header
Log in
A+ A A-

Holprige Vorstellung beim KEV bringt zwei Punkte

Der Schwung scheint vorerst raus zu sein. In einer niveauarmen und von Fehlpässen geprägten Partie behalten die Grizzlys beim Tabellenschlusslicht am Ende knapp die Oberhand. Dass es nur der Extrapunkt in der Verlängerung wurde, konnte angesichts der Wolfsburger Leistung im Schlussabschnitt schon fast als glücklich bezeichnet werden.
Im Auftaktdrittel hatten sich zunächst beide Teams um irgendeine Art von Spielfluss bemüht, was den insgesamt aktiveren Gastgebern besser gelang. Zählbares konnten beide Teams am Ende der ersten zwanzig Minuten trotzdem nicht vorweisen, wobei Wolfsburg zumindest einen Pfostentreffer verbuchen konnte.
Eine späte Überzahl der Gäste verpuffte ebenso wie das Powerplay der Pinguine zu Beginn des Mitteldrittels. Doch dann waren die Grizzlys ihre "Busbeine", wie es Wolfsburgs Hungerecker in der zweiten Drittelpause treffend formuliert, wohl losgeworden. Deutlich schneller und aggressiver in den Zweikämpfen drückten die Gäste aufs Tempo und kamen in der 26.Minute dann auch zum herrlich herausgespielten Treffer durch Kapitän Furchner. Von da an war es eigentlich das Drittel der Grizzlys, die nun wesentlich sicherer in ihren Aktionen wirkten und zumindest ein wenig an die letzten erfolgreichen Auftritte erinnern konnten. Dass mit Dustin Strahlmeier ausgerechnet einer ihrer Besten in der 34.Minute einen Aussetzer produzierte, tat da schon etwas weh. Mitten in der Wolfsburger Dominanz verlor der Schlussmann nach einem Schuss auf den kurzen Pfosten den Puck aus den Augen - Krefelds Shatsky sammelte das Spielgerät ein und glich per Bauerntrick aus.
Schon zwei Minuten später (36.) waren es aber wieder die Grizzlys, die die Arme zum Jubeln hochreißen durften: Max Görtz hatte in Überzahl, wie schon gegen den REV, den Puck aus der Halbdistanz im kurzen Eck untergebracht. Wolfsburg schien weiter auf einem guten Weg.
Dem war aber leider nicht so. Als gelte es einen Drei-Tore-Vorsprung gegen ein Spitzenteam zu verwalten, schalteten die Grizzlys zum Schlussabschnitt komplett auf Defensive. Somit verwandelten die Gäste das Spiel ohne große Not ab diesem Zeitpunkt in einen zwanzigminütigen Sturmlauf der Pinguine. Vereinzelte Entlastungsaktionen der Grizzlys scheiterten meist am mutlosen Agieren vor dem Tor der Gastgeber, in welchem Marvin Cüpper zudem einen guten Auftritt hinlegte. 
Mit nicht von der Hand zu weisender Hingabe und einer großen Portion Glück kassierte Wolfsburg bis zur dritten Sirene lediglich den Ausgleich durch Olsen, der einen Moment des Chaos in der Gästeabwehr zum Abstauber aus dem Slot (54.) nutzen konnte. Wolfsburg rettete sich schließlich in die Verlängerung. Dort schickte das Trainerteam der Gäste zunächst Dreierkonstellationen aufs Eis, die eigentlich nicht auf unbedingten Siegeswillen schließen ließen. Erst, als mit Spencer Machacek einer der wenigen Akteure seinen Auftritt bekam, der auch im Schlussabschnitt für Gefahr gesorgt hatte, sollte es dann doch noch zum verspäteten Sieg reichen. Die dritte Minute der Verlängerung war gerade angebrochen, da nagelte der "Warrior" das Spielgerät in den Knick und setzte dem rumpeligen Treiben ein halbwegs versöhnliches Ende.
In der Tabelle festigen die Grizzlys damit erst einmal den vierten Platz. Am Dienstag in Düsseldorf müssen sie beim direkten Konkurrenten aber mehr als nur eine Schippe drauflegen, wenn sie diesen nicht gleich wieder an Iserlohn hergeben wollen. Das war leider ein Rückfall in altbekannte Muster nach dem Motto: "Hinten hui, vorne pfui!".


0:1 Furchner (Görtz - Järvinen) 26.Min
1:1 Shatsky (Lessio - Sacher) 34.Min
1:2 Görtz (Järvinen - Button) 36.Min PP 5-4
2:2 Olsen (Karsums - L. Braun) 54.Min
2:3 Machacek 63.Min