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EHC - ERC Ingolstadt 3:5

Weiterhin Stromausfall beim EHC
 
Und weiter geht die frustrierende Reise durch das Tal der schweren Beine. Auch wenn Wolfsburgs Cracks und Offizielle weiter in den Medien betonen, dass es kein konditionelles Problem gibt: Eine fitte Mannschaft spielt anders. 
Wie so oft in den letzten Wochen gewährte der Gast den Grizzlies durch eigene Unzulänglichkeiten und/oder dumme Strafzeiten den langfristigen Verbleib im Kampf um die zu vergebenden Punkte. Dieses Mal war es Gästekeeper Eisenhut zu verdanken, der gegen den EHC seine DEL-Startpremiere feiern durfte – so viel zum Thema: „Nimmt man die Grizzlies als Heimteam noch ernst?“. Mit einer äußerst dürftigen Leistung im Auftaktdrittel und zwei klaren Kappen bei Neuerts sehenswertem Alleingang zum 1:0 (12.) und Diesels Distanzschuss zum 2:1 (14.) sorgte der Ingolstädter Youngster fast im Alleingang für gute Laune auf den dünn besetzten Rängen der Eisarena. 
Doch auch der EHC bemühte sich erneut nach Leibeskräften jeden gerade errungenen Vorteil mit einer Doofheit nach Wahl zu egalisieren. Dem 1:0 folgte prompt ein geradezu haarsträubend überflüssiges Foul des Wolfsburger Kapitäns – bestraft durch MacMurchys Überzahlhammer zum 1:1 Ausgleich (13.). Das 2:1 „beantwortete“ man mit 6 Mann auf dem Eis und einer dussligen Strafe wegen Bandenchecks (wird in dieser Form vermutlich nicht mal beim Basketball gepfiffen) gegen Chefchaot Jeff Likens als Kirsche obendrauf. Die zwischenzeitliche 5 gegen 3 Überzahl blieb, glücklicherweise, folgenlos. Ingolstadt ging auch weiterhin fahrlässig mit seinen teils brandgefährlichen Auftritten vor Brückmann um, so dass der EHC einen knappen Vorsprung mit in die Kabinen nehmen durfte. 
Als Furchner gleich in der Anfangsminute das Mitteldrittel mit dem 3:1 eröffnete, hoffte wohl so mancher auf Besserung – vergeblich. Nachdem Wolfsburgs Arbeitstier seinem ehemaligen Teamkollegen Aaron Brocklehurst den Puck listig in die Kufen gespielt hatte, schlug ein anderer Ex-Grizzly satte 32 Sekunden später auch schon zurück. John Laliberte war es, der mit dem 3:2 Anschlusstreffer einen Ingolstädter Konter souverän abschließen konnte. Und wieder folgte das ab dem zweiten Drittel bereits bekannte Spiel: Wolfsburg spielt sich mit mäßigem Tempo und chaotischen Laufwegen wund, vergibt fast jede Powerplaymöglichkeit ungewohnt kläglich... und gerät dabei neuerdings sogar öfter selber in Gefahr, einen Treffer zu kassieren.
Friesens Ausgleich in der 33.Minute stellte letztlich nur die logische Konsequenz nachlassender Geschwindigkeit und Konzentration auf Seiten der Gastgeber dar. Noch bezeichnender schließlich das 3:4 durch Patrick Hager: Der Ingolstädter Stürmer läuft praktisch über das gesamte Eis, lässt das komplette Wolfsburger Team stehen und schiebt den Puck zur Krönung durch Brückmanns Schoner (37.).
Und es wurde noch schlimmer. Die nächsten Wolfsburger Überzahlspiele gerieten allesamt eher zum Scheibenschießen auf den Wolfsburger Goalie, als dass der EHC auch nur in die Nähe einer gefährlichen Aktion vor dem weiterhin derangiert wirkenden Eisenhut kam. Schließlich gelang es den Grizzlies doch noch einmal den Puck über die Linie zu arbeiten, doch dem vermeintlichen Treffer (48.) wurde vom insgesamt schwach agierenden Schiedsrichtergespann Bauer/Schütz die Anerkennung wegen Torraumabseits verweigert. Vermutlich eine der korrekteren Entscheidungen dieses Abends. Dass einer der beiden Linienrichterdarsteller schließlich die Schlussoffensive der Gastgeber mit mehrfach offenkundiger Regelunkenntnis deutlich erschwerte (das neue Hybrid-Icing ist mal wieder ein Geniestreich für Unparteiische wie auch neue und alte Zuschauer) machte den verkorksten Abend endgültig rund. 
Jared Ross machte in der 57.Minute mit seinem 3:5 endgültig die Punkte für die Gäste klar, der Drops war gelutscht. Die Schlussoffensive ohne eigenen Goalie brachte, erstaunlicherweise, keinen weiteren Gegentreffer für die völlig ausgepumpten Grizzlies, so dass es bei diesem Spielstand blieb. Seit vielen Jahren folgten zum ersten Mal einige Pfiffe gegen das eigene Team. 
 
 
Teamcheck
 
Tor
Brückmann hielt die Grizzlies mit einer ganzen Reihe von sehenswerten Paraden im Spiel. Immer wieder sah er sich mit bestenfalls einem eigenen Verteidiger vor sich 2 oder 3 aufgerückten Stürmern der Gäste gegenüber und löste fast alle Aufgaben vorbildlich. Beim 3:4 die einzig wirklich schwache Aktion, ansonsten eine gute Vorstellung unserer Nr.90.
 
Verteidigung
Wurm und Schaus weiter als Paar unterwegs, sogar bei 4 gegen 4 – hat unser Trainer die Lust am Untergang entdeckt? Lindlbauer spielt dafür im Sturm. Ich verstehe diese Art von Humor wohl einfach nicht.
Likens seit langer Zeit einmal wieder mit einer seiner berüchtigten Chaosvorstellungen. Das Fehlpassfestival der Nr.9 war dann zusätzlich zu den bekannten Defensivproblemen der letzten Wochen der Exitus für jede Ruhe im eigenen Drittel bzw. im Aufbauspiel der Grizzlies.
Keller machte beim Ausgleich mit ’nem schönen Bock hinter dem eigenen Tor die Pannenparade dann komplett.
Krupp, Bina und  Hambly nahe Normalform reichten am Ende nicht aus, um die Ingolstädter Klasse dauerhaft in Schach zu halten.
 
 
Sturm
Ohne Voakes und Aubin existiert das Wolfsburger Powerplay momentan nicht. Das gilt es schleunigst zu ändern.
Ab dem Mitteldrittel stellt das eigene Überzahlspiel mittlerweile sogar eher eine Gefahr für das eigene Tor dar. Da fällt mir dann gar nix mehr zu ein.
Es fällt schwer, überhaupt jemanden positiv aus diesem Sammelsurium des Schreckens herauszuheben. Fauser und Höhenleitner sind vielleicht die einzigen Spieler, die zumindest das bringen, was man erwarten darf. Für den Rest ist Wolfsburgs ehemaliger Toptorjäger Matt Diesel ein gutes Sinnbild: Selbst nach einem erfolgreichen Torabschluss trägt der Diesel eine derartige Wut über das eigene Spiel mit sich spazieren, dass er ständig vor der Spieldauerstrafe zu stehen scheint. Zumindest eskaliert er momentan von Spiel zu Spiel extremer – hoffentlich passiert da nicht mal was Ernstes. So macht er letztlich auf mich den Eindruck, den fast alle Spieler der Grizzlies momentan bei mir hinterlassen: Weiterhin sehr gewillt, aber ohne die körperlichen Möglichkeiten diesen Willen 60 Minuten umzusetzen. Bleibt zu hoffen, dass wir aus dem „Tal der schweren Beine“ schnell wieder herauskommen, sonst sitzt unser Team auf dem Höhepunkt der konditionellen Leistungsfähigkeit vorm Fernseher und guckt sich die Play-offs in selbigem an. mb 

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