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Wolfsburg siegt gegen Berlin nach Penalties

In einem mitreißenden Kampfspiel ringen die Grizzlys auch im zweiten Spiel ihren Gegner nieder. Im Mittelpunkt dieser schnell und intensiv geführten Begegnung standen dabei vor allem die Goalies beider Teams, die weder in der regulären Spielzeit, noch in der Verlängerung hinter sich greifen mussten.
Vom Anpfiff weg versäumte es keine der beiden Mannschaften, absolute Bereitschaft zu zeigen und extrem gute Defensivarbeit anzubieten. Offensiv konnten zunächst die Gastgeber die Mehrzahl an Chancen für sich verbuchen, kamen dabei durch einen Alleingang von Max Görtz und einen schwierig unter Kontrolle zu bringenden One-Timer von Phil Hungerecker zu zwei echten Großchancen. Endstation war jedes Mal Gästekeeper Ancicka, der bei seinem DEL-Debüt eine hervorragende Figur abgab. Auf der Gegenseite kam mit Kris Foucault ein frisch zu den Eisbären gewechselter Ex-Grizzly zu zwei Hochkarätern, der aber ebenfalls im Torhüter seinen Meister fand. Dort stand bei den Niedersachsen dieses Mal Neuzugang Dustin Strahlmeier zwischen den Pfosten, der bei seinem ersten Saisoneinsatz gleich einen absoluten Sahnetag erwischte.
Das war auch dringend nötig, denn im Mitteldrittel erhöhten die Eisbären zusehends den Druck auf das Gehäuse der Grizzlys. So sehr, dass das eigentlich vorbildliche Lauf- und Stellungsspiel der Gastgeber immer wieder nicht reichte, um Großchancen der Gäste zu unterbinden. Besonders während einer knapp zweiminütigen doppelten Unterzahl (ab 31.) rettete der Wolfsburger Schlussmann ein ums anderer Mal das torlose Remis. Zwar durften die Grizzlys sich zum Ende des zweiten Spielabschnitts ebenfalls an einer, nicht ganz so langen, doppelten Überzahl versuchen, doch diese Situation bildete eher den einzigen wirklichen Tiefpunkt des Abends aus Wolfsburger Sicht. Ansonsten wogte das Geschehen rasant hin und her. Berlin traf dabei gleich zweimal, Wolfsburg durch Boucher immerhin einmal das Gestänge. Doch Tore blieben in dieser Partie, die sonst alles zu bieten hatte, weiter Mangelware.
Das sollte sich auch im Schlussabschnitt nicht ändern - trotzdem wusste das Geschehen auf dem Eis weiterhin bestens zu unterhalten. Wolfsburg hatte schon im Mitteldrittel auf drei Reihen umgestellt (Furchner und Fauser pausierten) und stellte sich dem Druck der Gäste jetzt wieder erfolgreicher entgegen. Spielanteile und Einschussgelegenheiten hielten sich weitgehend die Waage, wobei die Qualität der Wolfsburger Chancen immer geringer wurde. 
Schließlich sollte bei 3 gegen 3 auf dem Eis die Overtime die Entscheidung bringen. Doch egal wie klar die angreifende Mannschaft auch einen ihrer Stürmer freispielte, stets hieß es: Endstation Torhüter! Selbst als Berlins Pföderl den Kontrahenten enteilt schien (64.), schaffte es Wolfsburgs Melchiori noch, ihn ohne Foul per Check aus der Bahn zu bringen!
Erst im Penaltyschießen war es dann soweit: Der erste Torjubel sollte durch die Eisarena schallen! Ausgelöst hatte ihn Matti Järvinen, der gleich den ersten Penalty sehenswert an Ancicka vorbeimanövriert hatte. Während Foucault und Noebels an Strahlmeier scheiterten, konnte auch Pfohl den Puck im Gehäuse der Eisbären versenken - ebenfalls sehr elegant mit der Rückhand in den Giebel. Der zweite Punkt und der zweite Sieg in Folge waren gesichert!
Während sich die gesamte Mannschaft der Grizzlys (vielleicht mit Ausnahme der Kategorie Torgefahr) Bestnoten ans Revers heften durfte, stachen doch zwei Akteure noch einmal heraus:
Dustin Strahlmeier mit einer überragenden Leistung zwischen den Pfosten und Neuzugang Melchiori, der neben der schon fast unmenschlichen Eiszeit (31:20) auch noch in allen anderen Belangen zu glänzen wusste. Selten durfte man auf Wolfsburger Eis einen Verteidiger bewundern, der eine derart hochklassige Verbindung aus Körperspiel, Beweglichkeit und Spielintelligenz in die Waageschale werfen kann. Hut ab, Herr Fliegauf!

1:0 Järvinen 65.Min PEN