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EHC - Augsburger Panther 8:1

Einer geht noch...

Das war schon ein ausgewachsener Gaumenschmaus, was die Grizzlys am Sonntagnachmittag ihren Fans servierten!
Was mit fleißiger Defensivarbeit und stark verbesserter Laufleistung begann, endete schließlich mit einem Schützenfest für den gastgebenden EHC. Wolfsburg sah sich zunächst einem engagiert auftretenden Gast aus Augsburg gegenüber, der in den Anfangsminuten tüchtig Druck auf das Gehäuse der Grizzlys ausübte. Doch die Panther, die aktuell jeden Punkt im Kampf um Platz 10 brauchen, konnten ihre Chancen einfach nicht nutzen. Nachdem ein Linesman durch einen Pucktreffer den Dienst quittieren musste (6.), schienen auch die Gäste irgendwie aus dem Rhythmus gekommen zu sein. Kaum wieder angepfiffen, geriet die Partie zu einem einzigen Sturmlauf der Hausherren. Wenige Augenblicke nach der unplanmäßigen Unterbrechung klingelte es auch schon das erste Mal (7.) hinter Panthergoalie Ben Meisner. Mark Voakes hatte den Puck halb kniend mit dem Unterschenkel abgefangen und umgehend Höhenleitners Alleingang eingeleitet. Der Wolfsburger Dauerbrenner hatte den Steilpass seines Teamkollegen eiskalt in den Winkel gesetzt und somit das erste Ausrufezeichen gesetzt. Es sollten noch so manche folgen...
Nur von vereinzelten Chancen der Gäste unterbrochen setzten die stark dezimierten Grizzlys (ohne sechs Stammspieler und den überzähligen Kontingentspieler Wallace angetreten) die Panther praktisch unter Dauerdruck. Deren Schwäche – die Defensive – kam nun Stück für Stück zum Vorschein. Als Gerrit Fauser einen Haskins-Schuss zum 2:0 ins Netz lenken konnte (12.) schwappte die Euphorie entgültig auf die Ränge über, die Gäste gerieten ebenso endgültig ins Schwimmen. Doch Gästekeeper Meisner, rückblickend die ärmste Sau auf dem Eis, hielt die Gäste auf Schlagdistanz und rettete diesen Zwischenstand bis in die erste Pause. Einen weiteren Schockmoment hatten die Panther allerdings noch vor der ersten Unterbrechung zu verdauen: Thomas Holzmann schied mit einer Kopfverletzung und zerstörtem Helm frühzeitig aus. Wie sich später herausstellte, hatte ihm ein Teamkamerad im Gewühl unglücklich auf den Kopf getreten und dabei einen Schädelbruch zugefügt. Die besten Genesungswünsche begleiten Thomas Holzmann natürlich durch die kommenden Wochen, in der Hoffnung, dass keine bleibenden Schäden eintreten werden. Daumen drücken ist angesagt!
Und wieder starteten die Gäste vorbildlich in den neuen Spielabschnitt...und wieder scheiterten die Abschlussversuche am gut aufgelegten Brückmann. Als die Grizzlys dann ab der 25.Minute ihre Lieblingsdisziplin (Überzahl) ausprobieren durften, gelang ihnen sogar etwas reichlich Ungewohntes: Ein Blueliner durch einen Stürmer! Selten in der Eisarena zu bewundern, vollendete Gerrit Fauser (26.) per Direktabnahme aus der Distanz zum 3:0 und markierte damit seinen zweiten Treffer an diesem Abend.
Die Abwehrbemühungen der Gäste wurden nun zusehends grotesker. Beim 4:0 herrschte blankes Chaos vor dem Augsburger Tor: Voakes unbedrängter Versuch landete noch beim bemitleidenswerten Goalie der Panther, der Nachschuss durch Aubin (29.) hingegen direkt im Netz – ebenso unbehelligt durch die Abwehr der Gäste. Einzig ein Shorthander durch MacKay (32.) sorgte in der Folgezeit für eine kurze Phase der Entlastung für das sichtbar angeschlagene Team aus Schwaben.
Zwei Strafen gegen Wolfsburg retteten die Panther schließlich über die restliche Zeit des zweiten Abschnitts - es blieb zunächst beim völlig verdienten 4:1.
Kaum war die verbliebene Reststrafe gegen Voakes abgelaufen, nahm das Unheil für die Gäste seinen vollen Lauf. Satte vier Tore schenkten die Gastgeber den Augsburger im Verlaufe des Drittels noch ein. Die Panther hingegen ließen die Zügel nun endgültig schleifen und ganz nebenbei auch ihren Torhüter ein ums andere Mal im Stich. Der schenkte zwar einiges an (teils unkontrollierten) Rebounds her, konnte aber im Endeffekt trotzdem nicht viel für die hohe Niederlage. Pfohl Schuss in den Winkel (43.), gefolgt von Fausers drittem Tor des Abends (46.) im Powerplay wurden schon längst durch Dauerparty auf den Rängen begleitet – und es ging noch weiter. Der demoralisierte Gast nahm nun Strafe um Strafe, kassierte mit Stas’ Bogenlampe (52.) zudem noch einen Treffer aus der Kategorie „Slapstick“ und sah beim 8:0 durch Aubin (53.) erneut alles andere als koordiniert aus. Wieder einmal hatten die Gäste ihren eigenen Goalie mehr behindert als ihm zu helfen – das Debakel war perfekt.
Ausgelassen feierten die rund 2600 Fans ihre so überzeugend auftretende Rumpftruppe und spendierten ihren Helden zur Feier des Tages eine kleine Humba.


Teamcheck

Tor
Felix Brückmann mit einer fehlerlosen Vorstellung. Beim einzigen Gegentreffer machtlos, ansonsten immer da, wenn die Gäste eine ihrer kurzen Drangphasen hatten. Es bleibt spannend im Kampf um den Platz im Tor!

Verteidigung
Top-Job. Hamblys übermäßige Entspannung beim Stand von 4:0 führt zwar zum einzigen Gegentreffer bei eigener Überzahl, dafür legt er aber auch gleich zwei Tore im Powerplay auf. Defensiv hatten die Wolfsburger über weite Strecken deutlich die Kontrolle über eines der torgefährlichsten Teams der Liga. Bleibt zu hoffen, dass Robbie Bina nach einem Pucktreffer aus dem zweiten Drittel nicht auch noch langfristig ausfällt...

Sturm
...ebenso wie Vincenz Mayer, der auch durch einen schmerzhaften Treffer an ungeschützter Stelle frühzeitig aus dem Verkehr gezogen wurde.
Besonders Voakes, Fauser und Höhenleitner machten den Gästen das Leben unglaublich schwer. Aber auch Aubin und Pfohl begeisterten durch eine Vielzahl von sehenswerten Aktionen. Während Pfohl eine ganze Reihe vom frechen und trotzdem gut überlegten Spielzügen einfließen ließ (und ein Tor natürlich), wächst der kleine Aubin wieder zu alter Größe in Sachen Torgefahr. Fahrtwege und Bewegungsmuster lassen ihn wieder und wieder dort auftauchen, wo es was zu „erben“ gibt. Sehr geil!!!
Neuzugang McLean fügte sich gut in die Spielweise der Grizzlys ein und zeigte immer wieder deutliche Bereitschaft auch das letzte Bisschen aus sich rauszuholen. Mit dieser Einstellung könnte ein Spieler seiner Klasse in den kommenden Wochen noch sehr wertvoll werden. mb