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EHC - Hamburg Freezers 0:2

Schlimmer geht’s immer

Relativ lange nach Spielschluss war ich noch versucht, es unserem Coach gleichzutun und mich einfach nicht zu diesem „Highlight“ des vergangenen Abends zu äußern.
Angesichts des extrem eindimensionalen Spiels unseres Teams werde ich mich daher neben einer Kurzzusammenfassung auf einen Kommentar zu Situation und Team beschränken.
Die Geschichte des Spiels erzählt sich mittlerweile von Woche zu Woche einfacher. Gegen die Freezers blieb das Team der Grizzlys fast durchgängig ungefährlich, erst im letzten Drittel kamen die Abschlüsse der Hausherren öfter einmal über das Niveau von Verlegenheitsschüssen hinaus. Die einzig wirklich größeren Chancen hatten bis dahin Höhenleitner und zweimal Andy Reiss in Stürmermanier vergeben. Die Gäste hingegen hatten Wolfsburg vom Anpfiff weg bestens unter Kontrolle. Goalie Nr.4, Maxi Franzreb, hielt dabei seinen Kasten dank intensiver Defensivarbeit seiner Vorderleute mit gutem Stellungsspiel relativ unspektakulär sauber, drehte dann im letzten Spielabschnitt zum Leidwesen der Grizzlys aber mächtig auf.
Vor allem Furchner und Wallace bissen sich die Zähne am Nachwuchsgoalie der Freezers aus und konnten ihre Farben, trotz etwas besserer Leistung im Schlussdrittel, nicht mehr zurück ins Spiel bringen. Ein vermeintlicher Treffer durch Tim Wallace (47.) fand nach Auswertung des Videomaterials keine Anerkennung – zumindest die Fernsehbilder sprachen dank verzerrter Perspektive keine eindeutige Sprache, legten aber einen Torerfolg näher als das Gegenteil.
So reichten den Gästen am Ende die beiden Treffer aus dem ersten Drittel, die in beiden Fällen durch zu passives und weiches Wolfsburger Abwehrverhalten begünstigt worden waren.
Liwing (13.) und Dupuis (18.) hatten schon früh die Weichen auf Sieg für Hamburg gestellt, im Schlussabschnitt verwalteten sie diesen – wie schon zuletzt Schlusslicht Krefeld – mit übersichtlichem Aufwand gegen planlos anrennende Grizzlys.
Die Länge der „Auswertung“ des Spiels hatte im Nachgang derart lange in der Kabine der Gastgeber gedauert, dass die folgende Pressekonferenz schließlich sogar abgesagt werden muss.
Man darf spekulieren (obwohl das normalerweise überhaupt nicht meine Sache ist), ob Trainer Pavel Gross sein Amt zur Verfügung stellen wollte und deshalb, zur Vermeidung eines Schnellschusses, seine Teilnahme an der Konferenz kurzfristig abgesagt wurde.

Teamcheck

Tor
Vogl mit einer guten Leistung, vertrat den kurzfristig verletzt ausfallenden Brückmann absolut gleichwertig. Hielt die Grizzlies im Mitteldrittel trotz teils grauenvollem Spielaufbau und entsprechenden Fehlern auf Schlagdistanz.

Verteidigung
Von Woche zu Woche schwächere Leistungen in diesem Mannschaftsteil. Lediglich Armin Wurm mit gutem und stabilem Auftritt, gefolgt von Björn Krupp, der einen etwas schwächeren Abend als in den letzten Spielen erwischte. Alle Ausländer darüber hinaus mit indiskutablen, langsamen und mit viel zu wenig Intensität ausgestatteten Darbietungen. Geordneter Spielaufbau und gedankenschnelle Entscheidungen konnte man dabei mit der Lupe suchen, Andy Reiss glänzte eher als Stürmer, erlaubte sich dafür defensiv die gleiche Wackelshow wie die meisten seiner Kollegen.

Sturm
Seifert spielt im 4.Sturm (wtf?!), Aubin und Dibelka sitzen auf der Tribüne. Das wirkt konsequent, kann aber nicht länger durchgehalten werden, da Seifert im Sturm völlig deplaziert ist. Der zu Beginn so hoffnungsvoll gestartete Neuzugang ist mittlerweile völlig verunsichert – wie große Teile des Teams.
Lediglich die erste und die neu formierte dritte Reihe mit Wallace, Voakes und Höhi konnten so etwas wie Gefahr ausstrahlen, wobei die Leistung von Tim Wallace der einzige positive Ausreißer des Abends für mich war. Wenn man ihn jetzt noch statt Bina (!) im Powerplay vor dem gegnerischen Gehäuse platzieren würde...oder hat der ne Klausel im Vertrag, die ihn vor Arbeit im Slot und den Schüssen der Teamkameraden „schützt“? Seltsam.
Rosa und Mulock haben mit ihren Null-Leistungen den guten Pfohl offenbar endgültig geknackt. Vom sonst so auffälligen Youngster, der zwischenzeitlich eigentlich Schmerzensgeld für die Einteilung mit den beiden Luftpumpen neben sich hätte verlangen können, war gegen die physisch überlegenen Hamburger jedenfalls nichts zu sehen. Genauso wie von der neu formierten vierten Reihe um Fauser und Stas, die zusammen mit Patrick Seifert nicht einen jämmerlichen Schuss auf das Gehäuse der Freezers bringen konnten.
Was insgesamt auffiel: Alles, was in den letzten Wochen noch einigermaßen im Team der Grizzlys funktionierte, nimmt allmählich ebenfalls Schaden. Statt Besserung tritt defensiv, offensiv und in Sachen Struktur stetige Verschlechterung ein.

Situation der Grizzlys
Es brennt. Das Team bekommt keinen Druck auf den Gegner ausgeübt, nichts funktioniert. In Überzahl gehen die Pucks bereits beim unkoordinierten Hineinstolpern ins Drittel des Gegners verloren, bei fünf gegen fünf gerät man gegen bessere Teams unter Dauerbeschuss.
Mit den zuletzt vor allem zuhause gezeigten Leistungen kann man kein einziges Team in dieser Liga besiegen. Insgesamt fühlt es sich momentan deutlich hoffnungsloser als in der Saison 12/13 an, in der man große Teile der Hauptrunde auf den letzten Rängen verbracht hatte – ohne je die Unterstützung der Fans zu verlieren.
Zu blutleer, zu chaotisch wirken die Bemühungen des Teams, bei dem Leute wie Rosa und Aubin statt als Leistungsträger bestenfalls noch als Mitläufer oder Passagiere durchgehen. Es ist irgendwie kaum zu erklären, wie ein Team, das auf dem Papier klar zur besseren Hälfte der Liga gehört derart hilflos auftreten kann. Vorbereitung und erste Spieltage hatten eigentlich angedeutet, dass man wieder oben angreifen kann. Sollte in dem seit Jahren so harmonisch agierenden Team um Spieler, Trainer und Manager der Grizzlys tatsächlich etwas außerhalb des Sportlichen schief laufen? Viele andere Erklärungen bleiben nicht übrig...
Die gefälligste Erklärung wäre eine übertrainierte Mannschaft, die momentan einfach keine Geschwindigkeit und keine Zweikampfhärte durchhalten kann. Das Chaos im Spiel der Grizzlys erklärt das allerdings auch nicht unbedingt. Da heißt es jetzt die kommenden drei Partien überstehen und die Deutschlandcup-Pause zur Neusortierung nutzen. Vielleicht erinnern sich die Spieler dann wieder an die Anfänge dieser Spielzeit – und der Trainer eventuell auch an die ursprünglichen Verteidigerpaare. mb

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