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Zwei Punkte gegen Nürnberg

Im zweiten Anlauf erbeuten die Grizzlys auch gegen Nürnberg Zählbares. Dass es am Ende nur zwei statt der möglichen drei Punkte waren, lag erneut an der unbefriedigenden Chancenverwertung des Wolfsburger Teams.
Nach schwungvollem Beginn sorgten zunächst zwei volle Minuten in doppelter Überzahl dafür (ab 12.), dass die Grizzlys nicht schon wieder über ihre Ineffizienz stolperten. Max Görtz fackelte nicht lange und hämmerte das Spielgerät nach 13 Sekunden Powerplay zum ersten Mal in die Maschen. Doch der Treffer schien keine zusätzliche Energie bei den Gastgebern freizusetzen - im Gegenteil: Bis zum Ende des Drittels, sogar schon in der verbliebenen Strafe gegen Nürnberg, gerieten die Männer von Pat Cortina schon wieder ins Stolpern. Es sollte ein reichlich seltsames Drittel folgen.
Das zweite Drittel war gerade 67 Sekunden alt, da lagen die Gastgeber nach einem schnellen Konter über die Reihe um Mathis Olimb mit 2:0 vorne! Was ein dominanter Sturmlauf, oder zumindest ein kontrolliertes Verwalten hätte werden können, war wenige Augenblicke später schon wieder Makulatur. McLellan hatte einen Distanzschuss unhaltbar aus der Luft abgefälscht (23.) und die Ice Tigers umgehend wieder ins Geschäft gebracht. Es folgte ein munteres Potpourri aus ausgelassenen Chancen und auch einer ordentlichen Portion Pech, wie man sie in den Wolfsburger Angriffsbemühungen schon so oft zu sehen bekam. Nürnberg ließ sich nicht anstecken und vollstreckte in Person von Cornel (39.) eiskalt einen schnell und klar vorgetragenen Spielzug von hinter dem Wolfsburger Tor. Wenige Momente später gab es noch die nächste Strafe gegen den EHC obendrauf - ein Drittel, das so gut begonnen hatte, drohte zum kompletten Desaster zu werden. 
Wolfsburg spielte die ersten Sekunden der Unterzahl zunächst erfolgreich von der Uhr, dann ging es zum zweiten Mal in die Kabinen.
Und wieder legten die Grizzlys einen bemerkenswerten Start hin! Die Strafe gegen Melchiori war schon fast abgelaufen, da schnappte sich Festerling einen geklärten Puck vom Nürnberger Gegenspieler und leitete das Spielgerät direkt an den durchstartenden Fauser weiter. Humorlos schloss der enteilte Wolfsburger Stürmer knallhart zum 3:2 ab und sorgte für reichlich Auftrieb in seinen Reihen. Eigentlich unglaublich, dass es trotz folgender Überlegenheit und zwei weiterer Powerplay-Gelegenheiten wieder nicht zu drei Punkten reichen sollte. Wolfsburg ließ beste Gelegenheiten ungenutzt, nur um sich in der 56.Minute den erneuten Ausgleich durch Patrick Reimer einzufangen. Aus Nahdistanz konnte der Nürnberger Kapitän die Scheibe im zweiten Anlauf über die Linie stochern, das ungenaue Zuspiel war ihm zuvor vom Schlittschuh direkt auf die Kelle gesprungen. Es war zum Verrücktwerden. Dustin Strahlmeier verhinderte im Anschluss sogar den kompletten Punktverlust...
Erneut ein Überzahlspiel brachte die Begegnung dann in der Verlängerung doch noch zu einem halbwegs versöhnlichen Ende für die gastgebenden Grizzlys. Bittners Hammer von der blauen Linie (64.) konnte von Fauser unhaltbar abgefälscht werden - die zweite Blamage gegen Nürnberg war im letzten Moment abgewendet. Es herrscht aber offenbar weiter ein wenig Ratlosigkeit angesichts der immer wieder auftretenden Wolfsburger Ineffizienz vor dem gegnerischen Tor. Schüsse abzufälschen oder per Rebound zu versenken bleibt wohl weiterhin ein eher unsicheres Modell bei den Grizzlys. Zug zum Tor oder gar einen Treffer herauszuspielen, wie beim 2:0 gesehen, bleibt hingegen meistens eine Randerscheinung der Wolfsburger Spielanlage. 
Spannend geht es in den nächsten Tagen weiter, denn die aktuelle Tabellensituation macht im Prinzip jedes Spiel zu einem Endspiel um die Play-offs. 


1:0 Görtz (Järvinen - Machacek) 12.Min PP 5-3 
2:0 Machacek (Rech - Olimb) 22.Min
2:1 McLellan (Fox - Trinkberger) 23.Min
2:2 Cornel (Reimer - Kechter) 39.Min
3:2 Fauser (Festerling) 42.Min SH 4-5
3:3 Reimer (Cornel - Weber) 56.Min
4:3 Fauser (Bittner - Jormakka) 64.Min PP 4-3