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Grizzlys begeistern auch gegen Bremerhaven

Wolfsburg holt den nächsten Dreier gegen ein Team von der Tabellenspitze! Auch die Trainingsunterbrechung durch die Teamquarantäne konnte den Gastgebern nichts anhaben: Wie schon zuletzt gegen Berlin überzeugte der Wolfsburger Offensivdrang ebenso wie das lange schwächelnde Powerplay. Ohne Busch, Wurm, Fauser, Bittner und den überzähligen Boucher starteten die Grizzlys in die Partie und kassierten mit dem ersten Gästeangriff fast schon die kalte Dusche. Jeglics Pfostenknaller sorgte erst einmal für mächtig Unruhe in der aus der Not neu formierten Wolfsburger Abwehr. Vor allem Marathonmann Melichori (wieder über 28 Minuten Spielzeit) und Routinier Jeff Likens waren gefordert, fuhren Extraschichten mit Janik Möser und Steven Raabe an ihrer Seite. Doch die Grizzlys zeigten sich wie schon gegen Berlin angriffslustig, nahmen das hohe Tempo der Gäste an und überzeugten mit mehr Körperspiel und Forechecking. Dass Spencer Machacek wenig später (5.) den ersten Treffer des Abends markieren konnte, spielte den selbstbewusst agierenden Hausherren dann zusätzlich in die Karten. Aus der Drehung hatte der physisch unheimlich präsente Stürmer der Grizzlys eingenetzt und die bis dahin im Chancenplus liegenden Gäste sichtbar genervt.
Die Antwort der Pinguins ließ allerdings noch einen Augenblick auf sich warten. Während beide Teams zunächst ebenso konsequent verteidigten, wie rasant ins gegnerische Drittel stürmten, sollte die erste Überzahl der Gäste eindrucksvoll Früchte tragen. Völlig unbedrängt konnte Verlic (12.) aus zentraler Position zum verdienten Ausgleich abfälschen und das starke Powerplay der Pinguins krönen.
Wolfsburgs Versuche, die Führung vor der ersten Pause über Chancen von Hungerecker und Järvinen zurück zu erobern blieben zunächst erfolglos.
Auch im Mitteldrittel hatten die Gäste den besseren Start, scheiterten aber ein ums andere Mal an Wolfsburgs Strahlmeier, der sich an diesem Abend nicht über mangelnde Beschäftigung beklagen konnte.
Als es ab der 25. Spielminute dann auch für die Grizzlys zum ersten Mal in Überzahl aufs Eis ging, war die Freude riesengroß: Nahtlos knüpfte die Formation um Mathis Olimb an die Vorstellung gegen Berlin an und ließ den Puck sehenswert durch ihre Reihen und schließlich auch ins Tor der Gäste wandern (26.). Der Treffer hingegen kam eher aus der Abteilung "Kurioses", denn Jormakka hatte den Puck von hinter dem Tor direkt vor selbiges gebracht, wo Gästeverteidiger Fortunus aus einer Abwehrbewegung eiskalt ins eigene Netz vollstreckte. Doch die Freude sollte nur kurz währen, denn nur drei Minuten später demonstrierte Bremerhaven erneut seine außergewöhnlichen Qualitäten in Überzahl. Erneut Verlic war es, der aus dem Zentrum unhaltbar zum Ausgleich vollstrecken konnte. Das Penaltykilling der Hausherren konnte nur schwindelig gespielt zuschauen. Als Wiederholungstäter Festerling im Anschluss gleich wieder in die Kühlbox musste, drohte die Partie endgültig zu kippen. Doch zur allgemeinen Überraschung waren es die Grizzlys, die durch einen Konter fast den Shorthander markieren konnten. Keeper Maxwell verhinderte gegen Pfohl Schlimmeres aus Sicht der Gäste.
Kurz vor der zweiten Pause schlug dann wieder die Stunde des Wolfsburger Powerplays. Gleich zwei Pinguine hatten sich nacheinander Richtung Strafbank verabschiedet und den Gastgebern sogar ein kurzes 5 gegen 3 ermöglicht. Nachdem bereits ein Akteur der Gäste auf das Eis zurückgekehrt war, fasste sich Wolfsburgs Görtz ein Herz und jagte das Spielgerät per Schlagschuss in den Winkel. Für Zuspiel und Sichtblock im Slot zeichnete Kapitän Furchner verantwortlich, der an der Seite von Järvinen und Görtz momentan einen zweiten oder dritten Frühling zu erleben scheint.
Und es kam noch besser. In der 44.Minute sahen sich die in den letzten Wochen oft glücklos agierenden Grizzlys erneut von Fortuna begünstigt: Einen eigentlich harmlosen Distanzschuss von Jeff Likens ließ der Bremerhavener Goalie über die Fanghand hüpfen, worauf sich das Spielgerät per Bogenlampe direkt hinter der Torlinie platzierte. 
Bremerhaven wäre nicht Spitzenreiter, wenn ein solches Malheur ohne Reaktion bleiben würde. Die Gäste erhöhten prompt die Schlagzahl und stürmten fortan bedingungslos auf das von Dustin Strahlmeier bis dahin fehlerlos gehütete Wolfsburger Gehäuse. Leider sollte auch dem Schlussmann der Grizzlys dann ein kleiner Moment der Orientierungslosigkeit beschieden sein (53.), so dass Verlic den unbemerkt unter Strahlmeier liegenden Puck zum Hattrick einlochen konnte. Der Anschlusstreffer gab den Gästen nun neue Hoffnung und eine Strafe gegen Fabio Pfohl (55.) läutete das dramatische Finale endgültig ein. Und tatsächlich: Wolfsburg überstand die zwei Minuten Unterzahl ebenso wie die Schlussphase mit sechstem Feldspieler der Gäste schadlos und durfte sich am Ende über die nächsten drei Punkte freuen.
Das etwas glückliche Zustandekommen von gleich zwei Toren sollte schließlich den Ausschlag in dieser mitreißenden und hochklassigen Partie geben. Neben dem wiedererstarkten Wolfsburger Powerplay machten vor allem der giftige Auftritt von Akteuren wie Machacek, Hungerecker und Jormakka richtig Lust auf mehr, wobei auch Wolfsburgs Youngster Steven Raabe einen bemerkenswerten Auftritt in der schwer geforderten Abwehr der Grizzlys hinlegte.
Schon am Mittwoch geht es für Wolfsburg gegen die DEG weiter auf Punktejagd für die Play-offs - die Vorfreude auf das nächste Spiel der Grizzlys ist tatsächlich zurück!


1:0 Machacek (Festerling - Möser) 5.Min
1:1 Verlic (Wahl - Dietz) 12.Min PP 5-4
2:1 Jormakka (Rech - Pfohl) 26.Min PP 5-4
2:2 Verlic (Wahl - Jeglic) 29.Min PP 5-4
3:2 Görtz (Furchner - Järvinen) 40.Min PP 5-4
4:2 Likens (Järvinen - Furchner) 44.Min
4:3 Verlic (Dietz) 53.Min
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