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EHC - Düsseldorfer EG 2:0

Stimmungsvoller Auftakt zur neuen Saison
 
Nicht nur die Ränge der Eisarena waren gut gefüllt (2760), als mit Norm Milley ein Held vergangener Spielzeiten in den Reihen der Gäste aus Düsseldorf zurückkehrte. Auch die neue Fankurve der Grizzlys, wie der Wolfsburger Eishockeyclub nun kurz und bündig heißt, präsentierte sich mit einer großen Choreographie und begrüßte die Mannschaft äußerst würdig zum ersten Heimspiel der Hauptrunde.
So wollten sich auch beide Teams nicht lange bitten lassen und legten mit vollem (Körper-)Einsatz los. Ein intensiv geführtes Spiel mit vielen defensiven Glanzpunkten und nur wenig offensiven Ausrufezeichen sollte sich entwickeln. Zur allgemeinen Freude hatten die Hausherren letztlich mehr von der Partie und bei weitem die Mehrzahl an Torchancen – ärgerlich blieb allerdings der Ertrag...
 
Nachdem die DEG gleich drei Strafzeiten innerhalb der ersten sechs Spielminuten verbuchen konnte, rieb sich so mancher wohl schon voller Vorfreude innerlich die Hände. Doch schon früh im Spiel machten die Grizzlys deutlich, was sich bereits in der Vorbereitung angedeutet hatte: Das Powerplay ist vorerst Wolfsburgs größte Baustelle.
Bis auf zwei oder drei halbwegs gefährliche Schüsse brachten die Grizzlys selbst in doppelter Überzahl kaum etwas zustande, schoben den Puck einfach zu langsam und zu berechenbar umher.
Wenig  später hatten auch die Gäste ihre ersten nennenswerten Chancen, taten sich aber – wie auch in zwei folgenden Überzahlgelegenheiten - ebenso schwer wie die Gastgeber zuvor.
So ging es mit torlos in die erste Pause.
Dass es angesichts der Ladehemmungen auf beiden Seiten überhaupt zu einem Torjubel reichte, verdankten die Grizzlys schließlich Goalgetter Sebastian Furchner.
Schön von Kapitän Haskins in Szene gesetzt versenkte der Wolfsburger Stürmer den Puck zur verdienten 1:0 Führung (24.). Die Hausherren schienen nun endgültig am Drücker zu sein und hatten das Spiel dabei minutenlang komplett unter Kontrolle. Doch zweimal Beinstellen durch Mayer und Höhenleitner (33. / 35.) sollte die DEG schließlich wieder ins Spiel bringen.
Die beste Chance dieser kurzen Drangphase der Gäste hatte dabei bezeichnenderweise ein Spieler, der für Fans und Mitspieler wohl immer noch ein halber Grizzly ist: Norm Milley scheiterte allein vor Brückmann am starken Wolfsburger Schlussmann.
Mit einer knappen Führung ging es in die nächste Unterbrechung, doch die DEG wollte sich erneut nicht lumpen lassen: Corey Mapes reihte sich, pünktlich mit der Pausensirene, in die Phalanx der Unbeherrschten ein und „schenkte“ dem EHC ein Überzahlspiel zum Auftakt des Schlussabschnitts.
Dass die Grizzlys dieses Geschenk, wie so viele andere die noch folgen sollten, nicht annahmen, wirkte bereits zu diesem Zeitpunkt irgendwie zu selbstverständlich.
Es folgten noch sage und schreibe vier weitere Strafzeiten gegen die Gäste, dabei eine dümmer als die andere. Neben Joonas Rönnberg tat sich hierbei besonders der allseits beliebte Tim Conboy hervor, der es tatsächlich innerhalb einer Partie schaffte, zwei Überzahlspiele mit späten Hits und übertriebener Härte in doppelte Überzahlspiele zu verwandeln. 
Doch auch wenn es im Drittel der Düsseldorfer wohl allmählich nach verbranntem Gummi gerochen haben mag (20 Schüsse im letzten Drittel), Niederberger hielt alles fest, was auf sein Gehäuse kam! Es war zum verrückt werden: Die Grizzlys konnten den Sack trotz aller Mithilfe der Gäste einfach nicht zu machen. Es blieb spannend. Besonders ab Minute 57 sollte es noch einmal richtig nasse Hände geben, denn nun durfte – nach langer Abstinenz – der Gast einmal wieder das Überzahlspiel proben. 
Und Überraschung: Sie sahen dabei besser aus als die Gastgeber. Nur der hingebungsvollen Blockarbeit der Wolfsburger Defensive und einem Riesensave der „Katze“ war es zu verdanken, dass dieses Spiel nicht doch noch zum Reinfall für die Grizzlys wurde.
Voakes’ Schuss ins leere Tor (60.) machte dann den aufgestauten Emotionen auf den Rängen endlich Luft und die erste Siegesfeier der Saison durfte anlaufen.
Doch zuvor spielte sich noch ein anderer emotionaler Moment auf dem Wolfsburger Eis ab:
Die Heimfans baten geschlossen und lautstark ihren einstigen Liebling Norm Milley zur Ehrenrunde und feierten erst einmal den verdienten Akteur der jüngeren Wolfsburger Eishockeygeschichte. Nach diesen sichtlich berührenden Momenten ging es dann an die Siegesfeier mit der Mannschaft, die allerdings in Sachen Raupe und Welle (nur mit der Fankurve) noch ähnliche Schwächen wie im Powerplay offenbarte ;).
 
Teamcheck
 
Tor
Felix Brückmann mit einer Bombenleistung zum Auftakt. Gleich mit einem absolut verdienten shut out startet der Wolfsburger Goalie in die neue Saison und lässt dabei keine einzige Unsicherheit aufblitzen. Vorerst gesetzt, ohne wenn und aber.
 
Verteidigung
Insgesamt eine solide bis überzeugende Partie der Defensive. Selbst der in der Vorbereitung so wackelig auftretende Tim Hambly wusste mit stabiler Abwehrarbeit und dem einen oder anderen guten Aufbaupass zu überzeugen.
Zu früh für eine Einschätzung, doch die Eindrücke aus der Vorbereitung scheinen sich größtenteils zu bestätigen (Ausnahme s.o.). Besonders Sharrow und Seifert haben mich bis dahin positiv überrascht, Wurm und – wie gesagt – Hambly hatten eher durch träge Spielweise auf sich aufmerksam gemacht.
 
Sturm
Geschwindigkeit, Körperspiel und Defensivverhalten wussten eigentlich bei allen Akteuren zu überzeugen. Einzig die Rolle von Lubor Dibelka in diesem Team erschließt sich mir noch nicht. Seine Spielweise passt, nach dem zu urteilen, was ich bisher gesehen habe, nicht wirklich zur Grizzly-Philosophie. Aber vielleicht bringen die nächsten Wochen und vielleicht auch die eine oder andere Rotation in den Reihen 2-4 Licht ins bisherige Dunkel.
Offensiver Spielfluss und vor allem das Überzahlspiel sollten für unser Trainergespann zumindest Anreiz genug sein, um über die eine oder andere Änderung nachzudenken.
Lediglich die erste Reihe um Kapitän Haskins konnte mich bisher komplett überzeugen. Der Mitspieler von Rosa und Aubin dürfte hingegen wohl weiterhin nicht feststehen. Mulock gab jedenfalls eine nur mäßige Bewerbung ab.
 
Fazit
Insgesamt ein gelungener Saisonauftakt, der allerdings nicht nur die Stärken, sondern auch die Schwächen der Vorbereitung fortschreibt. Da ist definitiv noch viel Potential vorhanden, dass sich hoffentlich im Laufe der Saison in Zählbarem und auch Sehenswertem niederschlagen wird. Hoffentlich eine dankbare Aufgabe für unser Trainergespann.
Ich freue mich jedenfalls wie schon lange nicht mehr auf diese Saison! mb

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