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EHC - T. Sabo Ice Tigers 1:2

Lauftraining ohne Durchschlagskraft
 
Wieder eines dieser Spiele, die es in dieser Saison einfach schon zu oft gegeben hat.
Ohne die letzte Kompromisslosigkeit im gegnerischen Drittel und hin und wieder auch mit Schwächen im Spielaufbau versägten die Grizzlies die ersten beiden Drittel dieser Begegnung - mit teils schon frustrierend harmlosen Phasen des „Umherlaufens“.
Besonders ärgerlich gestaltete sich dabei die Anfangsphase, die mit zwei dicht hintereinander ausgesprochenen Strafen (6. + 9.) gegen Vinzenz Mayer alles andere als optimal lief. Trotz einer ordentlichen Vorstellung der Wolfsburger Penaltykilling-Formationen war es den Gästen nämlich gelungen, durch einen Schlagschuss von Kyle Klubertanz (8.) in Führung zu gehen und dieses 0:1 bis in die Pause zu retten. Die beste Gelegenheit auf Seiten der Gastgeber hatte dabei Matt Diesel, der einen Abpraller aus Nahdistanz nicht über Reimers Schoner bugsieren konnte. Ansonsten taten sich die Hausherren, nicht zuletzt wegen einer weiteren Strafe gegen sich äußerst schwer in die Partie zu finden.
Mit etwas offenerem Visier ging es in den, mittlerweile so gefürchteten, zweiten Spielabschnitt. Und tatsächlich die Grizzlies schienen etwas mehr Kontrolle über das Spielgeschehen zu bekommen. Da die Referees im Verlauf des Drittels gleich drei Strafen gegen die nun deutlich mehr geforderten Gäste aus Franken verhängten, schien alles in Richtung Ausgleich zu laufen... doch im Drittel der Ice Tigers ging für Wolfsburg weiter fast nichts zusammen. Die wenigen klaren Chancen vergaben die Hausherren eher kläglich, liefen dabei sogar Gefahr in Überzahl einen weiteren Gegentreffer zu kassieren. Den zweiten Konter dieser Art vollstreckten die Gäste in der 34.Minute schließlich zum 0:2, bei dem sich fast sämtliche auf dem Eis befindlichen Grizzlies alles andere als mit Ruhm bekleckerten. Allen voraus Scofield und Likens, die mit einem geradezu lächerlichen Verhalten an der Bande das Unglück im Drittel der Nürnberger eingeleitet hatten. Bei fünf gegen fünf sah es in der zweiten Hälfte des Drittels noch schlimmer aus, so dass die Gäste trotz der drei Strafen gegen sich mit der Mehrzahl an Chancen auf ihrer Seite in die Kabinen gehen konnten. Das 0:2 ging zu diesem Zeitpunkt also mehr als nur in Ordnung – es war angesichts der Schwächen im Wolfsburger Aufbauspiel sogar mehr als glücklich.
Dass es dann doch noch einmal spannend wurde, verdankten die Wolfsburger Fans schließlich Alex „Polo“ Polaczek, der gleich zum Auftakt des Schlussdrittels (43.) seine bemerkenswert bissige Vorstellung mit einem Überzahltreffer krönen konnte. Das 1:2 setzte spürbar zusätzliche Kräfte auf Seiten der reichlich gefrusteten Grizzlies frei, ein weiteres Powerplay sowie eine ganze Handvoll weitere Einschussmöglichkeiten blieben aber leider ungenutzt. Die Partie endete schließlich, wie sie für Wolfsburg begonnen hatte: Mit zwei dummen Strafzeiten, diesmal für Tyler Haskins (55.) und Matt Diesel (58.), die ihrer Mannschaft damit praktisch jede Chance auf eine stürmische Schlussphase nahmen. Den Gästen aus Nürnberg war’s recht, dankbar nahmen die Ice Tigers und ihre rund 500 ausgelassen feiernden Fans die Punkte mit auf die Heimreise. 
Wolfsburg bleibt für den Großteil der Ligakonkurrenz auch weiter eine Reise wert.
 
Teamcheck
 
Tor
Das beste vorneweg. Felix Brückmann mit einer bockstarken Partie. Keine Fehler und einige wirklich sehenswerte Reaktionen. Nachdem Vogl seine guten Ansätze erneut nicht konservieren konnte (Düsseldorf), hat nun die „Katze“ die Nase um den Startplatz in den Play-offs vorn.
 
Verteidigung
Insgesamt gute Vorstellung der Defensivabteilung. Likens mit dem Negativ-Highlight beim Shorthander der Gäste, lässt sich fast ohne Gegenwehr überlaufen. Nick Schaus dagegen kommt mittlerweile ernsthaft für eine Vertragsverlängerung in Frage – wer hätte das bis vor Kurzem noch gedacht? 
 
Sturm
Polo und Furchner mit viel Power unterwegs, Haskins und Aubin mit Abstrichen in Sachen Durchsetzungskraft noch gerade okay. Der Rest wirkte größtenteils blass und ohne den nötigen Punch. Der Diesel machte zwar viel, aber leider auch viel Mist. Traf zum Teil schlechte Entscheidungen, als er u.a. den einschussbereiten Furchner ignorierte und stattdessen lieber ein Loch in den gegnerischen Goalie schießen wollte.
Scofield mit gleich mehreren leichten Puckverlusten in der neutralen Zone und dem laschen Verhalten an der Bande beim Konter zum 1:2 lieferte ein echtes Kackspiel ab, lässt die Argumente für seine Verpflichtung weiter verblassen. Schönwetterspieler haben wir leider bei unseren Ausländer schon genug...und körperliche Präsenz ist nun auch nicht wirklich die Domäne des 1,73 großen Kanadiers. mb