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EHC - Kölner Haie 2:3

Heimspiele bleiben unterhaltsam, aber glücklos...

...wobei Glück leider nicht der einzige entscheidende Faktor zu sein scheint.
Auch gegen die Gäste aus Köln starteten die Grizzlys mit einem schnell und engagiert geführten Auftaktdrittel, hatten die Haie nach ausgeglichenen Anfangsminuten sogar gut im Griff. Problem: Nach zahlreichen ausgelassenen Hochkarätern blieb vom Angriffswirbel des ersten Drittels lediglich Furchners Powerplayknaller aus der 14.Minute auf dem Scoreboard sichtbar. Alle anderen Einschussmöglichkeiten wurden, teils spektakulär, von Kölns Ausnahmegoalie Gustaf Wesslau zunichte gemacht. Neben Wolfsburgs Paradereihe um Kapitän Haskins trat vor allem Youngster Fabio Pfohl mit vielen sehenswerten, aber glücklosen Aktionen in Vorbereitung und Abschluss in den Vordergrund.
Doch auch Wolfsburgs Torhüter sollte dank der zwar etwas selteneren, aber meist brandgefährlichen Chancen der Gäste reichlich Möglichkeiten zur Auszeichnung bekommen – und behielt bis zur ersten Pause sogar komplett die Oberhand.
Das Mitteldrittel „glänzte“ mit weitaus weniger Spielfluss und jeder Menge Strafzeiten auf beiden Seiten. Dabei ließen beide Teams jeweils alle Möglichkeiten ungenutzt, scheiterten ein ums andere Mal am überragenden Goalie der Gegenseite oder überzeugten durch aufopferungsvolle und äußerst disziplinierte Abwehrarbeit. Hochklassig, aber etwas verfahren wirkte fast das gesamte Mitteldrittel, dass mit dem 1:1 durch Alex Weiß (34.) erneut nur einen Treffer zu bieten hatte. Kurios: Erst nach anderthalb Minuten weiterer Spielzeit hatten die beiden Referees die Möglichkeit, die fragliche Situation zu prüfen und den Treffer für die Gäste zu geben. Der Puck hatte sich auf der Linie an der rettenden Kelle eines Wolfsburgers auf die Kante gestellt und somit komplett die Linie überquert – die Uhr wurde entsprechend zurückgestellt und „Mehrarbeit“ für alle Beteiligten war angesagt.
Als nach einem spektakulären Fehlpass im eigenen Powerplay Andy Reiss den enteilenden Jones nur noch per Haken stoppen konnte (39.), bekamen die Gäste sogar die erste große Gelegenheit zur Führung. Doch auch in diesem Duell behielt mit Felix Brückmann, wie so oft in dieser Begegnung, der Goalie die Oberhand.
Leistungsgerecht ging’s mit 1:1 in die zweite Unterbrechung – Köln hatte letztlich die besseren Einschusschancen und eine leichte spielerische Überlegenheit zu Zählbarem verwandelt. Das bisher so gar nicht optimale letzte Drittel stand für die Grizzlys allerdings noch aus...
Und genau so „gar nicht optimal“ ging der Schlussabschnitt dann auch los: Dummes Foul durch Likens, flottes Powerplay der Gäste mit ordentlich Verkehr im Slot...und schon schlug Sulzers Blueliner zum 1:2 im Tor der Gastgeber ein (42.). Was folgte war ein beherzter, aber mangels Zug zum Tor und erschreckend wenig Arbeit im Slot wenig überzeugender Sturmlauf der Grizzlys.
Zweimal blieben die Hausherren im eigenen Powerplay erschreckend ungefährlich, die Gäste machten es gleich im nächsten Überzahlspiel besser. Wieder waren es schnelle Spielzüge gepaart mit zwei Leuten gestaffelt vor dem gegnerischen Tor, die den Gästen den Erfolg zum 1:3 durch Jones bescherten. Im Nachschuss konnte der Kölner Stürmer den Hintertorabpraller über die Linie drücken, die Partie schien entschieden.
Am Einsatz ließen die Grizzlys es auf jeden Fall nicht mangeln, setzten wenig später bei eigener Überzahl mit Extrastürmer die Gäste noch einmal tüchtig unter Druck. Nach einem weiteren Wahnsinnssave durch Wesslau war es dann doch soweit: Wieder Sebastian Furchner war es, der dem Kölner Schlussmann das Spielgerät brachial in den Winkel schweißen konnte. Die zwei verbleibenden Spielminuten sollten allerdings nicht mehr reichen, um die defensiv hochklassig agierenden Haie ein weiteres Mal zu bezwingen.
Mit gleichmäßig verteiltem Glück wären ein oder zwei Punkte für Wolfsburg wohl alles andere als unmöglich geblieben. So ging es nun zum dritten Mal in Folge mit 2:3 vor heimischer Kulisse als Verlierer vom Eis. Schade eigentlich, denn schlecht war das Gebotene in den letzten drei Heimspiel keinesfalls gewesen.

Teamcheck

Tor
Felix Brückmann liefert ein Spitzenspiel nach dem anderen ab und hat obendrein seinen Vertrag verlängert. Da sage ich mal „Herzlichen Glückwunsch“ an die Verantwortlichen und Daumen drücken, dass er bei Konservierung dieser Leistung nicht ein Angebot für einen Zwei-Wege-Vertrag aus der NHL bekommt. Das meine ich komplett ernst.

Verteidigung
Gute Leistung unserer Verteidigerpaare, wobei ich bei den Nominierungen unseres Trainers für die „Tribünenplätze“ auch in diesem Mannschaftsteil nicht ganz folgen kann. Vermutlich basieren die Entscheidungen meistens auf Trainingseindrücken, denn das Paar Bina / Seifert (nicht berücksichtigt) zu sprengen, kann ich in keiner Weise nachvollziehen. Zwar kann nur der etwas zappelig und fehlerbehaftete Auftritt von Andy Reiss diese Einschätzung mit individuellen Eindrücken untermauern, doch auch das neu gebildete Paar Bina / Likens war in meinen Augen keinesfalls besser als die vorherige Kombination.
Vielleicht soll aber auch nur jeder mal spielen, damit keiner einrostet. Bei den bisher gezeigten Leistungen aller unserer Verteidiger sicherlich kein Beinbruch.
Die aktuellen Ergebnisprobleme gründen darüber hinaus sowieso nicht auf diesem Mannschaftsteil.

Sturm
Das aktuelle Sorgenkind der Grizzlys. Furchner harmoniert glänzend mit Haskins und dem genialen Neuzugang Daniel Widing, der wie gemacht für das Spiel der Grizzlys erscheint.
In Sachen Torgefahr war es das dann auch schon. Während die vierte(?) Reihe mit Fauser, Höhenleitner und Mayer die Gegner endlos foltert und obendrein – leider nicht sonderlich effektiv verwertete – Torchancen generiert, kommt von den restlichen 7-8 Stürmer nicht sonderlich viel Vorzeigbares. Ausnahmen bilden hier der leider verletzte und schon wieder erschreckend wichtige Voakes und Neuzugang Pfohl, der technisch gekonnt und rotzfrech einfach nur rockt.
Ich widerspreche hier einfach mal den „Experten“ von Servus-TV und behaupte, dass es bei uns NICHT an der qualitativen Tiefe im Sturm fehlt. Wenn die Reihen 2 und 3 sich irgendwann gefunden haben, werden Leute wie Aubin, Voakes und Rosa noch eine gewichtige Rolle in diesem Team spielen. Selbst zwei bis drei Ausfälle wären für diesen Kader im späteren Verlauf locker aufzufangen. Dibelka und Wallace müssen sich allerdings massiv steigern, um in diesem Team mithalten zu können. Momentan bremsen die beiden mit Mulock alle Reihen aus, an denen sie beteiligt sind. Wiederum seltsam: Stas bekommt trotz teils grottiger Leistungen einiger Akteure einfach keine Eiszeit. Für mich kaum zu erklären – vermutlich wieder so ein „Trainingseindrucksding“. Mehr Mist als unser Ex-NHLer Wallace kann man als Stürmer in einem Spiel kaum bauen. Mehrere Torchancen erbärmlich versemmelt (teilweise nicht mal den Puck getroffen), ohne Druck Pass zum Gegner bei eigenem Powerplay (durfte Wallace als Grinder in der NHL vermutlich nie spielen) und dann noch ´nen eigenen Spieler (Sharrow) fast ausgeknockt. Da muss mehr kommen! Wer so lahm wie Höhi einläuft, der muss hinterher auch so engagiert wie Höhi spielen! ;)
Insgesamt ist Wolfsburg in dieser Begegnung am Spiel vor dem gegnerischen Tor gescheitert. Das Tor mit fünf Leuten zu umkreisen und das perfekte Anspiel zu suchen reicht gegen derart hart und agil verteidigende Teams wie Köln einfach nicht aus. Erst, als sich gegen Ende auch mal ein Spieler der Grizzlys (Wallace) in den gegnerischen Slot verirrte, kam so etwas wie echte Torgefahr auf. Einen Goalie wie Wesslau mitsamt einer guten Abwehr kann man jedenfalls nur durch viel Arbeit im schmerzhaften Bereich bezwingen. Da müssen die Rollen neu verteilt oder endlich angenommen werden! mb

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