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2:4 Niederlage im Schongang

Man merkte es vom Anpfiff weg, wer noch etwas zu erledigen hatte und wer nicht. Die Gäste aus Straubing kamen mit Volldampf aufs Eis und überfuhren die eher gemütlich agierenden Grizzlys in den ersten zwanzig Minuten regelrecht. Das frühe 0:1 Durch Andi Eder (2.) fiel dabei zwar etwas unglücklich, doch Straubing verdiente sich die spätere 0:2 Führung, ebenfalls durch Eder (13.), mehr als redlich. Von Wolfsburg kam bis dahin offensiv rein gar nichts, das Team hielt sich deutlich sichtbar nicht an seine gewohnte strategische Marschroute, investierte viel zu wenig.
Im Mitteldrittel wurde es dann aber noch einmal spannend, vor allem für die Gäste, die dank deutlicher Schwenninger Führung im Parallelspiel unbedingt dreifach punkten mussten, um den vierten Platz im Süden zu ergattern.
Mit einem Fehler brachten die Tigers den nun aktiver auftretenden Gastgeber gleich zum Auftakt des Mitteldrittels wieder ins Spiel. Toto Rech schnappte sich die Scheibe (22.) und bedankte sich mit seinem 14.Saisontreffer zum 1:2 Anschluss.
Straubing wirkte jetzt gehemmt, begann wohl allmählich nachzudenken und kassierte in dieser sonst sehr fairen Partie plötzlich auch Strafen. Zweimal blieb das Überzahlspiel der Grizzlys trotz guter Ansätze erfolglos, da machte es Festerling eben bei numerischem Gleichstand auf dem Eis (36.). Rechs Schuss fälschte der Wolfsburger Center unhaltbar an Ex-Grizzly Vogl vorbei in die Maschen ab - das Zittern bei den Gästen ging los.
Die konnten sich bei ihrem gut aufgelegten Goalie bedanken, dass es nach diesem verkorksten Drittel ohne Rückstand in die Kabinen ging, denn Wolfsburg schien auf einmal doch noch Gefallen an dieser aus ihrer Sicht bedeutungslosen Partie zu finden.
Die Pausenansprache von Gästetrainer Pokel schien ihre Wirkung allerdings nicht verfehlt zu haben: Wie im Anfangsdrittel stürmten die Tigers zurück aufs Eis und nahmen den Grizzlykasten, gehütet von Chet Pickard, unter Dauerfeuer.
Ein schneller Doppelschlag durch Williams (42.) und Balisy (43.) erlöste die Straubinger dann auch relativ schnell von ihren Sorgen. Beide Treffer fielen aufgrund Wolfsburger Defizite bei der Verteidigung des eigenen Torraums, was eine deutliche Sprache in Sachen Bereitschaft sich wehzutun dokumentierte. Nachvollziehbar angesichts des engen Spielplans und auch aus Sicht der ohnehin schon langen Ausfall-Liste der Grizzlys (Button, Pfohl, Nijenhuis, Busch, Jormakka, dazu der suspendierte Boucher) einfach notwendig.
Wäre nicht noch eine Scheibe hinter dem Wolfsburger Gehäuse zu Bruch gegangen (52.), das Spiel wäre wohl zu Ende geplätschert. So mussten die Gäste fast eine Viertelstunde warten, bis sie nach einer gerade kassierten Strafe ins Penaltykilling durften. Straubings Goalie Vogl beschrieb die Phase der Begegnung hinterher als "psychische Folter".
Die Tigers überstanden im Anschluss an die Unterbrechung ihre Unterzahl allerdings schadlos und profitierten ihrerseits von einer Strafe gegen Wolfsburgs Rech (56.). Ohne größere "Zwischenfälle" strebte das Spiel seinem Ende entgegen und die Gäste konnten schließlich ebenfalls ihren Einzug in die Play-offs feiern. Durch die hohe Anzahl an ehemaligen Grizzlys im Team der Gäste glich die Szenerie nach Abpfiff dabei irgendwie einem entspannten Klassentreffen. Es wurde viel gelacht, gescherzt und entsprechende Glückwünsche ausgetauscht.

 
0:1 Eder (Schönberger) 2.Min
0:2 Eder (Brandt)  13.Min
1:2 Rech 22.Min
2:2 Festerling (Rech - Olimb) 35.Min
2:3 Williams (Mulock - Gormley) 42.Min
2:4 Balisy (Tropp - Laganière) 43.Min