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Keine Lust auf 60 Minuten Arbeit?

Diese Frage müssen sich die Grizzlys nach ihrem Auftritt beim REV durchaus gefallen lassen. Denn was mit bemerkenswerter Spielkontrolle und einer absolut verdienten Führung durch Spencer Machacek (9.) hoffnungsvoll begann, endete in einer bodenlosen Frechheit gegen Ende der Partie.
Zunächst sah es so aus, als ob die Gäste aus Niedersachsen an ihre gute Leistung aus dem Jahresauftakt anknüpfen könnten. Klarer Spielaufbau, gute Raumaufteilung und ordentliche Laufarbeit ließen den gastgebenden Pinguins kaum Luft zum Atmen. Wolfsburg hatte das Geschehen in den ersten zwanzig Minuten gut im Griff und durfte höchstens über die Ausbeute von nur einem Treffer etwas enttäuscht gewesen sein. Den glücklichen Ausgleich durch Krogsgaards Distanzschuss (17.), der von Bruggissers Kufen unhaltbar ins Tor prallte, schien das Team dabei ebenfalls gut wegzustecken.
Dieser Eindruck sollte sich im Mitteldrittel allerdings deutlich eintrüben. Zugegeben: Wenn es um die Strafzeiten ging, hatten die Gäste nicht viel Glück mit den Schiedsrichtern und das starke Bremerhavener Powerplay tat ein übriges. Aber was das Team von Pat Cortina nach den beiden Treffern in Unterzahl (26./35.) streckenweise aufs Eis zauberte, war gegen Ende des Spiels an Lustlosigkeit kaum zu überbieten. Schon beim schnell folgenden 4:1 durch Andersen (36.) umwehte das Verhalten der Grizzlys ein Hauch von Aufgabe, was an diesem Punkt der Begegnung einfach nicht zu akzeptieren ist.
Eine kurze Phase der Konzentration brachte dann noch vor der zweiten Sirene den zweiten Wolfsburger Treffer - Adams Pfostenknaller (39.) verwertete mit Button ausgerechnet ein Verteidiger vor dem gegnerischen Gehäuse. Bezeichnend für die Harmlosigkeit der Wolfsburger im Angriffsdrittel. Dass man am Ende deutlich häufiger auf das Tor der Gastgeber geschossen hatte als umgekehrt, untermauert diese These leider noch weiter, da die Anzahl an gefährlichen Schüssen sich an einer Hand abzählen ließ.
Am Ende stand dann ein Drittel, das für reichlich Frust in Wolfsburg sorgen dürfte. Bremerhaven verlegte sich fast komplett auf Verwaltung und bettelte eigentlich um den Anschluss, den Grizzlys fiel aber offenkundig nichts zum Thema Aufholjagd ein. Drei Überzahlspiele verstrichen fast ohne Schuss auf das gegnerische Tor, Wolfsburg kam teilweise nicht einmal ins Drittel der Gastgeber. Der REV blieb konzentriert, die Grizzlys ließen jeglichen Biss vermissen, verloren reihenweise ihre Zweikämpfe und Laufduelle und konnten nicht einmal ansatzweise irgendeinen sinnvollen Spielfluss vorweisen.
So spielt normalerweise ein Team, das etwas mitteilen möchte.
Wer sich das Gewürge bis zum Ende antat, der bekam noch den letzten Treffer ins leere Tor der Gäste mit. Der Puck war wieder nach einer völlig kopflosen Aktion an den Gegner gegangen und durch Uher (59.) zur endgültigen Endscheidung versenkt worden. 
Zunächst unglücklich, dann aber völlig verdient unterliegen die Grizzlys damit zum dritten Mal dem "Nachbarn" von der Küste. Ein Schritt nach vorne, zwei zurück. 


0:1 Machacek (Pfohl - Hungerecker) 9.Min
1:1 Krogsgaard (McMillan - Gläser) 17.Min
2:1 Urbas (Dietz - Jeglic) 26.Min PP 5-4
3:1 Verlic (Jeglic - Dietz) 35.Min PP 5-4
4:1 Andersen (Quirk) 36.Min
4:2 Button (Adam - Boucher) 39.Min
5:2 Uher (McMillan) 59.Min ENG