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HF2 EHC - Mannheimer Adler 3:5

Am Anfang war der 3-Tore Vorsprung...
 
Das war fast eine Kopie des ersten Aufeinandertreffens, was Mannheimer und Wolfsburger da „aufs Eis zauberten“. Nur schien dieses Mal alles im Zeitraffer abzulaufen und sich auf das erste Drittel der Partie zu komprimieren. 
Vom Anpfiff weg ging es von beiden Teams mit Vollgas zur Sache, wobei die Gäste die ersten Ausrufezeichen vor Wolfsburgs Tor setzen konnten. Nachdem ein frühes Überzahltor der Adler (3.) wegen Torraumabseits keine Anerkennung gefunden hatte, kamen auch schon die verrückten drei Minuten der Grizzlies. Einem nicht verwandelten Penaltyshot von Wolfsburgs Diesel folgte auch schon Aubins Lattenknaller und wenig später das 1:0 durch Tyler Scofield. Alles binnen einer knappen Minute (5.) und bei eigener Überzahl.
Doch es sollte noch besser kommen: 2:0 durch Rosas schönen Deke, der den Puck locker zum quer mitgelaufenen Stas hinüberrutschen ließ (8.), 3:0 durch Likens Fernschuss-Schlenzer von der blauen Linie (8.). Dennis Endras, schon in Mannheim völlig neben der Kappe, sah bei allen Treffern nicht wirklich glücklich aus und stand wohl kurz vor der erneuten Auswechslung. Dass es nicht soweit kam, lag an zwei Faktoren. Zunächst nahm Gästecoach Ward die überfällige Auszeit, um sein Team neu zu sortieren. Dann kassierten die Grizzlies obendrei zwei mehr (Open Ice Hit als „Bandencheck“) oder weniger umstrittene Strafen hintereinander und das Spiel nahm eine ähnliche Wendung wie schon die erste Begegnung.
Einem schön herausgespielten Treffer durch Joudrey bei doppelter Überzahl (10.) ließen die Adler noch vor der ersten Pause ein weiteres Tor durch Frank Mauer (17.) zum 3:2 folgen. Kurz zuvor war auf Mannheimer Seite ein eindeutiges Charging gegen Brent Aubin nicht geahndet worden, wenig später kehrte der Puck nicht nur ins Drittel, sondern auch ins Tor der Grizzlies zurück. 
Das Mittel- und Schlussdrittel bildeten am ersten Spiel gemessen die verlängerte Schlussphase der Begegnung. Die Grizzlies wirkten nun weniger zwingend am Gesamtgeschehen mit, doch auch Mannheim schien den Bogen erst einmal nicht überspannen zu wollen und ging das Ganze etwas kontrollierter an.
Gerade im Mitteldrittel sollte sich dabei das Fehlen von Kapitän Haskins (verletzt) besonders schmerzhaft bemerkbar machen. Auch wenn die Referees bis dahin auf dem Mannheimer Auge eher blind aufgetreten waren, so gewährten sie den Gastgebern nun endlich das eine oder andere Überzahlspiel – ohne nennenswerten Erfolg. Die Powerplayformationen der Grizzlies schienen nach dem Ausfall von Voakes und nun auch Haskins zu wenig sortiert und konnten die Adler-Defensive nur wenig in Bedrängnis bringen. Zum Ausklang des Mittelabschnitts gingen die beiden Hauptschiedsrichter wieder zu ihrem gewohnten Stil über und schickten gleich zwei Wolfsburger in die Kühlbox. Im folgenden Adler-Powerplay fälschte Wolfsburgs Hambly den Puck dann zu allem Überfluss in die eigenen Maschen ab (39.) und das Spiel war drei Sekunden vor der zweiten Pause wieder dort, wo es gestartet war.
Der Schlussabschnitt sah dann, sehr zum Leidwesen der Grizzlyfans, eine überlegene Gästemannschaft, die sich den späten Treffer in der 58.Minute durchaus zu erkämpfen wusste. Vorausgegangen war erneut eine kleinliche, aber korrekte Schiedsrichterentscheidung gegen den EHC, der nach dem späten 3:4 auch noch den Schuss ins leere Tor (59.) quittieren musste.
Nicht unverdient, aber in der Art und Weise etwas befremdlich (hoher Kredit bei den Referees), gewannen die Adler somit auch das zweite Spiel der Serie und können sich nun im dritten Spiel die gewünschten Matchpucks sichern.
 
Teamcheck
 
Tor
Brückmann weiter mit einer hervorragenden Leistung gegen seinen Ex-Club. Musste diesmal nicht so viele Schüsse wie in Spiel 1 abwehren; hätte sich bei den meisten Gegentoren schon durch seinen Torraum beamen müssen, um die Tore noch zu verhindern. 
 
Verteidigung
Hambly weiter schwach, der Rest in vorzeigbarer Play-off Form. Jeff Likens’ Chaosanteile nahmen allerdings wieder zu, folglich auch die Anzahl seiner haarsträubenden Risikopässe quer durch das eigene Drittel. In einem Fall führte dies sogar direkt zum Gegentreffer. Ansonsten auf Seiten der Grizzlies der Akteur mit dem meisten Biss in der Verteidigung des eigenen Torraums / Drittels.
Keller überzeugt auch weiterhin in den Play-offs und bewirbt sich damit eindrucksvoll um eine Vertragsverlängerung beim EHC.
 
Sturm
Während Spieler wie Stas, Höhenleitner und zuvor auch Fauser (gegen München) mit überraschend starken Auftritten glänzen, tauchen Wolfsburgs Ausländer immer wieder ab.
Lediglich Marco Rosa und mit Abstrichen Tyler Scofield wussten in diesem Spiel zu überzeugen. Brent Aubin und die als Abgänge feststehenden Milley und Diesel enttäuschten hingegen wieder einmal. Zu wenig, um das beeindruckend ausgeglichen und stark besetzte Team der Adler in Schach zu halten. 
Die Ausfälle von Voakes und Haskins sind gerade unter dem Aspekt der körperlichen Überlegenheit der Mannheimer ausgesprochen gravierend. Sollten die „betreuenden“ Schiedsrichter die Regelauslegung weiterhin derart einseitig vornehmen, hat Wolfsburg wohl kaum eine Chance auch nur eine Begegnung zu gewinnen. mb