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Wolfsburg zum vierten Mal Vizemeister

  • Geschrieben von Martin
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Am Ende einer intensiven Saison fehlte den Grizzlys wohl etwas die Kraft, um dem Rivalen aus Berlin in Spiel 3 über 60 Minuten die Stirn bieten zu können. Lediglich im ersten Drittel des entscheidenden Finalspiels sahen die Fans der Grizzlys ihr Team in der Verfassung, die sie in den letzten Wochen so geliebt hatten. Wolfsburg kam druckvoll ins Spiel und dominierte die ersten Szenen des Spiels, fing sich nach einem Icing aber das frühe 1:0 durch Marc Olver (2.). Gänzlich unbeeindruckt glichen die Gäste aus Niedersachsen praktisch direkt nach Wiederanpfiff aus! Mathis Olimb hatte zum Lauf quer durchs Eisbärendrittel angesetzt und den Puck unhaltbar im Winkel versenkt (3.). Das Spiel begann turbulent, aber auch glücklich aus Sicht der Grizzlys, da Valentin Busch den Puck ohne Helm im Drittel der Berliner gehalten hatte, um dann schnell auf der Bank zu verschwinden. Der Wolfsburger Treffer war zwar irregulär, verdient war er trotzdem, denn die Gäste hatten bis zur ersten Sirene noch weitere gute Einschussgelegenheiten, die sie allerdings nicht in Zählbares verwandeln konnten. Zuvor hatte Wolfsburg allerdings einen weiteren Schock zu verdauen: Garrett Festerling konnte nach einem Zusammenprall mit einem Gegner das Eis nur noch auf allen vieren verlassen, hatte starke Schmerzen und musste den Weg in die Kabine gleich mehrfach unterbrechen. Festerling kehrte später nur noch als Zuschauer auf die Bank zurück, seine Reihe um Fauser und Jormakka wurde durch Busch und Hungerecker im Wechsel ergänzt, Fauser rückte auf die zentrale Position. 
Mit Beginn des Mittelabschnitts kippte die Partie dann aber wieder in das aus dem zweiten Spiel bekannte Bild: Die Grizzlys wirkten müde, kamen kaum ins Angriffsdrittel und hatten große Probleme im Spielaufbau. Berlin setzte unerbittlich nach, brachte die Gäste vor allem in deren Zone immer wieder in Schwierigkeiten und profitierte letztlich von eben solch einer Situation. Leo Pföderl veredelte Wissmanns Scheibeneroberung (24.) zum 2:1, das bis zum Schlusspfiff Bestand haben sollte. Wolfsburg versuchte ins Spiel zurückzukommen, scheiterte aber häufig schon in der neutralen Zone mit seinen Bemühungen. Die Beine wurde zusehends schwerer, die Puckverluste ohne gegnerische Einwirkung häuften sich. Keine guten Voraussetzungen, um diese wichtige Partie noch einmal zu drehen. Die besseren Chancen hatten nun die Berliner, die mittlerweile u.a. durch Whites Lattenknaller eigentlich deutlicher in Führung liegen mussten. Wolfsburgs bis dahin einzige Powerplay-Gelegenheit verpuffte effektlos, nicht nur, weil mit Gerrit Festerling ein wichtiger Akteur fehlte. Dem Spiel der Wolfsburger fehlte einfach die Geschwindigkeit und Härte, die es jetzt gebraucht hätte.
Nach all den tollen Leistungen der letzten Wochen tat es schon ein wenig weh, die Grizzlys so bemüht, aber doch irgendwie am Ende ihrer Kräfte und ein bisschen verzweifelt zu sehen. Auch wenn sich im Schlussabschnitt noch die eine oder andere Chance für die Gäste ergab, wirklich zittern mussten die Eisbären nicht mehr. Zu souverän kontrollierten die Gastgeber das Geschehen auf dem Eis, überstanden dabei auch ein weiteres Wolfsburger Überzahlspiel schadlos. Als in den letzten Sekunden der Puck noch einmal zum völlig frei nachrückenden Machacek sprang, sprangen wohl auch die Grizzlyfans dann ein allerletztes Mal aus ihren Sitzgelegenheiten. Doch der umstrittene Abseitspfiff des Linienrichters beendete nicht nur diese Szene, sondern auch die Suche nach dem 100. deutschen Meister. Die Eisbären Berlin errangen den achten Titel ihrer Vereinshistorie, während Wolfsburg seinen vierten Vizetitel verbuchen konnte.
Am Ende einer aus Wolfsburger Sicht abwechslungsreichen, aber letztlich sehr erfolgreichen Saison bleibt uns nur dem Team für die vielen schönen Momente zu danken.

Vielen Dank für die Freude, die ihr uns in diesen schwierigen Zeiten bereitet habt.
Wir sind sehr stolz auf Euch und freuen uns auf ein Wiedersehen in der Halle!

1:0 Olver (Foucault - Fiore) 2.Min
1:1 Olimb (Busch - Melchiori) 3.Min
2:1 Pföderl (Wissmann) 24.Min

Grizzlys nicht bereit - Berlin gleicht aus

  • Geschrieben von Martin
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Wolfsburg unterliegt den Eisbären in eigener Halle leistungsgerecht mit 1:4 und schickt die Serie somit in ein echtes Endspiel zurück nach Berlin. Coach Pat Cortina resümierte anschließend treffend: "Das waren nicht die Grizzlys aus den letzten Wochen". Und er hatte recht. Berlin kam aggressiv, schnell und mit breiter Brust aufs Eis und setzte den Gastgebern von der ersten Minute an heftig zu. Wolfsburg hingegen schien sich zu quälen, kam einfach nicht auf Touren und in die Zweikämpfe. Zwar überstanden die Grizzlys die besonders stürmische Anfangsphase der Gäste ohne Gegentreffer, aber selbst ein frühes Überzahlspiel (ab 5.) brachte sie nicht ins Spiel. Kaum war die Strafe gegen Tuomie abgelaufen, dominierten die Eisbären mit knallhartem Forecheck wieder das Geschehen und drängten auf die Führung. Während Wolfsburg am Ende des ersten Drittels fast ausschließlich Abschlüsse aus "sicherer" Entfernung vorzuweisen hatte, gelang es den Gästen immer wieder die Defensive der Grizzlys auseinander zu ziehen und freie Torschüsse zu generieren. In der 17.Minute war es dann schließlich soweit: Wolfsburg hatte sich aus der Position locken lassen und der völlig freistehende Hördler konnte sich nach genauem Pass das Spielgerät in aller Ruhe zurechtlegen. Per Rückhand überwand der Berliner Routinier den Wolfsburger Schlussmann zur völlig verdienten 0:1 Führung. 
Mit über einer Minute Reststrafe gegen Järvinen ging es für die Grizzlys auch im Mitteldrittel unter Druck los. Das Penaltykilling blieb aber an diesem Abend das fast das Einzige, was zur vollen Zufriedenheit (aber auch nur einmal) für die Gastgeber funktionierte. Berlin blieb spielbestimmend gegen weiterhin müde wirkende Wolfsburger, die sich vor allem im eigenen Slot regelmäßig in Probleme brachten. Die gewohnte Geistesgegenwart im eigenen Verteidigungsdrittel fehlte sowohl beim Aufbau, als auch bei der Verteidigung gegen Druck auf das eigene Tor. Nach den Leistungen der letzten Wochen ein äußerst ungewohnter Anblick. Per Doppelschlag fand diese bis dahin doch etwas einseitige Partie dann ihre Vorentscheidung: McKiernan aus dem Rückraum (28.) und Streu nach Chaos im Grizzly-Torraum (31.) stellten auf 0:3, die Grizzlys wirkten dabei insgesamt viel zu langsam in ihren Aktionen. Es folgten endlich die ersten wirklich gefährlichen Aktionen der Hausherren, die mit einem Aufsetzer an die Latte des Eisbärentors ihren Anfang nahmen. Wenig später tropfte Järvinens Schuss zwar durch die Schoner von Niederberger, doch das Hartgummigeschoss blieb hinter ihm liegen und fand wieder nicht den Weg ins Tor der Berliner. Als die Gäste sich ihre zweite Strafe der Begegnung abholten (37.), zeigten die Grizzlys endlich eine ihrer Stärken. Im Powerplay war es Gerrit Fauser, der einen sauberen Spielzug über Olimb und Festerling aus nächster Nähe in den Winkel befördern konnte (38.) und den Grizzlys somit neue Hoffnung schenkte.
Berlin verlegte sich nun auf Spielstandverwaltung und machte das zum Leidwesen der Grizzlys recht gut. Wolfsburg agierte fortan wesentlich offensiver, ohne sich aber die ganz großen Chancen herausspielen zu können. Lediglich Phil Hungerecker hätte einen schnellen Angriff der Gastgeber fast zum Anschluss nutzen können (43.), doch Niederberger hatte das Tor zuvor aus der Verankerung gedrückt, so dass eine der wenigen guten Situationen relativ unspektakulär abgepfiffen wurde.
Zusammenfassend kann man auch vom letzten Drittel behaupten, dass die Eisbären mit ihren Gegenstößen gefährlicher waren als alles, was Wolfsburg an diesem Abend versuchte. Die Pfostentreffer durch Noebels und Reichel bildeten da nur die Spitze des Eisbergs...
Auch als Wolfsburg bereits in der 57.Minute das erste Mal mit sechs Feldspielern sein Glück versuchte, waren es eher die Grizzlys, die in Bedrängnis gerieten. Das 1:4 ins leere Tor durch Reichel (59.) beseitigte schließlich den kleinen Restzweifel, wer das Eis als Sieger verlassen sollte.
Am Ende war es wohl eine Mischung aus Berlinern, die sich etwas besser auf das Wolfsburger Eishockey eingestellt haben und äußerst langsam und müde wirkenden Grizzlys, die den Ausschlag gab. Die Eisbären fahren nach fünf Niederlagen am Stück somit ihren ersten Sieg gegen Wolfsburg ein. Wir finden: Soll reichen!

It's time to fight back! Take what's yours!
         

0:1 Hördler (Zengerle - Tuomie) 17.Min
0:2 McKiernan (Noebels - Pföderl) 28.Min
0:3 Streu (Foucault - Fiore) 31.Min
1:3 Fauser (Festerling - Olimb) 38.Min PP 5-4
1:4 Reichel 59.Min ENG

Julian Melchiori macht den Sieg in Spiel 1 klar!

  • Geschrieben von Martin
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Ausgerechnet Melchiori, der nach früher Verletzung das dritte Spiel gegen Mannheim fast vollständig von der Bank beobachten musste, setzte unter diese hart umkämpfte Finalpartie den Schlusspunkt. Es waren bereits 78.Minuten gespielt, eine zweite Overtime drohte, da setzte der Wolfsburger Verteidiger zum Alleingang quer durch das Berliner Abwehrdrittel an, tanzte zwei Gegenspieler aus und vollendete in aller Seelenruhe. Die Grizzlys schnappten sich somit den ersten Sieg in dieser Best-of-Three Serie und konnten die Eisbären damit zum fünften Mal in Folge besiegen.
Begonnen hatte die Begegnung mit einem schnellen und taktisch sehr diszipliniert geführten Auftaktdrittel, das für beide Teams weder Strafen noch Tore mit sich bringen sollten. Die wirklich guten Chancen blieben zunächst rar und waren auf beiden Seiten stets Beute der überragenden Torhüter. Im Tor der Grizzlys stand dabei erneut Dustin Strahlmeier, zumal sich auch sonst nichts in der Aufstellung zur letzten Partie in Mannheim verändert hatte. Eine gute Nachricht aus Sicht der Grizzlys, denn das bedeutete, dass mit Julian Melchiori einer ihrer wichtigsten Spieler wieder zur Verfügung stand.
Auffällig im ersten Spielabschnitt: Die Eisbären antizipierten die Linie des Schiedsrichtergespanns deutlich schneller als die Gäste aus Wolfsburg. Die Grizzlys hingegen benötigten deutlich länger, um zu realisieren, dass vor allem an der Bande Checks und Halten extrem großzügig ausgelegt werden solllten.
Im Mittelabschnitt erwischten die Eisbären zunächst den besseren Start, Wolfsburg hatte seinerseits wenige, aber dafür umso hochkarätigere Chancen durch Hungerecker und Olimb. Dann übertrieben es die Hausherren in der allgemeinen Aufbruchstimmung aber mit dem Ausloten der Toleranz der Referees. Gleich zweimal hintereinander stattet Berlins McKiernan der Kühlbox einen Besuch ab (28.+32.), beide Strafen waren weitgehend überflüssig und unstrittig. Während das Wolfsburger Powerplay im ersten Versuch irgendwie indisponiert wirkte (Görtz war als Folge des Fouls kurzfristig in der Kabine verschwunden), drehten die Gäste im zweiten Anlauf mächtig auf. Der hervorragend reagierende Niederberger im Tor der Eisbären verhinderte zunächst noch spektakulär Schlimmeres, kurz vor Ablauf der Strafe war es dann aber soweit: Ein feines Anspiel von Olimb fand in Toto Rech einen dankbaren Abnehmer. Niederberger rettete zwar erneut mit einer Wahnsinnsreaktion, doch endlich gewährte der Berliner Goalie den Gästen mal einen Rebound, den Gerrit Fauser prompt zur 0:1 Führung über die Linie drückte (34.). Ein weiteres Powerplay kurz vor der zweiten Pause blieb ähnlich zerfahren wie das erste in diesem Drittel und brachte den Grizzlys nichts ein.
Das Spiel legte nun in Sachen Intensität noch einmal eine Schippe drauf. Berlin blieb weiter bemüht das Wolfsburger Defensivsystem zu knacken und erzwang mit viel Druck nun seinerseits gleich drei Strafzeiten gegen die Grizzlys. Spätestens bei der dritten Strafe (54./Bruggisser) wirkte es allerdings so, als ob die Schiedsrichter unbedingt eine gleichmäßige Strafenverteilung aufs Papier zaubern wollten. Gemessen an der sonst laxen Linie der Referees rief die Entscheidung wegen Hakens doch einiges an Kopfschütteln bei den Wolfsburgern hervor. Hatten die Gäste die beiden ersten Unterzahlspiele noch gut überstanden und durch Konter sogar die größeren Chancen verbucht, so klingelte es jetzt auch hinter Dustin Strahlmeier zum ersten Mal (55.). MVP Marcel Noebels war der Glückliche gewesen, dessen Schuss von Mösers Stock unhaltbar in die Maschen abgefälscht worden war. Das Spiel stand also wieder auf Anfang.
Doch nun sollten sich die Ereignisse überschlagen! Während der eine oder andere Zuschauer wohl geistig in Richtung Verlängerung unterwegs war, blieben die Sinne der Grizzlys geschärft. Wolfsburg zeigte keinerlei Nervosität und blieb nicht nur defensiv wachsam, sondern packte auch im gegnerischen Drittel jetzt wieder entschlossener zu. So war es dann auch eine Puckeroberung (58.) hinter dem Eisbärentor durch Pekka Jormakka, die den Gastgebern zum Verhängnis werden sollte. Sofort nach Scheibengewinn ging das Spielgerät in den Slot, wo der clever nachgerückte Festerling zum 1:2 verwandeln konnte. Der Jubel der Grizzlys war riesengroß, der erste Sieg zum Greifen nah. So kurz vor dem Ende blieb den Gastgebern eigentlich nur noch eine Wahl - der Torhüter musste für einen sechsten Feldspieler vom Eis! Fast anderthalb Minuten verbrachten die Eisbären im Anschluss im Drittel der Gäste und entgingen dabei gleich zweimal dem Schuss ins leere Tor mal mehr (Fuchner) und mal weniger (Festerling) knapp. Ganze 38 Sekunden waren noch zu spielen, da wendete sich das Blatt tatsächlich noch einmal: In Person von Zachery Boychuk arbeiteten die Eisbären den Puck doch noch ein zweites Mal über die Linie - die kalte Dusche für die Grizzlys schien perfekt.
Aber wieder ließen sich die Gäste nur wenig anmerken, schalteten sofort wieder einen Gang hoch und kamen wenige Sekunden vor der Sirene tatsächlich durch Machacek zu einer brandgefährlichen Abschlusschance vor Niederberger. Wieder blieb der Berliner Goalie Sieger, die Grizzlys durften weiter an ihrer beeindruckenden Overtime-Bilanz arbeiten.
Was folgte waren knapp 18 Minuten rasantes Eishockey mit jeder Menge Torszenen auf beiden Seiten. Die Mehrzahl der Gelegenheiten verbuchten hierbei die Gäste, die mit zunehmender Dauer der Verlängerung eindeutig mehr zuzusetzen hatten. Die größte Chance hatten allerdings die Eisbären, bei denen Leo Pföderl am leeren Tor vorbeischoss und damit wohl den einen oder anderen Wolfsburger Herzschrittmacher kurz vor den Kabelbrand brachte. 
Generell schienen beide Seiten an einer schnellen Entscheidung interessiert und auch Wolfsburg spielte nun ungewohnt offensiv orientiert. Julian Melchiori war es schließlich (78.), der dem nervenaufreibenden Treiben mit seinem zweiten Saisontreffer eine Ende setzte und die Grizzlys ihrem Traum von der ersten Meisterschaft einen weiteren Schritt näher brachte.
Am kommenden Mittwoch treffen die beiden Mannschaften in Wolfsburg zum zweiten Finalspiel aufeinander. Die Partie wird ab 19.25h im Free-TV bei Sport1 zu sehen sein!

Wir zählen die Stunden bis dahin! Holt das Ding!

0:1 Fauser (Rech - Olimb) 34.Min PP 5-4
1:1 Noebels (White - Pföderl) 55.Min PP 5-4
1:2 Festerling (Jormakka - Möser) 58.Min
2:2 Boychuk (White - McKiernan) 60.Min EA
2:3 Melchiori (Olimb - Fauser) 78.Min



Grizzlys schaffen die Sensation und ziehen ins Finale ein!

  • Geschrieben von Martin
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Es ist vollbracht! In einem packenden Eishockeykrimi ringen die Grizzlys den Ligaprimus aus Mannheim mit 1:2 nieder und ziehen ins Finale gegen die Eisbären Berlin ein! Personell hatte sich bei den Wolfsburgern zunächst nichts zu Spiel 2 verändert, neben den Dauer-Ausfällen Pfohl und Button gab es auch für Jan Nijenhuis und den suspendierten Boucher keine kurzfristige Rückkehr in den Kader. Mannheims Lazarett blieb mit Wolf, Lehtivuori, Huchtala, Lampl und Elias ebenfalls prominent besetzt.
Das Spiel startete denkbar ungünstig für die Gäste aus Niedersachsen: Vom Reporter-Team unbemerkt schied Wolfsburgs Topverteidiger Melchiori gleich in der Anfangsphase mit einer Knieverletzung aus. In der Mannheimer Anfangsoffensive waren an der Bande nacheinander gleich drei Gegenspieler in den Vielspieler der Grizzlys gefahren - die Gäste stellten entsprechend um und Maxi Adam rückte als Ersatz nach. 
Um es kurz zu machen: Den Adlern gehörte das erste Drittel. Mit viel Schwung und Ehrgeiz versetzten die Gastgeber Wolfsburg zunächst in einen Zustand der Dauerbelagerung, den die Grizzlys nur gelegentlich zu (sehr gefährlichen) Entlastungsaktionen verlassen konnten. Nach der frühen Führung durch Dennis Reul (4.) kämpfte sich Wolfsburg durch die folgenden Minuten, musste sich aber auch immer wieder auf den überragenden Dustin Strahlmeier als letzte Instanz verlassen, um nicht weiter in Rückstand zu geraten. Nach einer ersten schadlos überstandenen Unterzahl (ab 9.) gelang es den Grizzlys dann immer besser offensive Nadelstiche zu setzen. Während Adler-Goalie Endras die ersten Chancen der Gäste durch Machacek und Rech erneut spektakulär verhindern konnte, war er in der 14.Minute dann doch machtlos: Bruggissers Hammer hatte durch Spencer Machacek die entscheidende Richtungsänderung erhalten - die Grizzlys machten es mal wieder einfach und effektiv!
Auch im Mittelabschnitt blieb es beim spielerischen Übergewicht der Adler, die sich gleich dreimal im Powerplay an den Niedersachsen die Zähne ausbeißen sollten. Trotz zwischenzeitlicher doppelter Überzahl (allerdings nur 10 Sekunden) blieben die Mannheimer Bemühungen fruchtlos, immer war ein Wolfsburger Schläger oder ein Körperteil der Gäste im Weg - vorzugsweise eines von Dustin Strahlmeier. Wolfsburg durfte sich im Mitteldrittel ebenfalls zweimal in Überzahl versuchen und wusste dabei durchaus zu gefallen. Strahlmeiers Gegenüber stand diesem aber in nichts nach und fischte alles weg, was auf seinen Kasten kam. Die Grizzlys ging spürbar gestärkt aus ihren überstandenen Strafen und machten sich nun auf, dem Spiel im Schlussabschnitt eine überraschende Wendung zu geben. 
Nach erneut dominantem Mannheimer Beginn vollzog sich, wie schon in Spiel 2 der Serie, die langsame Verschiebung der Kräfteverhältnisse auf dem Eis. Wolfsburg bekam deutlich mehr Zugriff auf das Spielgeschehen, agierte nun offensiv wesentlich mutiger und suchte immer wieder den schnellen Puckgewinn im Forecheck. Ein Bild, das es in den ersten vierzig Minuten der Begegnung fast gar nicht zu bestaunen gab. Genau so eine Aktion von Max Görtz war es dann auch, die das Spiel entschied und die Grizzlys ins Finale 2021 beförderte. Nach Puckeroberung hinter dem Mannheimer Tor zog der Wolfsburger Stürmer zum Bauerntrick ums Gehäuse, legte den Puck quer zur Linie und traf dabei Gegenspieler Reul am Schlittschuh. Folge: Der Puck prallte von dort zwischen die Schoner von Dennis Endras (57.) und landete zum späten 1:2 in den Maschen des Adler-Tors. Nur kurz gönnten sich die Grizzlys einen Moment der Euphorie, denn nun galt es, diese knappe Führung gegen wütende Gastgeber über die Zeit zu bringen.
Mannheim schmiss noch einmal alles nach vorne, zog für die letzte Minute den Goalie und versuchte die Gäste in deren Drittel festzusetzen. Doch Wolfsburg entzog sich durch enorme taktische Disziplin und gutes Zweikampfverhalten immer wieder dem Mannheimer Würgegriff, konnte dabei wesentlich öfter den Puck aus dem Drittel bringen, als es den Adlern wohl recht war.
Die letzten bangen Sekunden brachte schließlich ein gewonnenes Bully vor Strahlmeier von der Uhr und dann war es soweit: Das "kleine niedersächsische Dorf" hatte seine vierte Final-Teilnahme dingfest gemacht! Zur Abwechslung nicht mit, sondern gegen Pavel Gross als Trainer. Ein Verdienst, den vor allem Pat Cortina, dem oft recht hart in der Kritik stehenden Coach der Grizzlys, nun keiner mehr nehmen kann.
Ob ihm im Duell mit dem Rivalen aus Berlin vielleicht sogar der ganz große Wurf gelingen kann, werden die nun kommenden Tage zeigen. Schon am Sonntag geht es mit dem ersten Spiel gegen die im Halbfinale ebenfalls in drei Spielen erfolgreichen Eisbären weiter.

HAUT REIN, JUNGS! HOLT DEN POTT AN DIE ALLER!

1:0 Reul (Plachta - Desjardins) 4.Min
1:1 Machacek (Bruggisser - Olimb) 14.Min
1:2 Görtz 57.Min

Wolfsburg erzwingt Spiel 3 gegen Mannheim!

  • Geschrieben von Martin
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Wieder in der Overtime, wieder in der 66.Minute machen die Grizzlys einen weiteren wichtigen Schritt Richtung Finale. Nachdem die Adler rund 40 Minuten das spielbestimmende Team gewesen waren, gelang den Gastgebern im dritten Spielabschnitt eine deutliche Leistungssteigerung. Besonders die ersten zwanzig Minuten taten sich die Grizzlys gegen Mannheims Dauerdruck äußerst schwer und kamen so gut wie gar nicht sortiert vor das Mannheimer Gehäuse. Zwar blieben die Chancen der Gäste ebenfalls meist unspektakulär, doch ganze 3 Schüsse auf das Tor von Dennis Endras sprachen eine eindeutige Sprache. Wolfsburg kam einfach nicht in den Forecheck, verbrachte viel zu viel Zeit im eigenen Drittel und sorgte somit bei Dustin Strahlmeier für einen arbeitsreichen Tag. Selbst eine frühe Überzahl (ab 5.) brachte die Gastgeber nicht ins Spiel - der Puck erreichte meist nicht einmal das gegnerische Drittel, die besseren Torchancen hatte die Unterzahlformation der Adler.
Im Mitteldrittel hellte sich das Kräfteverhältnis in Sachen Offensivaktionen ein wenig auf, Fauser, Görtz und Rech konnten erste wirklich nennenswerte Schussgelegenheiten aber nicht zum Torerfolg nutzen. Das Spiel diktierten aber weiter die Gäste aus Mannheim, die u.a. durch Eisenschmid und Plachta erste Großchancen ebenfalls nicht nutzen konnten. Neben der extrem gut koordinierten Defensive der Grizzlys sorgte nun Wolfsburgs Goalie ein ums andere Mal für Kopfzerbrechen in den Reihen der Gäste. Strahlmeier lief, wie sein Gegenüber im ersten Spiel, zu absoluter Höchstform auf und bewahrte sein Team vor einer frühen Entscheidung. Als Mannheim gegen Ende des Mittelabschnitts dann doch einmal für richtig Chaos im Wolfsburger Abwehrdrittel sorgen konnte, war es Mark Katic, der für die Adler den Bann brechen konnte (39.). Seinem satten One-Timer in den Winkel folgte nur wenige Sekunden später auch noch eine Strafzeit gegen Wolfsburgs Olimb - das Spiel schien jetzt die aus Mannheimer Sicht erwünschte Entwicklung zu nehmen. Eine Schussbilanz von 10 - 28 für die Gäste, bis dahin nur wenige nennenswerte Chancen und lahmendes Offensivspiel auf Wolfsburger Seite und obendrein noch eine Minute Überzahl für die Adler: Der Start ins vermeintlich letzte Drittel des Spiels fand nicht unbedingt unter besten Vorzeichen für die Grizzlys statt.
Doch Wille und Konzentration bestanden auf Wolfsburger Seite ungebrochen fort...und das sollte sich auszahlen! Schon das Rest-Powerplay der Adler arbeiteten die Gastgeber erstaunlich souverän herunter, dann waren auch schon die Grizzlys mit Überzahl dran. Shinnimin nahm für Mannheim auf der Strafbank Platz (43.) und das Spiel änderte sich! Zunächst etwas holprig, dann aber immer fließender kam das zuletzt recht zuverlässige Powerplay der Grizzlys in Schwung. Toto Rechs Schlenzer an den Pfosten (45.) markierte das erste Highlight der Gastgeber und schien so eine Art Startschuss für die Machtübernahme auf dem Eis zu sein. Plötzlich kamen die Grizzlys in die Zweikämpfe, liefen schneller Schlittschuh und erzwangen gleich die nächste Strafe (47.) gegen nun müder wirkende Gäste. Es dauerte keine Minute, da lagen sich die Männer in orange auch schon in den Armen und feierten den Ausgleich durch Kapitän Furchner! Aus spitzem Winkel hatte der Wolfsburger Routinier den Abpraller in den Winkel geschlenzt und das Spiel wieder auf Anfang gestellt. Die Irritation auf Seiten der Adler hielt sich zwar in Grenzen, aber das Offensivspiel der Grizzlys war plötzlich existent und wurde bis zum Schlusspfiff ein echter Faktor. Furchner, Machacek und Festerling scheiterten aber am ebenfalls hervorragend aufgelegten Endras im Tor der Gäste und nach einem kurzen Comeback der Adler in den Schlussminuten ging die Partie schließlich in die Verlängerung.
Über fünf Minuten dauerte der finale Nervenkitzel schließlich, ehe Toto Rech sich den Puck an der blauen Linie aus der Luft schnappte und unwiderstehlich Richtung Endras zog. Einen Gästespieler im Schlepptau versenkte der Wolfsburger Torjäger das Spielgerät schließlich im kurzen Eck (66.) und ließ sein Team und alle Grizzlyfans vor den Bildschirmen in Freudenstürme ausbrechen.
Mit dem ersten Saisonsieg gegen Mannheim im Gepäck geht es am Freitag in Spiel 3 nun um alles oder nichts. Der Sieger zieht ins Finale um die deutsche Meisterschaft ein, wo der Gegner Berlin oder Ingolstadt heißen wird. Denn eins steht auf jeden Fall schon jetzt fest: Kein Team wird ausgeruht in dieses Finale einziehen können, denn beide Serien werden in einem dritten Spiel entschieden!


0:1 Katic (Smith - Schira) 39.Min
1:1 Furchner (Görtz - Bittner) 47.Min PP 5-4
2:1 Rech 66.Min

Niederlage in Mannheim - Grizzlys nutzen ihre Chancen nicht

  • Geschrieben von Martin
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Eigentlich hatten die Grizzlys am Ende nicht viel falsch gemacht: Defensiv hatten sie die Adler meist gut in Schach gehalten, offensiv ein halbes Dutzend brandgefährliche Chancen erspielt. Dass der Puck sich letztlich nur einmal bei Machaceks Überzahltreffer (24.) über die Linie des Gästetors verirrte, machte aber alle Chancen auf eine erste Überraschung in dieser kurzen Serie zunichte.
Zu Beginn hatten sich die Gäste sogar als spielbestimmende Mannschaft präsentiert, den Gastgebern dabei kaum geordneten Eintritt zu ihrem Drittel gestattet. Erst eine doppelte Überzahl ermöglichte den Adlern die ersten wirklich gefährlichen Aktionen, die dann auch zum 1:0 durch Desjardins (14.) führten. Dessen Pass vors Tor der Grizzlys hatte Wolfsburgs Likens beim Abwehrversuch unglücklich an die Kufen eines Gegenspielers und damit durch die Schoner seines Goalies befördert. 
Ungewohntes gab es kurz zuvor zu sehen, als Julian Melchiori entgegen seinem sonstigen Auftreten völlig übermotiviert Mannheims Shinnimin auf die Hörner genommen hatte. Diese zusätzliche Strafe wegen Chargings brachte den ersten Wendepunkt in der bis dahin mit leichten Vorteilen für Wolfsburg verlaufenden Partie.
Wolfsburg wirkte zunächst etwas angeschlagen, agierte bis ins zweite Drittel hinein nun einfach das kleine bisschen zu passiv, um die Adler weiter unter Kontrolle zu halten.
Doch auch die Grizzlys verfügen über ein mittlerweile effizientes Überzahlspiel, durften dieses dank einer extrem einseitigen Regelauslegung der Hauptschiedsrichter aber bis zum zweiten Pausenpfiff nur einmal vorführen. Das sollte allerdings zum Ausgleich durch Spencer Machacek (24.) reichen, der seine Kernkompetenz "Reboundverwertung" erneut eindrucksvoll unter Beweis stellen und Bittners Schuss über die Linie drücken konnte. 
Mannheim hatte weiter mehr vom Spiel und profitierte bei zwei weiteren Überzahlgelegenheiten von der, zumindest in Sachen Wolfsburg, empfindlichen Linie der Referees. Den zweiten Anlauf nutzten die Gastgeber dann zur erneuten Führung durch Shinnimin, der völlig blank vor Strahlmeier nur noch die Kelle reinhalten musste (36.). Die Grizzlys hielten ihre Linie nun wieder etwas konsequenter und konnten gleich zweimal mit Fauser (nach Monsterpass Bruggisser) und dann Jormakka einen Mann hinter die Mannheimer Reihen schicken. Beide Stürmer brachten die Scheibe per Rückhand am überragenden Endras vorbei, trafen aber jeweils nur das Gestänge des Tors. Vermutlich die spielentscheidenden Momente dieser Partie, denn selbst die größten Einschussgelegenheiten sollten fortan an Mannheims Endras hängenbleiben. Der hatte im Mitteldrittel schon einen One-Timer von Wolfsburgs Olimb spektakulär abwehren können und legte im Schlussabschnitt, sehr zum Leidwesen der Grizzlys, noch einmal tüchtig nach. Egal, ob abgefälschter Schuss, Nachschuss oder Direktabnahme - immer war der Mannheimer Schlussmann mit einem Körperteil dazwischen.
Nachdem Grizzlycoach Cortina vor der zweiten Pause angesichts der unausgewogenen Schiedsrichterleistung noch kurz vor der Komplettexplosion gestanden hatte (!), durfte Wolfsburg zum Auftakt des Schlussabschnitts dann tatsächlich gleich zweimal hintereinander in Überzahl ran. Doch Mannheim erwies sich nun als das erwartet brillante Unterzahlteam, wie man es schon aus der Hauptrunde so oft bewundern durfte. Beide Situationen verstrichen ungenutzt und die Zeit lief den Gästen nun langsam davon. Als Wolfsburg dann endgültig seine defensive Marschroute aufgeben musste, nutzten die Adler dies in der 54.Minute zum vorentscheidenden 3:1 durch Felix Schütz. Scheibenverluste ohne Absicherung hatte es zuvor bei den Grizzlys nicht gegeben - die Gastgeber machten es letztlich besser, als Wolfsburg gegen Ende des Mitteldrittels.
Eine Strafzeit gegen Dominik Bittner (56.) und der Schuss ins leere Tor knapp zwei Minuten vor der Sirene verhinderten dann im Prinzip jede ernstzunehmende Schlussoffensive der Gäste. 
Wieder liegen die Grizzlys nach dem ersten Spiel unglücklich zurück. Mit etwas mehr Effizienz vor dem gegnerischen Tor scheint das erneute Comeback zumindest nicht unmöglich. Schon am kommenden Mittwoch geht es in der heimischen Eisarena ins zweite Halbfinalspiel gegen die Adler - dann hoffentlich mit einem besseren Ende für die Grizzlys!


1:0 Desjardins (Eisenschmid - Loibl) 14.Min PP 5-3
1:1 Machacek (Furchner - Bittner) 24.Min PP 5-4
2:1 Smith (Plachta - Eisenschmid) 36.Min PP 5-4
3:1 Schütz (Smith) 54.Min
4:1 Smith (Collins - Bast) 59.Min ENG

Die Grizzlys sind im Halbfinale!

  • Geschrieben von Martin
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Das war nichts für schwache Nerven! Erst nach über 65 Minuten und Bruggissers Hammer zum 2:3 gelang den Grizzlys der Sprung in die nächste Runde der Play-offs. Zuvor hatten die Gäste aus Niedersachsen eine bemerkenswert konzentrierte Partie hingelegt und den Pinguins kaum gefährliche Aktionen vor ihrem Tor erlaubt. Dabei gehörte das Auftaktdrittel, wie schon in den Begegnungen zuvor, ganz den Wolfsburgern. Schon nach dreieinhalb gespielten Minuten waren die Gäste durch Jeff Likens in Führung gegangen. Nach einem Distanzversuch von Järvinen hatte Routinier Likens die Situation hervorragend antizipiert und war zum Nachschuss in den Slot aufgerückt. Die Grizzlys blieben am Drücker, konnten in den Folgeminuten ihre erstklassige Arbeit vor dem gegnerischen Gehäuse aber leider nicht zu einem weiteren Rebound-Treffer verwerten. Bis zur ersten Pause fanden dann auch die Gastgeber ein wenig ins Spiel, scheiterten aber immer wieder am Wolfsburger Defensivbollwerk und einem gut aufgelegten Strahlmeier im Tor der Wolfsburger.
Die Gastgeber versuchten es den Grizzlys nun gleichzutun und starteten aggressiver in den zweiten Spielabschnitt. Die besseren Chancen (Olimb an den Pfosten) hatten aber weiterhin die Gäste. Begünstigt durch eine Strafe gegen Kapitän Furchner (23.) hätte das statistisch beste Powerplay der Liga dem Spiel an dieser Stelle wohl eine Wende geben können. Doch das Penalty Killing der Wolfsburger ließ den REV kaum in Position kommen und überstand die erste Unterzahl der Partie schadlos. Wenig später dann die große Chance für die Grizzlys: Mitch Wahl hatte Wurm mit dem Schläger im Gesicht getroffen und musste für 2+2 Minuten in die Kühlbox. Eine recht harte Entscheidung, denn es war keine Absicht zu erkennen gewesen und eine etwaige Verletzung beim Wolfsburger Verteidiger war wohl auch eher minimal ausgefallen. Die Grizzlys spielten die Überzahl zunächst geduldig, suchten aber immer wieder den noch besser postierten Mitspieler anstatt mit Schüssen für Unordnung vor dem REV-Gehäuse zu sorgen. Kurz vor Ablauf der ersten Strafe hatten sie schließlich mit Max Görtz ihren besten Distanzschützen in idealer Schussposition...und der feuerte einen absoluten Laser zum 0:2 ab! Von der blauen Linie landete sein One-Timer direkt im Winkel des Bremerhavener Tors (29.) und ließ Gästegoalie Maxwell nicht einmal den Bruchteil einer Sekunde für eine Reaktion!
Wolfsburg hatte jetzt wieder deutlich Kontrolle über das Geschehen auf dem Eis, hielt energisch in allen Zonen dagegen und wäre wohl auch zurecht mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die Kabinen gegangen. Doch eine Phantasiestrafe gegen Toto Rech (32.) sollte für zusätzliche Spannung in dieser ohnehin engen Partie sorgen: Nach einem Open-Ice-Hit per Hinterteil wanderte der völlig konsterniert wirkende Rech auf die Strafbank  - wegen Stockschlag! Bremerhavens Powerplay ließ sich die Gelegenheit dieses Mal nicht entgehen und verkürzte durch Wahl (34.) zum 1:2. Aus wenig aussichtsreicher Position hatte der Bremerhavener Stürmer den Puck im kurzen Eck untergebracht, überraschte dabei mit seinem Schuss wohl alle Anwesenden inklusive dem Wolfsburger Goalie.   
Mit der knappen Wolfsburger Führung ging es auch in den dritten Spielabschnitt, der weiterhin eine fast fehlerlos und taktisch sehr diszipliniert agierende Gästemannschaft sah. Bremerhaven mühte sich redlich, nutzte aber weder eine weitere Überzahl zu Beginn des Drittels noch die seltenen Torchancen während der (vermeintlich) letzten zwanzig Minuten der Begegnung. Wolfsburg verpasste es seinerseits erneut die gute Arbeit im Torraum des Gegners per Nachschuss zu veredeln. Auch die Schlussoffensive der Gastgeber schien letztlich keine Früchte zu tragen. Zu souverän wirkte das Stellungsspiel der Grizzlys, zu überlegen deren Laufleistung in allen Zonen des Spielfelds. Mit knapp 12 Sekunden auf der Uhr und ohne Bremerhavener Goalie versammelten sich die Teams zum letzten Anspiel vor dem Wolfsburger Tor. Ausgerechnet so kurz vor dem Ziel verloren die Grizzlys dann doch einmal die Ordnung, schmissen sich mit allen Spieler auf den Puck im Zentrum des Drittels...und ließen somit den Rückraum komplett unbewacht. Wer sonst, wenn nicht Topscorer Jan Urbas sollte den Freiraum zum Ausgleich für die Gastgeber nutzen (60.)? Drei Sekunden vor der erlösenden Sirene verpasste der Bremerhavener Ausnahmestürmer den Grizzlys den Schlag in die Magengrube und versetzte die Gastgeber gleichzeitig in Hochstimmung. Würden die Gäste sich von diesem Schock erholen können?
Sie konnten! Beeindruckend fokussiert kamen die so spät ausgebremsten Grizzlys aus den Kabinen, liefen den Pinguins nun in einer Tour davon und drängten massiv auf die endgültige Entscheidung. Man spürte förmlich, dass Wolfsburg seine Nerven einfach besser im Griff hatte, während der REV nun streckenweise wie gelähmt wirkte. Bis zu Bruggissers erlösender Rakete in Richtung Maxwell hatten die Gastgeber praktisch keine Möglichkeit die Partie für sich zu entscheiden, Wolfsburg gab keine größere Kontergelegenheit mehr her! Als es dann endlich soweit war, stürmten die Grizzlys das Eis und verwandelten sich in ein Jubel-Knäuel rund um Siegtorschütze Bruggisser. Der in der Hauptrunde oft überzählige Verteidiger, eigentlich als Top-Blueliner verpflichtet, scheint seit einigen Spielen immer mehr zu alter Stärke zurückzufinden. Einen besseren Zeitpunkt hätte er sich dafür nicht aussuchen können!
Im Halbfinale geht es schon am kommenden Montag für die Grizzlys weiter. Gegner werden dort die Adler aus Mannheim sein, die Straubing in Spiel 3 nach 0:3 Rückstand doch noch in der Overtime besiegen konnten. Mit Pavel Gross hinter der Bande der Adler treffen nun alter und neuer Coach der Grizzlys im Halbfinale aufeinander. Nimmt man die Leistung der Grizzlys aus den letzten drei Wochen als Grundlage, dann sollte das Team von Pat Cortina auch gegen den Ligaprimus nicht chancenlos sein!
   

0:1 Likens (Furchner - Järvinen) 4.Min
0:2 Görtz (Bittner - Järvinen) 29.Min PP 5-4
1:2 Wahl (Jeglic - Verlic) 34.Min PP 5-4
2:2 Urbas (Friesen - McGinn) 60.Min EA
2:3 Bruggisser (Järvinen - Furchner) 66.Min

Festerling trifft doppelt - Grizzlys schaffen den Serienausgleich!

  • Geschrieben von Martin
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Es waren nicht die angekündigten 60 Minuten stabiles Eishockey, was die Grizzlys am Donnerstagabend gegen Bremerhaven ablieferten. Aber am Ende sollte die Schwächephase aus dem Mitteldrittel nicht die Früchte einer ansonsten starken Wolfsburger Vorstellung verderben. 
Wie schon im ersten Spiel der Serie dominierten die Grizzlys zunächst das Auftaktdrittel und waren das Team mit der intensiveren Spielanlage. Während die Gäste kaum geordnet ins Wolfsburger Drittel kamen, erspielten sich die Hausherren zumindest eine Reihe ordentlicher Chancen, von denen Likens' Pfostentreffer (4.) lange Zeit die mit Abstand größte bleiben sollte. Die erste Strafe des Spiels, ausgesprochen gegen Pinguin McMillan, sollte dann für zwingendere Aktionen vor dem Tor des REV sorgen. Festerlings erster Treffer des Abends (17.) ging dabei zu einem guten Teil auf Gerrit Fauser, der den Rebound vor dem Tor noch einmal quergelegt hatte. Der ansonsten hervorragend agierende Maxwell im Tor der Gäste hatte beim ersten Gang in die Kabinen bereits 20 Saves auf dem Konto, während sein Gegenüber Strahlmeier nur selten ins Geschehen eingegriffen hatte. Das sollte sich ändern.
Nachdem die Gastgeber gleich zum Auftakt des zweiten Abschnitts eine Unterzahl schadlos überstanden hatten, durften auch sie sich ab der 24.Minute ein zweites Mal in Überzahl versuchen. Es folgte eine äußerst kritische Phase - und zwar für die Grizzlys!
Erst fand das Powerplay der Hausherren irgendwie nicht in die Formation, dann folgte mit Ablauf der Strafe die erste kalte Dusche. Mitchell Wahl hatte die Strafbank gerade hinter sich gelassen, da fiel ihm schon die genial getimte Bogenlampe seines Kollegen Dietz vor die Füße. Eiskalt setzte der Bremerhavener Stürmer zum Alleingang an (26.) und versenkte das Spielgerät im Winkel des gegnerischen Tors. Wolfsburg wirkte geschockt und noch ehe man sich ein wenig schütteln konnte, klingelte es schon wieder hinter Strahlmeier (28.). Verlic hatte ein scharfes Anspiel im Slot durch die Schoner des Wolfsburger Goalies befördert und die Partie somit innerhalb von 66 Sekunden gedreht. Böse Erinnerungen an das erste Spiel schienen nun nicht nur die Zuschauer, sondern auch das Wolfsburger Team zu beschleichen. Minutenlang rangen die Grizzlys mit sich selbst und dem nun wie entfesselt aufspielenden Gegner, hatten dabei Glück, dass Urbas' Schuss (33.) vom Bully weg nur an die Latte ging. Statt einer (kleinen) Vorentscheidung folgte der Auftritt des Warriors. Spencer Machacek, Wolfsburgs personifizierter Zug zum Tor, setzte die Pinguinabwehr gemeinsam mit Mathis Olimb tüchtig unter Dauerstress und sendete obendrein ein wichtiges Signal an seine Kollegen. Wie aus dem Nichts fiel nach einem genialen Doppelpass Machaceks Treffer (35.) zum 2:2 und sollte den Grizzlys endlich wieder etwas Sicherheit zurückgeben.
Die konnten sie wenig später gegen das beste Powerplay der Liga auch brauchen, denn die letzten beiden Minuten dieses wilden Drittels hieß es erneut: Unterzahl für die Gastgeber! Doch Bremerhaven tat sich schwer gegen die nun wieder sortierter agierenden Gastgeber und sollte dann mit einem Schockmoment in die Kabinen verabschiedet werden. Denn in den letzten Sekunden der Strafzeit und somit auch des Drittels riskierten die Grizzlys einfach mal den Ausflug ins gegnerische Drittel. Melchioris Hammer aus der zweiten Reihe stocherte Festerling halb liegend im dritten Versuch über die Linie (40.) und schickte sein Team somit in Führung liegend und mit zusätzlicher Energie in die zweite Pause.
Was in Bremerhaven nicht gelungen war, funktionierte im zweiten Anlauf deutlich besser: Die Grizzlys kontrollierten die erste Hälfte des Schlussdrittels zunächst souverän, gerieten durch eine Strafe gegen Bittner (51.) allerdings immer mehr in die Defensive. Nicht nur im folgenden Powerplay, auch im Anschluss und bis zum erlösenden Abpfiff tobte eine wahre Schlacht im Abwehrdrittel der Wolfsburger. Besonders ärgerlich: Das spielverändernde Powerplay der Gäste wäre zur Mitte eigentlich schon wieder beendet gewesen, doch die Referees sahen den hohen Stock in Melchioris Gesicht offenbar nicht oder dachten, der Wolfsburger sei vom Puck getroffen worden...
So nahm die Bremerhavener Schlussoffensive ordentlich Fahrt auf und vor allem die Paradereihe um Jan Urbas feuerte aus allen Rohren auf den Kasten der Grizzlys. Doch dieses Mal sollte der späte Turnaround den Gästen nicht gelingen. Gestützt auf einen gut aufgelegten Strahlmeier und mit etwas Glück (wieder ein Schuss ans Gestänge) retteten die Gastgeber die knappe Führung ins Ziel.
Somit finden sich beide Teams am kommenden Samstag ab 17.30h zum Showdown an der Küste ein, um im dritten Spiel den nächsten Halbfinalisten zu bestimmen. Mit Ingolstadt hat es bereits das erste Team dorthin geschafft. Die Panther, die in den letzten Wochen nur noch mit Standgas unterwegs waren, nutzten ihre gesammelten Kräfte und schmissen mit München einen der Top-Favoriten im Schnellverfahren aus dem Rennen. Berlin und Iserlohn, sowie Mannheim und Straubing gehen hingegen auch ins dritte Spiel.

 
1:0 Festerling (Fauser - Rech) 17.Min PP 5-4
1:1 Wahl (Dietz) 26.Min
1:2 Verlic (Mauermann) 28.Min
2:2 Machacek (Olimb) 35.Min
3:2 Festerling (Melchiori) 40.Min SH 4-5

Fünf Minuten fehlen zum Sieg

  • Geschrieben von Martin
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Fast wäre den Grizzlys gleich zum Auftakt der Serie der wichtige Auswärtssieg beim Rivalen aus Bremerhaven gelungen. In einem starken ersten Drittel hatten die Gäste zunächst die deutlich besseren Chancen, nutzten durch Spencer Machacek eine davon zum verdienten 0:1 in der 7.Spielminute. Wolfsburgs Forecheck griff, die neutrale Zone war Sperrgebiet und die technisch versierten Pinguins mussten dump & chase spielen. In dieser von der ersten Minute an sehr intensiv, aber auch diszipliniert geführten Partie überstanden die Grizzlys dann auch ihre erste Unterzahl (ab 15.) und schienen komplett angekommen zu sein. 
Die bis dahin noch etwas fahrig agierenden Gastgeber legten zum Mittelabschnitt noch einmal eine ordentliche Schippe drauf. Immer wieder fand der REV nun eine Anspielstation links außen an der Wolfsburger blauen Linie und verschaffte sich so strukturierten Eintritt in die Angriffszone. Die Folgen waren deutlich sichtbar: Jetzt hatte Bremerhaven mehr vom Spiel, nahm den Kasten von Strahlmeier streckenweise unter Dauer-Bombardement. Nach fünf Minuten Überlegenheit zappelte der Puck dann, völlig verdient, im Netz der Gäste, die einfach keinen Zugriff auf das Spiel mehr bekommen hatten. Mit McGinn hatte dabei einer der bis zuletzt fraglichen Akteure erfolgreich seine Rückkehr gefeiert.
Wolfsburg kehrte nur über kurze Phasen ins Spielgeschehen zurück, blieb im Aufbau nun ähnlich wie die Hausherren im ersten Drittel regelmäßig im Mitteldrittel hängen oder agierte einfach zu ungenau.
Dass es doch noch mit einer Führung in die zweite Unterbrechung ging, verdankten die Grizzlys ihrem momentan hervorragend funktionierenden Powerplay. Gleich im ersten und einzigen Versuch der Begegnung (die sieben Sekunden am Ende zählen wir mal nicht mit) gelang den Gästen nach schnellem Abspiel die 1:2 Führung durch Gerrit Fauser (36.).
Festerling hatte den Puck direkt vor dem Tor mit der Kufe angenommen und hinter sich in den Slot abgelegt - dem sonst bestens aufgelegte Maxwell im Tor der Pinguins blieb keine Verteidigungschance.
Mit viel Aufwand und auch einer guten Portion Glück retteten die Grizzlys den knappen Vorsprung in die zweiten Pause. Glücklich, weil die Gastgeber eine ganze Reihe an Drucksituationen trotz Wolfsburger Unsicherheiten nicht in Zählbares verwandeln konnten, vor dem Ausgleich sogar den Puck per Doppelpfosten nicht unterbrachten, später noch einmal das Gestänge trafen.
Das sollte sich auch im Schlussdrittel lange nicht ändern. Im Gegenteil: Wolfsburg fand nun wieder besser ins Spiel, brachte seinen Forecheck wieder aggressiver an den Mann und erkämpfte sich entsprechend oft den Puck schon im Spielaufbau der Hausherren. Aber nun betrieben die Grizzlys wieder lange nicht gesehene Verschwendung mit ihren Chancen. Bremerhaven hatte zwar weiterhin ebenfalls seine offensiven Möglichkeiten, doch erst eine Überzahl (ab 54.) sollte die endgültige Wende für den REV bringen. Und die wäre für die Pinguins beinahe ins Wasser gefallen! Kurz vor dem Ausgleich durch Dominik Uher (56.) hatten die Gäste nämlich durch Garrett Festerling die Chance zum vermutlich vorentscheidenden 1:3 liegen lassen. Kurios: Die Pinguins hatten nach einer strittigen Situation im Angriffsdrittel das Spielen eingestellt und warteten nach Puckgewinn der Wolfsburger auf den, ihrer Meinung nach, fälligen Pfiff zur nächsten Strafe gegen den Gäste. Doch der Pfiff blieb aus und Festerling marschierte völlig unbehelligt in Richtung Maxwell. Nicht auszudenken, was in der Eisarena losgewesen wäre, wenn dieses Missverständnis die Partie entschieden hätte!
So aber blieb der Gästegoalie einmal mehr Sieger und fast im Gegenzug fiel der Ausgleich für den REV.
Noch bitterer wurde es dann 63 Sekunden vor dem Ende, als der wiedergenesene Urbas zur ersten Führung der Gastgeber einnetzen und somit das Spiel praktisch im letzten Moment kippen konnte. 
Zu allem Überfluss leistete sich Wolfsburgs Trainerstab nach der folgenden Auszeit auch noch die folgenschwere Fehleinschätzung, dass man vom Mittelbully weg ohne Torhüter agieren könnte. Sieben Sekunden und einen Puckverlust später lag der Puck schon im leeren Wolfsburger Tor (60.), die Schlussoffensive war vorbei, bevor sie überhaupt angefangen hatte.
Trotz des hervorragenden ersten Drittel kann man sich auf Wolfsburger Seite über diese Niederlage am Ende nicht beschweren. Im gesamten Mittelabschnitt und den letzten fünf Minuten der Partie fehlte einfach die Souveränität im eigenen Drittel und vor allem bei der Beherrschung der neutralen Zone. Lässt man die 1.und 2. Reihe der Pinguins einmal ins Kombinationsspiel kommen, endet das häufig mit nichts Erfreulichem. Man kann aber wohl mit Recht festhalten, dass den Grizzlys am Ende eigentlich nur der Shorthander aus der Unterzahl des letzten Drittels zum Sieg gefehlt hatte. Um die Serie auszugleichen, wird allerdings (ohne das Scheibenglück des Mitteldrittels) eine insgesamt bessere und vor allem konstantere Leistung nötig sein. Auch die beiden "Rückkehrer" Jormakka und Busch sind dann vielleicht schon wieder auf Betriebstemperatur: Vor allem der finnische Stürmer in Diensten der Grizzlys wirkte nach seiner Verletzungspause alles andere als gewohnt durchsetzungsstark...  

0:1 Machacek (Olimb - Rech) 7.Min
1:1 McGinn 25.Min
1:2 Fauser (Festerling - Olimb) 36.Min PP 5-4
2:2 Uher (McGinn - Fortunus) 56.Min PP 5-4
3:2 Urbas (Eminger - Jeglic) 59.Min
4:2 Uher (Fortunus - Moore) 60.Min ENG

2:4 Niederlage im Schongang

  • Geschrieben von Martin
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Man merkte es vom Anpfiff weg, wer noch etwas zu erledigen hatte und wer nicht. Die Gäste aus Straubing kamen mit Volldampf aufs Eis und überfuhren die eher gemütlich agierenden Grizzlys in den ersten zwanzig Minuten regelrecht. Das frühe 0:1 Durch Andi Eder (2.) fiel dabei zwar etwas unglücklich, doch Straubing verdiente sich die spätere 0:2 Führung, ebenfalls durch Eder (13.), mehr als redlich. Von Wolfsburg kam bis dahin offensiv rein gar nichts, das Team hielt sich deutlich sichtbar nicht an seine gewohnte strategische Marschroute, investierte viel zu wenig.
Im Mitteldrittel wurde es dann aber noch einmal spannend, vor allem für die Gäste, die dank deutlicher Schwenninger Führung im Parallelspiel unbedingt dreifach punkten mussten, um den vierten Platz im Süden zu ergattern.
Mit einem Fehler brachten die Tigers den nun aktiver auftretenden Gastgeber gleich zum Auftakt des Mitteldrittels wieder ins Spiel. Toto Rech schnappte sich die Scheibe (22.) und bedankte sich mit seinem 14.Saisontreffer zum 1:2 Anschluss.
Straubing wirkte jetzt gehemmt, begann wohl allmählich nachzudenken und kassierte in dieser sonst sehr fairen Partie plötzlich auch Strafen. Zweimal blieb das Überzahlspiel der Grizzlys trotz guter Ansätze erfolglos, da machte es Festerling eben bei numerischem Gleichstand auf dem Eis (36.). Rechs Schuss fälschte der Wolfsburger Center unhaltbar an Ex-Grizzly Vogl vorbei in die Maschen ab - das Zittern bei den Gästen ging los.
Die konnten sich bei ihrem gut aufgelegten Goalie bedanken, dass es nach diesem verkorksten Drittel ohne Rückstand in die Kabinen ging, denn Wolfsburg schien auf einmal doch noch Gefallen an dieser aus ihrer Sicht bedeutungslosen Partie zu finden.
Die Pausenansprache von Gästetrainer Pokel schien ihre Wirkung allerdings nicht verfehlt zu haben: Wie im Anfangsdrittel stürmten die Tigers zurück aufs Eis und nahmen den Grizzlykasten, gehütet von Chet Pickard, unter Dauerfeuer.
Ein schneller Doppelschlag durch Williams (42.) und Balisy (43.) erlöste die Straubinger dann auch relativ schnell von ihren Sorgen. Beide Treffer fielen aufgrund Wolfsburger Defizite bei der Verteidigung des eigenen Torraums, was eine deutliche Sprache in Sachen Bereitschaft sich wehzutun dokumentierte. Nachvollziehbar angesichts des engen Spielplans und auch aus Sicht der ohnehin schon langen Ausfall-Liste der Grizzlys (Button, Pfohl, Nijenhuis, Busch, Jormakka, dazu der suspendierte Boucher) einfach notwendig.
Wäre nicht noch eine Scheibe hinter dem Wolfsburger Gehäuse zu Bruch gegangen (52.), das Spiel wäre wohl zu Ende geplätschert. So mussten die Gäste fast eine Viertelstunde warten, bis sie nach einer gerade kassierten Strafe ins Penaltykilling durften. Straubings Goalie Vogl beschrieb die Phase der Begegnung hinterher als "psychische Folter".
Die Tigers überstanden im Anschluss an die Unterbrechung ihre Unterzahl allerdings schadlos und profitierten ihrerseits von einer Strafe gegen Wolfsburgs Rech (56.). Ohne größere "Zwischenfälle" strebte das Spiel seinem Ende entgegen und die Gäste konnten schließlich ebenfalls ihren Einzug in die Play-offs feiern. Durch die hohe Anzahl an ehemaligen Grizzlys im Team der Gäste glich die Szenerie nach Abpfiff dabei irgendwie einem entspannten Klassentreffen. Es wurde viel gelacht, gescherzt und entsprechende Glückwünsche ausgetauscht.

 
0:1 Eder (Schönberger) 2.Min
0:2 Eder (Brandt)  13.Min
1:2 Rech 22.Min
2:2 Festerling (Rech - Olimb) 35.Min
2:3 Williams (Mulock - Gormley) 42.Min
2:4 Balisy (Tropp - Laganière) 43.Min

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