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3:5 Niederlage - DEL unterbindet Wolfsburger CHL-Teilnahme

1415 pohf spiel4 smallMit einem schon lachhaft anmutenden Strafzeitenausgleich im letzten Drittel brachte das Schiedsrichtergespann den Gast aus Mannheim wieder in die Spur. Nach der im Mitteldrittel stark herausgespielten 3:0 Führung der Hausherren, schwante den leidgeprüften Heimfans schon wieder Übles. Dass es diesmal nicht nur an der nachlassenden Kraft ihres Teams oder dummen Fouls liegen sollte, machte den Abschluss dieser spektakulären Serie unnötig hässlich. Warum es letztlich wohl doch nötig war, einem Team, das bereits mit 3:0 in der Serie am Boden lag, noch einen weiteren Tritt zu verpassen, bekommt erst mit etwas Distanz einen Sinn: Der besser abschneidende Halbfinalist rückt in die Champions Hockey League nach. Offenbar hat mit der DEG der nicht nur finanziell erwachende Riese vom Rhein Interesse an diesem Wettbewerb signalisiert. Ab der 45.Minute standen die Zeichen für das Wolfsburger Team somit auf Sturm: Für kleinste Vergehen, ganz untypisch für Play-off Gepflogenheiten, wanderten die Grizzlies reihenweise auf die Strafbank, bis das Strafzeitenkonto beider Teams einigermaßen ausgeglichen war. Dass es das Torekonto ebenfalls war, lag natürlich in erster Linie am grandiosen Mannheimer Powerplay, welches alle drei Treffer (45., 49. und 54.) scheinbar mühelos herausspielen konnte. Dass das 3:3 durch Kurtis Foster exakt mit Ablauf der letzten Strafe der Grizzlies fiel, setzte dem Debakel schließlich die Krone auf. Nachdem das Profigespann Brüggemann - Piechaczek den zahlreichen Schiedsrichterbeobachtern das Thema "Torraumabseits" zunächst auf fast schon groteske Art und Weise demonstriert hatte, wirkte das Abschlussdrittel eher wie eine Choreographie aus der Welt des Profi-Wrestlings. Beinstellen, Haken, Behinderung - bis zur 42. Minute alles Strafen, die komplett korrekt gegen die Gäste aus Mannheim gepfiffen wurden, waren für den Rest der Begegnung für die Adler leider ausverkauft. Wäre Wolfsburg ein Club, der auch nur irgendeine Lobby in der DEL hätte, der skandalöse Verlauf dieser Partie (zuzüglich diverser "Torraum-Angelegenheiten") würde vermutlich noch ein intensives mediales und ligeninternes Nachspiel haben. So wird es wohl nur eine skurrile Randnotiz der DEL-Geschichte bleiben, dass Ex-Grizzly Kai Hospelt wenige Sekunden vor dem regulären Ende mit seinem 3:4 die dritte 3:0 Führung in einer Serie umbiegen konnte. Joudreys Schuss ins leere Tor machte schließlich den Deckel auf dieses eher unrühmliche Stück DEL Play-off Geschichte: Die Grizzlies scheiden erneut im Halbfinale aus. Aufgrund der weiter angespannten Personaldecke (Lindlbauer, Wurm, Haskins, Mayer, Voakes und Fauser fielen erneut aus) kann trotz allem ganz Wolfsburg stolz auf die gezeigten Leistungen dieser Mannschaft sein, die diese Serie gegen den scheinbar übermächtigen Konkurrenten überraschend abwechslungsreich gestalten konnte.

 

1:0 Dzieduszycki (Rosa) 31.Min 
2:0 Milley (Dzieduszycki - Hambly) 33.Min PP 5-4
3:0 Furchner (Milley - Bina) 39.Min
3:1 Plachta (Metropolit - Mauer) 45.Min PP 5-3
3:2 Hecht (Hospelt - Foster) 49.Min PP 5-4
3:3 Foster (Yip - Hospelt) 54.Min
3:4 Hospelt (Rheault) 60.Min
3:5 Joudrey (Buchwieser) 60.Min ENG