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EHC - Krefeld Pinguine 3:2 n.P.

Stottern und Stammeln

Der Grizzly-Motor läuft weiterhin alles andere als rund. Wie schon in Bremerhaven lieferte Wolfsburg auch gegen den KEV eine alles andere als überzeugende Offensivleistung ab.
Obwohl der heimische Vizemeister vermutlich über den im Angriff am wenigsten veränderten Kader der Liga verfügt, wirken die Aktionen im gegnerischen Drittel und auch der Weg dorthin eher wie eine frisch zusammengewürfelte Truppe.
Zumindest im Auftaktdrittel zeigten die Grizzlys dabei hin und wieder ihre Zähne und setzten die Gäste phasenweise gut unter Druck. Im Abschluss überboten sich die Hausherren dabei allerdings ein ums andere Mal an absoluter Harmlosigkeit. Dass diese Phasen nicht Überhand nahmen, lag letztlich aber auch den beiden Referees, die (wie so oft in dieser Liga) einfach mal ein Drittel ohne Anfassen einstreuen wollten - allerdings ohne den Teams vorher Bescheid zu sagen. Drei Wolfsburger und eine Krefelder Strafe sorgten für ein insgesamt zerfahrenes und wenig attraktives Drittel in welchem nur die Wolfsburger Unterzahlformationen zu glänzen wussten. Torlos ging es zum ersten Mal in die Kabinen.
Der Mittelabschnitt brachte aus Wolfsburger Sicht keinerlei Verbesserung. Im Gegenteil. Da nun die Gäste gleich reihenweise (22./26./31.) auf die Strafbank marschierten, konnte der EHC seine komplette Ratlosigkeit in Sachen Offensive ausgiebigst dokumentieren.
Die Tore in diesem wenig ansehnlichen Drittel machten indes die Gäste. Erst vollendete Pietta (35.) nach Puckverlust Foucaults den folgenden Krefelder Konter, dann gelang es der Grizzly-Defensive nicht, das Anspiel direkt vor ihr Gehäuse zu unterbinden (38.). Trettenes war der Glückliche, der den Abstauber zum, etwas schmeichelhaften, 0:2 für die Pinguine einschieben konnte.
Und weiter ging die Powerplay-Folter der Grizzlys. Nachdem wenig später der Torschütze des zweiten Krefelder Treffers für 2+2 Strafminuten (hoher Stock mit Verletzungsfolge) auf die Strafbank verschwunden war (39.), ging die Wolfsburger Ratlosigkeit bis ins letzte Drittel hinein ungeschönt weiter.
Erst die siebte (!) Überzahlgelegenheit brachte den Gastgebern endlich den ersehnten Ertrag. Voakes und Dixon hatten Torjäger Aubin schön freigespielt, der mit brachialer Gewalt aus halb-rechter Position vollstrecken konnte (48.).
Doch wieder drohte das Anrennen nur in wenig aussichtsreichen Abschlüssen zu enden, denn der Knoten im Wolfsburger Angriffsspiel wollte und wollte nicht aufgehen.
Erst, als die Gäste in der 58.Minute erneut eine Strafe kassierten, kippte die Partie doch noch zugunsten der Grizzlys. Auszeit, Torhüter gegen sechsten Feldspieler getauscht, Puck-Eroberung hinter dem Gästetor, drei schnelle Pässe...Ausgleich durch Sebastian Furchner nach gerade einmal 10 Sekunden Powerplay!
Die folgende Overtime war von verbissenen Positionskämpfen und gut kalkuliertem Stellungsspiel geprägt. Erst Sekunden vor der Sirene hatte Müller die einzige große Chance für eines der beiden Teams, die Partie zu entscheiden. Doch Felix Brückmann entschärfte im Duell mit Krefelds Topstürmer die Situation auf spektakuläre Art und Weise und schickte die Partie in den Shoot-out.
Dort war eben jener Müller doch noch für die Gäste erfolgreich - im Gegensatz zu den übrigen drei Krefelder Schützen. Da für Wolfsburg neben Robbie Bina (sic) auch Brent Aubin den Puck über die Fanghand von Engelage befördern konnte, blieb der Zusatzpunkt in Wolfsburg.
Unter reichlich erleichtertem Jubel ging es zum vierten Mal in Folge auf die Heimspiel-Ehrenrunde.

Teamcheck

Tor
Felix nutzt den Wechsel, um die Kampfansage durch Jerry gut zu beantworten. Nach dieser Leistung liegen beide nun wohl gleichauf. Es bleibt weiter spannend, ob er die überragende Form der letzten Saison irgendwann wieder konstant abrufen kann und wieder die eindeutige Nr.1 wird.

Verteidigung
Roach musste nach zuletzt guten Leistungen leider verletzt pausieren und wurde durch Riefers (Premiere) und Bina neben Dehner ersetzt. Fazit: Bina fast der Alte und damit echt klasse, Riefers verständlicherweise noch mit einiger Luft nach oben. Ein Fehler als letzter Mann im ersten Drittel (Puck aus der Luft versucht vorzulegen, statt wegzuschlagen) und das schwache Zweikampfverhalten im Slot beim 0:2 wiesen Riefers deutlich als gelernten Stürmer aus.
Ankert, Krupp, Likens, Wurm und Dehner - allesamt mit soliden bis guten Auftritten. Die Defensive ist (momentan) nicht das Problem der Grizzlys. Schon gar nicht gegen eher schwächere Gegner wie Krefeld.

Sturm
Aubin und Furchner liefern. Das ist die gute Nachricht. Vielleicht finden die beiden zuletzt sehr blass agierenden Torjäger der Grizzlys nun allmählich in die Saison.
Was weiter bedenklich erscheint ist das schlechte Zusammenspiel und das fehlende blinde Verständnis allgemein.
Wenn ein Spieler wie Haskins auf seine typische Runde geht: Darf man im hohen Slot einparken.
Wenn ein Spieler wie Voakes im Powerplay zwei oder drei Leute im Alleingang bindet: Darf man im hohen Slot einparken.
Der einzige Mitspieler, der dies hin und wieder beherzigte, schied in Person von Kris Foucault ab der 35.Minute offenbar verletzungsbedingt aus. 
Auch wenn der Puckverlust vor dem ersten Gegentreffer ärgerlich leichtfertig erschien - Foucault muss, meiner Meinung nach, dringend mit Voakes in eine Reihe. Wenn nicht bei 5 gegen 5, dann zumindest im Powerplay, obwohl ich einen Tausch Weiß gegen Foucault für äußerst erprobenswert halte.
Insgesamt spielt momentan mit Alex Karachun nur ein einziger Grizzly in der Offensive über dem Level, den man von ihm erwarten durfte. Voakes bringt vom Rest der Abteilung Attacke zusammen mit Höhi genau das, was man von ihm sehen möchte. Einfach zu wenig, um regelmäßig drei Punkte einzufahren. mb

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