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EHC - ERC Ingolstadt 6:2

3 Stürmer für Charly

Gegen Tabellenschlusslicht Ingolstadt sollte nun endlich der zweite Heimsieg der Saison gelingen. Das Hinspiel in Ingolstadt war zumindest auf beiden Seiten ein wüstes Spiel mit vielen Fehlern und einigen brillanten Spielzügen gewesen, dass die Grizzyls nach zwischenzeitlicher 0:3 Führung am Ende mit 5:6 nach Penaltyschießen gewinnen konnten.
Dass es nicht erneut zu einem derartigen Spektakel kam, lag vor allem an den Gästen, die eigentlich zu keinem Zeitpunkt in diese Partie fanden bzw. finden konnten. Denn auf der anderen Seite zeigte sich Wolfsburg weiter verbessert und untermauerte somit das erste positive Signal aus dem Spiel in Berlin.
Der Auftakt gestaltete sich dabei gewohnt engagiert und schwungvoll, wobei der Puck wieder einmal nicht über die Linie zu gehen schien.
Doch an diesem Abend sollte der Aufwand der Grizzlys sich lohnen! Innerhalb von vier Minuten entschied, unter dem Jubel der völlig begeisterten Fans, Sebastian Furchner mit einem lupenreinen Hattrick praktisch im Alleingang die Begegnung. Jeweils in der 16., 19. und 20.Minute (Powerplay) schlug der Wolfsburger Publikumsliebling für seine Farben zu und vollendete das flüssige Kombinationsspiel seiner Reihe zum 3:0 Pausenstand.
Das Mitteldrittel verlief im Anschluss zwar nicht annähernd so atemberaubend wie die ersten 20 Minuten, doch der Grund dafür war ebenso einleuchtend wie unerfreulich: Nach zwei kleinen Strafen zu Beginn des Drittels kassierte der EHC in Person von Björn Krupp zur Mitte des Spiels zusätzlich eine große Strafe wegen hohen Stocks mit Verletzungsfolge.
Als Ex-Grizzly Laliberte nach gerade einmal 19 Sekunden zum 3:1 verkürzen konnte (32.), schwante den leidgeprüften Wolfsburger Fans bereits Übles. Doch das kurze Aufbäumen der Panther blieb ein Strohfeuer. Mit einer eigenen, reichlich dummen, Strafzeit verkürzten die Gäste die verbliebenen knapp fünf Minuten Unterzahl der Hausherren entsprechend und blieben auch in der Folgezeit einfach zu drucklos und ungefährlich.
Im Prinzip bekleckerten sich im Verlauf der Begegnung beide Teams nicht mit Ruhm, wenn es in Überzahl auf das Eis ging. Zum Ende des Mitteldrittels und zu Beginn des Schlussabschnitts durften die Grizzlys genau dieses Manko wieder einmal eindrucksvoll zur Schau tragen. Dank völlig inexistenter Arbeit vor dem gegnerischen Tor, blieben auch die Gastgeber während ihrer folgenden Powerplaysituationen erfolglos. Kaum stand im normalen Spiel 5 gegen 5 jedoch ein Spieler der Grizzlys vor dem gegnerischen Kasten (und natürlich die 1.Reihe auf dem Eis), klingelte es wieder hinter dem etwas derangiert wirkenden Pielmeier im Tor der Ingolstädter (45.).
Jeff Likens war es, der den Knaller von Abwehrkollege Seifert fast schon tiefenentspannt zum 4:1 über die Linie schieben konnte. Warum derartiges Vorgehen in Überzahl nicht möglich ist, bleibt wohl das Geheimnis der Beteiligten.
Zwar gelang mit Benedikt Kohl einem weiteren Ex-Grizzly ein Tor gegen sein ehemaliges Team (54.), doch das 4:2 löste keinen Schlussspurt seiner Kollegen aus.
Schwach auch in dieser Szene: Das insgesamt unterirdisch leitende Schiedsrichter-Quartett. Armin Wurm kniete bei Kohls Schuss ohne Helm direkt in der Schussbahn, doch die Referees sahen sich nicht veranlasset, die Partie zum Schutze eines Spielers zu unterbrechen. Neben der Tatsache, dass die Regeln ein derartiges Vorgehen durchaus hergeben, muss der Schutz der Gesundheit aller Beteiligten einfach im Vordergrund stehen. Diese komplett eierlose Reaktion der Offiziellen hätte lebensbedrohliche Folgen haben können. Konsequenzen, die kein Spiel der Welt rechtfertigt!
Im Endeffekt die Krone auf einer die Sportart verstümmelnden Regelauslegung gepaart mit unfassbar offensichtlichen Fehlentscheidungen an den blauen Linien (teilweise Pucks bis zu 30cm aus dem Drittel).
Wolfsburg blieb in der Folge spielbestimmend, erhöhte durch Mulocks Penalty (56.) und Widings Hammer zum absolut verdienten 6:2 Endstand und fuhr den heiß ersehnten zweiten Heimsieg der Saison ein. Endlich wieder feiern mit den Fans, endlich wieder positive Stimmung im mittlerweile nicht mehr so gut gefüllten Rund.
Sollten nun noch ein oder zwei Punkte aus München mit nach Hause gebracht werden, weiß man gar nicht, ob die Pause letztlich doch so recht kommt, wie man bisher glaubte.

Teamcheck

Tor
Sebastian Vogl kann mittlerweile zeigen, dass der Kampf um die Nr.1 im Tor keineswegs so entschieden ist, wie man bisher glaubte. Mit guten Reaktionen und vorbildlichem Stellungsspiel verhinderte er jeden Ansatz einer Aufholjagd der insgesamt doch recht schwachen Panther.
Spannend, wie der Trainer mit diesem enger werdenden Zweikampf „Vogl – Brückmann“ in Zukunft umgehen wird.

Verteidigung
Krupp – Likens und Bina – Seifert (endlich) machten ihren Job klasse. Die Kombination Sharrow – Wurm fiel dabei geringfügig ab, stellte sich bei den Gegentreffern leider etwas ungeschickt an. Tim Hambly sollte, falls Krupp nicht gesperrt wird, endlich seinen Platz auf der Tribüne einnehmen. Deutlich der schwächste aller Wolfsburger Verteidiger und in Überzahl völlig deplaziert – leider.

Sturm
Tja. Jetzt wissen wir, dass es in der Liga ein Team gibt, das man mit einer einzelnen scorenden Reihe besiegen kann. Ob das auch noch gegen andere Mannschaften möglich sein wird – ich wage es zu bezweifeln! Zum Glück deutete der Rest der Abteilung Attacke wieder härtere Unterstützung für die Verteidiger an, so dass man vielleicht wieder mit 2-3 Toren auch mal ein Spiel gewinnen kann. Langfristig sind Ausfälle wie Marco Rosa oder Tim Wallace aber nicht zu kompensieren. Während Mark Voakes weiter (langsam) steigende Form zeigt, bleiben die beiden zuvor genannten weiter extrem blass. Während Rosa einfach nicht in der Lage ist etwas Gefährliches zu erschaffen, verweigert Wallace weiter den Gang vor das gegnerische Tor. Welchen Zweck ein Spieler seiner Ausrichtung im Powerplay dann haben soll, bleibt mir ein Rätsel. Das Abfälschen der Schüsse kurz hinter den Bullypunkten wirkt jedenfalls schon fast albern.
Während Arbeitsmoral und Zweikampfhärte auf einem guten Weg scheinen, bleibt das Scoring weiter das große Sorgenkind der Grizzlys. So viel Spaß die geniale Reihe um unseren Kapitän (5 Assists!) auch macht, so bedenklich bleibt diese Eindimensionalität. Tyson Mulock machte es seinem Reihenkollegen Höhenleitner zumindest schon einmal nach und setzte mit seiner Leistung ein gutes Signal – Marco Rosa lässt sich vielleicht auch irgendwann davon anstecken. Vielleicht finden aber auch Rosa und Aubin doch noch irgendwann zueinander...man kann nur hoffen. mb