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Wolfsburg schlägt sich selbst - Serie beendet

Torhüterfehler, Abwehrschnitzer und dumme Strafen - die Grizzlys ließen bei ihrem Gastspiel an der Küste kaum etwas aus, was in den letzten Wochen keiner vermisst hatte. Bei der 4:3 Niederlage in Bremerhaven hatten die Gäste aus Wolfsburg über weite Strecken die Partie gut im Griff, dominierten dabei fast das gesamte erste Drittel. Das erste Tor erzielten trotzdem die Pinguins. Strahlmeier, der für den zuletzt so starken Pickard ins Tor der Grizzlys gerückt war, sah bei Gläsers Treffer aus Halbdistanz nicht wirklich glücklich aus (16.) und ließ den mäßig scharfen Schuss im langen Eck einschlagen. Es folgten die ersten brauchbaren Offensivaktionen der Gastgeber, die zuvor kaum einmal vor den Kasten der Grizzlys gekommen waren. Dass der zweite (!) Schuss aufs Tor der Gäste gleich ein Erfolg gewesen war, veränderte spürbar das Momentum auf dem Eis. Erst zum zweiten Spielabschnitt kehrte die zuletzt gewohnte Sicherheit ein wenig ins Spiel der Wolfsburger zurück, die ihren neuen Schwung allerdings immer wieder mit dusseligen Strafen aus der Hand gaben.
Wolfsburg bemühte sich nun deutlich um mehr Zug zum Tor, kassierte dabei aber unter anderem eine Strafe gegen Melchiori, der sich etwas zu rabiat von seinem Gegenspieler befreite. Wenig später war es Fauser (30.), der ebenfalls sehr energisch den Weg zum Tor suchte - dieses Mal mit dem Ergebnis eines Penaltys für Wolfsburg. Zum Glück haben die Grizzlys momentan einen echten Killer in Sachen Strafschuss in ihren Reihen! Pekka Jormakka ließ seinem Kontrahenten Maxwell keine Chance und tanzte ihn zum 1:1 Ausgleich aus. Der Spielstand hatte wieder etwas mit dem Spielverlauf zu tun - aber nur kurz!
Drei Minuten später konnte mit Miha Verlic erneut ein Pinguin einen Torerfolg feiern, den es in dieser Form gegen die Grizzlys normalerweise nicht zu bestaunen gibt. Der Stürmer des REV hatte das Wolfsburger Aufbauspiel mit einem beherzten Forecheck gestoppt und den eroberten Puck einfach mal seinem Gegenspieler durch die Beine geschoben. Strahlmeier öffnete beim Versuch den Puck mit der Kelle wegzuwischen die Schoner und ließ das Spielgerät unbehelligt in die Maschen trudeln. Das saß! Die Grizzlys wirkten angeknockt und begannen vermehrt Fehler zu produzieren. Einen davon nutzten die Gastgeber zum 3:1 durch Andersen (36.), der nach einem haarsträubenden Wolfsburger Puckverlust hinter dem Tor von Quirk in Szene gesetzt werden konnte.
Das zweite Drittel blieb weiter von Härte und Strafen geprägt. So auch in der 38.Minute, als Yanik Möser durch Patch Alber unsanft in die Bande geleitet wurde. Im vierten Anlauf des Abends schlug dann endlich auch das Powerplay der Grizzlys zu! Buttons Schuss hatte Machacek unhaltbar abfälschen (39.) und somit noch vor der zweiten Pause den Anschluss wieder herstellen können. Wer dachte, dass die Grizzlys im Schlussabschnitt noch einmal unbeschwert angreifen könnten, der sah sich allerdings getäuscht. Matti Järvinen erwies seinem Team einen echten Bärendienst und wanderte 15 Sekunden vor dem zweiten Pausentee wegen Stockschlags auf die Strafbank.
Wie so ziemlich jede Dummheit der Grizzlys an diesem Abend, sollte auch diese gravierende Folgen haben. Fünf Sekunden vor Ablauf der Strafe (42.) durfte der Wolfsburger Goalie das vierte Mal hinter sich greifen. Das beste Powerplay der Liga hatte nach sehenswerter Kombination durch Andersen zugeschlagen. 
Um es kurz zu machen: Bremerhaven schaltete in den Verwaltungsmodus und Wolfsburg bekam einfach nicht mehr den nötigen Druck in sein Spiel, um die Partie noch einmal herumzureißen. Erst, als Pat Cortina den sechsten Feldspieler für Strahlmeier brachte (58.) brannte es noch einmal vor dem Gehäuse des REV. Allerdings im immer im Wechsel mit der anderen Seite des Eises: Gleich zweimal verpassten die Gastgeber den Schuss ins leere Tor, während Wolfsburg durch Kapitän Furchner tatsächlich noch einmal der Anschlusstreffer (60.) gelingen sollte. Mit dem Rücken zum Tor hatte der Wolfsburger Dauerbrenner den Puck zum 4:3 ins Netz befördert, die verbliebenen 17 Sekunden auf der Uhr schienen einen Punktgewinn aber nicht mehr zu ermöglichen. Doch im schnellsten Mannschaftssport der Welt ist selbst das nicht ausgeschlossen - die Grizzlys sollten tatsächlich noch eine Chance bekommen, konnten diese dann aber - passend zum gesamten Verlauf - nicht nutzen.
Somit endete die Serie der Gäste, die in neun Spielen nacheinander das Eis als Sieger verlassen hatten, auf irgendwie kuriose Weise. Vielleicht sollte man diesen Abend unter dem Motto "Besser viele dicke Fehler in einem Spiel, als einer oder zwei in jedem" abhaken. Wirklich schlecht gespielt haben die Grizzlys zudem ja nicht. Die nächste Serie kann beginnen!
    

1:0 Gläser (Urbas - Verlic) 16.Min
1:1 Jormakka PEN 30.Min
2:1 Verlic 33.Min
3:1 Andersen (Quirk) 36.Min
3:2 Machacek (Button - Görtz) 39.Min PP 5-4
4:2 Andersen (McGinn - Friesen) 42.Min PP -5-4
4:3 Furchner (Festerling - Görtz) 60.Min EA