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EHC - Hamburg Freezers 3:2

Zu Hause ist es doch am schönsten...
 
Nach den zuletzt immer wieder sehr enttäuschend verlaufenden Auftritten vor heimischer Kulisse sollte den Grizzlies gegen den Angstgegner aus Hamburg endlich wieder etwas gelingen. 
Das traditionell schwungvolle erste Drittel der Grizzlies erfuhr dabei zusätzlichen Rückenwind durch ein Hamburger Team, das offenbar jegliche Disziplin an irgendeiner Autobahnraststätte vergessen hatte. Späte Checks und Faustschläge garniert mit Spielverzögerung und zusätzlichen Fouls bei eigener Über- oder Unterzahl – die Freezers ließen nichts unversucht, um das 1.Drittel als reines Unterzahltraining zu gestalten. Die Klarheit der Strafen für das Gästeteam war dabei aber das eigentlich Erstaunliche. Was Teile des offenbar noch etwas eishockeyunerfahrenen Hamburger Anhangs mit lautstarkem Protest bedachten, konnte dem neutralen Beobachter vermutlich nur ein ungläubiges Kopfschütteln entlocken. So verbuchten die Freezers satte 20 Strafminuten plus weitere 10 Minuten wegen Meckerns gegen Thomas Oppenheimer. Das Wolfsburger Team, welches mit hohem Anfangstempo die Gäste schwer in Bedrängnis gebracht hatte, nutzte im Gegenzug nur eine einzige Chance im sonst so überzeugenden Überzahlspiel. Während das 1:0 durch Gerrit Fauser noch bei numerischem Gleichgewicht erzielt wurde (9.), war es nach rund 14 gespielten Minuten dann endlich soweit: Tyson Mulock konnte einen Abpraller am bis dahin gut aufgelegten Caron zum 2:0 vorbeischieben...mehr sollte bei den 5 Überzahlsituationen nicht herauskommen (Wolfsburg war im Zuge der Auseinandersetzungen ebenfalls mit 10 Strafminuten bedacht worden).
Sogar in doppelter Überzahl blieben Torerfolg und auch ein wenig Scheibenglück aus. Besonders ärgerlich: Dem zwischenzeitlich bereits gefallenen 2:0 durch Norm Milley (12.)  wurde die Anerkennung verwehrt, da einer der beiden Schiedsrichter die freiliegende Scheibe für einen kurzen Moment aus den Augen verloren hatte...und prompt abpfiff.
So ging es mit einem aus Freezer-Sicht mehr als schmeichelhaften 2:0 und einem weiteren Aufreger um Hamburgs Morten Madsen zum ersten Mal in die Kabinen. Wenige Sekunden vor dem Abpfiff hatte der dänische Stürmer einen Wolfsburger Spieler vor dem Grizzlygehäuse mehrfach in den Rücken gecheckt, dieser hatte sich schließlich ruckartig umgedreht und Madsen dabei wohl, absichtlich oder nicht, im Gesicht getroffen. Die folgende Sterbeszene vom Hamburger Angreifer wirkte wohl auch auf die Hauptschiedsrichter nach dessen vorhergehendem Verhalten zu professionell, so dass aus einer einfachen Freezers Überzahl „leider“ keine doppelte wurde.
Das Spiel sollte ab dem Mitteldrittel nun ein völlig anderes Gesicht bekommen. Offenbar hatte das Trainerteam der Freezers sein Team ordentlich ins Gebet genommen und die blinde Aggression des ersten Drittels schien weitestgehend verflogen.
Ganze fünf Sekunden saß Wolfsburgs Haskins in der 25.Minute auf der Strafbank, da hatten auch die Gäste den Puck das erste Mal über die Linie gearbeitet. Mathieu Roy hatte die erste richtige Druckphase der Gäste zum 2:1 verwandelt und die Begegnung damit, den bisherigen Spielverlauf karikierend, wieder eng gemacht.
Doch die im Mitteldrittel sonst so zahmen Grizzlies blieben diesmal die Antwort nicht schuldig! Rund zweieinhalb Minuten später war es erneut Gerrit Fauser, der den Abpraller eines Likens-Knallers zum 3:1 versenken konnte – zwei Sekunden nach Ablauf einer Strafe gegen die Gäste aus Hamburg.
Die Freezers intensivierten ihre Bemühungen in der Folgezeit, kamen aber dann doch eher glücklich zum 3:2 Anschlusstreffer durch Topscorer Kevin Clark (32.). Pettinger war beim Passversuch der Puck von der Kelle gerutscht, worauf dieser unkontrolliert über sämtliche Grizzlyschläger Richtung Tor hüpfte – direkt auf die Kelle des Hamburger Torjägers.
In der fast direkt im Anschluss verhängten Strafzeit gegen Wolfsburgs Sergej Stas waren dann allerdings eher die Gastgeber per Konter das gefährlichere Team: Der EHC schien also tatsächlich auch in der zweiten Hälfte der Begegnung konditionell einigermaßen auf der Höhe! Das machte dem leidgeprüften Wolfsburger Anhang hörbar Spaß und Mut. Mit zunehmendem Enthusiasmus begleiteten die Fans der Grizzlies den Kampf gegen die Müdigkeit ihres Teams bis zum erlösenden Schlusspfiff. Und der sollte noch eine ganze Weile auf sich warten lassen. Spätestens im Schlussabschnitt verdienten sich die Gäste nämlich den zunächst etwas unverhältnismäßig wirkenden Anschlusstreffer durch stetig steigende Dominanz auf dem Eis, doch vor dem Tor der Grizzlies brachte das Team von Serge Aubin zum Glück nicht allzu viel zustande. Die wenigen guten Möglichkeiten machte Wolfsburgs Schlussmann mit guten Reflexen und vorbildlichem Stellungsspiel zunichte und rettete seinem Team so die dringend benötigten drei Punkte. Gerade in der turbulenten Schlussphase der Begegnung, als Hamburgs Goalie bereits für den sechsten Feldspieler das Eis verlassen hatte und das Schiedsrichterduo offenbar das Strafzeitenkonto der Grizzlies noch geraderücken wollten, wuchs Wolfsburgs Sebastian Vogl zum Turm in der Schlacht.
Angesichts der schwindenden Kräfte seiner Vorderleute eine mehr als nötige Entwicklung – Wolfsburg kam bestenfalls vier- oder fünfmal im gesamten Drittel noch halbwegs gefährlich vor das Tor der Gäste. Der Rest war pure Abwehrschlacht und so war die Erleichterung und die Freude auf Seiten der Heimfans natürlich umso größer. Ausgelassen und sichtbar erschöpft feierten die Grizzlies mit dem zahlreich in der Halle auf sie wartenden Anhang diesen ersten richtigen Befreiungsschlag nach den so frustrierenden Heimspielen der letzten Wochen. Raupe rückwärts machten die Beine dabei nicht mehr mit...aber immerhin war die Kondition diesmal bis weit ins letzte Drittel im akzeptablem Rahmen geblieben. 
Eine Tendenz? 
 
Teamcheck
 
Tor
Vogl mit einer klasse Partie. Gute Reflexe und ein fehlerloses Stellungsspiel garantierten am Ende die volle Punkteausbeute. Gerade im letzten Drittel bekam die Defensivarbeit der Grizzlies immer schwerere Beine – die entstehenden Lücken und Chancen bügelte er tadellos aus. Mit der hohen Abprallerquote hingegen muss die Verteidigung leben, das Aufräumverhalten zeigte sich dabei zum Glück weiter verbessert. 
 
Verteidigung
Insgesamt gute Abwehrarbeit. Die bereits oben angesprochene Aufräumarbeit vor dem eigenen Tor und auch die Slotkontrolle zeigten weiter positive Entwicklungen. Gegen ein Topteam in Normalform (also auch Hamburg) würde das aber immer noch nicht reichen.
Jeff Likens mit reduzierten, aber immer noch vorhandenen Chaosansätzen, Hambly weiter etwas unsicher in der Rückwärtsbewegung. Ansonsten alle Verteidiger, im Rahmen ihrer momentanen konditionellen Möglichkeiten, mit einer sehr überzeugenden Vorstellung – auch Keller und Schaus, dessen Zweikampfschwäche an der Bande weiter nicht vollständig in den Griff zu bekommen ist.
 
Sturm
Gerrit Fausers Tag. Zwei Tore erzielt, beim dritten mit auf dem Eis. Die Powerplayformation mit Rosa und Mulock scheint neben seiner Stammformation mit Polo und Höhi ebenfalls zu funktionieren.
Sorgen bereiten mir weiter die momentan spielfähigen Ausländer im Sturm. Mit Haskins, Diesel und Milley waren dabei gleich drei in der ersten Reihe gebündelt... und bekamen leider nicht viel auf die Kette. Haskins kämpft zwar stets wie ein Tier, hechelt aber bereits nach 20 Minuten dem Geschehen hinterher und nimmt nicht zum ersten Mal überflüssige Strafen wegen Haltens. Diesel weiter unglücklich im Abschluss, hatte seine Aggressionen aber wieder besser im Griff. Milley fährt weitgehend ineffektiv übers Eis.
Defensiv kann man den Angreifern der Grizzlies hingegen durch die Bank gute Noten ausstellen. Polaczek gab diesmal darüber hinaus sehr erfolgreich die „Pest“... angesichts der Grundaggressivität auf Seiten der Gäste eine mehr als dankbare Aufgabe, die der eher klein gewachsen Stürmer der Grizzlies gegen Hamburgs Hünentruppe mutig auf sich nahm. Und dafür tüchtig einstecken musste! 
Das hat alles in allem endlich wieder Spaß gemacht –weiter so, Jungs! mb

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