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EHC - Eisbären Berlin 3:2

Die Bären sind los

Das Aufeinandertreffen der Eis- und Grizzlybären bedeutet so gut wie immer ein intensives Eishockeyerlebnis, das sowohl auf dem Eis als auch auf den Rängen für spannende Momente sorgt. So auch diesmal, denn die Gäste waren mit über 1000 Anhängern und der Tabellenführung im Gepäck angereist, um den Grizzlys auch im vierten Vergleich die Punkte zu entreißen.
Doch auch die Gastgeber sorgten mit weit überdurchschnittlichem Zuschauerinteresse und dem festen Willen ihr Team nach vorne zu peitschen nicht nur für ein ausverkauftes, sondern auch ausgesprochen stimmungsvolles Haus.
Beide Teams ließen sich dann auch sichtbar von der dichten Atmosphäre anstecken und lieferten vom ersten Moment an einen mehr als verbissenen Fight ab. Dank ihrer läuferischen Qualitäten eroberten die Gastgeber auch umgehend eine leichte Überlegenheit in Sachen Spielanteile, Chancen auf die erste Führung des Spiels ergaben sich zunächst aber absolut ausgeglichen auf beiden Seiten. Micki DuPonts Schuss (7.) hatte dabei die Gästefans zum ersten Mal zum Jubelschrei ansetzen lassen – doch der mehrfach abgefälschte Schuss blieb eine Beute des erneut gut aufgelegten Sebastian Vogl im Tor der Grizzlys!
Während die Gastgeber ihrerseits mehrfach an Vehanen scheiterten, war es das starke Wolfsburger Powerplay, das für den ersten Torjubel des Abends (13.) sorgen sollte.
Gerade einmal 15 Sekunden hatte Mark Bell für die Eisbären auf der Strafbank Platz genommen, da vollstreckte Wolfsburgs Furchner bereits eine schöne Kombination zum frenetisch gefeierten 1:0. Das diagonale Anspiel seiner Formation hatte der Torjäger eiskalt in den Winkel genagelt und Vehanen somit gegen die Laufrichtung erwischt.
Der Jubel war kaum verklungen, da brachten sich die Gäste durch zwei weitere Strafen erneut selber in die Bredouille. Während der wenigen Sekunden doppelter Überzahl (16.) dann die größte Gelegenheit der Gastgeber: Daniel Widing verfehlte im ersten Anlauf noch die Direktabnahme von der blauen Linie, hämmerte das Spielgerät dann aber im zweiten Versuch leider nur an den Pfosten des Berliner Gehäuses. Das Spiel ging mit einer verdienten, vielleicht sogar etwas zu knappen Führung für die Hausherren in die erste Pause.
Und der zweite Durchgang sollte den Heimfans sogar noch mehr Freude bereiten...
Wieder gastierte recht schnell ein Eisbär in der Kühlbox, wieder schlugen die Grizzlys knallhart zu. Sportliche 13 Sekunden berührte das Hinterteil von Spencer Machacek die Strafbank der Gäste, da durfte er – sehr zum Leidwesen seiner Teamkollegen – auch schon wieder mitmachen. Robbie Bina hatte in bester Stürmermanier den schönen Querpass von Fabio Pfohl in die Maschen genagelt (24.). Binas One-timer ließ die Heimfans langsam aber sich von drei Punkte träumen, Fausers 3:0 ließ den Traum dann noch ein ganzes Stück realistischer erscheinen!
Nach rund 30 gespielten Minuten wirkte das Tor des Wolfsburger Stürmer fast wie eine Kopie des zweiten Treffers, denn wieder hatte Fabio Pfohl mit einem gut getimten Querpass die Direktabnahme (diesmal von der rechten Seite) ermöglicht. Dass die Eisbären diesmal mit voller Anzahl an Spielern auf dem Eis gestanden hatten, fiel dabei fast nicht auf...
Das Spiel der Gäste wurde nun zusehends ruppiger und von erstem aufkommenden Frust gezeichnet. Dass bis zur nächsten Drittelpause nur eine weitere Unterzahlsituation für die Gäste entstand, lag dabei in erster Linie an der recht originellen Regelauslegung des Schiedsrichterduos. In der Endabrechung hatten die Referees allerdings beiden Teams eine ganze Reihe von seltsamen Entscheidungen, die eine klare Linie in der Regelauslegung leider vermissen ließen, aufs Auge gedrückt. Trotz dieser für Berlin (von der Strafzumessung) eher günstig verlaufenden Phase, hatten die Grizzlys weiterhin die besseren Chancen auf einen weiteren Treffer. Gleich zweimal scheiterte dabei Wolfsburgs Pfohl im 1 gegen 1 am Goalie der Hauptstädter, so dass die Partie mit 3:0 in die letzte Unterbrechung ging. Kurz vor dem Ende des zweiten Abschnitts hatte dann auch Gästecoach Uwe Krupp noch sein Bluthochdruckerlebnis: Ausgerechnet bei der einzigen Entscheidung der Referees in dieser Phase gegen sein Team lagen die Schiedsrichter auch noch falsch! Die Aktion gegen Tyson Mulock als Bandencheck (39.) zu ahnden, durfte vermutlich eher als Konzession an die eigene Inkonsequenz bis dahin gesehen werden. Der Wolfsburger Stürmer hatte sich während des laufenden Checks weggedreht und war mit übersichtlichem Druck im Glas gelandet. Die folgende Unterzahl blieb dabei weitgehend ungefährlich für die Gäste.
Die Eisbären wollten es im Schlussdrittel nun noch einmal wissen. Ihrem so zahlreich mitgereisten Anhang boten die Berliner nun das kleine bisschen Extrapower an, dass die Hausherren nun – die vermeintlich sichere Führung im Rücken – ein wenig vermissen ließen.
Das erste Überzahlspiel des Schlussabschnitts brachte schließlich zusätzlichen Schwung in die Reihen der Gäste und die ihrer Fans: Tine Braun hatte den Puck mit einem flachen Hammer von der Blauen trocken im Netz versenkt (46.) und den Eisbärentank offenbar neu befüllt. Unter Volldampf drängten die Gäste nun auf den Anschluss. Wolfsburg hingegen fand nicht mehr zu hundert Prozent zu seiner intensiven Spielanlage zurück. Gerade als die Grizzlys das Spiel wieder unter Kontrolle zu bekommen schienen, traf sie gleich doppeltes Unglück. Erst scheiterte Fabio Pfohl auch in seinem dritten direkten Duell mit Vehanen, dann leitete Kollege Likens auf der anderen Seite des Eises mit einem haarsträubenden Fehlpass den Berliner Anschlusstreffer ein. Olvers 3:2 nach etwas mehr als 55 gespielten Minuten verlieh den Gästen, auch ohne Red Bull, noch einmal Flügel. Doch nachdem Mark Bell in der Folgezeit gleich zweimal an Wolfsburgs Goalie gescheitert war, beendete Teamkamerad Machacek den Sturmlauf der Eisbären mit einer Aktion der Kategorie „selten dämlich“ vorzeitig (59.). Der Berliner Stürmer hatte vor dem Wolfsburger Tor liegend seinem Gegenspieler die Beine „weggefegt“, wanderte folgerichtig für den Rest der Begegnung auf die Strafbank. Hochkonzentriert arbeiteten die Gastgeber den Sieg schließlich über die Ziellinie und ließen sich von ihrem Anhang gebührlich feiern.

Teamcheck

Tor
Sebastian Vogl liefert weiter ab. Auf höchstem Niveau unterliegt sein Spiel momentan nur geringen Schwankungen, so dass Kollege Brückmann (ohne vorher enttäuscht zu haben) momentan nur in Lauerposition bleiben kann. Bei der Dichte der Spiele bis zum Dienstag scheint aber ein Einsatz für die „Katze“ nicht gänzlich ausgeschlossen.

Verteidigung
Lediglich das Missgeschick von Jeff Likens bliebt als negativer Eindruck im Gedächtnis. Ansonsten, wieder einmal, eine granatenstarke Vorstellung aller Verteidiger. Robbie Bina macht als Torjäger natürlich extra Spaß! Nach einem Sieg kann ich sogar mit der Showeinlage von Jimmy Sharrow leben...

Sturm
Eigentlich sollte man jeden Monat ein Highlightband von Fabio Pfohl nach Köln schicken. Einfach so, ohne jeden Hintergedanken...Uwe Krupp findet’s bestimmt auch lustig!
Alle Reihen mit Top-Disziplin in der Rückwärtsbewegung. Besonders erfreulich ist dabei die vierte Reihe, die von Woche zu Woche stabiler erscheint und nun sogar Torchancen erzeugt.
Wenn nun Widing und Aubin wieder anfangen zu treffen...nicht auszudenken.
Am Dienstag kann man vermutlich zum ersten Mal unseren Neuzugang McLean begutachten – nicht ganz risikofrei, wenn man aus einem funktionierenden Team nun jemanden auf die Tribüne setzt! mb

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