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VF3 EHC - Düsseldorfer EG 5:1

Mit viel Anlauf zurück zur Ordnung

Was zunächst recht nüchtern klingt, fand im Rahmen eines extrem intensiv und unterhaltsam geführten Eishockeyspiels statt. Fast das komplette erste Drittel ließen die Gastgeber dabei genau jene Ordnung vermissen, die sie im Laufe der Saison bis auf Platz 4 mit entsprechendem Heimrecht gebracht hatte. Dieses Heimrecht (ein Heimspiel mehr bei voller 7 Spiele Distanz) hatten die Grizzlys bereits im ersten Spiel, mit einer reichlich unsortierten Vorstellung, an Kontrahent Düsseldorf abgegeben und mit viel Mühe im ISS-Dome zurückerobert.
Jetzt galt es also erneut den Heimvorteil zu verteidigen, den Fans mit mehr taktischer Disziplin und Härte in den Zweikämpfen den eigenen Siegeswillen zu demonstrieren.
Es sollte in den ersten 17 Minuten der Partie beim Versuch bleiben. Gleich zum Auftakt konterten die Gäste einen Puckverlust nach Stockbruch von Wolfsburgs Armin Wurm. Kollege Likens und Felix Brückmann im Tor der Grizzlys verhinderten das Schlimmste, wehrten die 2 auf 1 Situation mit Mühe ab.
Wenig später durften die Grizzlys zunächst in einfacher (2.), dann sogar in doppelter (3.) Überzahl agieren...und ließen die hervorragende Gelegenheit Ruhe und Sicherheit zu gewinnen leider liegen. Das wenige, was auf Niederbergers Kasten kam, hatte der Goalie der Gäste sicher klären können, die DEG ging eher gestärkt aus dieser formal bedrohlichen Lage hervor. Düsseldorf erhöhte prompt die Kontrolle über weiter unkonzentriert wirkende Wolfsburger, kam seinerseits zu zwei nahtlos aneinandergereihten Überzahlspielen – und traf.
Olimbs Treffer zum 0:1 markierte in der 11.Minute die bis dahin absolut verdiente Führung der Gäste, die diesem ersten Ausrufezeichen weitere Großchancen folgen ließen. Allein Felix Brückmann und eine gute Portion Glück hielten die Grizzlys bis zur Schlussphase des Drittels auf Schlagdistanz! Erst in den letzten drei Minuten des Drittels gelang es den Hausherren Ordnung in ihre Bemühungen zu bekommen und die Flut an Tempogegenstößen der Gäste unter Kontrolle zu bringen. In einem mit mörderischem Tempo und Intensität geführten Auftaktdrittel setzten die Grizzlys die letzten Duftmarken, Niederberger rettete schließlich bravourös das 0:1 in die erste Verschnaufpause der Begegnung.
Und weiter ging die wilde Reise: Schnelles Coast-to-coast Hockey mit zunächst wieder deutlichen Vorteilen für die Gäste vom Rhein folgte. Gleich zweimal wanderten die Gastgeber in den ersten Minuten des Drittels auf die Sünderbank, kamen natürlich entsprechend in Bedrängnis...und kippten das Spiel!
Während der zweiten Unterzahl sollte es in der 28.Minute zum entscheidenden Aha-Erlebnis der Grizzlys kommen. Zur Überraschung der Gäste war dem forecheckenden Höhenleitner mit Kurtis McLean ein weiterer Kollege zur Hilfe gekommen, der mit seinem Pass zur anderen Seite des Eises die Verwunderung auf Seiten der DEG sogar noch einmal steigern konnte. Extrem offensiv und entsprechend risikoreich hatten die Hausherren den Aufbau der Gäste unterbunden, der zusätzlich nach vorne eilende Sharrow nagelte den Querpass humorlos diagonal in den Winkel. Die Halle explodierte förmlich nach dem bis dahin erfolglosen und mit durchaus viel harter Arbeit verbundenen Verlauf der Partie.
Als wäre dies der Weckruf für die Grizzlys gewesen rannten die Wolfsburger nun dem Gast die Bude ein – mit etwas mehr Struktur als zuvor, aber immer noch alles andere als defensiv gut abgesichert. Das spektakuläre Hin und Her ging weiter und während die DEG wiederum beste Gelegenheiten ausließ, gelang den Grizzlys sogar die erste Führung vor heimischer Kulisse. Mulocks energische Arbeit zum Tor war zunächst erfolglos geblieben (36.), doch Düsseldorfs Olimb klärte den frei hinter Niederberger liegenden Puck entgegen allen ungeschriebenen Eishockeyregeln zur Mitte – direkt zum nachrückenden Tyler Haskins. Das 2:1 katapultierte Gastgeber und Fans in die nächste Stufe der Eskalation – der Grizzlyzug war bis zum Ende der Partie nun kaum noch zu stoppen.
Kaum nach der zweiten Pause wieder angepfiffen, nahm das Spiel eine für diese Serie ungewohnt einseitige Entwicklung.
Die Grizzlys übernahmen jetzt das Kommando auf dem Eis, drängten weiter auf den vermutlich entscheidenden dritten Treffer. Während Düsseldorf zunächst weiterhin zu brauchbaren Gelegenheiten kam, erdrückten die Gastgeber die DEG von Minute zu Minute mehr mit ihrem Angriffswirbel. Eine doppelte Überzahl ließen die Grizzlys zum zweiten Mal in diesem Spiel zwar liegen, aber in der 54.Minute war es dann soweit: Eine sehenswerte Kombination über Aubin und Voakes vollstreckte der völlig blankgespielte Fauser zum verdienten 3:1. Gut zwei Minuten später, die Grizzlys mittlerweile erneut in Überzahl, knallte wiederum Fauser das Spielgerät ein zweites Mal unhaltbar in die Maschen – der Drops war gelutscht, die 2:1 Führung in der Serie eingetütet. Furchners 5:1 zwei Minuten vor der Schlusssirene machte den Spaß für die Grizzlyfans komplett, lautstark feierten sie ihr Team noch weit nach Abpfiff und ließen den „Man of the match“ Gerrit Fauser noch während seines fälligen Interviews gehörig hochleben...


Teamcheck

Tor
Brückmann fährt langsam, aber beständig zu Höchstform auf. Ein Faktor, den die DEG vermutlich noch zu spüren bekommen wird. Falls nicht: Der zweite Spitzengoalie in unseren Diensten scharrt schon mit den Kufen ;)
Hielt die Grizzlys vor allem im ersten Drittel, aber auch später bei manchem brandgefährlichen Konter im Spiel.

Verteidigung
Insgesamt gute Leistung der Defensive, wenn auch noch nicht auf dem Niveau der Hauptrunde. Bemerkenswert: Ausgerechnet Mr. Zuverlässig, Robbie Bina, läuft dem Geschehen immer mal wieder etwas hinterher, soll an der Seite von Krupp aber wohl etwas offensiver spielen. Im Powerplay funktioniert das bekanntlich hervorragend, bei 5 gegen 5 scheint das nicht ganz angebracht.
Dafür liefert nun ein von mir immer wieder kritisch beäugter Grizzlys mächtig Play-off Hockey ab: Jimmy Sharrow spielt seit der Schlussphase der Saison auffällig verbessert und zeigt endlich das, wofür man ihn verpflichtet hat. Nach dem Motto: Besser spät, als nie.

Sturm
Die Reihen 1 und 2 wirken recht gut abgestimmt. Ganz klassisch strahlen die beiden ersten Reihen dabei die gewünschte Torgefahr aus. Vor allem Fauser, Furchner und Haskins sorgten für reichlich Alarm im Torraum der Gäste. Die Reihen 3 und 4 glänzten nicht nur mit solider Defensivarbeit, sondern streuten ihrerseits immer wieder Torchancen ein, die leider nicht zum Erfolg führten. Besonders auffällig hier: Christoph Höhenleitner. Eine Play-off-Kampfsau wie sie im Buche steht! Wenn das Wolfsburger Urgestein so energisch weitermarschiert wird zwangsläufig wohl das eine oder andere Tor dabei herausspringen.
Das gleiche würde man auch gerne über Daniel Widing sagen, der mittlerweile schon aufgrund statistischer Wahrscheinlichkeit einen Treffer verbuchen müsste. Die Einstellung indes stimmt beim mittlerweile verhinderten Goalgetter der ersten Saisonhälfte, der aber immer wieder mit seinen Aktionen das kleine bisschen neben der Ideallösung liegt.
Während Mark Voakes momentan etwas zu unauffällig für seine Verhältnisse agiert, zeigt Neuzugang McLean immer wieder seine Klasse. Spielübersicht, Antizipation, aber auch Einsatz sind beim Lenker der dritten Reihe vom Allerfeinsten. Empfiehlt sich seit dem ersten Einsatz für einen Anschlussvertrag bei den Grizzlys! Vermutlich werden die 3. und 4.Reihe in den kommenden Partien noch ein wenig umgestellt. Rein vom Papier her sollte da in Sachen Torgefahr (McLean, Pfohl, Mulock) noch einiges mehr gehen! mb

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