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EHC - Eisbären Berlin 7:4

Play-offs im Dezember

Dank eines mehr als spektakulären Spielverlaufs mit jeder Menge sehenswerter Torchancen auf beiden Seiten und dem gewohnt starken Support aus der Hauptstadt wehte bereits zu diesem frühen Zeitpunkt ein Hauch von Play-offs durch die Eisarena.
Angefeuert von ihren rund 1000 mitgereisten Fans, legten die Gäste dabei trotzdem einen fulminanten Fehlstart hin. Schon in der fünften Minute feierten die Grizzlys das erste Mal den Hauptdarsteller dieser Partie, nachdem Bina bereits den Pfosten (3.) getroffen hatte: Kris Foucault hatte zum Abschluss eines wenig inspirierten Powerplays seiner Farben per Alleingang eingenetzt. Sein Schuss durch die Beine eines Verteidigers schlug unhaltbar im Winkel ein und brachte die Partie endgültig auf Touren.
Dass es keine schlaue Idee ist, gegen das statistisch beste Überzahlspiel der Liga Strafen zu nehmen, schien sich indes nicht bis Berlin herumgesprochen zu haben. Konnte man den hohen Stock mit Verletzungsfolge (2+2) von Buchwieser noch als Ungeschicklichkeit zu Lasten Armin Wurms werten, so stellte Olvers Faustschlag während der bereits laufenden Überzahl blanke Dummheit dar. Nachdem ein Pfostenknaller (9.) durch Jeff Likens nach Videobeweis naturgemäß keine Anerkennung gefunden hatte, ließen sich die Grizzlys kein zweites Mal bitten. So trug die doppelte Überzahl bereits nach 32 Sekunden Früchte und Fauser konnte eine geradezu entspannt vorgetragene Kombination zum 2:0 einschieben (11.).
Damit nicht genug. Björn Krupp sendete seinem Vater wenig später (14.) auch noch einen Gruß auf die Trainerbank und zeichnete, wenn auch extrem glücklich, für das 3:0 verantwortlich. Nach Doppelpass mit den Kufen eines Mitspielers hatte der Wolfsburger Verteidiger auch noch die Kufen eines Gegenspielers auf seiner Seite - der Puck ging unhaltbar abgefälscht ins Berliner Gehäuse.
Wer dachte, dass sich nun eine einseitige Partie entwickeln würde, der sah sich umgehend getäuscht. Der Kampfgeist der Eisbären war nun endgültig geweckt. Noch in die Toransage zum dritten Wolfsburger Tor hinein vollstreckte Berlins Rankel zum 3:1 nach Traumkombi über Oppenheimer und Buchwieser. Keine zwei Minuten später schlug der Kapitän erneut zu und überlistete Wolfsburgs Schlussmann mit einem Schuss aus spitzem Winkel. Das Spielgerät fand dabei irgendwie den Weg über Brückmanns Schoner ins Gehäuse der Grizzlys und hauchte den Bemühungen der Gäste weiteres Leben ein. Wobei dem Treffer nach Sichtung der Videobilder regelwidrig die Anerkennung zugesprochen wurde, obwohl Berlins Oppenheimer mit einem Fuß im Torraum stand und obendrein den Schläger des Wolfsburger Goalies an der Schaufel blockierte.
Mit viel Aufopferungsbereitschaft und noch mehr Mühe retteten die Hausherren den Rest des einst so stattlichen Vorsprungs in die erste Pause.
Was zunächst als Fortsetzung des Berliner Sturmlaufs begann, sollte auch im zweiten Spielabschnitt wieder als Backpfeifengewitter für die Eisbären enden. Foucaults Alleingang und sein spektakuläres Rückhandtor (22.) zum 4:2 läuteten dabei die nächste Eskalationsstufe dieser rasanten Partie ein. Die Gäste bekamen bei ihren Angriffsbemühungen einfach keine Balance in ihre Aktionen und ermöglichten den Grizzlys dabei immer wieder Chancen auf Alleingänge, die neben Foucault wenig später (25.) auch Mark Voakes zu nutzen wusste. Seine Handgelenkschuss fand präzise die Lücke im Tor der Eisbären, das bis zum Ende vom leicht verunsichert wirkenden Cüpper gehütete wurde. Und die Gastgeber blieben ihrer effizienten Linie weiter treu: Strafe gegen Noebels wegen Stockschlag (31.) - Tor durch Foucault (32.) im Powerplay.
Doch wie im ersten Drittel ließ der Druck der Gastgeber nach Treffer Nr.3 prompt wieder nach, die Angriffsbemühungen der Gäste hingegen blühten entsprechend auf.
Dies ging so weit, dass Coach Pavel Gross trotz deutlicher Führung noch vor der Pause eine Auszeit nahm, um den Eisbären den erneut aufkommenden Schwung aus den Segeln zu nehmen (36.). Zwar konnte ein weiterer Treffer der Gäste bis zur zweiten Pause verhindert werden, doch die Intensität der Begegnung war von dieser Unterbrechung unbeeindruckt weiter gestiegen. Spätestens nach dem sechsten Tor der Hausherren hatten die Eisbären nicht nur den Körpereinsatz, sondern auch den Härtegrad der sonstigen (eher weniger erlaubten) Aktionen massiv nach oben geschraubt. Wolfsburg hielt dagegen, vernachlässigte mit fortschreitender Spieldauer aber die eigenen offensiven Aktivitäten mehr und mehr.
So geriet der Schlussabschnitt den Grizzlys fast zur reinen Abwehrschlacht gegen ungerührt anrennende Eisbären. Die meldeten sich per Olver-Doppelschlag (44./46.) dann auch prompt zurück im Rennen um die Punkte. Wie im ersten Abschnitt war der erste Treffer die Krönung einer schönen Kombination, der zweite Treffer eher einer Unzulänglichkeit des Wolfsburger Torhüters geschuldet. Nach einem unkontrollierten Rebound hatte der Berliner Stürmer das Spielgerät per Tunnel unterbringen können.
Bis kurz vor Schluss tobte der erbitterte Kampf um diese Partie - vor allem im Drittel der Grizzlys, die nun mit allem was sie hatten den wichtigen Dreier verteidigten.
Erst in der Schlussminute erlöste der Schuss ins nun leere Tor der Gäste die mitfiebernden Heimfans von der Qual des letzten Drittels, welches der Tabellenführer komplett dominiert hatte. Mark Voakes hatte mit seinem zweiten Tor die Grizzlys schließlich in finale Jubelstürme und zu den Siegesfeierlichkeiten geleitet, die dem begeisternden Spielverlauf entsprechend euphorisch ausfielen. Während die Welle von "Debütant" Marcel Ohmann (erstes Spiel für die Grizzlys) angeführt wurde, war ein anderer Grizzly bereits seit der zweiten Drittelpause nicht mehr in der Eisarena. Kein geringerer als Kapitän Haskins hatte im letzten Spielabschnitt babyfrei bekommen, um im Krankenhaus seine Tochter Abigail Grace auf dieser Welt begrüßen zu können.

Wir gratulieren unserem Kapitän ganz herzlich zu diesem freudigen Ereignis und wünschen der ganzen Familie alles Gute!

Teamcheck

Tor
Felix findet einfach nicht zu seiner gewohnten Form. Wieder gelingt ihm kein Spiel ohne Unsicherheiten oder mittelgroße Aussetzer/Fehler. Sowohl das zweite als auch das vierte Tor gehen zu einem guten Teil auf seine Kappe - ein Vorbeikommen an Kuhn bleibt mit solchen Leistungen leider weiter Utopie. Ich drücke alles, was man drücken kann, dass unsere Katze wieder in den Fluss der letzten Saison finden kann! Dass Pavel immer wieder auf ihn setzt, ist auf jeden Fall der richtige Weg. Seine Vertragsverlängerung basierte sicherlich nicht zuletzt auf der Annahme, dass man ihn in schwierigen Zeiten fairer behandelt als bei anderen (hier nicht zu nennenden) Vereinen.

Verteidigung
Krupp und Sharrow - geile Show! Enorme Präsenz und gute Spielübersicht. Das war wirklich beeindruckend.
Aber auch sonst eine gute Vorstellung unserer übrigen Defensivkünstler - trotz vier Gegentreffern.
Gegnerische Kombinationen wie bei den Gegentreffern 1 und 3 lassen sich nur mit allen fünf Feldspielern effizient unterbinden und da haben sich unsere Verteidiger nicht viel vorzuwerfen. Wurm beim letztgenannten Tor vielleicht etwas zu weit aus der Position...

Sturm
Foucault entscheidet die Partie mit seinen drei Toren fast im Alleingang. Auch wenn der Wolfsburger Torjäger die Abwehrarbeit nicht erfunden hat, findet er immer besser ins System der Grizzlys und ist zudem "on fire". Die Anzahl der erzielten Tore ist aber auch insgesamt betrachtet wirklich bemerkenswert, denn außer der Haskins-Reihe hat keine der Wolfsburger Formationen in dieser Zusammensetzung in den letzten Wochen auf dem Eis gestanden. Die Ausfälle von Kreps und Pfohl, die Premiere von Ohmann nach langer Verletzung und die Abberufung Karachuns nach Crimmitschau hatten ordentlich Wirbel in die Reihenzusammensetzung der Grizzlys gebracht. Geschadet hat es jedenfalls nicht, wie die Leistung gegen eines der Spitzenteams der Liga gezeigt hat. Mark Voakes setzt weiter offensive Ausrufezeichen, kämpft aber auch weiter mit seinen defensiven Aufgaben (Gegentreffer 1). Insgesamt geht es für den Magier aber, wie beim gesamten Team, wieder aufwärts. mb

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