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VF4 EHC - Kölner Haie 5:1

Karneval in Wolfsburg

Diese Serie gerät nach und nach nicht nur zu einem absoluten Quell der Freude für die zahlreichen Wolfsburger Zuschauer (jeweils über 4000 in den beiden Heimspielen), sondern bekommt auf der anderen Seite allmählich auch etwas Närrisches.
Der mit vollmundigen Ankündigungen in Saison und vor allem auch ins Viertelfinale gestartete Favorit vom Rhein bekam dabei auch im vierten Spiel keine wirklich überzeugende Leistung aufs Eis, lieferte beim 5:1 mit dem zweiten Spielabschnitt allerdings sein bisher bestes Drittel ab.
Die Partie startete, wie die letzte Begegnung in Köln (0:4) geendete hatte: Mit einem Powerplaytor der Grizzlys gleich aus der ersten Strafe gegen Köln. Johnson hatte den Puck im Slot durch die Schoner des Kölner Goalies unhaltbar abgefälscht (6.), zwei Sekunden bevor Sünder Latta wieder von der Strafbank entlassen werden sollte.
Der durchaus sichtbare Kölner Schwung der Anfangsminuten war abrupt verflogen, die Körpersprache des Gastes strahlte, wenn auch nicht für lange, deutliche Signale von Angst aus. Das Drittel bleib ab diesem Zeitpunkt erst einmal in Grizzlyhand. Nah dran am zweiten Treffer waren die Gastgeber dann folglich im nächsten Überzahlspiel, nachdem sich zuvor mit Bolduc einer der Top-Grobmotoriker im Team der Haie per Stockschlag aus dem Spiel genommen hatte. Mit viel Glück entkamen die Gäste diesmal der direkten Bestrafung und konnten auch die folgende Druckphase der Wolfsburger schadlos überstehen. Erst, als mit Johnson auch einmal ein Gastgeber eine zweiminütige Denkpause verordnet bekam (15.) kamen die Haie wieder einigermaßen zurück ins Spiel.
Wille und Einsatz waren fortan beim KEC gut zu erkennen, nur die spielerische Linie blieb - praktisch bis zum Schlusspfiff - ein Rätsel. So erarbeiteten sich die Gäste zum Ende des ersten Drittels noch die eine oder andere Chance und retteten diese leichte Überlegenheit sogar bis in die ersten Minuten des Mittelabschnitts...ohne wirklich durchschlagende Wirkung vor dem Tor der Grizzlys. Spätestens als Wolfsburg ohne große Vorankündigung das 2:0 durch Aubin "einstreute" (24.) begann wohl beim einen oder anderen etwas einfacher gestrickten Haie-Spieler der Zünder zu ticken. Der KEC schraubte nun die Intensität des Körperspiels noch einmal einen Gang höher (Riefers schied nach einem Check von Lalonde verletzt aus, 29.), versuchte nun aber auch noch häufiger durch schlichte Provokation das Momentum des Spiels zu kippen. Das nahm zum Teil schon slapstickhafte Züge an, als Dane Byers mit seinen krampfhaften Versuchen Björn Krupp in einen Kampf zu verwickeln beim Wolfsburger Verteidiger eiskalt abblitzte und alleine für 10 Minuten zum Abkühlen musste. Ich bilde mir ein, das eine oder andere Grinsen in den Reihen der Grizzlys gesehen zu haben, während Mr. "1000 Watt im Arm und in der Birne kein Licht" lauthals protestierend auf die Strafbank geleitet wurde. Auf den Tribünen war das Gelächter jedenfalls groß...
Um nicht falsch verstanden zu werden: Das zweite Drittel gehörte fast durchgängig den Gästen, die sich, gerade in den letzten Minuten, einige gute Chancen erkämpfen konnten. Doch da vieles mit der viel zitierten Brechstange herausgearbeitet und weniger erspielt war, behielten die Grizzlys meist einen Rest Kontrolle über die Situation, so dass die "Hundertprozenter" weitestgehend Mangelware blieben. Wenn doch etwas wirklich Zwingendes entstand, war spätestens beim überragenden Brückmann Endstation.
Die Partie schien vor dem Schlussabschnitt längst noch nicht entschieden und genau in diesem Geiste starteten die Gäste auch ins letzte Drittel. Mit ihren spielerisch eher bescheidenen Mitteln rannten die Haie weiter gegen das kühl und konzentriert auftretende Grizzly-Bollwerk, ohne auch nur einmal in Torjubel ausbrechen zu können. Als Wolfsburgs Voakes dann auch noch eine seiner Zaubervorstellungen vor dem Kasten der Kölner anberaumte und dem Haie-Goalie aus nächster Nähe den Puck in die kurze Ecke hebelte (47.), war das Fass beim Kölner Team wohl endgültig übergelaufen.
Die nun offenbar im Wut-Modus umherfahrenden Gäste reagierten schließlich auf die Treffer Nr. 4 und 5 mit rücksichtsloser Eskalation. Erst hatte Voakes mit einem spektakulären Pass (per Drehung) Fabio Pfohls ersten Play-off Treffer ermöglicht, in die folgende Tor-Ansage platzte 14 Sekunden später Gerrit Fauser mit einem über die Linie gestocherten Treffer zur 5:0 Führung (51.)
Es folgte die erste Spieldauer gegen Latta wegen Stockstichs (52.); begangen an Wolfsburgs Kapitän Haskins. Die Grizzlys nahmen nun jegliche Geschwindigkeit aus ihren Aktionen, wollten sich für weitere Aufgaben schonen und den Gegner offenbar nicht weiter demütigen. Dabei brachten sie sich mit zwei dummen Strafen sogar in Unterzahl und in letzter Konsequenz ihren Goalie um den zweiten Shut-out in Folge. Christian Ehrhoff gelang bei 4 gegen 3 der Ehrentreffer für die Gäste (59.), die wenig später dann aber in Person von Shawn Lalonde eben jene Ehre gleich wieder in den Schmutz zogen. Mit einer Aktion irgendwo zwischen Beinstellen und Kniecheck beförderte der Kölner Starverteidiger Alex Dotzler auf die Liste der Verletzten, die er im Mitteldrittel schon mit Philip Riefers "bereichert" hatte.
Ob die fällige große Strafe im Nachgang noch in eine (hoch verdiente) Matchstrafe gewandelt wird, darf angesichts der Rechtspraktiken der DEL (Prüfung strittiger Situationen gegen Bares - Red Bull lässt grüßen...) stark bezweifelt werden. Im Falle von ausgesprochenen (großen) Strafen wohl aber aussichtsreicher als bei ungeahndeten Situationen.
Nach Sichtung der Bilder darf man wohl durchaus von Verletzungsabsicht sprechen, ähnlich wie bei Dane Byers Stockschlag in Spiel 2.


Teamcheck

Tor
Die Katze in Bestform. Tiefenentspannt und trotzdem mit Monsterreflexen unterwegs wäre fast der zweite Shut-out gelungen. Aber auch so hielt der Wolfsburger Goalie seine Farben, besonders im Mitteldrittel, eindrucksvoll im Spiel. Einmal mehr entscheidet er das Duell mit seinem Gegenüber und das Spiel zu seinen Gunsten.

Verteidigung
Hammerleistung der Defensivabteilung. Kontrolliert und abgeklärt bringt man im Verbund mit den Stürmern fast alle Kölner Druckphasen über die Runden. Kein Ausfall, auch Dotzler als siebter Verteidiger absolut vorbildlich konzentriert. Dehner und Bina managen das Geschehen eine Etage tiefer als der Großteil der Kölner Mannschaft und Krupp ist einfach ne coole Sau. Wie heißt es so schön: "Wer andere besiegt, hat Muskelkraft. Wer sich selbst besiegt, ist stark". Das Aufeinandertreffen mit einem der zahlreichen Intelligenzallergiker aus Reihen der Haie zeigte die beiden Seiten dieses Zitats vorbildlich.

Sturm
Vorbildliches Backchecking ist unser Ding. Köln versucht sich mit roher Gewalt durchzusetzen und scheitert ein ums andere Mal gegen Geschwindigkeit und Spielzüge der Grizzlys. Mit Höhenleitner und Riefers könnten nun bereits zwei deutsche Stürmer (plus Allrounder Dotzler) ausfallen. Sollte dem so sein, wäre das ärgerlich, aber hätte auch ein Gutes (auch wenn ich mir das anders gewünscht hätte): Wir sehen den zuletzt so starken Alex Karachun mal in einem Play-off Spiel. Wäre für den Youngster sicherlich mal eine wichtige Erfahrung!
Ansonsten macht jeder im Team das, was er machen soll. Vor allem die für das Scoring vorgesehenen Reihen machen ihren Job mehr als gut. Aubin trifft wieder - was will man mehr...außer einem vierten Sieg?
Eine Sache lässt mich allerdings etwas nervös werden: Wo bleibt die Vertragsverlängerung mit Voakes über die kommende Saison hinaus? Ich kann und will mir auch ab 2018 keine Grizzlymannschaft ohne den zusätzlichen Schuss "Magie" vorstellen! mb

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