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Grizzlys ringen Schwenningen mit 5:3 nieder

Einen überaus wichtigen Sieg konnten die Grizzlys am Ende dieser hart umkämpften Partie feiern und hielten sich somit weiter die Tür in die Play-offs offen. Ohne Busch (verletzt) und Boucher (disziplinarische Gründe/überzählig) rückte bei den Gastgebern wieder einmal Maxi Adam in die Offensive und Steven Raabe nahm den Platz als siebter Verteidiger ein.
Den Start in die Begegnung durfte man wohl zurecht als gelungen bezeichnen, denn schon in der 2. Minute hatte Garrett Festerling zur 1:0 Führung eingenetzt. Der vorbildlich im gegnerischen Drittel herausgekämpfte Treffer bewirkte aber keinen Energieschub bei den Grizzlys. Im Gegenteil: Die Gäste aus Schwenningen diktierten fortan das Geschehen auf dem Eis und Wolfsburgs Defensive kam ordentlich ins Schwitzen. Unglücklich dann der Ausgleich durch Ex-Grizzly Möchel (10.), der direkt vor Strahlmeier den Puck nicht richtig traf, was selbigen völlig unberechenbar durch die Schoner rutschen ließ.
Doch auch wenn Wolfsburg im ersten Spielabschnitt keinen wirklichen Zugriff auf die Partie bekommen sollte, die Effizienz stimmte bis dahin. Toto Rech per Bauerntrick (16.) besorgte mit einer der wenigen Chancen der Hausherren die erneute Führung. Fünfzehn Sekunden später wanderte Wolfsburgs Machacek wegen einer äußerst diskutablen Entscheidung der Referees in die Kühlbox, weitere drei Sekunden später kam er wieder heraus. Robak hatte von der blauen Linie knochentrocken den ersten Überzahlspielzug der Gäste zum 2:2 veredelt - ein wildes, ungewohnt unterhaltsames Spiel nahm seinen Lauf.
Im Mitteldrittel dann das umgekehrte Bild. Die Grizzlys agierten nun wesentlich aktiver und aggressiver, erarbeiteten sich Chance um Chance...nur um wieder mit der Verwertung selbiger zu hadern. Lediglich einmal konnten die Gastgeber schließlich Profit aus ihrer ansehnlichen Überlegenheit ziehen (25.), als Jormakkas Pass direkt beim vor dem Tor parkenden Furchner ankam. Per Rückhand stellte der Wolfsburger Routinier mit seinem 450.Tor in orange die verdiente Führung der Grizzlys sicher. Doch mehr sollte bis zur nächsten Sirene nicht gelingen, immer wieder spielten sich turbulente Szenen vor dem Schwenninger Gehäuse ab, an deren Ende der Puck trotzdem irgendwie nicht seinen Weg in den Kasten der Gäste fand.
Wieder wandelte sich das Geschehen auf dem Eis, wieder wechselte der aktive Part zu den Gästen. Auch wenn Möchels zweiter Treffer des Abends (47.) sich im Spielverlauf abgezeichnet hatte, so fiel er doch erneut äußerst unglücklich aus Sicht der Grizzlys. Strahlmeier hatte Hadrascheks Schuss unter der Achsel eingeklemmt, der Puck fiel heraus, der Nachschuss von Möchel landete am Pfosten...und Strahlmeier drückte die Scheibe in der Rückwärtsbewegung nur wenige Millimeter über die Linie, bevor er sie zu fassen bekam.
Jetzt drehte wieder Wolfsburg auf, zeigte sich mit nur selten in dieser Spielzeit zu bewunderndem Offensivdrang wild entschlossen, die drei Punkte allen Widrigkeiten zum Trotz in der Eisarena zu behalten. Schwenningen hielt ebenso beherzt dagegen und das Spiel machte mittlerweile fast so viel Spaß, wie die Begegnungen mit den Eisbären!
Lange stand die Partie auf Messers Schneide und beide Teams, die im Kampf um den 4.Platz in ihrer Gruppe sich kaum noch Fehler erlauben dürfen, zeigten ihr bestes Hockey. Dem ersten Fehler (55./Strafe gegen Weber) ließen die Gäste dann allerdings noch zwei weitere folgen, so dass Wolfsburg die Schlussphase der Partie durchgängig in Überzahl gestalten konnte. Besonders dumm aus Gästesicht: Weber war nach Ablauf seiner Strafe gerade 19 Sekunden wieder auf freiem Fuß, da schickten ihn die Referees mit 2+10 erneut vom Eis, dieses Mal gleich in die Kabine zum Duschen. Pekka Jormakka war der Leidtragende gewesen, der einen deftigen Check zum Kopf hatte einstecken müssen und den Rest der Begegnung mit Brummschädel von der Bank aus beobachtete. Seine Kollegen ließen ihn, wie ihre Fans, erst einmal zittern, denn bei doppelter Überzahl gelang zunächst nicht allzu viel. Powerplaymonster Machacek setzte dem Treiben vor dem Schwenningen Tor dann aber abrupt ein Ende und versenkte die Scheibe aus seinem Office in den Maschen (59.). Kaum hatte der Gast seinen Torhüter in Richtung Bank beordert, da schlug es auch schon im leeren Gehäuse ein! Garrett Festerling sicherte sich nach Puckeroberung durch Machacek den zweiten Treffer und seinen Grizzlys die drei Punkte. 
Man kann es nicht so oft schreiben, deswegen an dieser Stelle einmal ein ausdrückliches Lob für die erfrischende Offensive der Grizzlys! Der Forecheck mit mehr als einem Spieler im gegnerischen Drittel und die ein oder andere gelungene Kombination taten wirklich gut. Mehr davon! Meinetwegen nicht gegen jeden Gegner und nur in speziellen Situationen, aber bitte mehr davon!


1:0 Festerling (Fauser) 2.Min
1:1 Möchel (Huss - Hadraschek) 10.Min
2:1 Rech (Olimb) 16.Min
2:2 Robak (Thuresson -  Tylor Spink) 17.Min PP 5-4
3:2 Furchner (Jormakka - Festerling) 25.Min
3:3 Möchel (Hadraschek - Pfaffengut) 47.Min
4:3 Machacek (Järvinen - Görtz) 59.Min PP 5-4
5:3 Festerling (Machacek) 60.Min ENG