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PP3 EHC - Krefeld Pinguine 3:2

Phoenix aus der Asche
 
Selten hat man eine Wolfsburger Mannschaft gesehen, die so wenig an zusammenhängenden Spielzügen und entsprechender Dominanz auf eigenem Eis ausstrahlt, wie in der laufenden Saison. Auch die Spiele gegen den KEV sollten zwar leider keine Ausnahme darstellen, förderten aber im Schlussakkord andere Qualitäten bei den Gastgebern zutage. Die rund 800 mitgereisten Anhänger der Krefelder Pinguine verwandelten dabei die in Wolfsburg gewohnt schlecht besuchte Pre-Playoff Begegnung über weite Strecken in ein Heimspiel in der Fremde. 
So gelang den Gästen auch im vierten Aufeinandertreffen binnen Wochenfrist zunächst der Führungstreffer gegen leicht verschlafen wirkende Bären – diesmal bereits nach 92 Sekunden! Mieszkowskis früher Treffer zum 0:1 stellte natürlich Wasser auf die Mühlen der ohnehin euphorisierten Gästefans dar, das erste Drittel geriet zum Höllentrip für die heimischen Grizzlies!
Angriffswelle um Angriffswelle rollte auf das Tor der „Katze“ zu, der in gewohnt abgeklärter Manier seine Farben im Spiel hielt. Lediglich eine Strafe gegen Krefelds Meyers brachte kurzfristig die dringend benötigte Entlastung für den EHC (6.), direkt im Anschluss führten die Gäste ihren Sturmlauf ungebrochen fort. Allein Mieszkowski hätte der Partie im ersten Spielabschnitt mit seinen Möglichkeiten eine erste Vorentscheidung bringen können, scheiterte aber immer wieder am bestens aufgelegten Brückmann im Tor der Grizzlies
Schwer erleichtert ging es für alle orange Gekleideten in die Kabinen bzw. an die diversen Bierstände. Das 0:1 wirkte zur ersten Pause fast wie ein kleiner Sieg gegen die klar überlegen aufspielenden Pinguine.
Und siehe da: Der Patient EHC hatte offenbar endlich das Bewusstsein wiedererlangt!
Wolfsburg trat, wie bisher in der gesamten Serie kaum gesehen, auf einmal im Stile einer Heimmannschaft an, entwickelte plötzlich Zug zum Tor und wusste die extrem offensive Spielanlage der Krefelder endlich gegen diese zu verwenden. 
Nach einigen eher mittelmäßigen Chancen zum Auftakt begann schließlich die ganz heiße, wenn auch kurze, Phase der Gastgeber. Ergebnis waren zwei 1 auf 0 Gelegenheiten für den wie besessen aufspielenden Kapitän Tyler Haskins und seinen Assistenten Sebastian Furchner (shorthanded) innerhalb kürzester Zeit (24./25.). Beide wurden dabei regelwidrig durch den jeweils letzten Mann der Krefelder beim Torschuss behindert und durften als logische Folge zum Penaltyschuss gegen Tomas Duba antreten. Während Haskins seinen Versuch sehenswert mit der Rückhand zum 1:1 verwandelte, fand Teamkollege Furchner wenig später keinen Weg an Krefelds Goalie vorbei. Ein offener Schlagabtausch entwickelte sich in den folgenden Minuten, in dessen Verlauf wiederum nur die Grizzlies den Puck im Netz des Gegners versenken konnten. Nachdem er die erste Partie der Serie noch gesperrt verpasst hatte und im zweiten Aufeinandertreffen einer der besten Krefelder gewesen war, versenkte der Diesel (37.) endlich wieder einen Puck in den Maschen des Gegners. Haskins hatte zuvor den Puck akrobatisch aus vollem Lauf und mit einer Hand an sich vorbeigezogen und ansatzlos quer auf seinen mitgelaufenen Flügelstürmer abgelegt: Tosender Jubel brandete beim verzückten Anhang der Grizzlies auf – Wolfsburg hatte die Partie tatsächlich gedreht!
Doch der KEV präsentierte sich alles andere als geschockt, zog bis zum Drittelende die Daumenschrauben seiner Offensivbemühungen noch einmal eine Umdrehung an und spielte sich schließlich komplett im Verteidigungsdrittel der Gastgeber fest. 
Man konnte in den beiden Schlussminuten förmlich dabei zusehen, wie den Akteuren der Grizzlies die Beine zu Blei wurden, als es Krefelds Offensive gelang jeden Wechsel der Gastgeber mit Dauerdruck zu unterbinden. Bei Piettas Schuss zum 2:2 Ausgleich (40.) hatte die völlig übermüdete Grizzlyformation schließlich fast nur noch Beobachterstatus – erst der Gegentreffer erlöste sie schließlich von ihrer Qual.
Mit diesem aus Grizzlysicht immer noch äußerst glücklichen Unentschieden ging es zum zweiten Mal in die Kabinen – die Spannung wuchs von Minute zu Minute.
Weiter ging die wilde Fahrt. Und es wurde noch intensiver: Beide Teams versuchten zum Auftakt des Schlussabschnitts das Geschehen an sich zu reißen, was Krefeld schließlich auch gelang. Zwei kurz aufeinander folgende Strafen gegen Wolfsburgs Mulock und Scofield bescherten den wild anrennenden Gäste in der 47.Minute sogar für weit über eine Minute doppelte Überzahl – die Entscheidung zugunsten des KEV lag in der Luft, das große Zittern in orange begann. Was die Unterzahlformationen und hinter ihnen Felix Brückmann aber dann ablieferten, sollte die Serie letztlich in genau die entgegengesetzte Richtung lenken. Mit unglaublichem Willen und eiserner Disziplin hielten die Grizzlies ihre Positionen, blockten was zu blocken war und hielten gemeinsam mit ihrem Goalie den Kasten tatsächlich über die volle Distanz der Strafen sauber. Wie, um den unermüdlichen Bemühungen der Pinguine die Narrenkappe aufzusetzen, schaffte es in der 55.Minute mit Tyler Haskins wieder der Wolfsburger Leader den Puck an Tomas Duba vorbeizuarbeiten. Furchner war zuvor unsanft Richtung Pinguingehäuse gecheckt worden und hatte die Gunst der Stunde genutzt, um den Puck im Liegen ein Stück mitzunehmen, sein Kapitän schob das Spielgerät schließlich die entscheidenden Zentimeter weiter ins Tor der Gäste.
Dank Videobeweis durften die Hausherren sogar zweimal jubeln, wobei die Bilder tatsächlich jegliche Bedenken bezüglich Torraumabseits zerstreuen konnten. 
Die insgesamt hervorragend leitenden Referees Brüggemann und Rohatsch lagen auch in dieser Situation, wie stets zuvor auch, goldrichtig und führten die Partie bis zur spannenden Schlussoffensive souverän zuende. 
Denn Krefeld gab sich natürlich noch längst nicht geschlagen, belebte den Angriffswirbel der Anfangsminuten dieser Begegnung auf ein Neues... und scheiterte ein ums andere Mal am überragenden Goalie der Wolfsburger. Beste Chancen machte „The Cat“ zunichte, trieb die Stürmer der Gäste dabei gleich reihenweise zur Verzweiflung.
Als schließlich auch das letzte Aufbäumen der Pinguine, nun ohne Torhüter und mit sechs Feldspielern unterwegs, ohne zählbares Ergebnis blieb, startete die orange Party, die den ungeschriebenen Play-off Regeln folgend seitens der Mannschaft entsprechend kurz ausfiel.
 
 
Teamcheck
 
Tor
Brückmann ist in der gesamten Serie ein überragender Rückhalt gewesen. Ohne seine stets hochkonzentrierten und durch überragende Beweglichkeit und Reflexe ausgezeichneten Leistungen, hätte es auch reichlich bitter gegen die angriffslustigen Frackträger ausgehen können. 
Großer Faktor bei diesem schon fast seltsamen Ausgang der Serie zu unseren Gunsten!
 
Verteidigung
Wenn man Tim Hambly (ungewohnt defensivschwach) mal ausklammert, hat die Abwehr einen stabilen Job abgeliefert. Keller zeigte zudem endlich Ansätze, den nächsten Schritt zu gehen! Die Härte und Schnelligkeit (München!) der Play-offs sind zudem eine exzellente Gelegenheit, um den Youngster einer abschließenden Prüfung zu unterziehen. Ebenso stark verbessert präsentierte sich Armin Wurm, der zum Saisonende wieder in Richtung Normalform tendiert.       
Ebenfalls positiv: Jeff Likens trägt das „A“ nicht umsonst auf der Brust. Während es aus Grizzlyperspektive offenbar für „Aggressiv“ zu stehen scheint, dürfte beim Gegner ein anderes Wort mit „A“ die Runde machen. Gut so!
 
Sturm
Ziemlich dünn, was die Cracks der Abteilung Attacke in den drei Begegnungen ablieferten. Das Fehlen von Voakes und Milley scheint kaum kompensierbar. Kreativität, Spielfluss und –kontrolle waren beim Gegner deutlich ausgeprägter. So blieb den Grizzlies nur der pure Wille den Puck irgendwie aus dem eigenen Tor und in das gegnerische Tor zu arbeiten. Während die Defensivbemühungen der Stürmer fast ausnahmslos in Ordnung gingen, konnten vor dem gegnerischen Tor in dieser Serie lediglich Haskins und Furchner wirklich überzeugen. Wolfsburgs zweiter Treffer durch den Diesel (endlich wieder ein Spiel FÜR die Grizzlies – „welcome back!“) wirkte als herausgespielte Torchance fast schon wie ein Fremdkörper im Spiel der Grizzlies. Vor allem die Reihe um Rosa und Aubin blieb fast alles in Sachen zwingende Aktionen im gegnerischen Drittel schuldig. Scofields Engagement bleibt weiter rätselhaft. Die Wolfsburger Nachverpflichtung wirkt gelegentlich wie ein Jugendspieler, der bei den Großen mal reinschnuppern darf. Körperlich hoffnungslos unterlegen, wissen die Mitspieler seine Schnelligkeit immer noch nicht einzusetzen. Insgesamt ist das kampfbetonte, wenig strukturierte Angriffsspiel der Grizzlies pures Gift für den kleinen Flügelstürmer...mb   

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