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Grizzlys verteidigen sich zur 0:1 Niederlage

Wieder unterliegen die Grizzlys Mannheim mit einem Tor Unterschied, wieder fehlte nicht viel zum Punktgewinn gegen das punktbeste Team der DEL. Der größte Unterschied zur Abwehrschlacht vom Montag war die Verfassung, in der die Adler zum Gastspiel in Wolfsburg angetreten waren. Mannheim wirkte nach der gestrigen Klatsche in Bremerhaven angeschlagen, legte über die gesamte Spieldauer betrachtet nicht annähernd die Überlegenheit aus der ersten Begegnung an den Tag und wirkte absolut schlagbar.
Während Körpersprache, Zweikampfverhalten und defensive Disziplin bei den Gastgebern klar zum Ausdruck brachten, dass man etwas bewegen wollte, blieb die Offensive erneut ein lauer Furz. Rückkehrer Machacek (bei Magenta Sport auch als Machaschak bekannt) konnte seine Fähigkeiten vor dem gegnerischen Tor nur selten einbringen, im Gegenzug mussten die Grizzlys mit Festerling den nächsten kurzfristigen Ausfall kompensieren. 
Während das Auftaktdrittel noch mehr oder weniger aussichtsreiche Chancen auf beiden Seiten bereit hielt, versagte Wolfsburg in der Folgezeit gleich viermal im Überzahlspiel und brachte kaum einen gefährlichen Schuss auf das von Felix Brückmann bestens gehütete Adlertor. Im Gegenzug hatte Mannheim im Verlauf der Begegnung immer weniger aussichtsreiche Gelegenheiten zu verzeichnen, ließ sich dabei zunehmend auf das körperbetonte und destruktiv geprägte Spiel der Hausherren ein. Diese hatten in ihrem letzten der vier Powerplays sogar schon einmal die Hände zum Jubel in der Luft - doch der Referee hatte den Puck im Gewühl aus den Augen verloren (42.) und zuvor abgepfiffen! Wenn man an den Zweikämpfen und der Grundeinstellung der Akteure sicherlich seinen Spaß haben konnte, so bot das Spiel darüber hinaus kaum Sehenswertes in Sachen Spielkultur oder gar rasantem Eishockey. Beide Teams bremsten und zerstörten alles was über die rote Linie kam, um im Gegenzug ebenso gestoppt zu werden. Bandenkämpfe, Fernschüsse und Gewühl vor dem Tor waren die auserkorenen Rezepte, um am Ende das Eis als Sieger zu verlassen. Eben so ein Fernschuss durch den völlig freistehenden Ex-Grizzly Björn Krupp entschied dann vorzeitig diese mäßig unterhaltsame Partie (45.). In den Folgeminuten wirkte es fast, als ob Wolfsburg statt einem 0:0 nun ein 0:1 über die Zeit verteidigen wollte. Das offenbarte nicht nur die Schattenseiten des haarsträubend starren und eindimensionalen Wolfsburger Systems, sondern war - wie so oft - einfach nur nervraubend und ätzend anzuschauen. Da sich dieser Zustand mit der Herausnahme des hervorragend haltenden Strahlmeiers leicht besserte, hier mein Vorschlag: In Zukunft starten wir mit sechstem Feldspieler in die Begegnung, um nach dem ersten Tor oder Gegentor genau diesen Spielstand wieder mit Goalie zu verteidigen. Wäre auch nicht sinnvoller als das in den letzten Spielen Gesehene, hätte aber einen wesentlich höheren Unterhaltungswert und man wäre kurzfristig in allen Medien vertreten...
Halten wir fest: Humor ist, wenn man trotzdem guckt und Hoffen auf offensive Ideen unseres Trainerteams.

0:1 Krupp (Schütz - Elias) 45.Min