header
Log in
A+ A A-

Wolfsburg macht das halbe Dutzend voll

Bei den Grizzlys läufts! Trotz engem Spielplan bleibt der EHC auf Kurs und kann auch das Duell mit den Roosters nach Penalties für sich entscheiden. Beim nunmehr sechsten Sieg in Folge vertraute Wolfsburgs Coach dem gleichen Team, das schon gegen die DEG zwei Zähler erkämpfen konnte. Zusätzlich kehrte mit Valentin Busch einer der beiden Corona-Patienten in den Kader zurück und durfte zumindest bei zwei Wechseln wieder erste Wettkampfluft schnuppern.
Den besseren Start erwischten zunächst die Gäste, deren Spielplan zuletzt eine einwöchige Pause für die Kampfhähne bereithielt. Wolfsburg tat sich bis zur Mitte des Auftaktdrittels mit dem hohen Tempo des IEC sichtbar schwer, löste aber vieles durch Disziplin im Positionsspiel und einen bestens aufgelegten Strahlmeier im Tor. Der musste in den Anfangsminuten gleich zweimal gegen Ex-Grizzly Aubin zupacken und konnte somit weiteres Momentum für die Roosters verhindern. Auch ein erstes Powerplay (6.) brachte den Hausherren lediglich ein wenig Erleichterung. Erst, als Roosters Neuzugang Reinhart die zweite Strafe für die Gäste abbrummen musste (12.), fanden die Grizzlys endlich ins Spiel.
Forecheck und Angriffsspiel der Gastgeber nahmen zusehends Fahrt auf - nun war der IEC das Team, das aufwendige Defensivarbeit leisten musste und phasenweise nicht aus seinem Drittel herauskam.
Gestoppt wurde der Grizzlyschwung erst in der 19.Spielminute, als Mathis Olimb nach einer sehr fragwürdigen Schiedsrichterentscheidung in die Kühlbox musste. Auch wenn Wolfsburg es ohne Gegentreffer in die Pause schaffte: Es sollte nicht ohne Folgen bleiben!
Schon nach 15 Sekunden im Mitteldrittel verabschiedete sich nämlich auch noch Järvinen auf die Strafbank - dieses Mal völlig zurecht nach einem hohen Stock gegen Iserlohns Jentzsch. Die kurze doppelte Unterzahl verlief für die Grizzlys noch glimpflich, dann klingelte der Puck schon mal am Wolfsburger Gehäuse. um dann letztlich doch noch im Tor der Gastgeber zu landen. Raymonds Kracher von der blauen Linie (22.) fand seinen Weg durch den dichten Verkehr und schlug unhaltbar zur 0:1 Gästeführung ein.
Das schien die Gastgeber aber nur zusätzlich anzustacheln. Die stärkste Phase der Grizzlys mit schnellem Umschaltspiel folgte, was den IEC letztlich zwang, zu unfairen Mitteln zu greifen. Nachdem Bailey den Wolfsburger Ausgleich nur mittels Stockschlag hatte verhindern können, holten die Grizzlys selbigen eben im Powerplay nach. Machacek drückte den Rebound zum verdienten Ausgleich über die Linie (25.), während Kapitän Furchner (bleibt ein weiteres Jahr!) Iserlohns Goalie hervorragend die Sicht nahm.
Das Spiel blieb von hoher Intensität und Tempo geprägt, denn die Roosters reagierten nun ihrerseits mit einer weiteren Steigerung. Doch Wolfsburg konnte sich mit etwas Mühe auf Augenhöhe halten, hatte mit Rechs Lattentreffer aus spitzem Winkel sogar noch eine weitere hochkarätige Torchance vor der zweiten Pause. Die beste Chance auf die erneute Führung hatten allerdings die Gäste, die einen 2 auf 0 Konter am Ende nicht an Wolfsburgs Goalie vorbeibekamen.
Auch im Schlussabschnitt gab es kein Erbarmen: Beide Teams zogen das Mördertempo unbeirrt durch, erspielten sich somit gegen die engagierte Defensive des Gegners trotzdem reichlich Schussgelegenheiten...nur der Puck wollte irgendwie nicht mehr über die Linie! Apropos Linie: Besonders dramatisch wurde es in der Schlussminute. Ein Blueliner, von Yanik Möser abgefeuert, fand schließlich doch noch den Weg über die Linie, hatte aber zwischen den Schonern von Jenike so viel Drall bekommen, dass der Puck wieder ein Stück zurück rotierte. Die Referees entschieden nach Sicht auf "kein Tor", prüften im Nachgang das Geschehen im Videobeweis. Das Schiedsrichtergespann konnte sich schließlich, sehr zum Leidwesen der Grizzlys, nicht zur Revidierung der Entscheidung durchringen, da offenbar ein Restzweifel bestand, ob der Puck vor seinem Rückweg nicht doch noch ein wenig die Linie berührt hatte. 
So ging es mit einem für beide Teams verdienten Punkt in die Verlängerung. Jeweils einen völlig unbedrängten Schuss produzierten die jeweils sehr diszipliniert agierenden Kontrahenten, dann waren auch diese fünf Zusatzminuten vorbei.
Ein unterhaltsames Eishockeyspiel bekam nun seinen dramaturgischen Höhepunkt. Während mit Festerling und Whitney zunächst die Schützen beider Teams erfolgreich waren, gelang Wolfsburgs Jormakka schließlich nur noch einem der ersehnte Torerfolg. Mit einem absolut sehenswert verwandelten Versuch gelang dem neusten Mitglied der Wolfsburger Eishockeyfamilie der entscheidende Treffer und der sechste Sieg in Folge war im Sack!
Nun heißt es für die Grizzlys erst einmal Kräfte tanken und sich auf das doppelte Bärenduell vorbereiten.
Teil eins findet am kommenden Dienstag in Berlin statt, bevor man dann eine Woche Zeit zur Regeneration für das zweite Aufeinandertreffen hat.    


0:1 Raymond (Jentzsch - Raedeke) 22.Min PP 5-4
1:1 Machacek (Furchner - Görtz) 25.Min PP 5-4
2:1 Jormakka PEN