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EHC - Straubing Tigers 2:1

Manchmal ist wenig eben doch genug
 
Mit einem Gast vom Tabellenende wollte der EHC den Rhythmus nach der D-Cup-Pause wieder aufnehmen. Warum die rote Laterne nach 17 Spieltagen ausgerechnet beim Team aus Straubing hängt, sollten die folgenden 60 Minuten eindrucksvoll zeigen. 
Schon der Start der Partie verhieß den Gästen aus Bayern nichts Gutes: Ganze 20 Sekunden waren vergangen, da schlug es auch schon zum ersten Mal hinter Straubings Goalie ein! Binas Schuss von der blauen Linie hatte Mulock noch entscheidend und unhaltbar abfälschen können und somit den ersten Wolfsburger Angriff zum 1:0 genutzt. Es folgte die weitaus unterhaltsamste Phase der gesamten Begegnung, denn der Gast aus dem Süden wehrte sich zunächst engagiert gegen eine frühe Entscheidung des Spiels und hielt auch körperlich zumindest ordentlich dagegen. Als Wolfsburg den Tigers schließlich eine doppelte Überzahl praktisch als Geschenk verpackt überreichte (9.), offenbarte das Team aus Straubing den Grund für die aktuelle Misere jedoch erschreckend deutlich. Was folgte war die wohl schlechteste 5 gegen 3 Überzahl, die man seit Jahren von einem Gast in der Eisarena zu Gesicht bekommen hatte. Ohne nennenswerte Bewegung, ohne jede Geschwindigkeit oder Drang zum Tor verstrichen die vollen zwei Minuten des Straubinger „Powerplays“. Als im Anschluss mit Alexander Polaczek erneut ein Wolfsburger die Strafbank aufsuchen durfte, hatte der Gastgeber mit einem Konter über Aubin sogar die beste Torgelegenheit in den folgenden zwei Minuten zu verbuchen. Kaum war Wolfsburg wieder komplett, brachten sich die Tigers ihrerseits in doppelte Unterzahl und die Grizzlies zeigten eindrucksvoll, warum das Powerplay des EHC mittlerweile als eines der besten der Liga gilt. Besonders bei doppelter Überzahl hat das Team von Pavel Gross in dieser Saison Automatismen entwickelt, die eine Verteidigung offenbar fast unmöglich machen. Der abschließende Querpass durch den Torraum kann von den Fans  fast schon zum vorzeitigen Jubeln genutzt werden, denn genau dieser Spielzug funktioniert dank der einstudierten Lauf- und Passwege fast schon traumwandlerisch. Nutznießer war diesmal Brent Aubin, der Voakes scharfes Anspiel am Ende der Passkette zum 2:0 versenken durfte (14.).
Bis zur ersten Sirene gelang den nun immer überlegener agierenden Grizzlies zwar kein weiterer Treffer, doch der Anhang in orange schien hörbar zufrieden mit dem bis dahin Gezeigten. Das sollte sich in den kommenden 40 Minuten etwas verändern...
Das Mitteldrittel gestaltete sich, wie auch der folgende Schlussabschnitt, alles andere als ansehnlich, ja geradezu quälend für die rund 1900 anwesenden Zuschauer im weiten Rund.
Wolfsburg schaltete ein bis zwei Gänge runter und nahm die Gäste spätestens seit der erbärmlichen doppelten Überzahl aus dem ersten Durchgang nicht mehr richtig ernst. Straubing hingegen zeigte sich nicht in der Lage aus dem Schlendrian der Gastgeber irgendein Kapital zu schlagen und konnte das Tempo seines Spiels dabei schlicht und ergreifend nicht variieren. Ein Schuss von Sören Sturm ans Lattenkreuz und ein bis zwei wirklich gute Rettungstaten des Wolfsburger Goalies blieben die einzigen Highlights bis weit ins letzte Drittel hinein. Dass die Grizzlies trotz ihrer immer laxer werdenden Einstellung immer noch zu Chancen, meist über den im Abschluss reichlich unglücklichen Diesel, kamen, tat der Einstellung der Hausherren offenbar auch nicht wirklich gut. Mit gebremstem Schaum und jeder Menge Nachlässigkeiten im Spiel nach vorne eierte der EHC in Richtung Schlusspfiff. Erst der Anschlusstreffer durch Deschamps (57.) schien die Grizzlies noch einmal aus ihrem vorgezogenen Winterschlaf zu wecken. So blieben die Bemühungen der Gäste in den letzten drei Minuten der Begegnung erneut bemerkenswert harmlos. Statt dem 2:2 näher zu kommen, kassierten die Tigers schon eine Zeigerumdrehung nach dem Anschluss eine eher überflüssige Strafzeit und die Uhr lief dem erlösenden Schlusspfiff einigermaßen flott entgegen.
Die rekordverdächtig wenigen Fans, die zur Siegesfeier mit der Mannschaft auf ihren Plätzen blieben, sprachen die deutlichste Sprache über Verlauf und Qualität der Begegnung. 
Leider einer dieser Abende an denen man eigentlich ganz froh ist, wenn man endlich nach Hause darf. Natürlich kann man an dieser Stelle entgegenhalten, dass ein gutes Pferd immer nur so hoch springt, wie es muss. Wenn es dabei aber nicht mal alle Beine heben muss...
 
 
Teamcheck
 
Tor
Felix Brückmann erledigte hinter der souveränen Wolfsburger Abwehr seine Arbeit mit viel Ruhe und ohne jeden Fehler. Angesichts des eher wenig spektakulären Spielverlaufs eine solide Vorstellung, die er nun gegen bessere Gegner bestätigen muss.
 
Verteidigung
Robbie Bina am Ende zurecht Träger des Häuptlingsschmucks! Bei doppelter Unterzahl nimmt Beans einfach mal ’nen Nachschlag und lässt einen Wechsel aus. Im Endeffekt der treffendste Kommentar der Straubinger Überzahlbemühungen!
Wie schon gegen Köln blieb die Wolfsburger Defensivabteilung weitestgehend unterfordert und erledigte ihren Job reichlich unaufgeregt.
Bis auf den verletzten Kilian Keller kamen dabei alle Akteure zum Einsatz und leisteten sich keinerlei Ausrutscher. Lediglich die Strafzeitendichte wegen Hakens bei Herrn Wurm könnte langsam mal etwas nachlassen...ansonsten eine Partie ohne letzte Aussagekraft.
 
Sturm
Während im ersten Drittel lediglich etwas Glück im Abschluss fehlte, gingen spätestens zur Mitte der Begegnung Biss und Koordination der Angriffsbemühungen gründlich verloren. Zwar stimmt bei einigen Akteuren (vor allem Haskins und Höhenleitner) Laufpensum und Einsatz, doch irgendwie schien sich in den Köpfen der überwiegenden Mehrheit die Idee eingenistet zu haben: „Das Ding fahren wir locker nach Hause!“ Und sie sollten recht behalten. Schön anzusehen war das Ganze trotzdem nicht, zumal die Laufwege immer wieder in Richtung Regionalliga abdrifteten und der Gegner mangels Tempo nicht die entsprechenden Impulse zur Reanimierung der Wolfsburger Einstellung senden konnte.
Insgesamt zwei Drittel Geisterbahnhockey gegen einen wirklich harmlosen Gegner waren der Schonung einfach zu viel. Die maue Siegerrunde ging eindeutig auf die Kappe des Wolfsburger Angriffs. Die Erinnerungen an dieses ereignisarme Spiel dürften zum Glück relativ schnell verblassen, die drei Punkte bleiben in der Tabellen hingegen bestehen. mb

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