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Lauwarmer Auftritt in Nürnberg

Ohne Punkte ging es am Ende für die Grizzlys auf die lange Heimfahrt vom Tabellenletzten der Gruppe Süd. Gewohnt abwartend gestalteten die Gäste aus Wolfsburg dabei vor allem die ersten 30 Minuten der Begegnung und ließen fast keine nennenswerten Chancen der Ice Tigers zu. Im Gegenzug verwandelte Matti Järvinen einen von fünf (!) Wolfsburger Torschüssen im ersten Drittel zur 0:1 Führung (11.), was dem allseits gefürchteten game plan der Grizzlys natürlich sehr entgegen kam. Nürnberg, zuletzt mit ansteigender Form, nutzte die eher passive Spielanlage der Gäste, um sich zusehends mehr Spielanteile zu sichern. Ein erstes Powerplay ließen die Grizzlys liegen, die Gastgeber hingegen schlugen ihrerseits sofort zu. Das 1:1 durch Browns Nachschuss (30.) konnte zu diesem Zeitpunkt getrost als verdient bezeichnet werden, denn Wolfsburg tat einfach viel zu wenig für das Spiel. Checks, Zweikampfhärte, Zug zum Tor - durchgängig auf zu mäßigem Niveau wie das gesamte Offensivspiel der Grizzlys. Der Ausgleich schien die Gäste jedoch etwas aus der Reserve zu locken, wobei die Betonung eindeutig auf "etwas" liegt. Zweimal Fauser und einmal Hungerecker scheiterten mit ihren aussichtsreichen Versuchen am blendend aufgelegten Gästekeeper, ansonsten wollte kein wirkliches Feuer ins Spiel kommen.
Am Ende sprang lediglich ein weiteres Überzahlspiel für eines der Teams heraus, was in Sachen Intensität eine deutliche Sprache spricht. Auch wenn Wolfsburg im Schlussabschnitt endlich deutlich aktiver wurde, die Qualität der Chancen und Abschlüsse blieb bedenklich schwach. Nachdem die Referees das 2:1 im ersten Anlauf durch einen frühen Pfiff verhindert hatten (der Puck rutschte noch durch Pickards Schoner), war es kurz vor Schluss dann doch soweit: Daniel Schmölz hieß der Matchwinner, der eine der seltenen Konfusionen im Abwehrverhalten der Grizzlys mit dem 2:1 Endstand bestrafte (59.) und den Gästen kaum Zeit für eine Reaktion ließ.
Dass die folgenden 78 Sekunden ohne Torhüter zu den unterhaltsamsten der gesamten Begegnung gehörten, stimmt ebenfalls nachdenklich, ist aber angesichts der starren Wolfsburger Spielanlage nicht wirklich etwas Neues.
Und mal ehrlich: Selbst mit drei Punkten im Gepäck, was mit etwas mehr Glück absolut möglich gewesen wäre, bliebe das Spiel ein Sinnbild für die quälende Spielanlage unter Pat Cortina. Sollte Wolfsburg wieder zu mehr Effizienz finden, ist ein Verteidigen des 4.Platzes natürlich weiterhin möglich...was man dann damit will, bleibt allerdings diskutabel.
Einziger Lichtblick des Abends: Chuck Likens hat die Erschütterung aus seinem Gehirn gekickt und spielt schon wieder, als wäre nichts gewesen. Unglaublich, der Mann!  

0:1 Järvinen (Görtz) 11.Min
1:1 Brown (Schmölz - Pollock) 30.Min PP 5-4 
2:1 Schmölz 59.Min