header
Log in
A+ A A-

Gruselvorstellung gegen Krefeld

Trotz drei Rückkehrern agierte Wolfsburg fast fünfzig Minuten lang schlapp und streckenweise orientierungslos. Das einzig Schmackhafte in diesem großen, für das Publikum gänzlich unverdaulichen Happen des Spiels war die Unfähigkeit der Gäste, mehr als zwei Tore aus ihrer Überlegenheit zu machen. Ansonsten hagelte es für die Grizzlys weiter kleine und große Katastrophen. Die kleinen in Form des bereits zum Standard gehörenden Torhüterfehlers zur ersten Gästeführung (9.) und per Eigentor von Jeff Likens (27.). Die großen Katastrophen, wie könnte es anders sein, stellten erneute gravierende Spielerausfälle dar. Gegen Ende des ersten Drittel knockte zunächst Machacek bei einem Checkversuch mit Fauser seinen eigenen Teamkameraden aus. Zum Auftakt des Schlussabschnitts schied mit Alex Weiß der nächste Grizzlys nach einem unglücklichen Zusammenprall mit verdrehtem Knie aus.
Garniert wurde dieses ärgerliche und von beiden Seiten mit geradezu amateurhafter Präzision und Intensität geführte Schauspiel von einer ebenso amateurhaften Schiedsrichterleistung, die eine Flut falscher Icing-, Abseits- und zum Leidwesen der Grizzlys auch Torentscheidungen mit sich brachte. So fand Krupps Knaller zum Anschlusstreffer (29.) wegen angeblicher Torhüterbehinderung keine Anerkennung. Da die Entscheidung nach Studium der Videobilder gefällt wurde, blieb eigentlich nur die Frage, welcher der Beteiligten da mit einer Behinderung zu kämpfen hatte.
Kurz vor der ersten Pausensirene gelang den Gastgebern dann doch noch das überraschende 2:1 durch Jason Jaspers, kurz nachdem die Grizzlys das einzige (sic) Unterzahlspiel der gesamten Begegnung schadlos überstanden hatten.
Was dann ab Mitte des letzten Drittels im Wolfsburger Team los war, ist im Nachhinein nicht zu erklären. Plötzlich landeten nicht mehr die Hälfte der Pässe in den Kufen der Mitspieler, plötzlich waren Tempo und körperliche Präsenz nahezu auf DEL-Niveau! Das schockierte die Gäste aus Krefeld offenbar so sehr, dass sie komplett den Faden verloren. So gelang dem wie aufgedreht agierenden Daniel Sparre schließlich der mittlerweile fast verdiente Ausgleich. Ein weiterer Treffer sollte aber bis zum Ende der unvermeidlichen und durchaus unterhaltsamen Verlängerung nicht fallen. Dort stand Wolfsburgs Bergman im Fokus des Geschehens, der bei seinem Schuss an die Latte zunächst die Entscheidung auf dem Schläger gehabt hatte (), dann aber acht Sekunden vor Ende einen Penalty verschuldete. Da Leggio den folgenden Strafschuss (65.) entschärfen konnte, fiel die Entscheidung wiederum im Penaltyschießen. Dort trafen weder Aubin, Sparre noch Raabe (!). Bei den Gästen verwandelte schließlich Trettenes als einziger Schütze zum Gewinn des Zusatzpunkts und beendete diese erst zum Schluss wirklich als Profi-Eishockey erkennbare Partie.
Während Neuzugang Petr Pohl einen gefälligen Einstand bei den Grizzlys feierte, schloss sich auf seiner Seite lediglich Sparre (und der viel umjubelte Raabe) mit einer herausragenden Leistung diesem positiven Eindruck an. Ansonsten krankte Wolfsburgs Auftritt vor allem am nicht existenten Zusammen- und Aufbauspiel und dem geradezu lächerlichen Körperspiel fast sämtlicher Akteure. Versuche dies zu ändern, endeten eher in der eigenen oder der Verletzung des Mitspielers. Jämmerlich. In dieser Verfassung wären die Grizzlys auch in der DEL2 ein klarer Abstiegskandidat - ungeachtet des apokalyptischen Verletzungspechs natürlich. 

0:1
 Schymainski (Riefers - Trivellato) 9.Min
0:2 Costello (Lefebvre) 27.Min
1:2 Jasper (Sparre - Busch) 40.Min
2:2 Sparre (Machacek - Krupp) 56.Min
2:3 Trettenes PS

Spielbericht entfällt wegen Oberliga-Niveau

Zur Bildergalerie geht es HIER