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DEL-Start geglückt - Grizzlys beißen spät!

Zum Auftakt der Saison 20/21 traf Wolfsburg dabei mit Krefeld auf einen mittlerweile bekannten Gegner. Noch im Rahmen des enttäuschend verlaufenen Magenta Sport Cups hatte es zwei knappe Niederlagen gegen den von reichlich Veränderungen und Chaos heimgesuchten Gast gegeben.
Auch im dritten Anlauf schien es zunächst wieder ein zähes Ringen um Spielfluss und brauchbare Torchancen zu werden. Beide Teams produzierten in den ersten zwanzig Minuten wenig Vorzeigbares vor dem gegnerischen Gehäuse, wobei Wolfsburg die spielbestimmende Mannschaft mit der Mehrzahl an offensiven Aktionen war. Das einzige Tor des ersten Drittels schossen trotzdem die Pinguine...irgendwie. Ein Querpass von Krefelds Tianulin fand über die Kufe von Button den Weg über die Linie, was zum insgesamt murksigen Spielverlauf des ersten Drittels hervorragend passte. 
Defensiv hatten sich die Grizzlys bis dahin eigentlich nichts vorzuwerfen, was die Sache wohl noch ein bisschen frustrierender machte. 
Doch Wolfsburg fand schließlich den Weg in diese Partie. Die Schlüsselmomente dieser bis dahin etwas blutleeren Partie spielten sich dabei zwischen der 26. und 30.Minute ab, als die Gastgeber dem guten läuferischen Einsatz endlich mehr Körperspiel hinzufügten. Etwas skurril startete das Ganze mit einer Verletzung von Mathis Olimb, der über einen gecheckten Krefelder stolperte (26.) und sich eine blutende Gesichtsverletzung zuzog - das Spiel war für den Wolfsburger Center damit beendet. Ebenso in die Kabine ging es eine Minute später für Laurin Braun, der nach einem krachenden Check durch Jeff Likens unsanft auf dem Eis aufgeschlagen war. Das schien nicht nur den großen Bruder des Krefelder Stürmers aufzuwecken, auch die Wolfsburger Mannschaft wirkte in der Folge einfach wesentlich präsenter. Als es den Grizzlys auch noch gelang eine doppelte Unterzahl (28.-30.) schadlos zu überstehen, zeigten sie endlich wieder den so lange vermissten Biss.
Noch vor der zweiten Pause drehten sie durch Powerplaytreffer von Machacek (36.) und Neuzugang Görtz (37.) die Begegnung und zeigten sich dabei im Angriffsspiel deutlich verbessert.
Das letzte Drittel war gerade 45 Sekunden alt, da löste der überragend aufspielende Max Görtz mit seinem zweiten Treffer auch die letzte Bremse im Spiel der Grizzlys. Jetzt rollten die Angriffswellen der Gastgeber ohne Unterbrechung auf den von Belov gehüteten Kasten des KEV. Nach zuletzt viel Eishockey-Magerkost ging da den Fans vor den Bildschirmen wohl tüchtig das Herz auf - das machte mal so richtig Spaß!
Zwar gelang Wolfsburg nur noch ein weiterer sehenswerter Treffer durch Järvinen (45.), doch der Gesamteindruck der letzten zwanzig Minuten stimmte einfach durchweg positiv. Besonders erfreulich auch, dass die Verteidigung der Grizzlys den Ausfall eines ihrer Besten (Bittner) gut wegzustecken vermochte. Die neu gebildeten Verteidigerpaare Melchiori-Likens, Adam-Button und Wurm-Bruggisser hinterließen einen überzeugenden Eindruck und leisteten sich keinerlei gröbere Aussetzer. Vermutlich neben der beschriebenen Schlüsselmomente der wichtigste Faktor, um dieses eigentlich enge Spiel doch noch in den Griff zu bekommen.
Am Dienstag kommt es nun zum Aufeinandertreffen mit den Eisbären. Die haben in ihrer Auftaktpartie ebenfalls ihre zuletzt schwachen Auftritte nicht fortgesetzt und konnten dabei tatsächlich den so stark aufspielenden REV irgendwie niederringen. Das dürfte nun eine echte Standortbestimmung für das Team der Grizzlys werden!
   

0:1 Tianulin (Postel - Bull) 15.Min
1:1 Machacek (Bruggisser - Görtz) 36.Min PP 5-4
2:1 Görtz (Festerling - Bruggisser) 37.Min PP 5-4
3:1 Görtz (Melchiori - Järvinen) 41.Min
4:1 Järvinen (Busch - Machacek) 45.Min