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EHC - Red Bull München 3:2

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Spannung pur zum Jahresabschluss

Was wie eine lockere, vielleicht etwas einseitige Eishockeyparty begann, wurde am Ende doch noch echter Nervenkitzel.
Die Grizzlys erwischten zunächst einen absoluten Traumstart und überrumpelten die Gäste aus München gleich in den Anfangsminuten der Partie.
Nach 19 Sekunden hatte Mark Voakes bereits den ersten Druck auf das Münchner Gehäuse mit dem 1:0 veredelt. Kurios: Jeff Likens war bereits vor dem Puck im Netz der Gäste gelandet, erlebte das Tor somit aus ungewohnter Perspektive. Da der Wolfsburger Verteidiger durch einen Gegenspieler zu Fall gekommen war, gaben die äußerst großzügig leitenden Schiedsrichter den Treffer entgegen aller Proteste der Gäste.
Das Drittel nahm weiterhin einen wilden Verlauf – und die Grizzlys profitierten von der offenkundigen Desorientierung der roten Bullen.
Nachdem Kapitän Haskins einen weitren Puck vorbildlich erkämpft hatte, ließ Dibelka den Münchner Goalie eiskalt aussteigen (8.) und vollstreckte zum 2:0. Zwei Minuten später, es schien irgendwie zu leicht, gelang Sebastian Furchner sogar das 3:0. Münchens aus den Birken sah bei dem Schuss aus Halbdistanz nicht allzu glücklich aus, ließ sich im Anschluss für David Leggio auswechseln. Das Signal zeigte Wirkung. Ab diesem Zeitpunkt dominierte der Gast aus dem Süden, Wolfsburg lebte offenbar weiter in der Vorstellung, dass man mit München einfaches Spiel hätte.
Dass es zur ersten Pause noch 3:0 stand, verdankten die Gastgeber erneut ihrem überragenden Goalie und einer großen Portion Glück. Latte und Pfosten (sah aus wie im Tor – kein Videobeweis!) retteten, wenn Brückmann bereits geschlagen war. Die Grizzlys mussten dringend zulegen, um den Vorsprung nicht ebenso leicht zu verlieren, wie er entstanden war!
Doch auch im Mitteldrittel war weiterhin nichts von einer Steigerung der Intensität auf Seiten der Gastgeber zu beobachten. So überraschten die Treffer durch Jaffray (27.) und Seidenberg (32.) keineswegs und stellten am Ende des Mitteldrittels einen sogar schmeichelhaften Zwischenstand dar. Während Jaffrays Abstauber nach Bogenlampe eher unglücklich gewirkt hatte, offenbarte der zweite Münchner Treffer die Problematik der nachlässigen Wolfsburger Gangart vollends.
Pünktlich zum Schlussdrittel meldeten sich die Grizzlys endlich wieder mit der gewohnt laufintensiven und aufopferungsvollen Einstellung zurück und schafften es tatsächlich den knappen Vorsprung ins Ziel zu retten. Während die Gäste dem frühen Rückstand auch weiterhin beherzt, aber glücklos hinterherliefen, warfen sich die Gastgeber mit allem was sie hatten in eben diese Bemühungen hinein. Fast wäre im eigenen Powerplay sogar die Vorentscheidung gelungen, doch Münchens Leggio erwies sich als unüberwindliches Hindernis für alle Wolfsburger Stürmer.
So ging das Zittern bis zur allerletzten Sekunden weiter, denn auch die letzten Münchner Bemühungen – ohne Goalie – konnten die Grizzlys nicht zum vorentscheidenden Empty net goal nutzen.
Entsprechend explosiv fielen dann auch Jubel und Feierlichkeiten nach dem erlösenden Schlusspfiff aus: Die Grizzlys hatten zum Jahreswechsel tatsächlich den Sprung unter die Top 4 geschafft!

Teamcheck
Neben dem gewohnt starken Felix Brückmann wusste dieses Mal vor allem die erste Reihe der Grizzlys zu überzeugen. In den wichtigen Phasen der Begegnung setzten die Spieler um Kapitän Haskins die richtigen Akzente, um ihr Team mitzureißen. Ein Lob muss an dieser Stelle auch einmal an Marco Rosa gehen. Als einer der Topscorer der Grizzlys in die Saison gestartet, nimmt der kanadische Center seine Rolle als Kämpfer extrem überzeugend an, auch wenn seine Vorlagen und Tore dem Wolfsburger Team, genau wie sein kongenialer Partner Brent Aubin,  natürlich etwas fehlen. Wirklich aufgefallen ist mir allerdings leider nur etwas Negatives: Sharrow und Wurm bereiten mir, besonders als Duo, weiterhin Kopfschmerzen. Da fast alle Verteidiger wechselnde Mitspieler während einer Partie haben, fällt es schon sehr auf, dass eben diese Kombi einfach nicht mit anderen mithalten kann. Stellungsspiel und gedankliche Schnelligkeit lassen einfach immer wieder zu wünschen übrig und führen, wie nun wieder zu sehen, zu Gegentreffern der überflüssigen Art. Angesichts der Wolfsburger Defensivstärke ist das natürlich Jammern auf hohem Niveau. ;) mb