der Deutschlandcup-Pause DIE Enttäuschung der laufenden Saison bei den Grizzlies. Nach schwachem Start in die Spielzeit hatten die Gäste aus der Domstadt sogar mit Ex-Nationaltrainer Uwe Krupp eine Kölner Ikone, trotz zweier Vizemeisterschaften, von seinen Diensten entbunden. Dessen Nachfolger und ehemalige Co-Trainer Niklas Sundblad konnte in seiner bisherigen Amtszeit (seit dem 11.Spieltag) das Ruder allerdings noch nicht entscheidend herumreißen. Sechs magere Punkte aus fünf Spielen sollten in der Eisarena nun Gesellschaft bekommen...wie das gelingen würde, blieb bis zum Schlusspfiff allen Beteiligten allerdings ein Rätsel.
Lange hat man in der Eisarena keinen so schwachen Kontrahenten begrüßen dürfen, schon gar nicht einen Vizemeister mit kaum veränderter Besetzung. Am Geld mangelt es dem KEC indes offenbar längst nicht mehr – viele Leistungsträger konnten gehalten werde, doch über den Sommer scheint das Erfolgs-Gen irgendwie die Stadt verlassen zu haben. So gestaltete sich auch gleich der erste Spielabschnitt zum Einbahnstraßen-Eishockey auf das von Danny aus den Birken gewohnt gut gehütete Gehäuse der Haie. Welle auf Welle rollte der Angriff der Grizzlies durch das Drittel des KEC und lediglich mit viel Glück und gestützt auf einen hervorragenden aus den Birken hielten sich die Gäste einigermaßen im Spiel. Selbst das zuletzt so effiziente Powerplay des EHC wollte nicht den Bann gegen überfordert wirkende Haie brechen. Drei Überzahlgelegenheiten und zahllose Gewühle vor dem Tor der Gäste später war es dann endlich soweit: Norm Milley erlöste seine Farben vom fruchtlosen Anrennen und erzielte, passend zum Verlauf, den 1:0 Führungstreffer im Nachschuss (19.).
Mit diesem fast schon aberwitzigen Ergebnis ging es zum ersten Mal in die Kabinen. Doch auch im Mitteldrittel sollte sich das Bild kaum ändern. Die Haie wirkten durch die Bank einen Schritt langsamer als der gemütlichste Grizzly im kompakt auftretenden Heimteam und bekamen folglich nicht eine wirklich nennenswert herausgespielte Großchance auf ihrem Konto verbuchte, geschweige denn einen Torerfolg. Wer sich nach dem zu knapp ausgefallenen Auftaktdrittel Sorgen gemacht hatte, konnte sich nun langsam beruhigt zurücklehnen: Von den Haien ging schlicht und ergreifend keine Gefahr für das Tor, bestenfalls für die Gesundheit der Grizzlies aus. Denn außer einer zunehmend frustrierter und härter werdenden Gangart hatte der Vizemeister letztlich rein gar nichts in die Waagschale zu werfen. 
Im fünften Anlauf, nach diversen Großchancen und dem mittlerweile obligatorischen Pfostentreffer, sollte dann auch das Powerplay der Grizzlies wieder seinen großen Auftritt haben. Mit einer nur als atemberaubend zu beschreibenden Blitzkombination durch das gesamte Drittel der Gäste leiteten die Überzahlspezialisten Voakes’ Treffer zum 2:0 ein und – so bizarr das klingen mag – entschieden die Partie damit bereits in der 36.Minute. Zu schwach, zu langsam und zu planlos agierten die Gäste bis dahin, als dass sich allzu große Sorgen im weiten Rund breit machen konnten. 
In den abschließenden 20 Minuten demonstrierten die Hausherren ihre Überlegenheit schließlich eher mit Spielkontrolle denn mit weiteren Angriffsbemühungen. Köln durfte nun, begünstigt durch zwei Überzahlgelegenheiten, ein wenig mehr in Richtung Wolfsburger Tor unternehmen, konnte dabei sogar hin und wieder koordiniert ins Drittel der Grizzlies eindringen...mehr aber auch nicht.
Der einzige Treffer des Schlussabschnitts war trotzdem auf der anderen Seite des Eises gefallen. Sebastian Furchner hatte nach rund anderthalb Minuten mit seinem 3:0 den Sack endgültig zugemacht, Vogls dritter shut-out geriet in den folgenden 18 Minuten nur selten bis gar nicht in Gefahr. Lediglich in den letzten Minuten der Begegnung zeigten die Gäste noch einmal so etwas wie Ehrgeiz den Ehrentreffer zu erzwingen, scheiterten aber am fehlerlos agierenden Goalie der Grizzlies.
Ein etwas einseitiger, bisweilen auch mangels Herausforderung schaler Spielverlauf fand seinen absolut verdienten Sieger. Gemessen an den Kräfteverhältnissen und der Chancenanzahl wäre ein 7:0 keineswegs unangemessen gewesen. Erschreckend - aus Kölner Sicht ...
 
Teamcheck
 
Tor 
Vogl hellwach, wenn er mal ernsthaft geprüft wurde, wobei diese Situationen an einer Hand abzählbar blieben. Bis auf die weiterhin etwas zu hohe Anzahl an Rebounds eine makellose Vorstellung des Wolfsburger Goalies.
 
Verteidigung
Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung und der fast schon irritierenden läuferischen Überlegenheit des gesamten Wolfsburger Teams kaum gefordert.
Insgesamt ein Spiel ohne wirkliche Aussagekraft über die aktuelle Formkurve der einzelnen Verteidiger, daher keine individuelle Einschätzung.
 
Sturm
Die Reihe Milley, Furchner, Fauser stach bei vier ausgeglichen aufgestellten Reihen zusätzlich hervor und erzielte folgerichtig gleich zwei Treffer bei numerischem Gleichgewicht. Gerade das zuletzt gesprengte Duo Milley – Furchner begeisterte die Fans ein ums andere Mal und machte deutlich, was dem EHC in den vergangenen Wochen hin und wieder gefehlt hatte. Neuzugang Neuert mit einem unauffälligen Debüt, durfte dabei an der Seite von Aubin und Rosa ran. Leider scheint mit Norm Milley erneut ein wichtiger Akteur mit einer Blessur aus einem Match zu gehen: Der Kanadier in Diensten der Grizzlies musste seine Teilnahme am Deutschlandcup im Team Kanada leider absagen. Bleibt zu hoffen, dass die Spielpause zur Heilung ausreicht. Das kompakte Auftreten der endlich wieder mit voller Kapelle agierenden Grizzlies machte letztlich den Unterschied. Fast schon schade, dass nun erst mal Pause ist. Hoffentlich kann der dann endlich etwas erholte Kader den Schwung des letzten Wochenendes (12:1 Tore aus zwei Spielen) wieder aufleben lassen! mb