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EHC - T.Sabo Ice Tigers 4:3 n.P.

Auf und nieder...
 
Im dritten Spiel nach der D-Cup Pause hatte sich Wolfsburgs Erstligist endlich wieder mehr offensive Durchschlagskraft vorgenommen. Nach „satten“ 2 Toren in den vergangenen beiden Partien, sollte gegen die Ice Tigers der Puck nun öfter im gegnerischen Netz landen und die Punkte natürlich in Wolfsburg bleiben.
Das dies nicht so ganz klappte, lag vor allem an den zahlreichen Schwächephasen der Grizzlies, die sie gegen Ende sogar an den Rand einer Niederlage führten.
Der Auftakt erinnerte dabei ein wenig an die Begegnung in Berlin, als Wolfsburg schon in der Anfangsminute in Rückstand geraten war, um dann in den folgenden 59 Minuten keinen eigenen Treffer mehr zu verbuchen. Reichlich schlafmützig tappten die Hausherren also auch diesmal in die Partie, kamen dabei reihenweise im eigenen Drittel zu spät in die Zweikämpfe und durften folgerichtig bereits nach rund drei gespielten Minuten das 0:1 der Gäste bestaunen.
Mit viel Druck auf Wolfsburgs Gehäuse und konsequentem Nachrücken auf den Rebound war es schließlich Nationalspieler Patrick Reimer, der das Spielgerät über die Linie schieben konnte.
Offenbar war dies aber genau das Wecksignal, das die Grizzlies benötigt hatten.
Wie wachgeklingelt berannte der EHC, eigentlich für den Rest des ersten Drittels, das Gehäuse des Gastes aus Bayern. Ex-Grizzly Jochen Reimer im Tor der Ice Tigers musste dabei reihenweise Glanzparaden auspacken, um gegen seine ehemaligen Teamkameraden Schlimmeres zu verhindern. Nachdem u.a. Christoph Höhenleitner einen Alleingang nur über das Tor gesetzt hatte, klingelte es  durch eben jenen Höhenleitner doch noch im Gehäuse der Gäste. Einen Schuss von Nick Schaus hatte Wolfsburgs Dauerbrenner im Rückwärtsfahren unhaltbar zum Ausgleich in die Maschen gelenkt (12.) und befeuerte den Angriffswirbel des EHC offenbar noch einmal zum Endspurt bis zur ersten Pause. Denn nur drei Minuten später durfte der Anhang der Grizzlies gleich noch einmal jubeln! Mulock bugsierte den Puck mit langem Arm um Reimer zum 2:1 in die Maschen und stellte damit auf ein bis dahin absolut leistungsgerechtes Zwischenergebnis. 
Ging bis dahin bei Wolfsburg im Powerplay kaum etwas zusammen, so sollte sich dies – wenn auch nur vorübergehend – im 2. Drittel prompt ändern. Aubins Knaller zum 3:1 bei eigener Überzahl (23.) und angezeigter Strafe schien das Spiel sogar in Richtung Vorentscheidung zu führen, setzten die Grizzlies doch weiter beherzt nach. Doch nicht nur ein weiterer Treffer sollte den Hausherren nicht mehr gelingen – die Kraft verlies zusehends den EHC!
Als hätte jemand den Stecker bei Wolfsburg gezogen, sank ab Mitte der Partie der Energielevel der Aktionen in orange drastisch. Nürnberg drängte nun mit mindestens ebensoviel Elan wie zuvor Wolfsburg auf den Anschluss. Vor allem Nürnbergs Paradereihe um Patrick Reimer und Steven Reinprecht lies es gleich reihenweise in Wolfsburgs Drittel lichterloh brennen. So war es schließlich auch Nürnbergs Ex-NHLer Reinprecht, der das durchaus verdiente 3:2 im Powerplay für die Tigers markieren konnte (32.). Mit viel Glück und scheinbar letzten Kraftreserven rettete der EHC die knappe Führung in die zweite Unterbrechung.
Auch in den, vermeintlich, letzten 20 Spielminuten stellte sich zum Leidwesen des Wolfsburger Anhangs keine Trendwende ein. Nürnberg drängte, Wolfsburg verteidigte, dabei hatten die Gäste offensichtlich den Geschwindigkeitsvorteil auf ihre Seite. Erneut eine Überzahlsituation brachte dann auch den nächsten Torerfolg für Nürnberg. Direkt nach Ablauf einer Strafe gegen Wolfsburgs Mulock gelang Derek Joslin (47.) mit einem verdeckten Schuss aus der Distanz der Ausgleich zum 3:3 – Wolfsburg drohte nun der komplette Punktverlust. Mit enormem Aufwand und gestützt auf einen immer stärker agierenden Felix Brückmann im Tor gelang es den Grizzlies schließlich den ersten Punkt über die Zeit zu bringen. Angesichts der bis dahin sehr gleichförmig verlaufenden Spielentwicklung hatten wohl die wenigsten damit gerechnet, ihre Grizzlies in der Verlängerung plötzlich wieder als tonangebende Mannschaft zu sehen. Doch genau das geschah! Tore fielen in den folgenden fünf Extraminuten zwar keine, doch tankten die Gastgeber offenbar wieder mächtig Selbstbewusstsein. Besonders Aubins Pfostentreffer (65.), der sich anschließend parallel zur Torlinie am zweiten Pfosten vorbeimogelte, brachte die heimischen Fans endlich wieder komplett zurück ins Spiel. Das Penaltyschießen konnte er damit zwar nicht verhindern, doch irgendwie schien die Stimmung bei Fans und Team plötzlich wieder etwas hoffnungsvoller. Nürnberg tauschte zum shoot out seinen leicht angeschlagenen Goalie gegen den noch kalten Andreas Jenike...und zog letztlich den kürzeren. Während auf Seiten der Ice Tigers Patrick Reimer und Frederik Eriksson ihre ersten Versuche erfolgreich einnetzen konnten, gelang dies im Gegenzug bei Wolfsburg Mulock und Aubin. Reimer und Eriksson scheiterten u.a. mit ihren zweiten Anläufen, Furchner machte im sechsten Duell dann den Sack sehenswert per Rückhandschlenzer zu.
Insgesamt etwas glücklich sicherten sich die Grizzlies damit den Zusatzpunkt und bleiben in der schrägen Tabellen auf Platz 3.
 
Teamcheck
 
Tor
Felix Brückmann offenbarte zwar die ein oder andere Schwäche bei der Reboundkontrolle, sicherte mit fortschreitender Spieldauer mit seinen hervorragenden Reflexen die Punkte für sein Team. Insgesamt eine gute und sichere Vorstellung – auch im shoot out!
 
Verteidigung
Insgesamt mit solider Vorstellung, wobei die Verteidiger immer die Leidtragenden sind, wenn ein Team insgesamt an Kraft bzw. an Geschwindigkeit einbüßt. Individuell betrachtet stach niemand besonders positiv oder negativ heraus. Schaus wirkt, vermutlich wegen der drohenden Rückkehr Milleys, weiterhin etwas nervös.
 
Sturm
Die vierte Reihe mit Stas, Fauser und Neuert überzeugte mich nicht, führte sich gleich mit der Schlafmützenvorstellung beim 0:1 schlecht ein.
Während die restlichen drei Reihen besonders bis Spielmitte allesamt ihre Highlights – vor allem durch Mulock und Aubin, vorzuweisen hatten, ging dem Kollektiv ab dann die Puste aus. Besonders der Diesel sticht leider wieder durch extreme Harmlosigkeit im gegnerischen Drittel hervor (bei den meisten Abschlüssen aller Akteure auf dem Eis). Wenn man bedenkt, dass der gnadenlose Abschluss einst seine Stärke war...
 
Fans
Der EHC hat mittlerweile ein ausgewachsenes Problem im Bereich der Stehplätze. Von Spiel zu Spiel wollen immer weniger Zuschauer das Spiel von Stehrängen verfolgen. Vor allem das junge Publikum zwischen 14 und 24 Jahren bleibt den Spielen nicht nur auf den Stehplätzen, sondern zu großen Teilen gleich komplett fern. Sollte hier kein tragfähiges Konzept in den nächsten 1-2 Jahren erarbeitet werden, um die Jugend Stück für Stück zurück in die Eisarena zu bringen, dürfte jegliche Steigerung der Zuschauerzahlen schier unmöglich sein. Der Stimmung schadet dieser Schwund bereits jetzt massiv. Der alte Gästeblock kann nun, ohne irgendeine Verknappung, guten Gewissens als reiner Gästestehplatzbereich ausgewiesen und verkauft werden. Die Stehplätze auf der Gegengrade könnten ebenfalls zur Hälfte in Sitzplätze umgewandelt werden. Ein Zusammenrücken der verbliebenen „Steher“ wäre vielleicht ein positiver Nebeneffekt. mb   
   

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