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1:4 Pleite gegen Augsburg - Grizzlys zu unkonzentriert

Die einzige Konstante im Spiel der Grizzlys scheint die magere Torausbeute zu bleiben. Während die Gastgeber, entgegen ihren Gewohnheiten, in der Defensive reihenweise Fehler einbauten, wirkte Wolfsburgs Angriffsspiel streckenweise überraschend munter. Ohne ihren Ironman Jeff Likens am Start, fanden die Grizzlys zu Beginn nur schwer in ihren kontrollierten Spielaufbau. Der als absolut unkaputtbar geltende Abwehrrecke laboriert vorläufig noch an den Folgen eines üblen Checks durch Ingolstadts Aubry, der den Wolfsburger heftig am Kopf erwischt hatte. So waren es zu Beginn die Gäste, die sich reihenweise hochkarätige Chancen herausspielten, u.a. durch Stieler (7.) nur den Pfosten trafen.
Als Wolfsburg langsam ins Geschehen zu finden schien, fiel dann doch der durchaus verdiente erste Treffer für die Panther: Nach einem Fehler im Angriffsdrittel spielten die Augsburger einen 2 auf 1 Konter bilderbuchmäßig aus (14.) und wiederum David Stieler zielte dieses Mal genauer. Dann zeigten die Grizzlys ihr ungewohnt offensives Gesicht, ließen ihre Chancen aber zunächst ungenutzt. Bei 4 gegen 4 (Hungerecker und Haase hatten Freundlichkeiten ausgetauscht) dann eine der wenigen erfreulichen Ausnahmen des Abends: Mathis Olimb erzielte aus der Drehung den Ausgleich (20.) für seine Farben und damit auch sein erstes Saisontor.
Doch der späte, eigentlich zum idealen Zeitpunkt erzielte Treffer sollte dem Spiel nicht die erwünschte Richtung geben können. Wieder ein haarsträubender Fehler, dieses Mal von Järvinen, zwang die Grizzlys zum Foul durch Melchiori vor dem eigenen Tor (25.). Das schlechteste Powerplay der Liga benötigte 32 Sekunden, da war der Puck aus dem Gewühl schon wieder im Wolfsburger Tor gelandet. Strahlmeier hatte Schuss und Nachschuss noch abwehren können, Abbott drückte die Scheibe dann im zweiten Versuch endgültig über die Linie.
Die Grizzlys reagierten für ihre Verhältnisse durchaus dynamisch, erhöhten den Druck auf Keller im AEV-Gehäuse nun massiv, scheiterten in der Folgezeit aber immer wieder am überragenden Augsburger Schlussmann. Nachdem Phillip Bruggisser dem am Boden liegenden Goalie sogar in die Fanghand geschossen hatte, waren wieder die Gäste dran. Ein Fehler an der gegnerischen blauen Linie und eine zu weit aufgerückte Abwehr bedeuteten umgehend das 1:3 durch Augsburgs Kristo (31.), der Strahlmeier eiskalt zwischen den Schonern erwischte. Wolfsburg machte weiter das Spiel, doch die Panther hielten kühl dagegen, überstanden auch ihre erste Unterzahl ohne Schaden zu nehmen.
Dasselbe Bild im Schlussabschnitt. Die Grizzlys rannten weiter an, entwickelten zum Teil beachtlichen Spielfluss in der Offensive und zwangen die Gäste mit ungewohnt aggressivem Forecheck zu Puckverlusten in der eigenen Zone.
Doch die Belohnung in Form von Toren sollte, wie so oft, ausbleiben. Görtz und Wurm platzte beim Blueliner der Schläger, die Panther räumten im Slot meist ordentlich auf und ansonsten war da immer wieder Keller im Gehäuse der Gäste. Als Järvinen dann im nächsten Powerplay die Scheibe auch im blank gespielten Tor nicht unterbringen konnte, schien der Drops gelutscht zu sein. Stielers zweiter Treffer (50.), abgefälscht und praktisch aus dem Nichts, machte dann endgültig alles klar. Gästekeeper Keller fischte weiterhin alles weg, bis diese aus Grizzlysicht äußerst unglückliche Begegnung ihr Ende fand.
Festzuhalten bleibt, dass Wolfsburg an einem Tag ohne ideale Abwehrvorstellung wohl gegen kaum einen Gegner Punkte holen kann. Offensiv fehlen dabei weiterhin einige Knipser: Gemessen an den Vorjahresleistungen werden hier besonders die Tore von Toto Rech und dem momentan verletzten Garrett Festerling schmerzlich vermisst, aber auch Gerrit Fauser kommt nach seiner Verletzung immer noch nicht regelmäßig aufs Scoreboard. 
Durch die zuletzt mäßige Punkteausbeute geht es in den kommenden Partien gegen das Süd-Schlusslicht aus Nürnberg nun schon um alles. Ein Ausrutscher, oder noch schlimmer zwei, könnten bereits das Aus für die Wolfsburger Play-off Träume bedeuten. Ohne die beiden Abwehr-Asse Button und Likens, der aktuell seine defensiv beste Grizzlysaison hinlegt, ist diese Aufgabe sicherlich nicht leichter geworden...

0:1 Stieler (Trevelyan) 14.Min
1:1 Olimb (Adam - Bittner) 20.Min 4-4
1:2 Abbott (Stieler - McClure) 25.Min PP 5-4
1:3 Kristo (Hafenrichter) 31.Min
1:4 Stieler (Viveiros - Haase) 50.Min