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EHC - ERC Ingolstadt 2:4

Was soll das?
 
Frei nach Knödelbarde Grönemeyer drängt sich einem diese Frage in den letzten Wochen immer wieder, vorzugsweise während der Heimspiele des EHC, auf.
Gute Anfangsphasen werden immer und immer wieder vom Team der Grizzlies kläglich vergeigt. Selbstvertrauen und Biss weichen in fast jeder Partie irgendwann totaler Planlosigkeit.
So auch im vierten Aufeinandertreffer mit dem Meister aus Ingolstadt. Während beide Auswärtspartien gewonnen werden konnten, stellen nach dem gestrigen Abend die beiden Heimpartien gemeinsam die bisherigen Saisontiefpunkte dar.
Voller Tatendrang hatten die Grizzlies zunächst das von Nationalgoalie Pielmeier gehütete Gehäuse berannt. Während der Keeper der Gäste die ersten Gelegenheiten meist relativ sicher entschärfen konnte, wollte sich bei Diesels Knaller ans Lattenkreuz (8.) Fortuna wieder einmal nicht auf die Seite der Grizzlies verirren. Vorzugsweise Wolfsburgs verhinderter Toptorjäger scheint dabei das Glück einfach nicht zwingen zu können. Dass es eine Zeigerumdrehung später doch noch den verdienten Führungstreffer zu bejubeln gab, verdankten die Hausherren ihrer Paradedisziplin Powerplay. Eine schnelle Kombination hatte Marco Rosa mit einem harten Schuss zügig abgeschlossen, der zuletzt immer stärker werdende Gerrit Fauser fälschte gedankenschnell und unhaltbar zum 1:0 ab. 
Wolfsburg hielt das Tempo einigermaßen hoch, nutzte die weiter zahlreichen Torszenen aber einfach nicht konsequent zu weiteren Erfolgserlebnissen. Was dann ab der 16.Minute geschah, bleibt auch in der Nachbetrachtung und mit etwas Abstand einfach unerklärlich. Alex Polaczek klemmt nach vergebener Torchance den Schläger seines Verfolgers unterm Arm ein: Strafe Nummer eins. Gerrit Fauser hakt bei laufender Unterzahl ohne letzte Gefahr für den Wolfsburger Kasten: Strafe Nummer zwei. Wolfsburg verhielt sich nun nicht nur in der folgenden doppelten Unterzahl, sondern auch bei 4 gegen 5 wie das vielzitierte Lamm, das man zur Schlachtbank führt. Kein Körperspiel, keine Aggressivität gegen die Blueliner der Gäste und Klärungsversuche, die wie Pässe zum Gegner wirkten. Brocklehursts 1:1 und Ross’ 1:2 binnen 54 Sekunden wirkten wie reine Selbstverständlichkeiten und schienen den Grizzlies zusätzlich jegliches Selbstvertrauen für den Rest der Begegnung aus den Knochen zu saugen.
Von da ab regierte im Aufbau- und Angriffspiel der Gastgeber König Zufall. Besonders schlimm gestaltete sich das Mitteldrittel – mittlerweile so etwas wie der ganz persönliche Albtraum der Wolfsburger Anhängerschaft. Die erschreckende Mischung aus Chaos und Hasenfüßigkeit brachte schließlich auch Trainer Gross auf die Palme, so dass der für seine späten Auszeiten bekannte Wolfsburger Coach bereits in der 26.Minute den Pausenknopf betätigte. Einen Wutanfall später versuchte sein Team auch einigermaßen sichtbar wieder etwas mehr Intensität ins eigen Spiel zu bekommen... letztlich vergeblich. Wenige Minuten nach dem „Wort zum Sonntag“ übernahmen erneut die Gäste das Kommando auf dem Eis. Nachdem sie ihrerseits bereits beste Chancen ausgelassen hatten (3 auf 1 Konter, Schuss aufs leere Tore usw.) konnte mit Patrick Köppchen schließlich ein Verteidiger den längst überfälligen dritten Treffer für die Panther markieren (38.). Grizzlygoalie Sebastian Vogl hatte den halbhohen Schuss bei freier Sicht passieren lassen und damit ein weiteres negatives Ausrufezeichen in die Gesamtvorstellung seiner Vorderleute eingereiht. Dass Wolfsburg beim Start ins letzte Drittel folglich noch Chancen auf Punkte hatte, war nach diesem geradezu desaströsen Spielabschnitt allein mit Glück kaum noch zu erklären.
Leicht verbessert ging es für den EHC weiter. Dreimal durften sich die nun wieder etwas energischer auftretenden Hausherren im Verlaufe des Schlussabschnittes in Überzahl versuchen. Doch die Linie im Spiel der Grizzlies wollte einfach nicht zurückkehren. Kaum sinnvolle Spielzüge und unheimlich viel Krampf prägten vor allem diese Powerplayversuche, davon eine satte Minute in doppelter Überzahl. Erst, als wohl kaum noch jemand daran geglaubt hatte, entdeckte auch Panthergoalie Pielmeier seine spendable Seite und ließ einen einigermaßen unplatzierten Schuss von Marco Rosa stumpf nach vorne prallen. Alexander Polaczek sagte „Danke!“ und machte per Abstauber in den Winkel die Partie wieder spannend (57.). Zwar hatte der EHC am Ende dieser Begegnung, besonders durch das deutliche Übergewicht an Überzahlmöglichkeiten (7-2), mehr Schüsse auf den Kasten der Gäste als umgekehrt abgegeben, doch auch die Schlussoffensive zeigte, was das eigentliche Problem gewesen war: Die Qualität der herausgespielten Chancen und Spielzüge allgemein und die Intensität in der Arbeit zum und vor dem Tor.
Jared Ross beendete schließlich die Bemühungen der Grizzlies mit seinem Treffer ins leere Tor der Gastgeber, drei Sekunden später ertönte die für alle in orange erlösende Schlusssirene.
Dass ein Teil der Anhängerschaft das Team noch bis weit nach Abpfiff mit Dauergesang aufzumuntern versuchte, fand schließlich auch die Anerkennung der Mannschaft, die es sich nicht nehmen ließ noch einmal herauszukommen, um sich für diese Unterstützung zu bedanken. Angesichts eines Mitteldrittels, das an Aufgabe grenzte, eine zumindest diskutable Maßnahme. 
 
 
Teamcheck
 
Tor
Vogl mit einer guten Partie... wenn da nicht der vorentscheidende Fehler beim 1:3 gewesen wäre. So blieb den Grizzlies ein, mehr oder weniger unverdienter, Punktgewinn verwehrt.
Angesichts der teilweise katastrophalen Vorstellung seiner Vorderleute sind drei Gegentreffer in der Endabrechung allerdings aller Ehren wert.
 
Verteidigung
Bina und Krupp mit leichten Aussetzern, aber auch guten Szenen. Alle anderen mit mehr Problemen als positiven Akzenten. Besonders Tim Hambly, der nach seiner Verletzung einfach nicht wieder in die Gänge kommt, wirkt viel zu langsam und unaufmerksam, lässt sich immer wieder überlaufen oder verliert die Übersicht. Nick Schaus zudem wieder eher in alten Fahrwassern unterwegs – ich sag nur: Zweikampfhärte wie ein aufgeweichtes Milchbrötchen.
Insgesamt ein schlimmer Mangel an Intensität. Ein Check gegen unseren Goalie wurde diesmal zumindest mit einem Tor bestraft, ansonsten...
Vielleicht sollte man so ein Verhalten einfach mal in gemütlicher Runde bei ’nem leckeren Mate-Tee ansprechen. Da sind die gegnerischen Stürmer dann auch bestimmt total einsichtig, fahren anschließend zu unserem Torhüter und sagen: „Sorry, du. Tut mir total leid, wenn das jetzt unsensibel rübergekommen ist. Im Nachhinein tut mir das fast mehr weh als dir...“
Nicht auszuhalten.
 
Sturm
Gerrit Fauser macht Spaß. Polo, Furchner und Höhenleitner ackern wie blöde. Ende der guten Nachrichten.
Was den Rest unserer Stürmer zu dieser streckenweise geradezu eierlosen Vorstellung bewogen hat – ich weiß es nicht. Während Diesel den Nachweis erbrachte, dass man die Parole „einfach schießen“ bis zum Exzess überstrapazieren kann, tauchten mit Milley und Haskins erneut zwei Ausländer im Sturm fast komplett ab. Rosa hatte zwar den einen oder anderen individuell überragenden Moment, doch insgesamt strahlte auch er nicht die erforderliche Souveränität aus, um das Spiel seiner Reihe zu strukturieren. 
Das Fehlen von Motivator/Goalgetter Aubin und Powerplay-Schaltzentrale Voakes ist nicht zu kompensieren. Im Gegenteil: Neben den verbliebenen Ausländern fällt nun auch Mulock in immer mehr Partien deutlich ab. Ein ganz schwerer Job für Jungs wie Stas, Neuert oder Keller, die in einer derart verunsichert und chaotisch agierenden Mannschaft eigentlich nur um Schadensbegrenzung kämpfen können.   
Unsere Probleme liegen hier eindeutig bei der Ineffizienz und der mangelnden Härte beim Zug zum Tor unserer Kontingentspieler. Wir benötigen absolut dringend einen echten (also körperlich größer gewachsenen) Power Forward, der zusätzlich zum Durchsetzungsvermögen auf dem Flügel mit körperlicher Präsenz vorm Tor auch die einfacheren Spielzüge im Powerplay veredeln könnte. 
Ansonsten bleibt die Hoffnung auf ein paar mehr oder weniger glückliche Punkte vor der nächsten Spielpause im Februar. Mal sehen, was dann noch zu reparieren ist. mb 

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