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Schwache Grizzlys verlieren mit 2:3 gegen Köln

Fast 50 Minuten lang ließen die Grizzlys reichlich Fragezeichen über den Köpfen ihrer Anhänger schweben. Gegen hochmotiviert auftretende Gäste aus Köln waren die Hausherren über weiter Strecken einfach zu oft nur zweiter Sieger in den Zweikämpfen und konnten auch spielerisch kaum überzeugen. Selbst Geschenke, wie eine 1,5 Minuten dauernde doppelte Überzahl (ab 5.), konnten die Gastgeber mangels letztem Biss und einer ungewohnt wirren Spielgestaltung nicht annehmen. Wie es geht zeigten die Gäste wenig später, als Landon Ferraro ein druckvolles Überzahlspiel der Haie zur verdienten Führung (11.) nutzen konnte. Da musste Wolfsburg allerdings schon mit fünf Verteidigern spielen: Nach einem harten Check (5.) hatte Ryan Button das Eis mit lädierter Schulter direkt Richtung Kabine verlassen und sollte auch nicht zurückkehren. Die Grizzlys standen sichtbar unter Schock, was das verhaltene Auftreten im Powerplay und in den folgenden Minuten vielleicht ein wenig nachvollziehbarer machte.
Als Wolfsburg dann doch der Ausgleich durch Toto Rechs Abfälscher (16.) gelang, brauchten die Gäste ganze 23 Sekunden, um durch Matsumoto erneut in Führung zu gehen. Der Kölner Torjäger hatte völlig unbedrängt Maß nehmen können und das Spielgerät am Verkehr vor Pickards Tor in den Winkel gezirkelt. Das ging zu einfach!
Als Wolfsburg sechs Sekunden vor der Sirene dann auch noch das dritte Gegentor kassierte, schien das Spiel seinen gewohnten Gang gegen die Haie zu nehmen. Frederik Tiffels hatte den Grizzlys das Geschenk to go für den Pausentee fein eingewickelt, stand bei seinem Treffer zudem völlig frei vor Wolfsburgs Goalie.
Wolfsburg zog zum Mitteldrittel zwar die Zügel etwas an, doch mit der Kölner Intensität kam man immer noch nicht auf Augenhöhe. Dabei durften sich beide Teams je zweimal in Überzahl versuchen, die weitaus besseren Chancen hatten aber weiterhin die Haie. Im Gegenzug unterbanden die Gäste fast jegliche Gefahr durch das Wolfsburger Angriffsspiel, ließen den Grizzlys meist nur wenig aussichtsreiche Positionen zum Abschluss und blockten in der Mitte so ziemlich alles weg.
Auch im Schlussabschnitt sollte es noch einige weitere Minuten dauern, ehe ein beherzter Sololauf von Valentin Busch eine Art Initialzündung für das bisher so zahme Offensivspiel der Grizzlys geben sollte. Plötzlich war die lange vermisste Grundaggressivität in fast allen Aktionen der Hausherren zu bewundern, auf einmal bewegten sich alle Wolfsburger Beine genau das kleine bisschen schneller, das man zum Erfolg in dieser Liga benötigt. Dass die Haie ihre laxe Chancenverwertung am Ende nicht doch noch bereuen mussten, lag in den folgenden Minuten dann vor allem an einem Mann: Hannibal Weitzmann im Tor der Gäste legte eine extrem reaktionsschnelle, streckenweise schon fast überdrehte Galavorstellung hin und rettete den Haien so die wichtigen drei Punkte!
Phasenweise belagerte Wolfsburg das Kölner Tor geradezu, was zu heftigen Schlachten um die Reboundkontrolle führte. In einigen Situationen hatte man den Eindruck, als hätte sich gerade die komplette Gästemannschaft vor den Kasten ihres Goalies geschmissen.
Doch außer bei Machaceks zwischenzeitlichem Treffer (52.) zum 2:3 sollten die Gastgebern einfach keinen Weg am überragenden Weitzmann vorbei finden. Auch in der heißen Schlussphase, die Wolfsburg mit sechstem Feldspieler bestritt, fehlte den Grizzlys letztlich das kleine bisschen Glück, um die verschlafenen ersten beiden Drittel zumindest auf der Anzeigentafel zu egalisieren. Völlig zurecht siegten die Gäste vom Rhein auch im dritten Aufeinandertreffen der laufenden Saison und Wolfsburgs Lazarett füllt sich langsam wieder...  


0:1 Ferraro (Akeson - Zalewski) 11.Min PP 5-4
1:1 Rech (Olimb - Adam) 16.Min
1:2 Matsumoto (Barinka) 16.Min
1:3 F. Tiffels (Zerressen - Akeson) 20.Min
2:3 Machacek (Likens) 52.Min