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Spielberichte

EHC - T.Sabo Ice Tigers 3:0

  • Geschrieben von Martin
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Ein Spiel dauert 60 Minuten...

...und am Ende gewinnen die Grizzlys. Frei nach Gary Lineker dürfte sich dieser Satz so oder so ähnlich in den Köpfen der Ice Tigers mittlerweile manifestiert haben.
Nach dem letzten Kräftemessen, das die Wolfsburger bereits ohne Gegentreffer für sich entscheiden konnten, wollten die Gäste aus Nürnberg sicherlich an ihren Erfolg aus dem ersten Match der Saison anknüpfen. Doch bei den Grizzlys scheint man die kleine Schwächephase gerade rechtzeitig überwunden zu haben, um den Lieblings(play-off)gegner punkt- und torlos nach Hause zu schicken und wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren.
Dabei durften die Fans beider Lager eine zunächst sehr von viel taktischer Disziplin geprägte Partie genießen, was gerade dem Heimpublikum den Einstieg wohl etwas erschwerte.
Mit relativ viel Übersicht und ohne den letzten brachialen Durchsetzungswillen, kombinierten sich beide Teams immer wieder bis vor das gegnerische Tor, um dann dort im Abwehr-Dickicht des Gegners hängen zu bleiben. Während auf Seiten der Gastgeber Fabio Pfohl sein Comeback (und damit Saisonpremiere) feierte, bestritt auf der anderen Seite Patrick Reimer sein 800. DEL-Spiel - das allerdings etwas weniger glücklich ausfallen sollte. Der Wolfsburger vertrat seinen verletzten Kapitän in der Reihe zwischen Furchner und Fauser und zeichnete dabei für die größte Chance des ersten Drittels verantwortlich (16.). Doch genauso wenig wie der Jubilar vermochte er den Puck im Gehäuse des Gegenübers unterzubringen. Nach einem Pfostentreffer in der Anfangsminute sollte der erste Schwung der Gäste schon schnell der beschriebenen Patt-Situation auf dem Eis weichen, so dass es torlos in die erste Pause ging.
Im Mitteldrittel sollte die Chancendichte zwar zunehmen, doch bis zum ersten Treffer bzw. gleich zwei davon, vergingen erst einmal noch einige zäh umkämpfte Minuten.
Ausgerechnet der zuletzt so unglücklich agierende Mark Voakes, eigentlich für eine Pause vorgesehen und nur wegen des Haskins-Ausfalls dabei, war maßgeblich am spielentscheidenden Doppelschlag (28.) der Grizzlys beteiligt. Das 1:0 erzielte der Magier dabei höchstpersönlich und natürlich auf die ihm eigene Art: Nach einem langen Zuspiel ließ er zunächst den Nürnberger Verteidiger mit einer ausladenden Bewegung ins leere fahren, sammelte sein eigenes Gleichgewicht, um tief gebeugt das Spielgerät in den Winkel zu zwirbeln...der Funke sprang endlich aufs Wolfsburger Publikum über. Noch während die Ansage zu diesem Zuckertor lief, legte eben jener Voakes auf Aubin zurück, der das Spielgerät zum zweiten Mal in die Maschen beförderte. Die Halle feierte nach diesem unhaltbar abgefälschten Schuss spürbar ausgelassener und der heimische EHC nahm zusätzlich Fahrt auf.
Dass es zu keinen weiteren Treffern kam, war aber weiterhin der brutal guten Defensivarbeit der beiden Teams geschuldet, Auch in Überzahl war es den beiden Kontrahenten jeweils kaum möglich, auch nur eine wirklich klare Gelegenheit herauszuspielen, So blieb es bei den beiden Toren aus der kurzen Unaufmerksamkeit der Gäste in der 28.Minute.
Mit jeder weiteren Minute ohne eigenes Tor konnte man den Nürnberger Frust fast schon mit Händen greifen. Die Aktionen der Gäste wurden nun zunehmend ruppiger und unbeherrschter. Selbst als Wolfsburgs Foucault nach einem Faustschlag ins Gesicht kurz zu Boden ging - Gegenspieler Gilbert hatte ihn im Vorbeifahren mit der oberen Stockhand aktiv ins Gesicht geschlagen - befand das Nürnberger Team dies als überflüssig, unterstellte sogar Schauspielerei. Allen voran Petr Pohl, der sich kaum wieder beruhigen konnte und auf seiner Fahrt zur Strafbank selber ins Gesicht boxte und anschließend auf die Knie warf. Die zweite 10 Minuten Strafe war der korrekte Lohn für das Kasperl-Theater des Deutsch-Tschechen, der somit von seiner Verpflichtung zur Teilnahme an der Partie ebenfalls erlöst wurde.
Selbst als Nürnbergs Mitchell nach einem Bandencheck gegen Alex Weiß (50.) zu unrecht straffrei ausging, war es den angefressenen Gästen nicht recht, dass der Wolfsburger die Dreistigkeit besessen hatte, nach dem Check liegen zu bleiben. Sogar das weitere Mitwirken verweigerte der Wolfsburger Stürmer und ließ sich doch tatsächlich in die Kabine führen - offenbar ein Affront in den Augen des Nürnberger Trainers und seines Teams. In einem Anflug von Paranoia witterten die Gäste auch in dieser Situation wohl nur eine besonders perfide, sozusagen auf die Spitze getriebene, Form der Schauspielerei.
Nebenbei wurde im Schlussabschnitt sogar noch um die Punkte gekämpft, was auf Seiten der Nürnberger weiterhin eine äußerst ideen- und fruchtlose Angelegenheit bleiben sollte. Wolfsburg hingegen ließ zu keinem Moment die Zügel schleifen, hielt die defensive Ordnung konsequent durch und belohnte sich schließlich mit Foucaults Schuss ins leere Tor (60.). Quer über das gesamte Spielfeld hatte der Top-Torjäger der Grizzlys eingenetzt und somit die kleine Niederlagenserie der Gastgeber endgültig beenden können.

Teamcheck

Tor
Kuhn und Nürnberg - das passt irgendwie. In beiden Partien, in denen der Wolfsburger Neuzugang zwischen den Pfosten stand, blieb er bisher unbezwungen. Natürlich profitierte der Wolfsburger Tormann enorm von der defensiven Disziplin und Aufopferungsbereitschaft seiner Vorderleute, doch seine Reaktionsschnelligkeit und sein Sinn für den schnellen Spielaufbau machten auch in dieser Begegnung viel Freude.

Verteidigung
Eins mit Sternchen für alle. Vielleicht an dieser Stelle mal der Hinweis, dass der zunächst so tapsig daherkommende Alex Roach still und heimlich eine wirklich überzeugende Entwicklung nimmt. Zwar klemmt es unter Druck ab und zu noch bei ihm, doch Auge und Bereitschaft für den Pass/Schuss vor das gegnerische Tor und eine Plusminus-Bilanz von +7 (zweitbester Wert im Team) sind durchaus bemerkenswert!

Sturm
Fabio Pfohl mit gelungener Saisonpremiere - und das gleich als Ersatz in der Haskins-Reihe. Man sah dem leidgeprüften Grizzly in Wartestellung die Gier nach Eiszeit mehr als deutlich an. Ein trickreicher Spieler mit Spielverständnis braucht allerdings eine eingespielte Reihe. Damit kann Pfohl logischerweise nicht dienen, aber die ersten Ansätze inkl. Torchance waren vielversprechend.
Mann des Spiels war natürlich Mark Voakes. Wenn man an den nach zwei direkt/indirekt verschuldeten Gegentreffern völlig geknickt auf der Bank sitzenden Voakes aus dem Spiel gegen den REV denkt, dann geht einem nun natürlich das Herz auf. Nach mehreren viel zu komplizierten Auftritten mit so einigen schlechten Entscheidungen, gelang dem Magier mit einem Zaubertor und einer Vorlage zum 2:0 viel Wiedergutmachung und hoffentlich der entscheidende Schritt, um den Kopf wieder klar zu bekommen.
Insgesamt merkte man der Offensive, vor allem im Powerplay, das Fehlen von Kapitän Haskins an. Mit etwas Pech hätte das Spiel auch für die Grizzlys torlos enden können. mb

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