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EHC - Schwenninger Wild Wings 4:1

Viel Arbeit, wenig Glanz

Mit viel Kampf und ebenso viel Krampf startete das Team von Pavel Gross in diese wichtige Begegnung. So fiel die gewohnte Anfangsoffensive diesmal dem hartnäckigen Bekämpfen des gegnerischen Spielaufbaus zum Opfer. Besonders im Fokus hierbei: Schwenningens gefürchtete erste Reihe um Topzugang und –scorer Will Acton. Zwar hielt Wolfsburgs Erstligist eben diese Reihe weitestgehend in Schach, leistete sich im Verlauf des Spiels aber immer wieder haarsträubende Ungenauigkeiten im Aufbauspiel. Furchners 1:0 aus der 16. Spielminute beantworteten die Gäste folglich prompt nach einem dieser Fehler aus der Vorwärtsbewegung. Ashton Rome netzte nur zwei Minuten nach der Wolfsburger Führung zum verdienten Ausgleich ein - ironischerweise gegen die zuvor so glänzend agierende 1.Reihe der Grizzlys, die nun alles andere als glücklich aussah.
Im Mitteldrittel bekamen die Gäste, nicht zuletzt durch zwei Strafen gegen Wolfsburg, allmählich etwas Oberwasser, scheiterten aber ein ums andere Mal am guten Unterzahlspiel der Gastgeber...oder an Sebastian Vogl im Gehäuse der Grizzlys! Der Wolfsburger Goalie blieb weiter ein gefragter Mann, vor allem, wenn seine Vorderleute nicht nur zu viert auf dem Eis waren. Sämtliche Hochkaräter nach Wolfsburger Unachtsamkeiten entschärfte der Torhüter des EHC und hielt seine Farben damit auf Kurs. Dass es für die Grizzlys doch noch mit einer Führung in die Kabinen ging, verdankten die Gastgeber dem seit Wochen überzeugenden Fabio Pfohl, der die Scheibe mit der Rückhand sehenswert in den Giebel hebeln konnte. (38.).
Es blieb knapp, nicht zuletzt durch die wenig attraktive und mit wenig Fluss ausgestattete Spielweise der beiden Teams. Zwar nahm die Zahl der Wolfsburger Chancen endlich wieder zu, doch die Schüsse ähnelten meist den Versuchen der bisher gesehenen Partien der Grizzlys: Ungefährlich, teilweise aus Winkeln, aus denen der Torhüter schon aus dem Weg springen müsste, um daraus ein Tor entstehen zu lassen. So hatten die Gäste mit ihrem von Tim Hambly verursachten Penalty (50.) tatsächlich die größte Torchance bis dahin – trotz deutlichem Übergewicht der Gastgeber.
Ein Glück, dass Torschütze Ashton Rome seinen Strafschuss geradezu jämmerlich vergeigte, sich praktisch schon mit dem gewählten Anlaufwinkel selber die Optionen beim Abschluss massiv beschnitten hatte. Sebastian Vogl folgte dem, quasi vorbeilaufenden, Rome von einer Seite seines Gehäuses zur anderen und verhinderte den Torschuss praktisch vollständig. Der zaghafte Lupfer an die Schoner des Wolfsburger Schlussmanns läutete praktisch den Schlussspurt der Grizzlys ein, die nun endlich wacher und noch einmal aggressiver zu Werke gingen. Die Gäste schalteten ebenso noch einen Gang hoch, doch bekam den Schwänen der Hochgeschwindigkeitsmodus weit weniger als den Hausherren. Per Doppelschlag entschieden die Grizzlys nach 57.Minuten diese bis dahin so enge Partie und konnten somit den dritten Heimsieg der Saison unter Dach und Fach bringen. Besonders glücklich dürften am Ende die Torschützen dieses entscheidenden Doppelschlags gewesen sein: Tim Wallace mit Torpremiere und Brent Aubin mit seinem zweiten Saisontor feierten ihre Treffer ausgiebig und nährten ganz nebenbei die Hoffnung der Fans auf eine Wende im Saisonverlauf.
Die anschließende Ehrenrunde spiegelte dabei ein wenig das bisher gesehene wieder: Die Anzahl der feiernden Fans war schon einmal etwas höher, die Ausführung der Raupe ähnelte dabei dem Zusammenspiel in den einzelnen Blöcken der Mannschaft – Koordination und blindes Verständnis kommen wohl erst mit den nächsten Siegen.

Teamcheck

Tor
Sebastian Vogl bestätigt den zuletzt zu erkennenden Trend in Richtung Topform.
Bis auf eine Ausnahme bügelte er die Fehler seiner Vorderleute allesamt aus und war eine der Hauptkomponenten, die diesen hart erkämpften Arbeitssieg erst möglich machten.
Sehr gut. Der Torhüterzweikampf nimmt nun wirklich vielversprechende Züge an...

Verteidigung

Insgesamt solide Leistung, bei der Hambly und Sharrow gerne etwas mehr anbieten dürften.
Sollten irgendwann alle Stürmer bei Normalform ankommen, dürfen eigentlich nur diese beiden als 10.Ausländer auf der Tribüne landen. Doch dank der vielfältigen Probleme in der Offensivabteilung wird dies wohl nur noch selten der Fall sein.
Das Videomaterial sollte in der Frage „Wie verhalte ich mich bei Puckverlust in der Vorwärtsbewegung“ jedenfalls für nahezu alle Defensivakteure geeignete Beispiele bereithalten.

Sturm
Nach einer eher wenig erbaulich anzuschauenden Partie überwiegen in dieser Abteilung trotzdem die positiven Aspekte, denn:
Die erste Reihe funktioniert weiterhin, die Kontrolle stand diesmal vor der großen Offensivleistung.
Die vierte Reihe rockt ebenfalls weiterhin.
Das Duo Aubin / Pfohl legte sich gegenseitig die Treffer auf, zeigte erste Anzeichen von Harmonie. Ganz wichtig für beide Spieler, aber wohl besonders für Brent Aubin, der in dieser Saison verzweifelt versucht aus dem Leistungstief zu kommen. Da der sympathische Kanadier in Diensten der Grizzlys eigentlich über jede Charakterfrage erhaben scheint, freut mich dieser erste Schritt natürlich außerordentlich!
Wenn jetzt auch noch Marco Rosa aus seinem Dornröschenschlaf erwachen würde...
Apropos Erwachen: Tim Wallace gelang endlich, ebenso wie Kollege Pfohl, der erste Treffer in der laufenden Saison Während der Youngster aber kontinuierlich zu den Besseren seines Teams gehörte, zählte Neuzugang Wallace auch in diesem Spiel zu den schlechtesten Akteuren auf dem Eis. Bleibt zu hoffen, dass der Ex-NHL Profi noch Zeit benötigt, um das Spiel der Grizzlys zu verinnerlichen. Seine Abschlussversuche fielen, bis zu seinem sehenswerten Treffer, fast allesamt in die Kategorie „erbärmlich“. Bleibt zu hoffen, dass sich meine Befürchtungen bezüglich Wallace nicht bewahrheiten und der US-Amerikaner mehr als nur ein reiner Spielzerstörer und Spielstandverwalter ist. Passgenauigkeit und Spielübersicht sprechen bisher leider eine andere Sprache. mb

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