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VF4 EHC - Red Bull München 4:3

The big orange machine
 
Wie eine gut geölte Maschine marschierten die Grizzlies auch durch die vierte Begegnung mit dem „Angstgegner“ der abgelaufenen Hauptrunde. Am Ende hatte das von Pavel Gross perfekt eingestellte Team den vier Saisonniederlagen gegen München den vierten Sieg in den Play-offs entgegenzusetzen. Man gewinnt halt nur die wichtigen Spiele – die dann aber ohne Ausnahme.
Dass es diese Ausnahme auch im letzten Aufeinandertreffen nicht gab, war allerdings zunächst nicht wirklich deutlich geworden. Ungewohnt abwartend starteten die Hausherren in diese Entscheidungspartie und wurden auch bald Opfer dieser „Wir schauen mal, wie sie heute reagieren“ Einstellung. Selbst der sonst so konzentriert agierende Goalie der Niedersachsen erlaubte sich bereits in der Anfangsminute eine Fehlkalkulation beim Hinauslaufen und schlug mit seiner Kelle prompt über den Puck. Zwar ging diese Szene noch glimpflich für Wolfsburg aus, doch einige mehr oder weniger gute Chancen später war es dann so weit: Gleich in der ersten Überzahl der Begegnung (6.) war Jeremy Dehner für die Gäste erfolgreich. Die erste Führung in einem Spiel dieser Serie schien den Bayern endlich das lange gewünschte Selbstvertrauen zu geben, die Aktionen der Gäste wurden folglich von Minute zu Minute sicherer und zwingender. Es hätte wohl der erste Sieg für die roten Bullen werden können, doch einer ihrer Besten wollte offenbar frühzeitig in den Urlaub.
Nachdem mit Kettemer bereits ein Bulle auf der Strafbank Platz genommen hatte (14.), gesellte sich nicht einmal eine Minute später ein weiterer Kollege zu ihm – und das gleich für stolze fünf Minuten. Ein Mitspieler musste die Spieldauerstrafe wegen eines Kniechecks der übelsten Sorte absitzen, während das eigentliche Rindvieh (R. Regehr) den Spielbereich bereits Richtung Kabine verlassen hatte. Es sollte die entscheidende Phase der Begegnung werden. 
Nach einer weniger überzeugenden 5 gegen 3 Phase legte das gefürchtete Überzahlspiel der Gastgeber bei 5 gegen 4 endlich richtig los. Erst traf der Diesel auf Zuspiel seines Kapitäns Tyler Haskins (no-look backhander!) und Mitspieler Furchner (17.), dann vollstreckte eben jener Furchi auf Zuspiel seines Kapitäns (19.). München bekam die Reihe um die genannten drei Akteure plus Mulock und Hambly einfach nicht in den Griff, ließ immer wieder unnötige Nachschüsse zu und bezahlte den Preis. Dieses Schauspiel sollte sich in fast jeder folgenden Überzahl der Grizzlies wiederholen!
Als in der 29.Minute erneut diese Formation eine Überzahl eiskalt vollstreckte, schien die Partie sogar endgültig eine Vorentscheidung zu finden. Der Diesel hatte seelenruhig am langen Pfosten auf das präzise Anspiel von (na wem wohl?) Tyler Haskins warten dürfen und völlig unbedrängt eingelocht.
Dass es doch noch spannend weiterging, war letztlich dem abgefälschten Treffer vom besten Akteur auf Gästeseite zu verdanken. Nach knapp 35 gespielten Minuten hatte Daniel Sparre eine Druckphase seines Teams zum 3:2 vergolden können, mit einer laufenden Strafe gegen Wolfsburg und der nun knappen Führung ging es zum zweiten Mal in die Kabinen.
Und die Partie hielt noch einiges für das begeistert mitgehende Publikum bereit – viel Gutes für die Gäste war zur allgemeinen Freude allerdings nicht dabei!
Der erste Jubel gehörte zwar München, nur blieb der ohne Auswirkung für das Scoreboard: Einem Schlittschuhtreffer durch Seidenberg blieb zurecht die Anerkennung nach Videobeweis verwehrt (45.). Wenig später (47.) bekamen die Bullen in Unterzahl, ebenso zurecht, einen Penalty zugesprochen. Jeff Likens hatte den Puck an der blauen Linie verdaddelt und seinen enteilenden Gegenspieler per Notbremse gelegt. Doch nicht nur die Ausführung durch David Meckler blieb wenig überzeugend – kaum war der erste Schock auf Seiten der Wolfsburger verdaut, legte die gefürchtete Powerplayformation im Fortgang der Überzahl noch einmal nach. Furchners zweiter Treffer (49.) enttarnte diesmal als dritter Nachschuss endgültig die Hilflosigkeit der Gäste gegenüber diesem genialen Überzahlblock. 
München schaltete nun endgültig in den Schlussspurt-Modus. Selbst eine noch folgende Überzahl nutzen die Grizzlies im allgemein wachsenden Druck der Gäste, entgegen ihren Gewohnheiten, eher zum Verschnaufen, denn zur Erhöhung der Führung.
Und es sollte tatsächlich noch einmal richtig eng werden! Kaum hatte München seinen Torhüter vom Eis genommen, übertrieb es Wolfsburgs Kapitän mit dem Stock- und Körpereinsatz und bekam im dritten oder vierten Anlauf die fällige Strafe wegen übertriebener Härte zugeteilt. Und wie schon im ersten Heimspiel sollte dieses extreme numerische Ungleichgewicht nicht ungestraft bleiben. 20 Sekunden vor dem Ende gelang Michael Wolf doch noch der 4:3 Anschlusstreffer für seine Farben. Zu spät, wie sich herausstellen sollte!
Wenig später lagen sich die Grizzlies auf dem Eis und den Tribünen bereits in den Armen und feierten, immer noch etwas fassungslos, den Sweep gegen den haushohen Favoriten. 
Eine Wahnsinnsleistung der auf den Punkt fitt wirkenden Grizzlies hatte am Ende ihren verdienten Lohn erhalten – das Halbfinale findet wieder einmal mit Wolfsburgs EHC statt!
Dass der Gegner vermutlich Mannheim heißen und noch eine Spur übermächtiger erscheint, macht die Sache sicherlich nicht weniger reizvoll...
 
 
Teamcheck

Tor
Bis auf eine Unsicherheit zu Beginn alles bestens bei Wolfsburgs großem Rückhalt.
Einer DER entscheidenden Faktoren zum Gewinn dieser Serie, gab nicht einen einfachen Treffer im Verlauf der Serie her und blieb in München zweimal unbezwungen. 
Spitzenleistung.
 
Verteidigung
Alle gut drauf. Sogar Hambly steigerte sich endlich wieder in Richtung gewohnte Stabilität.
Höhenleitner kann angesichts seiner Leistungen eigentlich nicht mehr als Aushilfsverteidiger bezeichnet werden – vielleicht wächst da ein spätberufener Defensivkünstler heran ;)
Besonders gut gefällt mir Kilian Keller, der in den Play-offs das Gefühl für die nächste Stufe seiner Entwicklung zu finden scheint. Spitzenmäßig, wie der junge Verteidiger die Gegner reihenweise an der Bande abblockt, seinen Körper dazwischenbringt und den Puck sinnvoll herausbringt. 
 
Sturm
Das Gleichgewicht in den Reihen scheint momentan gut getroffen zu sein. Tore fielen in diesem Spiel allerdings nur im Powerplay durch die Hammerreihe um Kapitän Haskins. Das Zusammenspiel zwischen ihm und seinen Nebenleuten (Furchner, Diesel, Mulock und Hambly) war die reine Freude für alle Wolfsburger Fans. 
Aber auch die Kampfsäue Polo und Mayer machten wieder reichlich Spaß – eine Spielweise, mit der man seine Fans deutlich spürbar hinter sich bringt! 
Die beste Stimmung, die man seit langem in einem Dienstagsspiel erleben durfte, gab’s zur Belohnung von den Rängen bzw. aus der klasse mitgehenden Kurve als Dank zurück.
Die Freude auf die nächste Runde wächst (zumindest bei mir) nun stündlich...am 27.03. geht’s dann endlich weiter! mb     

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