header
Log in
A+ A A-

Niederlage in Mannheim - Grizzlys nutzen ihre Chancen nicht

Eigentlich hatten die Grizzlys am Ende nicht viel falsch gemacht: Defensiv hatten sie die Adler meist gut in Schach gehalten, offensiv ein halbes Dutzend brandgefährliche Chancen erspielt. Dass der Puck sich letztlich nur einmal bei Machaceks Überzahltreffer (24.) über die Linie des Gästetors verirrte, machte aber alle Chancen auf eine erste Überraschung in dieser kurzen Serie zunichte.
Zu Beginn hatten sich die Gäste sogar als spielbestimmende Mannschaft präsentiert, den Gastgebern dabei kaum geordneten Eintritt zu ihrem Drittel gestattet. Erst eine doppelte Überzahl ermöglichte den Adlern die ersten wirklich gefährlichen Aktionen, die dann auch zum 1:0 durch Desjardins (14.) führten. Dessen Pass vors Tor der Grizzlys hatte Wolfsburgs Likens beim Abwehrversuch unglücklich an die Kufen eines Gegenspielers und damit durch die Schoner seines Goalies befördert. 
Ungewohntes gab es kurz zuvor zu sehen, als Julian Melchiori entgegen seinem sonstigen Auftreten völlig übermotiviert Mannheims Shinnimin auf die Hörner genommen hatte. Diese zusätzliche Strafe wegen Chargings brachte den ersten Wendepunkt in der bis dahin mit leichten Vorteilen für Wolfsburg verlaufenden Partie.
Wolfsburg wirkte zunächst etwas angeschlagen, agierte bis ins zweite Drittel hinein nun einfach das kleine bisschen zu passiv, um die Adler weiter unter Kontrolle zu halten.
Doch auch die Grizzlys verfügen über ein mittlerweile effizientes Überzahlspiel, durften dieses dank einer extrem einseitigen Regelauslegung der Hauptschiedsrichter aber bis zum zweiten Pausenpfiff nur einmal vorführen. Das sollte allerdings zum Ausgleich durch Spencer Machacek (24.) reichen, der seine Kernkompetenz "Reboundverwertung" erneut eindrucksvoll unter Beweis stellen und Bittners Schuss über die Linie drücken konnte. 
Mannheim hatte weiter mehr vom Spiel und profitierte bei zwei weiteren Überzahlgelegenheiten von der, zumindest in Sachen Wolfsburg, empfindlichen Linie der Referees. Den zweiten Anlauf nutzten die Gastgeber dann zur erneuten Führung durch Shinnimin, der völlig blank vor Strahlmeier nur noch die Kelle reinhalten musste (36.). Die Grizzlys hielten ihre Linie nun wieder etwas konsequenter und konnten gleich zweimal mit Fauser (nach Monsterpass Bruggisser) und dann Jormakka einen Mann hinter die Mannheimer Reihen schicken. Beide Stürmer brachten die Scheibe per Rückhand am überragenden Endras vorbei, trafen aber jeweils nur das Gestänge des Tors. Vermutlich die spielentscheidenden Momente dieser Partie, denn selbst die größten Einschussgelegenheiten sollten fortan an Mannheims Endras hängenbleiben. Der hatte im Mitteldrittel schon einen One-Timer von Wolfsburgs Olimb spektakulär abwehren können und legte im Schlussabschnitt, sehr zum Leidwesen der Grizzlys, noch einmal tüchtig nach. Egal, ob abgefälschter Schuss, Nachschuss oder Direktabnahme - immer war der Mannheimer Schlussmann mit einem Körperteil dazwischen.
Nachdem Grizzlycoach Cortina vor der zweiten Pause angesichts der unausgewogenen Schiedsrichterleistung noch kurz vor der Komplettexplosion gestanden hatte (!), durfte Wolfsburg zum Auftakt des Schlussabschnitts dann tatsächlich gleich zweimal hintereinander in Überzahl ran. Doch Mannheim erwies sich nun als das erwartet brillante Unterzahlteam, wie man es schon aus der Hauptrunde so oft bewundern durfte. Beide Situationen verstrichen ungenutzt und die Zeit lief den Gästen nun langsam davon. Als Wolfsburg dann endgültig seine defensive Marschroute aufgeben musste, nutzten die Adler dies in der 54.Minute zum vorentscheidenden 3:1 durch Felix Schütz. Scheibenverluste ohne Absicherung hatte es zuvor bei den Grizzlys nicht gegeben - die Gastgeber machten es letztlich besser, als Wolfsburg gegen Ende des Mitteldrittels.
Eine Strafzeit gegen Dominik Bittner (56.) und der Schuss ins leere Tor knapp zwei Minuten vor der Sirene verhinderten dann im Prinzip jede ernstzunehmende Schlussoffensive der Gäste. 
Wieder liegen die Grizzlys nach dem ersten Spiel unglücklich zurück. Mit etwas mehr Effizienz vor dem gegnerischen Tor scheint das erneute Comeback zumindest nicht unmöglich. Schon am kommenden Mittwoch geht es in der heimischen Eisarena ins zweite Halbfinalspiel gegen die Adler - dann hoffentlich mit einem besseren Ende für die Grizzlys!


1:0 Desjardins (Eisenschmid - Loibl) 14.Min PP 5-3
1:1 Machacek (Furchner - Bittner) 24.Min PP 5-4
2:1 Smith (Plachta - Eisenschmid) 36.Min PP 5-4
3:1 Schütz (Smith) 54.Min
4:1 Smith (Collins - Bast) 59.Min ENG