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7:6 Niederlage beim Tag der offenen Tür in Iserlohn

Fast wäre es die Fortsetzung des gelungenen Neustarts gegen Ingolstadt geworden. Trotz der frühen Roosters-Führung nach einer Witzstrafe gegen Armin Wurm (2.) kamen die Grizzlys auch am Seilersee gut in die Partie. Ein Doppelschlag der stark aufspielenden Marius Möchel (10.) und Spencer Machacek (12.) brachte die Gäste dabei endgültig in Schwung. Auch Dmitirievs schmeichelhafter Ausgleich (18.) konnte schon zwei Minuten später durch Cassels drittes Saisontor beantwortet werden, so dass das Auftaktdrittel knapp an den EHC ging.
Zum Start des Mittelanschnitts nutzte Iserlohns Caporusso ein Nickerchen der Wolfsburger Hintermannschaft zum sehenswerten Alleingang (22.), dem der völlig indisponiert agierende Leggio im Tor der Grizzlys ebenfalls nichts entgegen zu setzen wusste. In der Folgezeit zeigten sich die Roosters gut informiert und brachten mehr Härte in die Begegnung, was ihnen im Gegensatz zum letzten Gegner der Grizzlys allerdings keinen nennenswerten Vorteil verschaffte. Im Gegenteil: Bei doppelter Überzahl ließen die Gäste einer Auszeit gleich einmal die erneute Führung folgen. Besonders erfreulich war dabei der Torschütze, denn Brent Aubin konnte mit einem Gewaltschuss endlich seine schier endlose Torflaute beenden (36.) und endlich seinen ersten Saisontreffer bejubeln!
Als Wolfsburg dann im Schlussabschnitt durch Furchner (44.) und Machacek (47.) sogar auf 3:6 davonziehen konnte, sah es schon fast sicher nach einem Sechs-Punkte-Wochenende aus. Doch alle Freude in dieser Saison wird offenbar immer noch irgendwie getrübt. Die Grizzlys, bis dahin trotz der beiden zusätzlichen Ausfälle von Jaspers und Höhenleitner top präsent, stellten plötzlich das Spielen ein und versuchten etwas, das in dieser Spielzeit noch nie funktioniert hat - sie verwalteten den Vorsprung. In den letzten zehn Spielminuten ließen die Gäste, bei denen Eigengewächs Raabe im Schlussabschnitt keine Eiszeit mehr erhielt, einfach alles vermissen, was sie zuvor so stark gemacht hatte. Forecheck und Angriffsbemühungen wurden weitgehend eingestellt und David Leggio, der von Beginn an einen sagenhaft unsicheren Eindruck hinterließ, durfte bis zur Sirene noch sage und schreibe dreimal hinter sich greifen. Florek (50.), Matsumoto (53.) direkt vom Anspiel und Bergman in Überzahl (59.) brachten die eigentlich längst entschiedene Begegnung in die Overtime. Dort ließen die sichtbar demoralisierten Grizzlys in einer frühen Unterzahl dem Unheil weiter seinen Lauf und fingen sich auch noch den siebten Gegentreffer (61.). Es bleibt abzuwarten, ob sich das im Angriffsspiel und vor allem im Powerplay deutlich verbesserte Wolfsburger Team mit diesem Spielverlauf selber den mentalen Genickschuss verpasst hat, oder ob die Grizzlys doch noch irgendwie die Kurve bekommen.
Neu-Trainer Kossmann kann bisher jedenfalls erstaunlich viel Gutes auf der Habenseite verbuchen, obwohl das Lazarett mit Weiß, Höhenleitner und Jaspers mittlerweile epische Züge (8 Ausfälle) angenommen hat. Die Abteilung Defensive hingegen sollte man langsam aber sicher von ihrem Übungsleiter befreien. Trotz gesundem Stammpersonal sind die Leistungen in diesem Mannschaftsteil derart schwankend, dass es hier normalerweise zu Konsequenzen kommen muss. Auch David Leggio sollte nach den bisher gezeigten Leistungen, einschließlich des fast schon lachhaften Auftritts in Iserlohn, bis auf weiteres die Bank warm halten. Diese Verpflichtung stellt bisher leider nicht einmal im Ansatz eine Hilfe dar - eher das Gegenteil.    


1:0 Trupp (Matsumoto - Fischer) 2.Min PP 5-4
1:1 Möchel (Wrenn - Bergman) 10.Min
1:2 Machacek (Furchner - Fauser) 12.Min PP 5-4
2:2 Dmitriev (Camara - Matsumoto) 18.Min
2:3 Cassels (Sparre - Ohmann) 20.Min
3:3 Caporusso (Todd) 22.Min
3:4 Aubin (Dehner - Sparre) 36.Min PP 5-3
3:5 Furchner (Fauser - Machacek) 44.Min PP 5-4
3:6 Machacek (Möchel - Wrenn) 47.Min
4:6 Florek (Friedrich) 50.Min
5:6 Matsumoto 53.Min
6:6 Bergman (Turnbull) 59.Min PP 5-4
7:6 Camara (Matsumoto - Yeo) 61.Min PP 4-3