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VF1 EHC - Düsseldorfer EG 1:4

Das passt irgendwie nicht

Mit einer etwas seltsam anmutenden Vorstellung sind die Grizzlys in die diesjährigen Play-offs gegen die Düsseldorfer EG gestartet.
Das mit Spannung erwartete erste Viertelfinalspiel sah zunächst rasant aufspielende Gastgeber, die bereits nach wenigen Sekunden eine doppelte Einschusschance durch Kapitän Haskins und Sebastian Furchner zu verzeichnen hatten. Doch die Grizzlys schienen schlichtweg übermotiviert, ja vielleicht sogar etwas zu nervös, um das Spiel mit ihrem Anfangsschwung unter Kontrolle zu bringen. Im Gegenteil: Zwei frühe Strafzeiten (2. und 5.Min.) brachten eher den Gegner ins Spiel, der nun reichlich Zeit bekam, um Stück für Stück in die Partie zu finden. Kaum waren die Strafzeiten schadlos überstanden, setzte es für die Gäste praktisch eine Strafe nach der anderen (7./11./15.) und der EHC konnte nun seinerseits den Zugriff auf die Partie erhöhen. Doch Gästegoalie Niederberger zeigte eindrucksvoll, warum er vor Kurzem zum Torhüter der aktuellen Saison gewählt worden war: Mit beeindruckenden Reflexen und vorbildlichem Stellungsspiel parierte er das gesamte Bombardement der aufgedreht wirkenden und durchaus gefällig kombinierenden Gastgeber.
Ein Treffer blieb den Grizzlys somit bis zur ersten Unterbrechung verwehrt. Ein Schuss ans Gestänge des von Felix Brückmann gehüteten Wolfsburger Tors meldete die DEG schließlich zurück im Spiel, bevor es torlos zum ersten Mal in die Kabinen ging.
Was dann folgte, ist eigentlich nur schwer zu erklären. Vom Anpfiff des Mitteldrittels an wirkten die Gastgeber praktisch wie paralysiert. Als hätte jemand den Strom abgestellt waren die Grizzlys volle 20 Minuten in nahezu jedem Zweikampf nur zweiter Sieger, konnten das – keineswegs halsbrecherische - Tempo der Gäste plötzlich nicht mehr mitgehen und standen regelmäßig zu weit weg vom jeweiligen (eigentlich von jedem) Gegenspieler. Dmitrievs Treffer zum 0:1 stellte nach einer ersten Düsseldorfer Druckphase (23.) nur die logische Konsequenz der Wolfsburger Passivität dar. Doch wie erwähnt: Auch der Gegentreffer weckte die Grizzlys nicht aus ihrer Lethargie, die Gäste blieben bis zum zweiten Pausenpfiff das spielbestimmende Team, ließen dabei sogar einiges an Chancen aus. Erst kurz vor dem Pausenpfiff patzte schließlich auch noch der Wolfsburger Goalie. Nachdem er einen Schuss von Lewandowski hinter das Tor abgewehrt hatte, bekam Brückmann beim anschließenden Anspiel vors Tor nicht die Torwartecke zu – 0:2 in der 39.Minute durch Van der Gulik! Zwar waren die Gastgeber ihrerseits nicht wirklich chancenlos (u.a. vergab Fauser einen Alleingang gegen den erneut stark agierenden Niederberger), doch als Heimteam geschweige denn als ein in den Play-offs befindliches Team waren die Grizzlys nicht zu erkennen.
Das sollte sich im Schlussdrittel zum Glück erst einmal ändern: Wolfsburg wollte es offenkundig nun doch noch einmal wissen und schraubte das eigene läuferische Niveau endlich wieder zwei Stufen höher. Der Lohn war der verdiente Anschlusstreffer zum 1:2 durch Brent Aubin. Als einer der Lichtblicke im Team der Grizzlys hatte der wiedererstarkte Stürmer einen Schuss von Robbie Bina in die Maschen gelenkt (42.) und die Aufholjagd (vorläufig) eröffnet. Und tatsächlich: Wolfsburg machte jetzt endlich wieder den Druck, den man sich über die gesamte Spieldauer gewünscht hätte. Doch Niederberger behielt ein ums andere Mal die Oberhand, wehrte im nun immer wilder hin und her wogenden Spielgeschehen auch die größten Wolfsburger Chancen souverän ab. Ab der 55. Spielminute überschlugen sich schließlich die Ereignisse – und keines davon sollte den Wolfsburgern Freude bereiten. Zum Auftakt gelang den Gästen, nach leichtsinnigem Puckverlust durch Mark Voakes, das 1:3. Blitzschnell hatte Fischbuch zur Mitte durchgesteckt, sein freistehender Kollege Preibisch schnörkellos vollstreckt. Eine Zeigerumdrehung später schien es zunächst so, als hätte der überragend agierende Gästekeeper seinen ersten folgenschweren Fehler begangen. Doch der Videobeweis zeigte: Der fallengelassene Puck hatte nicht komplett die Linie überquert – Niederbergers erster Wackler blieb somit ungesühnt. Als dann wiederum eine gute Minute später die Wolfsburger Hintermannschaft mit einem Icing-Pfiff rechnete (der ausblieb), vollstreckte Düsseldorfs Fischbuch (58.) völlig unbedrängt zum 1:4 Endstand. Ein ausgesprochen enttäuschender Play-off Auftakt fand sein ebenso enttäuschendes Ende. Die Grizzlys bleiben somit im Jahr 2016 weiterhin ohne Sieg gegen die DEG und werfen allmählich die Frage auf, ob Trainer Pavel Gross das passende Rezept gegen Düsseldorfs vorhersehbare Spielweise irgendwie verlegt hat. 


Teamcheck

Tor
Brückmann zeigte im Mittelabschnitt einige wirklich sehenswerte Paraden, leistete sich aber beim zweiten Gegentreffer auch eine kleine Nachlässigkeit – ganz im Stile seiner gesamten Vordermannschaft.
Insgesamt trotzdem eine gute Leistung, die allerdings Raum für einen Auswärtseinsatz von Sebastian Vogl lässt. Zuletzt agierten beide schließlich auf Augenhöhe.

Verteidigung
Reiss mit gelungenem Comeback. Ansonsten keine wirklichen Ausreißer im positiven wie negativen Sinne. Laufleistung und Zweikampfintensität waren im zweiten Drittel, wie auch nach dem Powerbreak des Schlussabschnitts, bei nahezu allen Akteuren unter aller Kanone. Das sollen Play-offs sein? Nicht wirklich, oder?! Die letzten beiden Gegentreffer sollten im Mannschaftsbus in Endlosschleife laufen, bis sich das nötige Wutpotential auf sich selber aufgebaut hat. Wer sich in der wichtigsten Phase der Saison solche leichten Tore einschenken lässt, hat den Schuss einfach nicht gehört...

Sturm
Nach einem akzeptablen, aber völlig überdrehten Auftaktdrittel, brach auch hier die Aggressivität fast völlig weg. Neben der ersten Reihe konnten zumindest Brent Aubin, Christoph Höhenleitner und Vinzenz Mayer einigermaßen ihren Rhythmus halten. Insgesamt folgten aber zu wenige Akteure dem Vorbild ihres durchgängig hart agierenden Kapitäns.
Besonders Mayer konnte einem schon ein bisschen leid tun: Zwischen dem geisterhaft agierenden Mulock und dem teilweise orientierungslos wirkenden Stas mühte sich Mayer zwar redlich, konnte am Ende aber nicht wirklich etwas bewegen. Pfohl ungewohnt unauffällig. Vor allem Voakes und McLean enttäuschten an diesem Abend, konnten keinerlei Akzente setzen. Wallace brachte bestenfalls das, was man von ihm erwarten kann.. In den Play-offs darf es aber gerne etwas mehr sein... das gilt für alle. mb

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