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Schwacher Auftritt am Seilersee

Die Grizzlys scheinen das eine oder andere Weihnachtsmahl noch nicht ganz verdaut zu haben. In einer von vielen Strafzeiten und äußerst mäßigem Niveau geprägten Partie verließen am Ende die Roosters das heimische Eis mit 5:3 als Sieger. Wolfsburg konnte dabei in keiner Phase der Partie irgendwie spielerisch überzeugen und brachte kaum einen schnellen oder gar gefährlichen Spielzug zustande. 
Im Auftaktdrittel überhäufte das Schiedsrichterduo die beiden Kontrahenten geradezu mit Strafzeiten (IEC:8 Min./ WOB:10 Min.), wobei keines der Teams benachteiligt wurde: Es galt, sich auf Basketball-Regeln einzustellen! Der Spielfluss verabschiedete sich jedenfalls auf beiden Seiten sofort und man konnte nun ausgiebig das jeweilige Unvermögen im Powerplay darlegen. Während Iserlohn wenigstens seinen einzigen brauchbaren und präzise vorgetragenen Angriff zum Führungstreffer nutzen konnte (4.), beließen es die Gäste bei zwei Halbchancen und jeder Menge Alibi-Schüsse.
Wer dachte, dass die erste Drittelpause den Teams Gelegenheit bieten müsste, um sich zu sammeln und nun sortierter aufzutreten, der sah sich im Irrtum. Das heillose Gestocher auf beiden Seiten ging weiter, wobei Wolfsburg nun dank drei weiterer Strafen gegen die Roosters erneut das Überzahlspiel üben konnte. Doch was dann auf dem Eis passierte, tat schon beim Zuschauen weh: Selbst mit zwei Leuten mehr gelang es den Grizzlys kaum geordnet ins Drittel der Gastgeber zu kommen, geschweige denn einmal aufs Tor der Roosters zu schießen. Es war ein Trauerspiel.
Kurz nach Ablauf der Strafzeiten (31.) aber das erste positive Ausrufezeichen auf Seiten der Gäste: Garett Festerling gelang es einen Schuss von Gerrit Fauser in die Maschen zu lenken und somit den Spielstand dem Geschehen auf dem Eis anzupassen. Bei allem Unvermögen im Powerplay hatten die Gäste im zweiten Drittel zumindest die größeren Spielanteile und die deutlich höhere Schussanzahl für sich verbuchen können. Danach ging es wieder für zwei Grizzlys, dann für einen Rooster (40.Min, Baxmann 2+2) in die Kühlbox - Ertrag auf beiden Seiten: Null.
Im Schlussabschnitt durften die Grizzlys noch die verbliebenen 3,5 Minuten Überzahl aus der Baxmann-Strafe mit erwähntem Ergebnis zu Ende spielen, dann klingelte es zum zweiten Mal hinter Pickard (46.). Lautenschlager hatte mit seinem Treffer zum 2:1 der Entwicklung des Spiels praktisch die Narrenkappe aufgesetzt und verpasste den Roosters damit natürlich neuen Schwung.
Doch erneut zeigte sich die Partie von ihrer seltsamen Seite: Nachdem Wolfsburg sich im Anschluss erneut in einer eigenen Überzahl vergeblich abgemüht hatte, gelang tatsächlich der vermeintliche Turnaround.
Per Doppelschlag (50.) drehten die Grizzlys die Begegnung und ließen zwischen Pfohls Einzelleistung aus spitzem Winkel und Hungereckers Backhander ganze 13 Sekunden von der Uhr!
Zunächst sah es so aus, als ob der Gast die drei Punkte entführen könnte, hatte die Defensive der Grizzlys doch bis dahin einen durchaus stabilen Eindruck hinterlassen. Mit einer weiteren Strafe (54.), dieses Mal gegen Maxi Adam, der einen Rooster hinter dem eigenen Tor nur noch mit dem Stock stoppen konnte, nahm das Unheil dann aber seinen Lauf.
Mit einer strammen Direktabnahme in den Winkel (55.) gelang den Gastgebern tatsächlich das erste Powerplaytor dieser Partie und somit der erneute Ausgleich zum 3:3.
Wolfsburg intensivierte nun wieder den Forecheck, verlor dabei aber zum Teil jeden Rest an Ordnung und wurde gleich zweimal eiskalt bestraft. Die Treffer durch O'Connor (59.) und Bailey (59.) fielen im Abstand von 21 Sekunden - das Spiel war entschieden, Wolfsburgs abschließende Bemühungen ohne Torhüter blieben fruchtlos.
Der Jubel in Reihen der Roosters und beim MagentaSport Kommentator fiel entsprechend euphorisch aus.
Insgesamt war das Team von Pat Cortina nach dem hervorragenden Auftritt gegen Berlin nicht wiederzuerkennen. Die Grizzlys, die ohne Furchner, Olimb, Bittner, Möser und ihre beiden WM-Fahrer auskommen mussten, entwickelten keinerlei Spielfluss und wirkten schlapp und wenig intuitiv in ihrem Zusammenspiel. Gegen alles andere als überragend agierende Roosters jedenfalls eine herbe Enttäuschung für Mannschaft und Fans der Grizzlys, wobei vor allem die Leistung der Kontingentspieler an diesem Nachmittag wohl den Ausschlag gab. 

1:0 Whitney (Jentzsch - Grenier) 4.Min
1:1 Festerling (Fauser - Busch) 31.Min
2:1 Lautenschlager (Bailey - O'Connor) 46.Min
2:2 Pfohl (Rech - Järvinen) 50.Min
2:3 Hungerecker (Fauser - Boucher) 50.Min
3:3 Bailey (Raymond - Jentzsch) 55.Min PP 5-4
4:3 O'Connor (Bailey - Raymond) 59.Min
5:3 Bailey (Sutter) 59.Min