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EHC - Straubing Tigers 8:1

Mit Vollgas ins Glück

Nach oftmals frustrierenden Wochen mit Heimspielen weit südlich des „Spaßäquators“ gelang den Grizzlys nun endlich ein richtiges Eishockeyfest!
Gehörten die Anfangsminuten den zunächst sehr ambitioniert auftretenden Gästen, so fand das Team von Pavel Gross durch Widings 1:0 (6.) praktisch von einem Moment auf den anderen komplett ins Spiel.
Es folgte ein lange nicht mehr gesehener Sturmlauf des Wolfsburger DEL-Ligisten, der vor allem im Überzahlspiel die Statistiken Lügen strafte. Besonders auffällig in dieser Disziplin: Mark Voakes und Robbie Bina präsentierten sich endlich wieder in den aus der letzten Saison bekannten Rollen. Voakes als Denker und Lenker des Überzahlspiels und Bina als einrückender Vollstrecker sollten dieser Begegnung deutlichst ihren Stempel aufdrücken.
Der erste Streich durch das erwähnte Duo folgte keine zwei Zeigerumdrehungen nach dem Führungstreffer und stellte die 2:0 Führung dar, Mulock hatte Binas Schuss noch entscheidend abfälschen können (8.). Konter der Gäste entschärfte der gewohnt sichere Rückhalt im Tor der Grizzlys, der an diesem Abend Felix Brückmann hieß. Fausers 3:0 in der 14.Minute schien dann die nächste Eskalationsstufe im Foulspiel der Gäste loszutreten. Mit teils haarsträubend dummen Aktionen verbauten sich die Tigers bereits im Auftaktdrittel praktisch jede Chance, in diese Partie noch einmal zurückzukehren. Bei doppelter Überzahl bestrafte Widings 4:0 Röthkes und Climies Stockschläge umgehend und sorgte schon für so etwas wie eine Vorentscheidung. Die Halle feierte schon längst die Riesengaudi... und sollte noch mehr geboten bekommen!
Der Mittelabschnitt, in dieser Saison eher der „Abschnitt des Grauens“ auf Seiten der Grizzlies, fing leider erst einmal mit sehr bekannten Bildern an. Straubing übernahm, wie schon zu Beginn des Spiels, erst einmal das Kommando auf dem Eis und erspielte sich zahlreiche Gelegenheiten auf den ersten Treffer.
Dass dieser erst in der 27.Minute fiel, war vor allem Wolfsburgs Goalie zu verdanken, der sich mit einigen spektakulären Saves immer wieder im Zentrum des Geschehens wiederfand.
Doch der Wolfsburger Einbruch sollte ausbleiben. Von den eigenen Fans noch einmal energisch nach vorne gepeitscht, schlug das energiegeladene Überzahlspiel der Grizzlys schon eine Minute später zurück. Robbie Bina stellte mit seinem Treffer (28.) den alten Abstand wieder her und räumte die letzten Zweifel an einem erfreulichen Spielverlauf endgültig aus. Straubing wirkte zunehmend überfordert mit dem Schwung und der Durchschlagskraft der Gastgeber, was sich in einer Flut von Strafen wegen „Haltens“ oder „übertriebener Härte“ äußerte. Wolfsburg hingegen schlug statt mit Stock oder Fäusten weiter ungerührt im Powerplay zu, netzte in Person von Marco Rosa [sic] in der 37.Minute zum vielumjubelten 6:1 ein und durfte auch das Schlussdrittel in erneuter Überzahl beginnen.
Kaum war das Schlussdrittel gestartet, da durfte auch schon wieder gejubelt werden. Robbie Bina mit seinem zweiten Powerplaytreffer (49.) avancierte allmählich zum „man of the match“ dieser einseitigen, aber durchaus spaßigen Partie. Binas 8:1 in der 42.Spielminute – wiederum in doppelter Überzahl – komplettierte schließlich seinen Hattrick und brachte zudem den Frust der nun völlig entnervten Gäste endgültig zur Explosion. Jobke, Connolly und Zalewski ließen direkt im Torjubel der Grizzlys die Fäuste gegen zwei ihrer Hauptärgernisse (Likens und Bina) fliegen und kassierten in der Endabrechnung zweimal zwei Minuten mehr als die Gastgeber. Nach einer mehrminütigen Spielunterbrechung zwecks Strafzuordnung war der Spielfluss der Partie dann allerdings komplett im Eimer. Mangels Schwung und angesichts des ohnehin mehr als deutlichen Spielstandes, fielen keine weiteren Tore mehr und die Powerplayquote der Grizzlys fiel schließlich auf „nur“ 50 Prozent. Dem Spaß an diesem Befreiungsschlag tat das nur unwesentlich einen Abbruch – die Fans feierten die Partie einfach zuende und genossen die Ehrenrunde mindestens genauso intensiv wie Robbie Bina. als „Häuptling“ des Abends.
Nach den unerfreulichen Nachrichten des vorhergehenden Wochenendes und der weiterhin bestehenden Spannung bezüglich des Skoda-Engagements war dieses Spiel Balsam für die mittlerweile doch recht geschundene Wolfsburger Eishockeyseele.


Teamcheck

Tor
Felix Brückmann ist weiterhin in Topform und im Rennen um die 1a-Position eine Nasenspitze vor Sebastian Vogl. Auf der Torhüterposition liegt das Team mit diesen beiden Goalies weiter deutlich über den ohnehin hohen Erwartung.

Verteidigung
Insgesamt eine solide Leistung gegen die vor allem zu Beginn der ersten beiden Drittel durchaus fordernd auftretenden Tigers. Schwächen konnte ich vor allem bei Jimmy Sharrow ausmachen, der weiterhin etwas arthritisch daherkommt und auf engstem Raum leicht überfordert wirkt. Schade. Nachdem der Saisonanfang vielversprechend ausgesehen hatte, empfiehlt sich der Ex-Eisbär immer öfter für den Platz auf der Tribüne.
Robbie Bina „Eishockeygott“ hat seine Rolle im Powerplay offenbar wiederentdeckt. Einfach, schnell und direkt von seinen Mitspielern eingesetzt macht der eigentlich als Defensivverteidiger bekannte Bina mittlerweile schon im zweiten Jahr in Folge im Überzahlspiel von sich Reden. Hoffen wir, dass die Rezeptur weiter funktioniert!

Sturm
Das Powerplay war, neben Robbie Bina, der Star des Abends. Denker und Lenker Voakes hatte sicherlich seinen Anteil an dem endlich wieder geradliniger und druckvoller agierenden Spiel der Grizzlys. Doch das Wichtigste Element des Überzahlspielspiels war letztlich das Entscheidende: Die Arbeit im Slot zahlte sich in dieser Partie äußerst reichhaltig aus, davon sage und schreibe dreimal direkt per abgefälschtem Schuss!
Wenn dieses Kernelement, nämlich das Bestrafen der gegnerischen Fouls, endlich wieder gelingen sollte, wird der Weg der Grizzlys zwangsläufig wieder nach oben führen. Läuferische Überlegenheit (in dieser Saison nicht immer zu sehen…) zahlt sich häufig nicht unbedingt in direkter Torausbeute aus, sondern muss über den Umweg der sich ergebenden Überzahlspiele verwertet werden!
Ganz nebenbei habe ich eine leichte Aufwärtstendenz bei Wallace (wie auch bei einigen anderen) festgestellt…die Hoffnung stirbt zuletzt.

Zu den Entwicklungen der letzten Woche möchte ich mich in Form einer Frage äußern:

„Fußball ist alles?“

Mit DEM Eishockeysponsor in der Markengruppe und einem sportlich fast immer über den Erwartungen abliefernden Eishockeyverein sollte sich die Frage des weiteren Sponsorings eigentlich nicht stellen. Tut sie aber, im Gegensatz zu jedem noch so nebensächlichen Fußballsponsoring, offensichtlich doch. Allein die Tatsache, dass man den bisher so hart und erfolgreich arbeitenden Eishockeyverein so lange über seine Existenzgrundlage im Unklaren lässt, erinnert an die unwürdige Posse um den Hallenbau, den dann doch der Steuerzahler schultern musste.
Man kann nun nur hoffen und beten, dass die harte Arbeit der vergangenen Jahre nicht in einem symbolischen Akt (denn nichts anderes wäre eine drastische Kürzung oder Einstellung der Unterstützung) zunichte gemacht wird. Ein oder zwei Bankdrücker beim vermutlich trotzdem erfolgreichen VfL weniger und die Summe wäre ohne spürbaren Effekt ebenso eingespart…wenn es denn tatsächlich ums Geld gehen sollte! mb

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